Ein Studium ist ein Neuanfang, der voller Überraschungen und mitunter auch Überforderungen steckt. Meist kann man als frischgebackener Abiturient oder Quereinsteiger noch auf keinerlei Erfahrungswerte zum Unialltag zurückgreifen. Es hilft, gerade am Anfang ein paar Schritte vor Augen zu haben, um das erste Semester erfolgreich zu überstehen. Denn wer von Anfang an motiviert ins Studium startet und ein paar Dinge beachtet, wird in der Prüfungszeit nicht kalt erwischt und glänzt mit Souveränität.

1. Fassen Sie Texte während des Semesters zusammen

Anstatt am Ende des Semesters hektisch alle Texte zu lesen, die während des Semesters besprochen worden sind, empfiehlt es sich, diese konstant Woche für Woche zu lesen und dabei gleich zusammenzufassen. Das sorgt nicht nur dafür, dass Sie in Vorlesungen und Seminaren besser mitkommen und -diskutieren können, sondern auch, dass der größte Teil der Prüfungsvorbereitung schon vor der eigentlichen Prüfungszeit erledigt ist. Meist muss man sich in der Prüfungszeit auf mehrere Prüfungen in kurzen Zeitabständen vorbereiten und hat schlicht keine Zeit alle Texte nachzuholen, die relevant sind. Statt Lernnachtschichten einzulegen, um den Stoff noch irgendwie ins Gedächtnis zu bekommen, kann man sich an seinen Zusammenfassungen orientieren und sehr viel Stress sparen. Ein weiterer Pluspunkt: Wer sich schonmal intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt und das Wichtigste herausgefiltert hat, tut sich später leichter den Stoff zu wiederholen.

2. Lassen Sie sich von Ihren Dozenten keine Angst wegen vermeintlicher Wissenslücken einjagen

Die Literaturliste, die Sie vor Studienbeginn erhalten haben, ist meterlang? Das Vorwissen, das jeder mitbringen soll, scheinbar unendlich? Und der Dozent setzt Dinge voraus, von denen Sie noch nicht mal gehört haben? Keine Sorge. Die meisten beschäftigen sich seit Jahren oder Jahrzehnten mit bestimmten Themen und haben ihr Steckenpferd bereits gefunden. Ihr Wissensschatz ist riesig. Statt sich davon einschüchtern zu lassen, können Sie diesen Umstand nutzen. Wer sonst könnte Ihnen so viel zu einem bestimmten Thema beibringen? Stellen Sie ruhig Fragen. Und wenn Sie sehr unsicher sind, gibt es immer noch das Internet und Bibliotheken, die Ihnen im Zweifelsfall Abhilfe verschaffen.

3. Legen Sie Referatstermine nicht auf das Ende des Semesters

Wie bei unserem ersten Tipp gilt auch hier: Alles was vor der Prüfungszeit erledigt ist, spart Zeit und Nerven. Das gilt auch für Referatstermine. Wer über das Semester lieber entspannt und alle Referate auf das Ende des Semesters legt, gerät am Ende schnell ins Trudeln. Denn wenn zur Prüfungsvorbereitung noch Referatsvorbereitungen hinzukommen, bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Je nach Seminar können Referate in der Uni sehr viel aufwändiger sein als in der Schule. Teilweise wird gefordert, dass man den Kurs mitgestaltet und Diskussionen leitet oder dass das Referat die gesamte Stunde füllt. Zudem muss man oft viele verschiedene Quellen verwenden, die es erstmal zu recherchieren und sichten gilt. Unter dem Semester hat man genug Zeit, sich entspannt darauf vorzubereiten, am Ende kommen dagegen viele Aufgaben zusammen und Zeit und Muße sind begrenzt.

4. Durch Mitarbeit können Sie viele Pluspunkte sammeln

Die Zeit der Mitarbeitsnoten ist in der Uni vorbei. An der Tafel vor aller Augen ausgefragt werden? Diese Erfahrung gehört glücklicherweise der Vergangenheit an. Dennoch lohnt es sich, in Seminaren und Vorlesungen aktiv mitzumachen. Denn Mitarbeit sorgt für wertvolle Pluspunkte, die im Zweifelsfall nützlich sein können. Wer seinen Dozenten positiv in Erinnerung bleibt, kann auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und damit auf ein gelungenes Semester bauen. Außerdem schafft Ihre Mitarbeit die Grundlage für ein angenehmes Arbeitsverhältnis in der Gruppe. Frontalunterricht ist in der Uni abgesehen von großen Vorlesungen nicht mehr gefragt, stattdessen wird Ihre Meinung zum wichtigen Input für ein spannendes Seminar.

5. Wählen Sie Ihr Hausarbeitsthema mit Bedacht aus

Sie brennen für ein bestimmtes Thema und haben dazu vielleicht schon einen gewissen Kenntnisstand? Dann können Sie daraus ein Hausarbeitsthema machen! Doch Vorsicht: Wer zu stark in eine Thematik involviert ist und Persönliches damit verbindet, tendiert dazu, nicht objektiv zu bleiben. Objektivität ist in der Forschung allerdings unabdingbar. Beachten Sie außerdem, wie viel Literatur es bereits zu dem Thema gibt. Viel Literatur kann ein Vor- oder Nachteil sein: Einerseits wird Ihre Recherche dadurch leichter, andererseits gibt es vielleicht schon „zu“ viel dazu. Es kommt auf Ihre Interessen an: Wollen Sie lieber zu einem viel besprochenen Thema forschen und neue Perspektiven finden oder möchten Sie ein neues Thema anpacken und den ersten Stein für einen noch weitgehend unbearbeiteten Bereich legen?

6. Vernetzen Sie sich

Was wäre ein Studium ohne Kommilitonen? In der aktuellen Pandemie, in der die meisten Präsenzveranstaltungen abgesagt worden sind, hat sich gezeigt: Nicht viel. Doch langsam öffnen die Unis wieder ihre Pforten und auch online gibt es mittlerweile mehr Möglichkeiten, sich zu vernetzen. Wer nicht mehr auf sich allein gestellt ist, der geht das ganze Studium mit seinen vielen Neuigkeiten entspannter an. Kommilitonen können bei Fragen aushelfen, Feedback geben, Referatspartner und Freunde in neuen Städten werden. Ob via Zoom oder analog, sich auszutauschen kann Ihnen viele Sorgen nehmen. Verabreden Sie sich doch mal mit einem Chat- oder Sitzpartner: Ein gemeinsames Gesprächsthema bietet das Studium allemal. Sie trauen sich nicht eine einzelne Person anzuschreiben oder anzusprechen? Dann fragen Sie doch mal in die Runde, wer Lust auf einen Bar- oder Bibliotheksbesuch hat. Bestimmt haben nicht nur Sie das Bedürfnis neue Leute kennenzulernen, die das gleiche studieren.

7. Genießen Sie Ihr Studentenleben

Es klingt banal, lässt sich aber während der Prüfungszeit oder eines stressigen Semesters leicht vergessen: Genießen Sie die Freiheiten, die Ihnen das Studentenleben bietet. Arbeiten werden Sie vermutlich noch lange genug, also warum nicht die flexiblere Zeit nutzen? Die Semesterferien sind teilweise mehrere Monate lang und lassen sich wunderbar für neue Erlebnisse nutzen. Eine Reise, die neue Erkenntnisse bringt? Ein Praktikum in einem völlig neuen Bereich, der Sie schon lange interessiert? Oder einfach sehr viel Zeit mit Freunden und Familie? Sie haben die Wahl! Und auch während des Semesters sollte der Spaß nicht zu kurz kommen. Natürlich ist es eher kontraproduktiv jeden Tag feiern zu gehen oder alle Seminare für Freizeitaktivitäten zu schwänzen. Aber auch wenn man sein Studium ernst nimmt, bleibt die meiste Zeit noch Raum für die persönliche Entfaltung. Wenn nicht jetzt, wann dann?