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Diplomarbeit, 2002, 59 Seiten
Autor: Susanne Claus
Fach: Pflegewissenschaften
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule Frankfurt am Main (Pflegewissenschaft)
Tags: DCM, Validation, Demenz, Personenzentriert
Jahr: 2002
Seiten: 59
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-15948-7
Dateigröße: 252 KB
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Studiengang Pflege
Das Menschenbild und Krankheitsverständnis in den Konzepten
der Validation und des Dementia Care Mapping
D I P L O M A R B E I T
vorgelegt von:
Susanne Claus
Sommersemester/Wintersemester 2002
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
1.1 Hinführung zum Thema ... 1
1.2 Methodisches Vorgehen bei der Literaturrecherche ... 2
1.3 Aufbau und Argumentationslinie ... 2
2. Darstellung der Begrifflichkeiten ... 3
2.1 Menschenbild ... 3
2.1.1 Das Menschenbild der humanistischen Psychologie ... 4
2.2 Demenzbegriff ... 5
2.2.1 Psychophysiologische Erkenntnisse der Demenz ... 6
2.3 Verbindung der Konstrukte Menschenbild und Krankheits-
verständnis ... 8
3. Vorstellung der Referenztheorie ... 9
3.1 Theorie der Persönlichkeit von C. Rogers ... 9
3.1.1 Begründung für die Auswahl ... 9
3.1.2 Vorstellung der Theorie ... 11
3.1.3 Darstellung der Begrifflichkeiten und der Konstrukte
der Theorie Rogers ... 12
4. Vorstellung der Konzepte ... 19
4.1 Der personenzentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten
Menschen von Tom Kitwood ... 19
4.1.1 Erläuterungen zu elementaren Begriffen des Konzeptes ... 20
4.2 Validation - N. Feil ... 21
4.3 Theoretische Grundlagen der Validation und des Dementia
Care Mappings in Bezug auf das Menschenbild ... 23
5. Das Menschenbild in den Konzepten von Tom Kitwood und
Naomi Feil ... 24
5.1 Kategorienbildung zur Verwendung der Konstrukte ... 24
5.2 Analyse der Konzepte mittels der Kategorien ... 25
5.2.1 Das Selbst ... 25
5.2.2 Bedürfnisse und Verhalten ... 27
5.2.3 Entwicklung und Wahrnehmung ... 30
5.2.4 Hilfreiche Beziehungen ... 34
6. Das Krankheitsverständnis in den Konzepten von Tom
Kitwood und Naomi Feil ... 40
6.1.1 Die Bedeutung von Demenz im personenzentrierten Ansatz
von Kitwood ... 40
6.1.2 Bedeutung von Demenz im Konzept der Validation ... 43
6.1.3 Gegenüberstellung der Bedeutungen von Demenz bei Kitwood
und Feil ... 47
7. Zusammenfassung der Ergebnisse ... 50
8. Diskussion ... 51
9. Ausblick ... 53
Literaturverzeichnis ... 54
Anhang ... 56
1. Einleitung
Zur Erleichterung des Leseflusses wird für alle Personen und Gruppen die männliche Form gewählt, dabei sind immer beide Geschlechter gemeint. Ich verwende den Ausdruck „Betreuer“, wenn ich von Personen spreche, die in der Beziehung zum Dementierenden stehen. Damit sind ebenfalls professionell Pflegende gemeint. Mit professionell Pflegenden meine ich Personen, die nach dreijähriger Ausbildung das staatlich anerkannte Examen erworben haben. Der Begriff „Dementierende“, den ich in meiner Arbeit verwende, geht auf Corry Bosch zurück, die Demenz als Prozess versteht. Der Ausdruck „dement“ beinhalte die Gefahr, Demenz als einen statischen Zustand zu begreifen.1 In der Bearbeitung des Krankheitsverständnisses von Feil, übernehme ich die von ihr genutzten Begrifflichkeiten, weil sie wichtig für die Analyse und Verdeutlichung ihres Verständnisses erscheinen.
1.1 Hinführung zum Thema
In meiner Arbeit mit Dementierenden im Altenheim fiel mir besonders auf, dass der Umgang mit dementierenden Personen sich deutlich von dem mit anderen Bewohnern unterschied. Ferner konnte man ein fühlbares Ungleichgewicht in diesen Beziehungen spüren. In der Pflege kommt der Beziehung besondere Bedeutung zu. Die Art der Beziehung unterscheidet sich zum einen darin, dass die Beteiligten sich nicht unbedingt frei gewählt haben, zum anderen ist die zu pflegende Person in der Befriedigung einiger seiner Bedürfnisse von der Person, die sie pflegt abhängig. In gewisser Weise herrscht in diesen Beziehungen jedoch eine Interdependenz, welche im Laufe meiner Ausführungen noch genauer zum Ausdruck kommt. Das Bewusstsein dieser Interdependenz ist Teil der Grundlage des Verhaltens in Beziehungen. Nicht nur, um Dementierende besser verstehen zu können, sondern, und das erscheint aufgrund der Wechselseitigkeit dieser Beziehung besonders wichtig, auch sich selbst besser kennen zu lernen. Rogers spricht hier von „Kongruenz“ als Grundhaltung in hilfreichen Beziehungen. „In diesem Merkmal spiegeln sich zwei Elemente wider, nämlich einerseits das Wahrnehmen und das Sensibelsein für eigene emotionale Erlebnisinhalte und andererseits der Ausdruck oder das Sichtbarwerden dieser Gefühle“.2 Wie ich mich selbst wahrnehme, hat also Einfluss auf den Umgang mit anderen in Beziehungen. Die Frage danach, wie man sich selbst wahrnimmt, erfordert eine Auseinandersetzung mit dem Menschsein an sich. Dieses sind zum Beispiel Fragen nach Bedürfnissen, nach der Wahrnehmung, der Persönlichkeit und nach Verhalten. Mich selbst zu verstehen ermöglicht also andere zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Konzepte zum Umgang mit Dementierenden beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Erkennen spezieller Bedürfnisse Dementierender und mit daraus resultierenden Handlungsvorschlägen für Betreuende. Das übergeordnete Ziel: den Dementierenden die Erhaltung der Identität oder des Selbst zu ermöglichen. „Schicksalhafte – also nicht frei gewählte und nicht rational verarbeitbare – Abhängigkeit bringt den Verlust des Erwachsenenseins mit sich: die Auflösung aller Errungenschaften, die das eigene Leben und die Identität ausmachen. Die Angst vor der Demenz ist damit die Angst vor der Auflösung des Selbst...“.
Kitwood misst der Beziehung zum Dementierenden eine relevante Rolle bezüglich der Entstehung und des Verlaufes der Demenz bei. Personsein zu erhalten ist hier zentraler Ansatzpunkt.3 Dies wird im Verlauf der Arbeit deutlicher. Auch bei Feil spielt die Beziehung eine bedeutende Rolle. Die Validation beschreibt Techniken, welche u.a. das Selbstwertgefühl der Dementierenden stärken und unterstützend bei der Erlangung von Integrität wirken soll. Entscheidend ist hier das Verständnis der Bedürfnisse des Dementierenden, welche als Grundlage für ihr Verhalten angesehen werden.4 Betreuende, welche die Validation anwenden, müssten über Erwachsenen – Intimität verfügen, eine Identität besitzen, so Feil. Mit Erlangung der Erwachsenen – Intimität sei der Validationsanwender in der Lage, Verantwortung für seine Gefühle zu übernehmen und keine Furcht vor Ablehnung zu haben.5
Die erwähnten Schwerpunkte dieser Konzepte machen die Frage nach dem zugrundeliegenden Menschenbild besonders interessant. Entgegen der „professionellen Distanz“, wird ein „In - Beziehung - treten“ vorausgesetzt, welches von Betreuenden in hohem Maße Selbstreflexion erfordert. „Das Menschenbild ist eine Vorstellung, ein Konzept davon, was den Menschen spezifisch ausmacht. Diese Vorstellung beeinflusst die Grundhaltung, mit der wir uns selbst und anderen begegnen“.6
Doch nicht nur das Menschenbild beeinflusst die innere Haltung gegenüber Dementierenden. Kitwood und Feil bringen das Verhalten der Betreuenden im Umgang mit Dementierenden ebenso mit ihrem Verständnis der Demenz, ihren Ursachen und den Verlauf beeinflussenden Faktoren in Zusammenhang. Aus diesem Grund schien es sinnvoll und spannend, Menschenbild und Krankheitsverständnis dieser Konzepte näher zu beleuchten.
Wie ich anfangs erwähnte, stellt die Pflegebeziehung, bzw. die Beziehung zum Dementierenden eine besondere dar. Es erfordert eine eingehendere Auseinandersetzung mit eigenen Werten und denen anderer, um dieser Beziehung gerecht werden zu können. Erst das öffnet die Tür zum Verständnis Dementierender. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die gewählten Konzepte, welche zum Teil in der Praxis Verwendung finden, nach den zugrundeliegenden Werten, nach dem Verständnis der Demenz zu untersuchen und einen bewussten Umgang mit diesen Konzepten zu ermöglichen. Ferner kann sie dazu dienen, seiner eigenen Haltung und den eigenen Wertvorstellungen näher zu kommen.
1.2 Methodisches Vorgehen bei der Literaturrecherche
Die Literaturrecherche erfolgte hauptsächlich über die Opac - Kataloge der Fachhochschule Frankfurt und der Deutschen Bibliothek. Verwendete Suchbegriffe waren zum Beispiel: „Demenz“, „Dementia Care Mapping“, „Persönlichkeit“, „Menschenbild“, „Humanistisch“, „Sozialpsychologie“. Ferner bezog ich die Datenbank Gerolit sowie Ratschläge von Experten in meine Recherche ein. Als Hauptquellen verwendete ich „Demenz, der personenzentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen“ von Tom Kitwood, 2000, „Validation: ein Weg zum Verständnis verwirrter alter Menschen“ von Naomi Feil, 1999, „Validation in Anwendung und Beispielen“ von Naomi Feil, 2000. „Eine Theorie der Psychotherapie, der Persönlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehungen“ von Carl R. Rogers diente als Referenzliteratur.
Leider war es mir nicht möglich das Handbuch zum DCM – Verfahren in meiner Arbeit zu berücksichtigen. Ich trat mit Herrn Müller – Hergl, dem Herausgeber des Werkes von Kitwood, in Kontakt, der mir mitteilte, dass dieses Handbuch nur im Zusammenhang mit der Absolvierung eines DCM – Seminars zu bekommen sei.
1.3 Aufbau und Argumentationslinie
Zunächst erfolgen die Begriffsbestimmungen zu den in der Themenstellung direkt und indirekt enthaltenen Begriffen „Menschenbild“ und „Demenz“. In der Auseinandersetzung mit dem Demenzbegriff, stelle ich medizinische Aspekte sowie die psychosomatische Sicht der Demenz dar. Danach folgt eine Erläuterung zum Zusammenhang von Menschenbild und Krankheitsverständnis. Diese Erläuterung erfolgt anhand eines Beispieles aus dem Gebiet der psychischen Erkrankungen.
Der nächste Teil meiner Arbeit beginnt mit der Vorstellung der Referenztheorie. Dazu diente die „Theorie der Psychotherapie, der Persönlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehungen“ von Carl R. Rogers. Die Begründung für diese Auswahl wird in der Arbeit dargelegt. Die Theorie Rogers ist im Vergleich zu den Konzepten sehr abstrakt. Daher halte ich eine intensivere und ausführlichere Beschreibung für erforderlich. Ich verwendete die Konstrukte seiner Theorie, welche sich in der Untersuchung der Konzepte als relevant herauskristallisiert haben. Im Folgenden stelle ich die Konzepte von Tom Kitwood und Naomi Feil vor.
Anhand der Theorie von Carl R. Rogers werde ich dann das Menschenbild des „Dementia Care Mappings“ von T. Kitwood und der „Validation“ von Naomi Feil untersuchen und vergleichend darstellen. Ich bilde zu diesem Zweck Kategorien, denen ich die einzelnen Konstrukte aus der Referenztheorie zugeordnet habe. Es folgt eine Vorstellung impliziter Thesen zum Menschen, die sich aus der Untersuchung ergeben. Die Betrachtung des Krankheitsverständnisses erfolgt unter Berücksichtigung der Ausführungen zum Demenzbegriff und führt schließlich zu einer Gegenüberstellung der Krankheitsverständnisse von Kitwood und Feil, welche dazu dient, Unterschiede deutlich zu machen und vermeintliche Schwächen der Konzepte aufzuzeigen, die ich in einer Diskussion im Schlussteil aufgreife. Der Schlussteil beinhaltet ferner eine Zusammenfassung der Ergebnisse und Anregungen zur Verwendung dieser bis hin zu weiteren Fragestellungen, die sich ergeben haben.
[...]
1 Vgl. Bosch 1998, S.17
2 Bauer, R. 1997, S.53
3 Vgl. Müller – Hergl, in Kitwood 2000, S.9
4 Vgl. Feil 1999, S.37
5 Vgl. Feil 1999, S.37
6 Wieninger in Bauer, Jehl 2000, S.48
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