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Der Serienmord. Soziologische Determinanten einer Tötungsart

Title: Der Serienmord. Soziologische Determinanten einer Tötungsart

Bachelor Thesis , 2015 , 53 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tobias Glatz (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Zu Beginn der Arbeit es notwendig, auf die Typologie des Serienmords einzugehen, um theoretisch fundiert zu argumentieren. In einem ersten Schritt werden verschiedenartige Definitionen über Serienmord vorgestellt, die die serielle Tötung von anderen Morddelikten abgrenzen. Des Weiteren wird in fünf Schritten versucht, eine Charakterisierung der TäterInnen vorzunehmen. Eine weitere wichtige Komponente, die bei Serienmördern oft eine Auswirkung auf die Motivlage hat, ist die sexuelle Neigung. In einem nächsten Schritt soll dann auf jene Vorgehensweise während der Morde eingegangen werden. Um später die soziologischen Bestimmungsfaktoren von Serienmördern zu beleuchten, ist es notwendig, auf die Kindheit dieser einzugehen. Die Typologie des Serienmords beinhaltet jedoch nicht nur die TäterInnen selbst, sondern auch deren Gegenüber: Die Opfer.

Zunächst werden Viktimisierungsprozesse beschrieben oder simpler: Wie wird man Opfer eines Serienmörders? Ein weiterer Punkt, der hier behandelt werden soll, sind die Kinder von multiplen Mördern. Um die Typologie der seriellen Tötung zu komplettieren, muss als letztes auf die Strafverfolgungsbehörden am Beispiel der USA eingegangen werden.

Somit ist nun die Basis gelegt, um soziologische Erklärungsversuche dieses Phänomens auszuarbeiten. Zuerst werden kritische Faktoren der statistischen Erhebungen über diesen Mordtypus dargestellt. Zum einem die Dunkelziffer, die von einigen Experten sehr hoch geschätzt wird, zum anderem Probleme bei der Definition von Serienmord (auch länderübergreifend) wie auch der Methodologie, sowohl in quantitativer wie auch qualitativer Hinsicht. Im nächsten Punkt wird auf die soziologischen Einflussfaktoren, die auf die TäterInnen einwirken, eingegangen. Zuerst sollen generelle Faktoren beschrieben werden, die die Entstehung von Serienmördern. Als nächstes werden gängige soziologische Erklärungsversuche im Bezug auf multiple Mörder vorgestellt. Die soziologischen Analysen sollen, in einem weiteren Schritt, anhand der Theorie von Peter L. Berger und Thomas Luckmann abgerundet werden. Der vorletzte Punkt dieser Arbeit bildet einen kurzen Exkurs über die mediale Verarbeitung des Phänomens „Serienmord“ ab. U.a. wird die Historie beleuchtet, aus der ersichtlich wird, dass die Begeisterung der Menschen für ein derartiges Gewaltverbrechen nicht ausschließlich ein Phänomen der Moderne bzw. Postmoderne darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Typologie des Serienmords

2.1. Definition

2.1.1. Das FBI – Zwischen Massen-, Spree- und Serienmord

2.1.1.1. Massen- und Spree-Mörder

2.1.1.2. Die Definition von Serienmord

2.1.2. Stephan Harbort – Serienmord in Verbindung mit der Judikative

2.1.3. National Institute of Justice (NIJ) – Der Serienmord

2.2. Die Person hinter dem Verbrechen–Die Charakterisierung des Serienmörders

2.2.1. Die Merkmale eines Serienmörders

2.2.1.1. Das Geschlecht – Typisch männliche Angelegenheit?

2.2.1.2. Black vs. White – Die ethnische Zugehörigkeit

2.2.1.3. Die sexuelle Orientierung

2.2.1.4. Demographie des Alters

2.2.1.5. Die Intelligenz des Serienmörders – Taten eines Genies?

2.2.2. Die Motivlage

2.2.3. Sexualität und Ritualität

2.2.4. Der Modus Operandi

2.2.5. Die Kindheit eines Serienmörders – Geboren um zu töten?

2.3. Die Opfer

2.3.1. Viktimisierungsprozesse

2.3.2. Die Kinder von Serienmördern – Opfer einer missglückten Sozialisation?

2.4. Die Schwierigkeiten der Strafverfolgung am Beispiel der USA

3. Soziologische Erklärungsversuche

3.1. Empirische Untersuchungen des Phänomens „Serienmord“ – Eine Kritik

3.2. Die Soziologie des Serienmords

3.2.1. Gängige soziologische Erklärungsmodelle

3.2.2. Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit und ihre Auswirkung auf Serienmörder

3.2.3. Eine Theorie der radikalen Individualisierung – Vorüberlegungen

4. Exkurs: Die Darstellung des Serienmordes in den Medien

5. Schlussbetrachtung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert soziologische Einflussfaktoren auf das Phänomen Serienmord, um die Entstehung solcher Tötungsdelikte jenseits rein psychologischer Erklärungsmodelle zu verstehen und die gesellschaftliche Mitverantwortung zu beleuchten.

  • Abgrenzung und Definition von Serienmord im Vergleich zu anderen Tötungsarten.
  • Detaillierte Charakterisierung der Täterpersönlichkeit und ihrer Sozialisation.
  • Untersuchung der Opferauswahl und Viktimisierungsprozesse.
  • Kritische Beleuchtung der Strafverfolgungsschwierigkeiten, insbesondere in den USA.
  • Anwendung soziologischer Theorien zur Erklärung der mörderischen Motivation.

Auszug aus dem Buch

Die Merkmale eines Serienmörders

Bourgoin zufolge gehören 80% der Serienmörder der Mittel- oder Oberschicht an, wonach Armut kein auslösender Faktor für die Begehung derartig grausamer Gewaltverbrechen sein könne (vgl. Bourgoin 1995, S. 24). Fragwürdig ist jedoch, dass er in seinem Buch „Serienmörder“ im gleichen Kontext erwähnt, dass multiple Mörder eine Arbeitsstelle nicht über längere Zeit behalten können, ja sogar über 80% ständig den Arbeitsplatz wechseln und zudem meist „ungelernte Arbeitskräfte“ sind (vgl. Bourgoin 1995, S. 30). Bringt eine derartige Unsicherheit in der Einkommenserwartung nicht auch finanzielle Einbußungen mit sich und einen damit eventuell verbundenen sozialen Abstieg? Die Antwort auf diese Frage bleibt Bourgoin schuldig. Unabhängig davon sind serielle Mörder gekennzeichnet durch pure Lebensangst und Vereinsamungsgefühle. Das soziale Umfeld, eventuell die Herkunftsgesellschaft oder sogar die gesamte Menschheit werden als Feind wahrgenommen. Durch diese Wahrnehmung findet auch ein Prozess der Desozialisation statt. Dazu aber später noch mehr. Als nächstes sollen deskriptive Befunde zu Serienmördern erläutert werden. Die Demographie des Geschlechts steht zuerst im Mittelpunkt. Die empirischen Daten, auf die sich diese Arbeit stützt, stammen aus der jährlich aktualisierten Datensammlung über Serienmörder der Radford University.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, hinterfragt die mediale Darstellung des Serienmörders als "Monster" und betont die Notwendigkeit einer soziologischen Betrachtung der Täter.

2. Die Typologie des Serienmords: Dieses Kapitel definiert den Serienmord, grenzt ihn von anderen Mordtypen ab und charakterisiert die Täter sowie ihre Opfer und deren Viktimisierungsprozesse.

3. Soziologische Erklärungsversuche: Hier werden gängige soziologische Theorien auf den Serienmord angewandt, um aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Strukturen und Sozialisation zur Entstehung solcher Verbrechen beitragen.

4. Exkurs: Die Darstellung des Serienmordes in den Medien: Dieser Abschnitt thematisiert die Faszination der Öffentlichkeit für Serienmörder und kritisiert die mediale Verzerrung der empirischen Realität.

5. Schlussbetrachtung und Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Serienmörder nicht nur durch individuelle psychologische Faktoren, sondern maßgeblich durch das Versagen gesellschaftlicher Institutionen geprägt sind.

Schlüsselwörter

Serienmord, Soziologie, Sozialisation, Familie, Kriminalität, Modus Operandi, Viktimisierung, Straffälligkeit, FBI, Abweichendes Verhalten, Soziale Kontrolle, Radikale Individualisierung, Gesellschaftliche Konstruktion, Täterprofil, Motivlage

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit befasst sich mit den soziologischen Determinanten von Serienmorden und hinterfragt die Ursachen für dieses Phänomen jenseits rein psychologischer Ansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Definition und Typisierung von Serienmördern, deren Sozialisation, die Rollen von Opfern und Strafverfolgung sowie soziologische Erklärungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Serienmörder nicht losgelöst von sozialen Bezügen entstehen, sondern durch gesellschaftliche Faktoren und das Versagen von Institutionen geformt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung empirischer Daten (u.a. der Radford University und des FBI) sowie der Anwendung soziologischer Theorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Merkmale der Täter, ihre Motivlagen, die Auswirkungen der Kindheit und familiärer Strukturen sowie die soziologischen Hintergründe der Tatentstehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, dysfunktionale Familien, Devianz, Anomie, soziale Kontrolle und die radikale Individualisierung als soziologischer Erklärungsansatz.

Warum spielt die Institution der Familie eine so große Rolle für die Arbeit?

Die Autorin argumentiert, dass die Primärsozialisation in dysfunktionalen Familien ein entscheidender Faktor ist, da dort oft keine stabilen Werte vermittelt werden und Missbrauch die Grundlage für spätere Verhaltensstörungen legt.

Welche Rolle spielt der Begriff "Maske geistiger Gesundheit" bei der Charakterisierung?

Er beschreibt die Fähigkeit vieler Serienmörder, sozial unauffällig zu agieren und eine Fassade der Normalität aufrechtzuerhalten, obwohl sie sich innerlich nicht mit sozialen Normen identifizieren.

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Details

Title
Der Serienmord. Soziologische Determinanten einer Tötungsart
College
University of Salzburg  (Politikwissenschaft und Soziologie)
Course
Kriminalsoziologie
Grade
1,0
Author
Tobias Glatz (Author)
Publication Year
2015
Pages
53
Catalog Number
V1000614
ISBN (eBook)
9783346375827
ISBN (Book)
9783346375834
Language
German
Tags
Mord Serienmord Kriminalsoziologie Devianz abweichendes Verhalten Anomie Dysfunktionalität Gesellschaft Sozialisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Glatz (Author), 2015, Der Serienmord. Soziologische Determinanten einer Tötungsart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000614
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