Nicht selten ist der Leistungsnachweis für ein Seminar eine Hausarbeit. Vor allem wenn man wenig Erfahrung hat, wirkt bereits die Formulierung einer Fragestellung wie ein Berg, der kaum zu erklimmen scheint. Doch auch diesen Gipfelaufstieg werden Sie gekonnt meistern, wenn Sie ein paar Kniffe kennen, mit denen die Themenfindung und -formulierung zum Kinderspiel wird. Mit diesen hilfreichen Tipps gehen Sie die anstehende Hausarbeit ganz entspannt an. 

Themenfindung

Tipp 1: Lesen, lesen, lesen 

Um ein geeignetes Thema für die Hausarbeit zu finden, reicht es häufig aus, sich noch einmal intensiver mit der Kursliteratur des Seminars oder auch den eigenen Mitschriften auseinanderzusetzen. Dabei ist es hilfreich, sich aufkommende Fragen, Unklarheiten oder interessante Begebenheiten gleich zu notieren. Sie werden sehen, wie schnell sich eine Notiz mit Inhalt füllt. Jetzt liegt es an Ihnen, die interessantesten Aspekte herauszusuchen und miteinander zu verknüpfen. Auch dazu kann die Literatur erneut zu Rate gezogen werden. Mit einem frischen Auge und einer ersten Idee im Hinterkopf kristallisiert sich schon bald ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Aspekten heraus. Gibt der eine Text vielleicht eine Antwort auf eine Frage in einem anderen Text? Widersprechen sich zwei Texte in ihrer These? Oder lässt ein Text einen interessanten Aspekt völlig unberührt? Das sind wichtige Erkenntnisse, die zu einer Fragestellung führen.  

Tipp 2: Brainstorming mit einer Mind-Map 

In vielen Fällen hilft es auch, sich erst einmal hinzusetzen und zu überlegen. Das klingt vielleicht banal, ist aber häufig der Schlüssel zu einem Geistesblitz! Schreiben Sie das Seminarthema in die Mitte eines Zettels und notieren Sie sich Unterpunkte, die in Ihrem Kurs behandelt wurden. Dann lassen Sie die einzelnen Bereiche einmal Revue passieren. Erinnern Sie sich, welcher Bereich Sie am meisten interessiert hat? Dann nehmen Sie diesen besonders in den Fokus. Fallen Ihnen Fragen ein, die das Seminar unbeantwortet gelassen hat? Haben Sie persönliche Interessen, die sich mit dem Seminarthema verknüpfen lassen? Gibt es aktuelle Themen, die als Aufhänger dienen können? In einem ersten Schritt einfach einmal alles notieren, aussortieren können Sie später noch. Das Thema, das am Anfang am abwegigsten scheint, ist am Ende womöglich genau das richtige für Sie.  

Wichtig ist jedoch auch hier, dass Literatur nicht außer Acht gelassen werden kann. Denn das interessanteste Thema kann nur behandelt werden, wenn es Literatur gibt, mit der Sie arbeiten können. Also schauen Sie bei Ihren Favoriten aus der Mind-Map im Anschluss verschiedene Datenbanken nach Forschungsliteratur durch. Werden Sie fündig, sind Sie Ihrer Hausarbeit ein ganzes Stück nähergekommen 

Tipp 3: Bibliothek, Datenbank und Co  

Auch eine Möglichkeit, die Themenfindung anzugehen, ist eine Recherche in den Datenbanken der Universität. Gehen Sie hierzu noch einmal die Themen des Seminars durch und notieren Sie die wichtigsten Stichpunkte und Schlagworte dazu, beispielsweise Namen, Orte, Epochen, Ereignisse und vieles mehr. Geben Sie diese Begriffe in das Suchfeld der Datenbank ein und schauen Sie, welche Literatur Ihnen angezeigt wird. Sie können die Begriffe auch beliebig kombinieren, um den Bereich etwas einzugrenzen. Scrollen Sie die Liste durch und schauen Sie nach Monografien und Aufsätzen, die sich mit einem Teilbereich des Seminarthemas befasst haben. So bekommen Sie einen Einblick, welche Bereiche in der Forschung schon betrachtet wurden und welche vielleicht auch kaum thematisiert wurden. Notieren Sie sich interessante Texte und geben Sie deren Stichworte erneut in die Suchmaschine ein. So bekommen Sie bereits einen Überblick über den Forschungsstand und können sich Literatur zum Lesen bestellen, um Ihrem Thema näher zu kommen und es einzugrenzen. Tipps für die Literaturrecherche und den Umgang mit Online-Datenbanken finden Sie auch in unseren Artikeln 5 Methoden für die wissenschaftliche Recherche und Wie Sie die Online-Literaturrecherche meistern: 3 Tipps.

Themenformulierung

Tipp 1: Eingrenzung über Konkretisierung  

Eine Hausarbeit ist keine Abschlussarbeit und damit in ihrem Umfang deutlich eingeschränkt. Das sollten Sie immer im Hinterkopf behalten: Keiner erwartet, dass Sie in einer Seminararbeit das Rad neu erfinden. Vielmehr geht es um die Anwendung der Methodik und das wissenschaftliche Arbeiten an sich. Deswegen ist es umso wichtiger, das Thema klein genug anzulegen, um zu einem Ergebnis kommen zu können. Dazu ist es häufig nützlich, das gewählte Thema zu konkretisieren. Häufig eignet sich beispielsweise eine zeitliche oder lokale Eingrenzung sehr gut, um den Umfang zu schmälern. Derartige Eingrenzungen können auch kombiniert werden, falls der Rahmen immer noch zu groß ist. So wäre beispielsweise „Die Pest“ ein geeignetes Thema in einem Kurs zu Pandemien, aber viel zu umfänglich. Möchte man sich auf den historischen Aspekt beschränken, bietet es sich an „Die Pest in Italien zwischen 1348 und 1398“ zu untersuchen. Doch auch hier sind weitere Konkretisierungen möglich, zum Beispiel „Die Pest in Italien zwischen 1348 und 1398 und die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander oder „Die Pest in Italien zwischen 1348 und 1398. Rezeption zeitgenössischer Quellen. Hier kann besonders auf individuelle Interessensbereiche Rücksicht genommen werden.  

Tipp 2: Recherche  

Auch zur Eingrenzung des Themas bietet sich eine Recherche an. Diese kann entweder über die Datenbanken der Universität oder beispielsweise auf GRIN erfolgen. Dadurch bekommen Sie einen Überblick, welche Arbeiten schon zu dem Thema geschrieben wurden und welche Eingrenzung bei diesen vorgenommen wurde. Das kann als Inspiration dienen und neue Anstöße geben, aus welcher Perspektive das Thema untersucht werden könnte.  

Tipp 3: Absprache mit dem Dozenten 

Natürlich ist nicht jeder Dozent gleich, aber die meisten haben großes Interesse daran, Sie bei Ihrer Hausarbeit zu unterstützen. Zögern Sie also nicht, bei der genauen Formulierung Ihres Themas Ihren Dozenten zu kontaktieren. Dieser kennt die Literatur zu dem Thema sehr gut und ist entsprechend über den Forschungsstand in dem Bereich informiert. Er kann am besten einschätzen, ob sich das Thema für den Umfang der Arbeit eignet oder zu umfänglich ist. Vielleicht hat er auch Ideen, wie man das Thema etwas eingrenzen kann, um es bearbeitbar zu machen.   

Mit diesen Tipps kommen Sie entspannt zu einem Thema für Ihre nächste Hausarbeit. Weitere Hilfestellungen für die Formulierung Ihres Themas finden Sie in unserem Artikel Das Thema eingrenzen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

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