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Wirkungen medialer Gewalt

Intermediate Examination Paper, 2001, 52 Pages
Author: René Hannebauer
Subject: Communications: Mass Media

Details

Category: Intermediate Examination Paper
Year: 2001
Pages: 52
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V8408
ISBN (E-book): 978-3-638-15385-0

File size: 397 KB
Notes :
Zwischenprüfungsarbeit. Sehr dichte Arbeit - einzeiliger Zeilenabstand. 352 KB



Excerpt (computer-generated)

Wirkungen medialer Gewalt

von René Hannebauer

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Zur Klärung der Begriffe Gewalt und Aggression 5

2.1 Zur Unterscheidung von Gewalt und Aggression 5

2.2 Definitionen von Gewalt 6
2.2.1 Personale Gewalt 6
2.2.2 Strukturelle Gewalt 7
2.2.3 Kulturelle Gewalt 7

2.3 Eine persönliche Gewaltdefinition 8

3. Thesen zur Wirkung von Gewaltdarstellungen 10

3.1 Aggressionsreduzierung durch aggressive mediale Inhalte 11
3.1.1 Katharsisthese 11
3.1.2 Inhibitionsthese 13

3.2 Aggressionssteigerung durch aggressive mediale Inhalte 13
3.2.1 Stimulationsthese 13
3.2.2 Erregungsthese 14
3.2.3 Habitualisierung 14
3.2.4 Lerntheorie 16

3.3 Zusammenfassung 17

4. Gewalt in den Medien: Erscheinungsformen und -quellen 18

4.1 Jugendschutz 19

4.2 Free- TV 19
4.2.1 Eine Bestandsaufnahme des Free- TV 20
4.2.2 Die Rezipienten- Nachfrage am Beispiel des
Uses-and-gratification-Approach 23

4.3 Pay-TV 26

4.4 Videofilme 27

4.5 Computerspiele 28

4.6 Internet 31
4.6.1 Pornographie, Rassismus und Extremgewalt 33
4.6.1.1 Web-Sites 33
4.6.1.2 Newsgroups 36
4.6.1.3 Chatrooms und Chatboxen 37

4.7 Zusammenfassung 38

5. Der Umgang mit den Medien und die Risiken 40

Bibliographie 44
Anhang 46


1. Einleitung

Gewalt in den Medien und ihre Wirkung auf die Zuschauer - dieses Thema ist nicht neu und wird schon lange diskutiert. Jo Groebel und Uli Gleich machten bereits 1993 über 5000 systematisch erfasste Bücher und Artikel über dieses Thema allein in Deutschland aus. Der Grund für diese hohe Anzahl mag auf unbefriedigende Ergebnisse oder auf immer neue Thesen zurückführbar sein. Wie auch immer, die Diskussionen über die Zusammenhänge medial dargestellter Gewalt und ihren Wirkungen entstehen regelmäßig von neuem.
Wirft man einen Blick auf die Verbrechensstatistik des Bundeskriminalamtes aus dem Jahr 2000, so stellt man fest, daß Gewaltdelikte nur einen geringen Straftatenanteil haben. Nur 6,4% der erfassten Fälle beinhalten Körperverletzungen. Die extremere Variante "Mord und Totschlag" umfasste 2770 Fälle, das sind gerade einmal 0,04%. Thomas Gundlach, Jugendbeauftragter der Hamburger Polizei weist jedoch darauf hin, daß nicht die Zahlen an sich entscheidend sind, sondern die "zunehmende Gewaltbereitschaft".
Kinder- und Jugendkriminalität steht hier besonders im Blickpunkt. So erscheinen unter anderem immer wieder Zeitungsartikel wie am 13. August 2000 in der Berliner Morgenpost über die "Zunahme der Gewalt an den Schulen". Ein Anstieg um 45% gegenüber 1998/99 wurde ermittelt begründet durch die "zunehmende Gewalt in den Medien", so der Schulsenator Klaus Böger.
Tatsache ist, daß immer wieder Gewaltverbrechen von Kindern oder Jugendlichen verübt werden. Diese erhalten eine besondere Aufmerksamkeit, da sie oftmals von extremer Grausamkeit sind. Nicht selten werden die praktizierten Handlungen aufgrund ihrer Ähnlichkeit oder durch die Aussagen der jungen Täter mit filmischen Vorbildern oder Computerspielen begründet. Doch selbst wenn keine Ähnlichkeiten vorhanden sind, so muß man doch fragen wo diese Gewalt erlernt wurde. Während die Wissenschaft lange Zeit darüber stritt, ob Medien Aggressionen steigern können oder nicht und während Politik und Bundesprüfstellen oftmals von deren Negativwirkung überzeugt sind und Wirkungsforschung aufgrund der Offensichtlichkeit der Zusammenhänge als nicht Notwendig betrachten5, so weisen die Spiele-, Film-, Musikindustrie und auch das Fernsehen, alle Vorwürfe weit zurück. Hier werde schließlich nur die Realität dargestellt und Gewalt gehöre nun einmal dazu, so der Tenor.
Viele widersprüchliche Meinungen und Auffassungen treffen aufeinander, wenn es darum geht, Zusammenhänge zwischen medial dargestellter Gewalt und Gewalt im Alltag zu erklären.
Aufgrund der ständigen Aktualität dieses Themas, möchte ich in dieser Arbeit darlegen, daß der Konsum medialer Gewalt oftmals nicht ohne Folgen bleibt. Viele wissenschaftliche Untersuchungen behandeln nur den Teil des Fernsehens. Dabei wird entweder mittels Inhaltsanalysen versucht darzulegen, wie viele Gewaltakte in einer Stunde, an einem Tag etc. zu sehen sind und wer Gewalt wie und warum gegen wen ausübt oder es wurden Experimente durchgeführt, in denen direkte Zusammenhänge gezeigt werden sollten. So untersucht man zwar einen Bereich äußerst ausführlich und man erhält sicherlich brauchbare Resultate über die

Gewaltfrequenz beispielsweise im Fernsehen, aber fast immer wird nur ein Teil des Ganzen erforscht. Groebel und Gleich analysierten das Fernsehen, Durkin und Aisbett Computerspiele, Henningsen und Strohmeier Videofilme. Meines Wissens sind fast alle Analysen separat angelegt, eine Zusammenführung der verschiedenen Bereiche möchte ich somit versuchen, dabei auf bekannte Studien zurückgreifen und aktuelle Statistiken der Medienlandschaft einbauen.
Zunächst halte ich es jedoch für notwendig, den Gewaltbegriff zu definieren und festzulegen, welche Definition ich benutze und was ich als Gewalt formuliere, um Missverständnisse zu vermeiden. In einem weiteren Teil werde ich zunächst einige Wirkungsforschungstheorien bezüglich der Gewalt vorstellen und darlegen, welche Wirkung sie durch Mediengewalt vermuten. Das darauf folgende Kapitel möchte ich nutzen, um fünf häufige Formen des Medienkonsums (Free-TV, Pay-TV, Video, Computerspiele, Internet) näher zu betrachten. Hierbei sollen die Inhalte und die Zugangsmöglichkeiten im Vordergrund stehen, teilweise werde ich bereits auf mögliche Wirkungen hinweisen wofür allerdings das letzte Kapitel angedacht ist. Ziel ist es zu zeigen, daß die Gesamtheit der Medien mehr Einfluß auf den Rezipienten hat als jedes einzeln untersuchte und das diese Medien koexistieren. Weiterhin werde ich darlegen, daß der Rezipient immer aktiver wird und immer häufiger selbst bestimmt, was er konsumieren möchte. Die Jugendschutzmaßnahmen sollen ebenso in diese Arbeit einfließen wie ein Ausblick über mögliche Lösungsmöglichkeiten.

2. Zur Klärung der Begriffe Gewalt und Aggression

[...]


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