Die Bachelor-Thesis erarbeitet, welche Auswirkungen der Brexit auf eine deutsche mittelständische Kapitalgesellschaft hat und ob sich aus diesen Auswirkungen eine Mehrbelastung für den Steuerpflichtigen ergibt. Außerdem wird betrachtet, durch welche Maßnahmen von Seiten des Gesetzgebers eine mögliche Mehrbelastung vermieden oder abgeschwächt werden soll. Hierzu wird ein Vorher-Nachher-Vergleich vorgenommen, welcher sowohl die Situation vor als auch nach dem Brexit darstellt. Bei ausgewählten Sachverhalten werden die Ergebnisse durch das fiktive Musterunternehmen Furniture GmbH verdeutlicht.
Es wird deutlich, dass der Gesetzgeber bereits Maßnahmen getroffen hat, um eine Mehrbelastung für deutsche Kapitalgesellschaften zu vermeiden. Jedoch gibt es auch Sachverhalte, in welchen eine tatsächliche Mehrbelastung durch den Brexit eintreten wird. Dies bedeutet, dass deutsche Kapitalgesellschaften überprüfen sollten, ob sie Gestaltungsmöglichkeiten
wahrnehmen können, um etwaige Mehrbelastungen durch den Brexit abzumildern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Forschungsfrage und Problemstellung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Aktueller Stand des Brexit
2.1 Grundlagen des Brexit
2.2 Chronik des Brexits
2.3 Harter Brexit
2.4 Wichtige Abkommen und Gesetze
2.4.1 Austrittsabkommen und Brexit Übergangsgesetz
2.4.2 Weitere Abkommen und Gesetze
2.4.2.1 Doppelbesteuerungsabkommen
2.4.2.2 Steuerbegleitgesetz
2.5 Stand der laufenden Verhandlungen
3 Analysemethodik der steuerlichen Auswirkungen
3.1 Methodik
3.2 Die Mobiliar GmbH
3.3 Auswahl der ertrag- und umsatzsteuerlichen Aspekte
4 Ertragsteuerliche Folgen des Brexit
4.1 Rechtsstand und Auswirkungen des Steuerbegleitgesetzes
4.2 Hinzurechnungsbesteuerung nach §§ 7-14 AStG
4.2.1 Grundsätzliches zur Hinzurechnungsbesteuerung
4.2.2 Hinzurechnungsbesteuerung vor dem Brexit
4.2.3 Hinzurechnungsbesteuerung bei der Mobiliar GmbH vor dem Brexit
4.2.4 Hinzurechnungsbesteuerung bei der Mobiliar GmbH nach dem Brexit
4.2.5 Regelung des Steuerbegleitgesetzes zu § 8 Abs. 2 AStG
4.2.6 Beantwortung der Fragestellungen hinsichtlich der Hinzurechnungsbesteuerung
4.2.7 Weitere Auswirkungen durch Nichtanwendbarkeit des § 8 Abs. 2 AStG
4.3 Bildung eines Ausgleichspostens nach § 4g EStG bei Überführung von Wirtschaftsgütern nach § 12 KStG
4.3.1 Bildung und Behandlung eines Ausgleichspostens vor dem Brexit
4.3.2 Bildung und Behandlung eines Ausgleichspostens nach dem Brexit
4.3.3 Behandlung des Ausgleichsposten bei der Mobiliar GmbH
4.3.4 Auswirkungen auf die Liquidität der Mobiliar GmbH
4.3.5 Regelung des Steuerbegleitgesetzes zu § 4g EStG
4.3.6 Beantwortung der Fragestellungen hinsichtlich des Ausgleichspostens
4.4 Behandlung der Reinvestitionsrücklage nach § 6b EStG
4.4.1 Grundlagen
4.4.2 Behandlung der Reinvestition vor dem Brexit
4.4.3 Behandlung der Reinvestition nach dem Brexit
4.4.4 Regelung des Steuerbegleitgesetzes zu § 6b EStG
4.4.5 Beantwortung der Fragestellungen hinsichtlich der Reinvestitionsrücklage
4.5 Rückwirkende Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG
4.5.1 Grundlage der Wegzugsbesteuerung
4.5.2 Zinslose Stundung vor dem Brexit anhand eines Gesellschafters
4.5.3 Zinslose Stundung nach dem Brexit anhand eines Gesellschafters
4.5.4 Regelung des Steuerbegleitgesetzes zu § 6 Abs. 5 AStG und Beantwortung der Fragestellungen hinsichtlich der Wegzugsbesteuerung
4.6 EU-Richtlinien nach dem Brexit
4.6.1 Grundsätzliches zu EU-Richtlinien
4.6.2 Wegfall der Mutter-Tochter-Richtlinie
4.6.2.1 Grundsatz und Anwendung der Mutter-Tochter-Richtlinie
4.6.2.2 Anwendung der Mutter-Tochter-Richtlinie vor dem Brexit
4.6.2.3 Anwendung des DBA-GB nach dem Brexit
4.6.2.4 Beantwortung der Fragestellungen hinsichtlich der Mutter-Tochter-Richtlinie
4.6.3 Wegfall der Zins- und Lizenzrichtlinie
4.6.3.1 Grundsätzliches zur Zins- und Lizenzrichtlinie
4.6.3.2 Beantwortung der Fragestellungen hinsichtlich der Zins- und Lizenzrichtlinie
5 Umsatzsteuerliche Folgen des Brexit
5.1 Mehrwertsteuersystemrichtlinie und Austritt des VK (Grundlagen)
5.2 Umsatzsteuerliche Folgen bis 31.12.2020 (Übergangszeitraum)
5.3 Umsatzsteuerliche Folgen ab dem 01.01.2021
5.3.1 Innergemeinschaftliche Lieferung und innergemeinschaftlicher Erwerb
5.3.2 Buch- und Belegnachweise
5.3.3 Umsatzsteuervoranmeldung und Vorsteuervergütungsverfahren
5.3.4 Reihengeschäft und innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft
5.3.4.1 Grundsätzliches zum Reihen- und Dreiecksgeschäft
5.3.4.2 Reihengeschäft bei der Mobiliar GmbH vor dem Brexit
5.3.4.3 Reihengeschäft bei der Mobiliar GmbH nach dem Brexit
5.4 Beantwortung der Fragestellungen hinsichtlich umsatzsteuerlicher Aspekte
6 Allgemeine Beantwortung der Fragestellungen
7 Gestaltungsempfehlungen für die Mobiliar GmbH
7.1 Hinzurechnungsbesteuerung
7.2 Bildung eines Ausgleichspostens nach § 4g EStG bei Überführung
7.3 Behandlung der Reinvestitionsrücklage nach § 6b EStG
7.4 Wegfall der Mutter-Tochter-Richtlinie
7.5 Umsatzsteuervoranmeldung und Vorsteuervergütungsverfahren
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelor-Thesis untersucht die steuerlichen Auswirkungen des Brexits auf eine deutsche mittelständische Kapitalgesellschaft. Ziel ist es, zu ermitteln, ob der Drittlandstatus des Vereinigten Königreichs zu einer steuerlichen Mehrbelastung führt und inwiefern der Gesetzgeber bereits Regelungen zur Abmilderung dieser Folgen getroffen hat.
- Ertragsteuerliche Folgen und Hinzurechnungsbesteuerung
- Bildung von Ausgleichsposten und Reinvestitionsrücklagen
- Wegfall von EU-Richtlinien (Mutter-Tochter-Richtlinie, Zins- und Lizenzrichtlinie)
- Umsatzsteuerliche Konsequenzen im Warenverkehr
- Gestaltungsempfehlungen für betroffene Unternehmen
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Grundsätzliches zur Hinzurechnungsbesteuerung
Ziel der Hinzurechnungsbesteuerung ist es zu vermeiden, dass inländische Steuerpflichtige in Niedrigsteuerländern Tochtergesellschaften gründen, um ihr Einkommen der Besteuerung durch den deutschen Fiskus zu entziehen.54 Bei der Hinzurechnungsbesteuerung werden passive, niedrig besteuerte Einkünfte einer ausländischen Tochterkapitalgesellschaft direkt beim inländischen Anteilseigner besteuert.55 Dabei wird eine fiktive Gewinnausschüttung vorgenommen, damit die ausländischen Einkünfte der deutschen Steuer unterliegen.56 Normiert ist die Hinzurechnungsbesteuerung in den §§ 7-14 Außensteuergesetz (AStG). Nach § 20 Abs. 2 AStG ist die Hinzurechnungsbesteuerung auch bei Betriebsstätten anwendbar.57
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Brexits ein und definiert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der steuerlichen Mehrbelastung für deutsche mittelständische Unternehmen.
2 Aktueller Stand des Brexit: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Brexits, die historische Chronik sowie die relevanten Abkommen und Gesetze, die den Übergang regeln.
3 Analysemethodik der steuerlichen Auswirkungen: Hier wird das Vorgehen mittels Vorher-Nachher-Vergleich sowie die Einführung des fiktiven Musterunternehmens, der Mobiliar GmbH, dargelegt.
4 Ertragsteuerliche Folgen des Brexit: Dieses umfangreiche Kapitel behandelt die Auswirkungen auf die Hinzurechnungsbesteuerung, Ausgleichsposten, Reinvestitionsrücklagen, Wegzugsbesteuerung sowie relevante EU-Richtlinien.
5 Umsatzsteuerliche Folgen des Brexit: Das Kapitel analysiert die Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer, insbesondere den Wegfall innergemeinschaftlicher Lieferungen und die Einführung von Ein- und Ausfuhrlieferungen.
6 Allgemeine Beantwortung der Fragestellungen: Hier werden die zentralen Forschungsfragen auf Basis der vorherigen Kapitel bündig zusammengefasst und beantwortet.
7 Gestaltungsempfehlungen für die Mobiliar GmbH: Dieses Kapitel gibt praxisorientierte Empfehlungen, wie die Mobiliar GmbH steuerliche Nachteile durch den Brexit abmildern kann.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen nach dem Brexit.
Schlüsselwörter
Brexit, Steuerrecht, Kapitalgesellschaft, Hinzurechnungsbesteuerung, Außensteuergesetz, Ausgleichsposten, Reinvestitionsrücklage, Mutter-Tochter-Richtlinie, Umsatzsteuer, Drittland, Doppelbesteuerungsabkommen, Steuerbegleitgesetz, Liquiditätsbelastung, Unternehmenseinkommen, Quellensteuer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die steuerlichen Konsequenzen, die sich für eine deutsche mittelständische Kapitalgesellschaft durch den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den ertragsteuerlichen Folgen (u.a. Hinzurechnungsbesteuerung), dem Wegfall von EU-Richtlinien sowie den umsatzsteuerlichen Änderungen im Warenverkehr.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, zu prüfen, ob der Brexit zu einer tatsächlichen steuerlichen Mehrbelastung führt und ob gesetzliche Maßnahmen zur Vermeidung oder Abmilderung dieser Belastungen existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt einen Vorher-Nachher-Vergleich und zieht ein fiktives Musterunternehmen, die „Mobiliar GmbH“, heran, um die Auswirkungen praxisnah zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der ertragsteuerlichen Folgen (Kapitel 4) und die Untersuchung der umsatzsteuerlichen Konsequenzen (Kapitel 5), ergänzt um eine allgemeine Beantwortung der Fragestellungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Brexit, Außensteuergesetz (AStG), Ausgleichsposten, Mutter-Tochter-Richtlinie, Umsatzsteuer und Steuerbegleitgesetz.
Warum ist das Steuerbegleitgesetz für die Arbeit so relevant?
Das Steuerbegleitgesetz enthält wichtige Ausnahmeregelungen, die dazu beitragen, nachteilige steuerliche Folgen des Brexits für deutsche Unternehmen zu vermeiden oder abzumildern.
Wie wirkt sich der Wegfall des Substanztests nach dem Brexit aus?
Da das Vereinigte Königreich nach dem Brexit als Drittland gilt, ist der Substanztest für EU-/EWR-Mitgliedstaaten nicht mehr anwendbar, was die Vermeidung der Hinzurechnungsbesteuerung erschwert.
Was empfiehlt die Arbeit der Mobiliar GmbH in Bezug auf die Liquidität?
Die Arbeit empfiehlt, Überführungen von Wirtschaftsgütern zeitlich vorzuziehen, um noch vor Wirksamkeit des Drittlandstatus einen Ausgleichsposten bilden zu können und so eine sofortige Steuerbelastung zu vermeiden.
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- Anonym (Autor), 2021, Steuerliche Auswirkungen des Brexit auf eine deutsche mittelständische Kapitalgesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000252