Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Subtitle: Die Prinzipien des Staatsrechts im Vergleich mit dem politischen System der Schweiz
Termpaper, 2008, 21 Pages
Author: Elisabeth Adam
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Details
Institution/College: Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg (Institut für Philosophie)
Tags: Schweiz, Idealbild, Rousseaus, Gesellschaftsvertrag, Einführung, Sozialphilosophie
Year: 2008
Pages: 21
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04165-2
ISBN (Book): 978-3-638-93945-4
File size: 132 KB
Für die Arbeit gab es nur einen Schein ohne Note, der Kommentar des Dozenten war aber äußerst positiv!
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Wenn man die Verfassung der Schweiz und Jean-Jacques Rousseaus politisches Werk Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechts liest, werden unwillkürlich Parallelen deutlich. Auch in Sekundärliteratur zu beiden Themen, werden häufig Vergleiche zwischen dem schweizerischen Regierungssystem auf der einen, und Rousseaus Vorstellungen vom idealen Staat auf der anderen Seite gezogen. So findet man beispielsweise Bemerkungen wie: „Als ein Staatssystem, welches dem Ideal einer Rousseauschen Republik nahe kommt, kann die Schweiz genannt werden.“ (Archivsystem ask23) oder „Die Konkordanzdemokratie stellt somit einen - recht erfolgreichen - Versuch dar, die Idee des Genfer Philosophen Jean Jacques Rousseau von der volonté générale praktisch umzusetzen.“ (www.demokratie.geschichte-schweiz.ch). Inwieweit treffen solche Darstellungen wirklich zu? Welche Gemeinsamkeiten und/oder Differenzen gibt es? Dies soll in dieser Arbeit geklärt werden. Die zentrale Fragestellung ist dabei: Sind Jean-Jacques Rousseaus Idealvorstellungen eines Staates in der Schweiz realisiert? Nachdem in einem kurzen Portrait Rousseau selbst vorgestellt wird, soll der Gesellschaftsvertrag erläutert werden. Hierzu werden die wichtigsten Punkte, der Übergang vom Naturzustand zum Staat, der Souverän, die Gesetzgebung und die Regierung, erklärt. Im nächsten Abschnitt wird das Regierungssystem der Schweiz in den wichtigsten, und mit dem Gesellschaftsvertrag vergleichbaren, Punkten vorgestellt. Gleichzeitig sollen dabei Übereinstimmungen und Differenzen herausgearbeitet und gegenübergestellt werden.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
Institut für Philosophie
Proseminar: Einführung in die Sozialphilosophie
Wintersemester 2007/2008
31.03.2008
Die Schweiz als Idealbild von Rousseaus Gesellschaftsvertrag?
- Die Prinzipien des Staatsrechts im Vergleich mit
dem politischen System der Schweiz -
Elisabeth Adam
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Jean-Jacques Rousseau - Leben und Werk 4
2. Der Gesellschaftsvertrag 4
2.1 Vom Naturzustand zum Gesellschaftswesen 5
2.2 Das Volk als Souverän 6
2.2.1 Der Gemeinwille oder Volonté générale 7
2.2.2 Die Eigenschaften des Souveräns 7
2.3 Gesetze und Gesetzgeber 8
2.3.1 Die Gesetze 8
2.3.2 Der Gesetzgeber oder Législateur 9
3. Verfassung der Schweiz im Vergleich zum Gesellschaftsvertrag 11
3.1 Ursprung im Naturzustand? 11
3.2 Das Volk als Souverän? 12
3.3 Das Parlament 13
3.4 Gesetze und Gesetzgeber 14
3.5 Regierung und Gewaltenteilung 15
Fazit 17
Bibliographie 18
2
Einleitung
Wenn man die Verfassung der Schweiz und Jean-Jacques Rousseaus politisches Werk
Vom
Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechts
liest, werden unwillkürlich Parallelen
deutlich. Auch in Sekundärliteratur zu beiden Themen, werden häufig Vergleiche zwischen
dem schweizerischen Regierungssystem auf der einen, und Rousseaus Vorstellungen vom
idealen Staat auf der anderen Seite gezogen. So findet man beispielsweise Bemerkungen wie:
,,Als ein Staatssystem, welches dem Ideal einer Rousseauschen Republik nahe
kommt, kann die Schweiz genannt werden."
(Archivsystem ask23)
oder
,,Die Konkordanzdemokratie stellt somit einen - recht erfolgreichen - Versuch
dar, die Idee des Genfer Philosophen Jean Jacques Rousseau von der volonté
générale praktisch umzusetzen."
(www.demokratie.geschichte-schweiz.ch).
Inwieweit treffen solche Darstellungen wirklich zu? Welche Gemeinsamkeiten und/oder
Differenzen gibt es? Dies soll in dieser Arbeit geklärt werden. Die zentrale Fragestellung ist
dabei: Sind Jean-Jacques Rousseaus Idealvorstellungen eines Staates in der Schweiz
realisiert?
Nachdem in einem kurzen Portrait Rousseau selbst vorgestellt wird, soll der
Gesellschaftsvertrag erläutert werden. Hierzu werden die wichtigsten Punkte, der Übergang
vom Naturzustand zum Staat, der Souverän, die Gesetzgebung und die Regierung erklärt. Im
nächsten Abschnitt wird das Regierungssystem der Schweiz in den wichtigsten, und mit dem
Gesellschaftsvertrag
vergleichbaren, Punkten vorgestellt. Gleichzeitig sollen dabei
Übereinstimmungen und Differenzen herausgearbeitet und gegenübergestellt werden.
3
1. Jean-Jacques Rousseau - Leben und Werk
Jean-Jacques Rousseau wurde am 28. Juni 1712 in Genf geboren. Seine Mutter starb wenige
Tage nach seiner Geburt. Da sein Vater 1722 aus der Heimatstadt flüchtete, lebte Rousseau
zunächst bei verschiedenen Personen, bevor er schließlich in die Lehre ging. 1728 zog er zu
der 12 Jahre älteren Madame de Warens, welche zunächst eine mütterliche Freundin, später
aber seine Geliebte war. Rousseau ging häufig auf Wanderschaft, weshalb er an
verschiedenen Orten, unter anderem in der Schweiz, in Frankreich, Italien und England, den
unterschiedlichsten Tätigkeiten nachging. So arbeitete er zum Beispiel als Schriftsteller,
Lehrer, Sekretär oder Komponist. In Paris lernte er 1745 Thérèse Levaisseur kennen, welche
er nach der Geburt von fünf Kindern, die allerdings alle ins Findelhaus gegeben wurden,
schließlich 1768 heiratete. Auch verfasste er seine größten Werke in Paris. Im Frühjahr 1778
zog er zusammen mit Thérèse nach Ermenonville. Hier starb er am 2. Juli 1778 (Blum 1997,
153; von Hentig 2003, 20-29). Rousseaus Leben war nicht das eines Gelehrten, sondern das
eines Künstlers, geprägt von Skandalen und Abenteuern (Kersting 2002, 11).
Bereits zu Lebzeiten umstritten und entweder geliebt oder gehasst (von Hentig 2003, 20),
gehen bis heute die Meinungen über Rousseau und seine Werke auseinander. Über wenige
Autoren wurde und wird so viel diskutiert und gestritten wie über ihn (Fetscher 1988, 14).
Rousseaus Werke behandeln eine Vielzahl von Themen, weshalb er heute nicht nur als
Philosoph, sondern auch als Schriftsteller, Pädagoge und Komponist gilt. Neben dem
Briefroman
Die neue Héloise
, dem pädagogischen Roman
Emile oder über die Erziehung
und
drei autobiographischen Werken, komponierte Rousseau eine Oper, verfasste weitere
Schriften zu Problemen der Musik und mehrere kurze Abhandlungen. Einen weiteren
wichtigen Teil von Rousseaus Werk nehmen seine staatsphilosophischen Texte ein. Darunter
der
Entwurf einer Verfassung für Korsika
, die
Abhandlung über die Politische Ökonomie
und
der
Gesellschaftsvertrag
(Blum 1997, 156-157). Letzterer wird im folgenden Punkt näher
erläutert.
2. Der Gesellschaftsvertrag
Jean-Jacques Rousseaus staatspolitisches Hauptwerk
Vom Gesellschaftsvertrag oder
Prinzipien des Staatsrechts
1 erschien 1762 (Brandt, Herb 2000a, 1). Das Buch war zunächst
nur wenig erfolgreich und wurde wegen dem geringen Leseinteresse in knapp 30 Jahren nur
ein einziges Mal aufgelegt. Der eigentliche Erfolg des
Gesellschaftsvertrags
stellte sich erst
1 Im Original:
Du Contract social ou Principes du droit politique
(Rousseau
2006
, 3)
4
mit der Französischen Revolution und den Sympathien der Revolutionäre für Rousseaus
Theorien ein (Brandt, Herb 2000b, 3). Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten wurde
Rousseaus Abhandlung letztlich sehr erfolgreich. Kaum ein weiteres Politikphilosophisches
Werk ist mit den Ideen und der Wirkung der
Prinzipien des Staatsrechts
vergleichbar (Brandt,
Herb 2000b, 4). Deshalb zählt der
Gesellschaftsvertrag
bis heute zu ,,den Klassikern der
Politischen Philosophie der Moderne" (Brandt, Herb 2000a, 1) und Rousseau als ein
entscheidender Mitbegründer der modernen Staatsphilosophie (Brandt, Herb 2000b, 6).
Ziel der
Prinzipien des Staatsrechts
sollte nicht sein, die beste Herrschaftsform aufzuzeigen,
sondern vielmehr, nach der Legitimation von Herrschaft überhaupt zu fragen (Herb 2000, 26):
,,Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten. Einer hält sich für
den Herrn der anderen und bleibt doch mehr Sklave als sie. Wie ist dieser Wandel
zustande gekommen? Ich weiß es nicht. Was kann ihm Rechtmäßigkeit verleihen?
Diese Frage glaube ich beantworten zu können."
(Rousseau 2006, 5)
Die Frage ist also, wie und wann lässt es sich, in Anbetracht ,,des natürlichen Freiheitsrechts
der Menschen", rechtfertigen, ,,dass Menschen über Menschen herrschen?" (Kersting 2002,
15) Laut Rousseau ist die Bedingung hierfür, dass,
,,[...] eine Form des Zusammenschlusses [gefunden wird], die mit ihrer ganzen
gemeinsamen Kraft die Person und das Vermögen jedes einzelnen Mitglieds
verteidigt und schützt und durch die doch jeder, indem er sich mit allen vereinigt,
nur sich selbst gehorcht und genauso frei bleibt wie zuvor."
(Rousseau 2006, 17)
Diese ,,Form des Zusammenschlusses", eine Verfassung legitimer Herrschaft, beschreibt
Rousseau in seinem
Gesellschaftsvertrag
. Wie sie genau aussieht soll in den folgenden
Punkten veranschaulicht werden.
2.1 Vom Naturzustand zum Gesellschaftswesen
Um einen Gesellschaftsvertrag an sich zu rechtfertigen, konstruiert Rousseau das Natur-
zustandstheorem. Es soll beweisen, dass in einem Zustand, in dem jegliche Sicherheit und
staatliche Ordnung fehlt und in dem jeder Einzelne nur seinen Interessen nachgeht,
5
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
'Über die allmählige Verfertigung der Gedanken beim Reden' in Heinrich von Kleists "Der zerbrochne Krug"
Author: Holger VosGerman Studies - Modern German Literature, 2001 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Existiert ein europäische Öffentlichkeit?
Author: Verena JohnPolitics - International Politics - Topic: European Union, 2005 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Ein Europa ohne öffentliche Meinung? Zur Entstehung und Bedeutung einer europäischen Öffentlichkeit
Author: Daniela SchroederCommunications: Media and Politics, Politic Communications, 2000 Download as PDF-file for 7,99 EUR
"Ringtones killed the Videostar" - Eine Untersuchung des Formatwandels im Musikfernsehen und die Zukunftsperspektiven des Musikvideos
Author: Jens FrielingCommunications: Movies and Television, 2006 Download as PDF-file for 19,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: