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Scholary Paper (Seminar), 2007, 19 Pages
Author: Anna Kaminska
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Institution/College: University of Wuppertal (Historisches Seminar)
Tags: Sieg, Thebaner, Leuktra, Einführung, Studium, Alten, Geschichte
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 32 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-01350-5
File size: 356 KB
Kommentar des Professors: 1,0 - Eine sogfältig ausgearbeitete Darstellung. Das Urteil über den Wert der Geschichtsschreibung des Diodor wird vorsichtig und ausgewogen formuliert.
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Abstract
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung eines der bedeutendsten Ereignisse des vierten vorchristlichen Jahrhunderts: Der Schlacht bei Leuktra. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Schilderungen der Geschichtsschreiber Diodor und Xenophon. Nach einer Einführung in das Thema und der Sacherläuterung wird ein Vergleich der beiden Historiographen gemacht und schließlich die Objektivität des Diodor und seinen Wert für die Geschichtsschreibung untersucht.
Excerpt (computer-generated)
Bergische Universität Wuppertal, Historisches Seminar
Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte
Der Sieg der Thebaner bei Leuktra
von
Anna Kaminska
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 2
2. DER SIEG DER THEBANER BEI LEUKTRA 2
2.1. AUSGANGSLAGE 3
2.1.1. Spartanische Hegemonie 3
2.1.2. Κοινή είρήνη 4
2.2. DIE SCHLACHT BEI LEUKTRA 5
2.2.1. Der Schlachtverlauf 5
2.2.2. Epameinondas’ neue Taktik 6
2.2.3. Die Folgen 7
2.2.4. Die Quellenlage im Vergleich – Diodor und Xenophon 8
2.3. ΠΌΛΕΜΟΣ ΚΆΙ ΤΎΧΗ 10
2.3.1. Bedeutung von Orakeln und Glück für die Kriegsführung 10
2.3.2. War Diodor abergläubisch? 11
3. RESÜMEE 12
LITERATURVERZEICHNIS 13
QUELLENVERZEICHNIS 14
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 15
1. Einleitung
Der Sieg der Thebaner bei Leuktra 371 v. Chr. stellte den Ausgangspunkt für den Aufbau der thebanischen Hegemonie und das Ende der spartanischen Vormachtstellung im antiken Griechenland dar. Die Ereignisse und Anlässe, die letztendlich zu dieser Machtablösung führten, sind von verschiedenen griechischen Historiographen überliefert. Die Hauptquellen für diese Ereignisse sind, zum einen die Griechische Weltgeschichte Diodors, zum anderen die Hellenika von Xenophon. Der Geschichtsschreiber Xenophon war Zeitzeuge dieser Begebenheiten, wohingegen Diodor erst im 1. Jahrhundert v. Chr. lebte. Diodors Geschichtsschreibung hängt außerdem zum Teil von dem Historiographen Ephoros ab, eventuell noch von weiteren uns unbekannten Autoren. Ein Problem in diesem Sachverhalt ist die mögliche fehlende Objektivität der Geschichtsschreiber, sowie der Tatsache, dass sich die Quellen teilweise in einigen Punkten grundlegend unterscheiden. Herauszufinden, welche Sichtweise eher der Wahrheit entsprechen könnte, wird einen Teil meiner Arbeit umfassen.
Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung von der spartanischen Hegemonie bis zur thebanischen Vormachstellung im griechischen Raum nachzuvollziehen. Dabei soll die Quellenlage behandelt werden, da die Überlieferungen vieler antiker Historiographen meist zu Gunsten der einen oder anderen Seite gefärbt sind. Die Leitfrage hier nimmt besonders Bezug auf die von Diodor selbst gestellte Forderung: alle Geschichtsschreiber sollten in erster Linie objektiv sein, was bei vielen seiner Vorgänger oft nicht der Fall gewesen war.1 So soll zuletzt geklärt werden, ob Diodor seiner eigenen Forderung gerecht wird.
2. Der Sieg der Thebaner bei Leuktra
Historische Ereignisse sind, für sich allein genommen, selten aussagekräftig. Geschichte setzt sich nicht aus einzelnen, aneinander gereihten Ereignissen zusammen, sondern auch aus deren Folgen und ganz besonders aus der Vorgeschichte – welche vornehmlich wichtig ist für das Verständnis dieser Ereignisse. Die Ausgangslage, die zu einem bestimmten Ereignis geführt hatte (z.B.: Schlacht), hat ebensoviel geschichtlichen Wert wie das Ereignis selbst. In diesem Fall ist die Schlacht bei Leuktra, ohne die Vorgeschichte zu kennen, „nur“ eine nichts sagende Konfrontation zweier Heere, wobei das Ende absehbar ist. Eine Partei gewinnt, die andere Seite verliert den Konflikt. Es ist also notwendig für das Verständnis über den Sieg der Thebaner, auch von den davor liegenden Begebenheiten zu berichten. Die Ausgangsituation in den Jahren vor der Schlacht ist entscheidend.
2.1. Ausgangslage
2.1.1. Spartanische Hegemonie
Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Athen im Peloponnesischen Krieg, gelang es Sparta, die Vormacht im griechischen Raum zu erringen. „Wenige Tausend Spartaner herrschten über eine riesige Zahl von Untertanen, die wahrscheinlich die Millionengrenze erreichte oder gar noch überschritt.“2 Das nach dem Bruderkrieg geschwächte Athen, hatte der „rücksichtslosen Schreckensherrschaft “3 der Spartaner nichts entgegenzusetzen. Sparta war also, als der militärische Sieger des Peloponnesischen Krieges, die Hegemonialmacht im Mutterland, allerdings bildete sich schnell eine Opposition. Im Jahre 399 v. Chr. brach zwischen Sparta und dem Großreich Persien, ein Krieg wegen der Freiheit der griechischen Städte im kleinasiatischen Ionien, aus. Auch diese Auseinandersetzung konnte Sparta für sich als Erfolg verbuchen, deren Ausgang (Sieg der Spartaner über die Perser) die Vormachtstellung Spartas in Griechenland weiter ausbaute. In den nachfolgenden Jahren kam es in Hellas immer mehr zu einer Missstimmung gegenüber Sparta. Die Gewalt, die nach dem Fall Athens, zunehmend um sich griff, brachte immer mehr Poleis dazu, sich gegen die Hegemonialmacht zu wenden. Und so fiel es den Persern nicht schwer, die Hellenen zu einem neuen Konflikt zu verleiten. Was folgte, ist als der Korinthische Krieg (395-387 v. Chr.)4 in die Geschichte eingegangen.
[...]
1 vgl. Diodorus Siculus – Griechische Weltgeschichte, Band: Buch I-X, Teil 1, übers. von Wirth, G. und Veh, O., eingeleitet und kommentiert von Nothers, T., Stuttgart 1992, S. 30 (Diod. I, 3,2.).
2 Bengtson, H. (Hrsg.) – Griechen und Perser. Die Mittelmeerwelt im Altertum I, Fischer Weltgeschichte Band 5, Frankfurt am Main 1991, S. 191.
3 Ebd. S. 192.
4 vgl. Hornblower, S. – The Greek World 479-323 BC, London und New York 1983.
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