Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Archaeology

Der Herakles Lansdowne. Eine ambivalente Skulptur zwischen Statik und Dynamik?

Title: Der Herakles Lansdowne. Eine ambivalente Skulptur zwischen Statik und Dynamik?

Term Paper , 2015 , 40 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jonathan Stumpf (Author)

Archaeology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit soll die Frage beantworten, ob es sich bei der Lansdowne’schen Statue um eine ambivalente Figur zwischen Statik und Dynamik oder zwischen Ruhe und Bewegung handelt.

Zum Vorschein kam die 1,95 m große Skulptur des Lieblingshelden der griechisch-römischen Antike 1790 oder 1791 während einer Grabung auf dem Grundstück des Conte Giuseppe Fede in der Umgegend der Villa Hadriana in Tivoli. Sehr rasch erwarb sie dort der Brite Thomas Jenkins, ein in Rom ansässiger Maler, Kunstsammler, Antikenhändler und Bankier. Dieser verkaufte die Statue einige Zeit später an William Petty-Fitzmaurice, den 1st Marquess of Lansdowne und vormaligen 2nd Earl of Shelburne, auf dessen Titel ihre Forschungs- Bezeichnung zurückgeht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung und Kopienkritik

2. 1. Aufbau und Ansichtigkeit

2. 2. Kopfrepliken und Kopistenstile

3. Ruhe und Bewegung

3. 1. Zeit und Veränderung

3. 2. Die Wahl des Augenblicks

3. 3. Energie und Pathos

4. Schlussbetrachtung

5. Bilder und Verzeichnisse

5. 1. Abbildungsnachweise

5. 2. Quellenverzeichnis antiker Autoren

5. 3. Literaturverzeichnis

5. 4. Bildtafeln

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Herakles Lansdowne auf seine formale und inhaltliche Ambivalenz, wobei insbesondere die Spannung zwischen statischen Elementen und dynamischen Raumbezügen im Kontext der griechischen Skulptur des 4. Jahrhunderts vor Christus analysiert wird.

  • Analyse der Ansichtigkeit und des Aufbaus des Herakles Lansdowne
  • Untersuchung des Verhältnisses von Ruhe und Bewegung in der antiken Plastik
  • Diskussion der Zeittheorie nach Aristoteles im Hinblick auf skulpturale Darstellungen
  • Kopienkritische Einordnung des Herakles Lansdowne und seiner Repliken
  • Erforschung der Darstellung von Emotionen und Pathos bei Skopas und seinem Umfeld

Auszug aus dem Buch

3. 3. Energie und Pathos

Um das aufkommende Interesse der Bildhauer des 4. Jhs an Emotionen und Charaktereigenschaften – respektive an deren Darstellung – zu verdeutlichen, soll hier eine Anekdote Xenophons knapp paraphrasiert werden: Sokrates sucht einen Bildhauer namens Cleiton auf und stellt die Frage, wie dieser es fertigbringe, seinen Figuren gleichsam Leben einzuhauchen. Der Philosoph setzt suggestiv nach, ob es nicht in dem Umstand begründet sei, dass er das Inkarnat je nach Pose gerunzelt oder gestrafft, die Muskeln angespannt oder entlastet und die Gliedmaßen kontrahiert oder gestreckt bilde. Als der Künstler dieses bejaht, bohrt Sokrates weiter: „Müssen dann nicht auch der furchterregende Ausdruck im Antlitz von Kämpfern und die triumphierende Miene des Siegers in der Nachahmung ihre Entsprechung finden?“ Wieder bejaht der Bildhauer und Sokrates schließt mit der Feststellung: „Es folgt also, dass der Bildner in seinen Figuren die Aktivitäten der Seele wiedergeben muss.“

Wie war es Skopas jedoch möglich, seinen vorwiegend zuständlichen Schöpfungen – dem Herakles Lansdowne etwa oder dem Meleager – die Energie, Kraft und Dynamik einzuflößen, für die der Bildhauer schon in der Antike berühmt war und von denen auch in der hadrianischen Kopie des Halbgottes noch mehr als Reminiszenzen geblieben sind? Es wurde schon festgestellt, dass die spannungsgeladene Dynamik der Figur sich in dem energischen Ausgreifen in den Raum sowie in ihrem pathetischen Gesichtsausdruck manifestiert. Wie die Raumwirkung der Lansdowne’schen Replik zustande kommt, wurde bereits hinreichend behandelt – wie Emotionen ihre plastische Ausformung erfuhren, bleibt hier zu untersuchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Fundgeschichte, die Provenienz und die Restaurierungsgeschichte der Skulptur des Herakles Lansdowne und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Beschreibung und Kopienkritik: Dieses Kapitel widmet sich dem formalen Aufbau, der Ansichtigkeit der Figur sowie einer detaillierten Analyse der Kopfrepliken und Kopistenstile im Vergleich mit anderen Werken.

3. Ruhe und Bewegung: Hier wird das Verhältnis von Zeit, Veränderung und Raum in der spätklassischen Plastik untersucht, wobei insbesondere die Kategorien des "augenblicklichen" Moments und die Darstellung von Pathos und Energie hinterfragt werden.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiert die Ambivalenz des Herakles Lansdowne als Figur, die göttliche und menschliche Aspekte in einer Doppelrolle vereint.

5. Bilder und Verzeichnisse: Dieser Abschnitt enthält die vollständigen Abbildungsnachweise, das Quellenverzeichnis antiker Autoren, das Literaturverzeichnis sowie die Bildtafeln der behandelten Skulpturen.

Schlüsselwörter

Herakles Lansdowne, Skopas, griechische Plastik, Antike, Kopienkritik, Zeitbegriff, Aristoteles, Pathos, Raumwirkung, Doryphoros, Agias, Ambivalenz, Kunstgeschichte, Spätklassik, Statik und Dynamik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Skulptur des Herakles Lansdowne im Kontext der spätklassischen griechischen Plastik und untersucht ihr Spannungsfeld zwischen Ruhe und Bewegung.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die formale Beschreibung der Statue, ihre kopienkritische Einordnung, die Theorie des künstlerischen Zeitbegriffs und die Darstellung von Pathos und Emotionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob der Herakles Lansdowne eine ambivalente Figur zwischen den Extremen Statik und Dynamik darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin nutzt eine vergleichende kunsthistorische Analyse, kopienkritische Untersuchungen und setzt diese in Bezug zu philosophischen Konzepten der Zeit- und Raumwahrnehmung (etwa nach Aristoteles).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der physischen Erscheinung, eine Diskussion über Zeit und Veränderung im Vergleich zu anderen Plastiken sowie eine Untersuchung von Energie und pathetischem Ausdruck.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Herakles Lansdowne, Skopas, Antike, Pathos, Kopienkritik und das Verhältnis von Statik und Dynamik.

Welchen Einfluss hatte der hadrianische Zeitstil auf die Replik?

Es wird argumentiert, dass der hadrianische Zeitstil des Kopisten dazu beitrug, das ursprünglich dem Werk des 4. Jahrhunderts innewohnende Pathos zu vereinfachen bzw. abzuschwächen.

Wie unterscheidet sich der Herakles Lansdowne von vergleichbaren Werken wie dem Agias?

Während der Agias eine stärkere Pendelbewegung und eine deutliche transitorische Komponente aufweist, wirkt der Herakles Lansdowne in seinem Stand vorwiegend zuständlich und statisch, trotz des energischen Ausgreifens in den Raum.

Excerpt out of 40 pages  - scroll top

Details

Title
Der Herakles Lansdowne. Eine ambivalente Skulptur zwischen Statik und Dynamik?
College
University of Heidelberg
Grade
1,0
Author
Jonathan Stumpf (Author)
Publication Year
2015
Pages
40
Catalog Number
V1000787
ISBN (eBook)
9783346381972
ISBN (Book)
9783346381989
Language
German
Tags
Skulpturen Griechische Klassik Spätklassik Hellenismus Herakles Lansdowne Herkules Hercules Skopas Doryphoros Meleager
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonathan Stumpf (Author), 2015, Der Herakles Lansdowne. Eine ambivalente Skulptur zwischen Statik und Dynamik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000787
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  40  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint