Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse des Controllings in Deutschland und den USA. Ziel der Arbeit ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Controlling-Theorien sowie Praktiken der beiden Länder mit Hilfe einer selektiven Literaturrecherche darzulegen. Weitergehend sollen die Einflussfaktoren auf die möglichen Auswirkungen für den Controller untersucht und Tendenzen zu einer konvergierenden oder divergierenden Wirkung auf die Praxis überprüft werden.
Zunächst wird dafür der historische Hintergrund des Controllings untersucht und die wichtigsten verwendeten Begriffe erläutert. Die Funktion und das Ziel werden abgegrenzt und auf Basis dessen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten analysiert. Hierbei wird unterteilt in die Abschnitte "Praxis" und "Beruf". Praxis betrachtet die verwendeten Controlling Konzeptionen und Methoden, die sich in den Ländern etabliert haben. Während der Abschnitt Beruf sich auf die Unterschiede zwischen den Controllern und angehenden Controllern der jeweiligen Länder bezieht. Diese werden untersucht auf die Position im Unternehmen, die auszuführenden Tätigkeiten, dem Anforderungsprofil bis hin zu der Ausbildung von deutschen sowie US-amerikanischen Controllern.
Im vierten Abschnitt werden die gewonnenen Kenntnisse noch einmal den zu erwartenden Ergebnissen der Einflussfaktoren gegenübergestellt und mögliche Auswirkungen für die Controller erarbeitet. Weiterhin wird verdeutlicht, in welche Richtung sich die Methoden und Praktiken der Controller entwickeln und infolgedessen, ob sich diese angleichen oder voneinander entfernen. In der Schlussbetrachtung dieser Arbeit werden die gewonnen Erkenntnisse zusammengefasst und ausgewertet. Zudem werden die Leitfragen beantwortet und ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Controllings
2.1 Historie
2.2 Grundbegriffe
2.3 Ziele und Funktionen
2.4 Rolle des Controllers
2.5 Operatives und Strategisches Controlling
3. Konvergenzen und Divergenzen
3.1 Praxis
3.1.1 Konzeptionelles Design des Rechnungswesens
3.1.2 Instrumente
3.1.3 Lehre
3.1.4 Software
3.2 Beruf
3.2.1 Hierarchie
3.2.2 Aufgaben
3.2.3 Anforderungen
3.2.4 Ausbildung
4. Einflussfaktoren
4.1 Kultur
4.2 Globalisierung
4.3 Internationale Rechnungslegung
4.3.1 IFRS
4.3.2 Sarbanes-Oxley Act
4.4 Technologischer Fortschritt
4.5 Multinationale Unternehmen
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Controlling-Theorien und -Praktiken in Deutschland und den USA. Ziel ist es, durch eine Literaturrecherche zu prüfen, ob sich die Controlling-Kulturen beider Länder aufgrund spezifischer Einflussfaktoren annähern (konvergieren) oder voneinander entfernen (divergieren).
- Vergleichende Analyse der Controlling-Grundlagen und -Begrifflichkeiten.
- Untersuchung von Organisationsstrukturen und Aufgabenbereichen des Controllings.
- Einfluss kultureller Dimensionen (nach Hofstede) auf die Controlling-Praxis.
- Auswirkungen von Internationalisierung, Globalisierung und Gesetzgebungen wie SOX auf die Controller-Rolle.
- Rolle des technologischen Fortschritts und ERP-Systeme in der Angleichung der Prozesse.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Konzeptionelles Design des Rechnungswesens
In den USA wird das interne und externe Rechnungswesen nicht so stark getrennt wie in Deutschland. Dies wird vor allem deutlich durch das „General Ledger-Konzept“. Der General Ledger ist ein Hauptbuch, in dem alle Daten des Rechnungswesens gespeichert werden und von dem alle Daten bezogen werden. Dies wird auch als Einkreissystem, in Anlehnung an das in Deutschland verwendete Zweikreissystem bezeichnet, denn hier ist die Praxis umgekehrt. Die Finanz- und Geschäftsbuchhaltung wird in dem deutschen Rechnungswesen strikt getrennt und es gibt somit keinen einheitlichen Datenpool.
Als Grund für das Einkreissystem wird der Vorteil durch den geringeren Kostenaufwand gesehen, der für die Erhebung der Daten entsteht. In Deutschland hingegen wird die Unabhängigkeit der Daten für die interne Kalkulation als Beweggrund für das Zweikreissystem gesehen.
Dieser Unterschied in der grundlegenden Konzeption des Rechnungswesens der beiden Länder lässt sich als Auslöser für viele Divergenzen in den verschiedenen Bereichen des Controllings erklären.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas und der Zielsetzung, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Controllings in Deutschland und den USA zu analysieren.
2. Grundlagen des Controllings: Historischer Überblick und Definition zentraler Controlling-Begriffe sowie der Ziele und Rollen im Unternehmen.
3. Konvergenzen und Divergenzen: Detaillierte Untersuchung der Unterschiede in der Controlling-Praxis und dem Berufsbild (u.a. Hierarchien, Anforderungen und ERP-Systeme).
4. Einflussfaktoren: Analyse von Kultur, Globalisierung, Rechnungslegungsstandards (IFRS, SOX) und technologischem Fortschritt als Treiber für die Entwicklung der Controlling-Praxis.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Auswertung der Erkenntnisse und Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich der Konvergenztendenzen im internationalen Controlling.
Schlüsselwörter
Controlling, Managerial Accounting, Deutschland, USA, Unternehmenskultur, Rechnungswesen, ERP-Systeme, Globalisierung, Sarbanes-Oxley Act, IFRS, Controller, Kostenrechnung, Strategisches Controlling, Operatives Controlling, Konvergenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht vergleichend das Controlling in Deutschland und den USA, um theoretische und praktische Differenzen sowie potenzielle Tendenzen zur Konvergenz aufzuzeigen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den organisatorischen Strukturen, den Rollenbildern der Controller sowie den einflussnehmenden Faktoren wie Kultur, Digitalisierung und Gesetzgebung.
Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede durch eine selektive Literaturrecherche darzulegen und die Auswirkungen externer Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Controller-Praxis zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende selektive Literaturrecherche und den Vergleich empirischer Studien, ergänzt durch die Anwendung kulturwissenschaftlicher Modelle wie die von Geert Hofstede.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Controlling-Praxis und des Berufsbildes, gefolgt von einer detaillierten Analyse externer Einflussfaktoren auf das Controlling-System.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Controlling, Managerial Accounting, deutsch-amerikanischer Vergleich, Rechnungswesen, Unternehmenskultur und Globalisierung.
Welche Rolle spielt das General Ledger-Konzept bei den Unterschieden der beiden Länder?
Das Konzept ist der Auslöser für wesentliche Divergenzen: Während die USA ein integriertes Einkreissystem nutzen, favorisiert Deutschland die Trennung von internem und externem Rechnungswesen durch ein Zweikreissystem.
Wie beeinflusst der Sarbanes-Oxley Act die Arbeit des Controllers?
Der SOX erhöht die Anforderungen an Transparenz und interne Kontrollen, was zu einer engeren Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfern führt und den administrativen Aufwand sowie die Komplexität für Controller steigert.
Inwieweit beeinflusst die Kultur nach Hofstede das Controlling?
Kulturelle Dimensionen wie die Machtdistanz oder der Individualismus erklären Unterschiede in der Entscheidungsfreiheit, der Hierarchieebene des Controllers und der Art der Budgetierung in den beiden Ländern.
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- Marvin Schönsee (Autor), 2020, Internationales Controlling. Eine vergleichende Analyse des Controllings in Deutschland und den USA, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000063