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Hauptseminararbeit, 2007, 19 Seiten
Autor: Katharina Hardt
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.
Details
Tags: Pipi, Langstrumpf, Kinderbuchklassiker
Jahr: 2007
Seiten: 19
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-04726-5
ISBN (Buch): 978-3-638-94363-5
Dateigröße: 187 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Wer kennt sie nicht: Pippi Langstrumpf? Aus der Feder Astrid Lindgrens entstand eine literarische Figur, die die Menschen begeistert. Über Generationen hinweg und in über 60 Übersetzungen schaffte es das rothaarige Mädchen, mit dem vollen Namen Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf, Bewunderung von Jung und Alt zu erhalten. Die aufgeweckte, emanzipierte Piratentochter und ihre Freunde Annika und Thomas lassen ihre Leser (Zuschauer etc.) in eine Welt voller kindlicher Stärken und Schwächen, Abenteuer und verschiedener Identifikationsmöglichkeiten eintauchen. Ich kann es mir nicht nehmen lassen, wenigstens kurz, auf meine eigenen Erfahrungen mit Pippi einzugehen: Ich selbst bin rothaarig, was die Versuche mich selbst in Pippi wieder zuerkennen nur förderten. Das kesse Mädchen war für mich Vorbild, Respektperson und Freundin in einem. Die phantastischen Geschichten und Erlebnisse ermöglichten es mir für die Zeit des Rezipierens ebenfalls so stark und verrückt zu sein wie Pippi. Im Nachhinein deute ich daraus einen Versuch meinerseits, Eigenschaften und Wünsche auszugleichen, die mir bisher fehlten, deren Vorteile mir aber voll bewusst waren. Nun soll es in meiner Ausführung jedoch nicht um subjektive, kindliche Wahrnehmungen gehen, sondern um wissenschaftliche Ansätze, die den Begriff des Kinderklassikers zu erklären versuchen. Warum wurde gerade Lindgrens Pippi so erfolgreich, über Generationen hinweg? Es dürfte der Wahrheit entsprechen, wenn ich behaupte, jeder kenne das Wort „Klassiker“. Doch was genau ist eigentlich ein Klassiker und wo genau liegen die Gemeinsamkeiten zu anderen klassischen Kinderbüchern? Diese und anderen themenbezogene Fragen werde ich im Folgenden aufgreifen und erörtern.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Duisburg- Essen
Fachbereich Literaturwissenschaften
Seminar: Kinderbuchklassiker
SoSe 2007
Katharina Hardt
Deutsch/ Geschichte
7. bzw. 8. Semester
Hausarbeit
Was macht Pippi Langstrumpf zu einem
Kinderbuchklassiker?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Was sind Kinderbuchklassiker? 3
2.1 Ein Definitionsversuch 4
2.2 Kriterien und Merkmale 6
2.3 Internationalität von Kinderklassikern 12
3. Analyse der Aspekte und Kriterien im Hinblick auf
Pippi Langstrumpf
13
4. Resümee 16
5. Literaturverzeichnis 18
2
1.
Einleitung
Wer kennt sie nicht: Pippi Langstrumpf? Aus der Feder Astrid Lindgrens entstand eine
literarische Figur, die die Menschen begeistert. Über Generationen hinweg und in über 60
Übersetzungen schaffte es das rothaarige Mädchen, mit dem vollen Namen Pippilotta
Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraims Tochter Langstrumpf, Bewunderung von Jung und
Alt zu erhalten. Die aufgeweckte, emanzipierte Piratentochter und ihre Freunde Annika und
Thomas lassen ihre Leser (Zuschauer etc.) in eine Welt voller kindlicher Stärken und
Schwächen, Abenteuer und verschiedener Identifikationsmöglichkeiten eintauchen.
Ich kann es mir nicht nehmen lassen, wenigstens kurz, auf meine eigenen Erfahrungen mit
Pippi einzugehen: Ich selbst bin rothaarig, was die Versuche mich selbst in Pippi wieder
zuerkennen nur förderten. Das kesse Mädchen war für mich Vorbild, Respektperson und
Freundin in einem. Die phantastischen Geschichten und Erlebnisse ermöglichten es mir für
die Zeit des Rezipierens ebenfalls so stark und verrückt zu sein wie Pippi. Im Nachhinein
deute ich daraus einen Versuch meinerseits, Eigenschaften und Wünsche auszugleichen, die
mir bisher fehlten, deren Vorteile mir aber voll bewusst waren.
Nun soll es in meiner Ausführung jedoch nicht um subjektive, kindliche Wahrnehmungen
gehen, sondern um wissenschaftliche Ansätze, die den Begriff des Kinderklassikers zu
erklären versuchen.
Warum wurde gerade Lindgrens Pippi so erfolgreich, über Generationen hinweg?
Es dürfte der Wahrheit entsprechen, wenn ich behaupte, jeder kenne das Wort ,,Klassiker".
Doch was genau ist eigentlich ein Klassiker und wo genau liegen die Gemeinsamkeiten zu
anderen klassischen Kinderbüchern? Diese und anderen themenbezogene Fragen werde ich
im Folgenden aufgreifen und erörtern.
2.
Was sind Kinderbuchklassiker?
Das folgende Kapitel geht auf die Begriffe ,,Kinderbuchklassiker" oder ,,Kinderklassiker" ein
und arbeitet heraus, was ein Kinderbuch zu einem so genannten Klassiker macht. Um die
ausschlaggebende Frage (,,Was macht
Pippi Langstrumpf
zu einem Kinderklassiker?") meiner
Ausarbeitung beantworten zu können, müssen gewisse Kriterien und Aspekte benannt werden,
die ein Kinderbuch zu einem Klassiker machen. Erst dann ist es möglich ,,Pippi
Langstrumpf" im Hinblick auf diese Thesen als Klassiker bezeichnen zu können und die
Gründe dafür offen zu legen.
3
Aufgrund der Herausgabe ihres Lexikons ,,Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur" (in
zwei Bänden) beschäftigte sich Bettina Kümmerling- Maibauer mit dem Begriff
Kinderklassiker genauer. Um ihre große Auswahl an Büchern (insgesamt 534) aus 65
Ländern in ihrem Lexikon begründen zu können und den Lesern 1 ihres und der darin
genannten Werke zu verdeutlichen, welche Forschungsdesiderate erfüllt werden müssen, um
sich Klassiker nennen zu können, leitet Kümmerling- Maibauer ihr Lexikon mit einem
Aufsatz ein.2
Bei ihr, aber auch anderen Autoren, steht die Suche nach einer Definition an erster Stelle.
Wenn auch die Herangehensweisen der Wissenschaftler an diese Begriffsklärung verschieden
sind.
2.1
Ein Definitionsversuch
Bettina Hurrelmann sieht die Anfänge der Spezifierung ,,Kinder- und Jugendliteratur" im 18.
Jahrhundert. Die Entfaltung hingegen lässt sich auf das 19 Jahrhundert datieren. 3
Weiterhin muss festgehalten werden, dass sich Kinder- und Jugendliteratur (KJL) nicht auf
eine bestimmte Gattung bezieht, sondern in den unterschiedlichsten Varianten wieder zu
finden ist. So kann ein Roman genauso gut zur KJL gezählt werden wie Märchen oder Werke,
die nicht mit der Intention geschrieben wurden ein Kinderbuch entstehen zu lassen und sich
erst im Nachhinein dazu entwickelten.
Obwohl ein Trend zu erkennen ist, der gewisse Autoren wie Erich Kästner oder Astrid
Lindgren Klassikerautoren nennt, geht es in erster Linie um einzelne Werke. Des Weiteren
kann man, im Gegensatz zur deutschen Literaturgeschichte, in der Kinderliteraturgeschichte
keine klassische Epoche wie etwa den ,,Sturm und Drang" ausmachen. Kinderliteratur kann
man also nicht epochenbezogen kategorisieren.
Zur Klassifizierung ,,Kinderklassiker" zählen nicht nur Werke, die vor oder während des
Zweiten Weltkrieges entstanden. Diese dominieren zwar quantitativ gesehen, Kinderbücher,
die seit den 1980er Jahren entstanden sind spielen jedoch auch eine Rolle. Auch internationale
Bücher, die zwischen 1945 und 1990 erschienen und den qualitativen Maßstäben eines
Klassikers entsprechen, müssen bedacht und aufgelistet werden. So ergibt sich, dass
mittlerweile ein Drittel der Klassikerliste aus modernen Werken besteht.
1 Ich verwende Begriffe wie Leser oder Wissenschaftler ausschließlich aus Gründen der Vereinfachung. Ich
meine damit jedoch in allen Fällen sowohl das männliche als auch das weibliche Geschlecht.
2 Vgl.: Bettina Kümmerling- Maibauer: Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon (in zwei
Bänden). Stuttgart; Metzler 1999. S. 9-10.
3 Vgl.: Bettina Hurrelmann (Hg.): Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. Einleitung: Was heißt hier
,,klassisch"? Frankfurt. Fischer. 1995. S.10.
4
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