Diese Hausarbeit wird sich auch darauf konzentrieren, welche Rolle dem Geschichtsunterricht zukommt, die SchülerInnen zu mündigen BürgerInnen zu "erziehen" und sie zu einem reflektierten Umgang mit der Geschichte zu ermutigen. Dazu wird die Hausarbeit in drei übergeordnete Teile aufgeteilt: Empirie, Theorie und Pragmatik.
Im empirischen Teil der Arbeit wird auf die Vorstellungen der Jugendlichen eingegangen, die sie bereits mit in den Unterricht bringen, also ihre Alltagstheorien, näher betrachtet. Hierbei wird dann auch auf die Frage eingegangen, in wieweit diese überhaupt veränderbar sind und in welchem Maße der Geschichtsunterricht dazu beitragen kann. Für diesen Teil werde die Leipziger Autoritarismus-Studie , die sogenannte „Mitte-Studie“ sowie ein Aufsatz von Meik Zülsdorf-Kersting über "Jugendliche und das Thema ‚Holocaust’" herangezogen.
Im Theoretischen Teil wird dann zunächst genauer auf McLeans Konzept der Mündigkeit sowie seinen hierzu gehörenden Aspekt der Ideologiekritik eingegangen. Dieses wird dann mit einem der etablierten Konzepte, in diesem Fall mit dem reflektierten Geschichtsbewusstsein nach Jeismann, verglichen, sodass Unterscheidungen aber auch Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden können.
Im letzten, dem pragmatischen Teil dieser Arbeit, wird entlang McLeans Konzepts ein Stundenentwurf erarbeitet, der als Ziel verfolgt, die Mündigkeit der SchülerInnen zu erhöhen. Diese Stunde wird sich inhaltlich im Bereich des Nationalsozialismus bewegen. Es wird um Clemens August Graf von Galen und seinen Protest und Widerstand gegen das Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten gehen sowie um den Hirtenbrief von Galens, den er am 14. September 1941 an seine Gemeinde richtete und bei dem er sich auf den deutschen Überfall auf die UdSSR am 22. Juni 1941 bezieht. Dementsprechend trägt sie den Titel "Clemens August Graf von Galen – ein Widerstandskämpfer?".
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Empirie
- Die Macht der Alltagstheorien
- Die Macht des,,Höchsten“
- Die Werte der Gesellschaft
- Theorie
- McLeans Konzept der Mündigkeit durch ideologiekritische Überlegungen
- Das reflektierte Geschichtsbewusstsein - Ein etabliertes Konzept
- Unterschiede zwischen McLeans Konzept der Mündigkeit und dem reflektierten Geschichtsbewusstsein
- Pragmatik
- Unterrichtseinheit
- Unterrichtsstunde sowie die Begründung der didaktischen Entscheidungen und des Unterrichtsgegenstandes
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Konzept der historischen Mündigkeit und dessen Relevanz im Geschichtsunterricht. Sie analysiert die Alltagstheorien von Jugendlichen im Hinblick auf den Nationalsozialismus und untersucht, inwieweit diese durch den Unterricht veränderbar sind. Darüber hinaus stellt die Arbeit McLeans Konzept der Mündigkeit und das etablierte Konzept des reflektierten Geschichtsbewusstseins gegenüber und entwickelt im Anschluss eine Unterrichtseinheit, die die historische Mündigkeit der Schülerinnen und Schüler fördern soll.
- Die Relevanz der historischen Mündigkeit im Geschichtsunterricht
- Alltagstheorien von Jugendlichen im Hinblick auf den Nationalsozialismus
- McLeans Konzept der Mündigkeit und seine Anwendung im Unterricht
- Das reflektierte Geschichtsbewusstsein als etabliertes Konzept im Geschichtsunterricht
- Entwicklung einer Unterrichtseinheit zur Förderung der historischen Mündigkeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Thematik der historischen Mündigkeit und stellt deren Bedeutung im Geschichtsunterricht heraus. Im empirischen Teil wird die Rolle der Alltagstheorien von Jugendlichen im Hinblick auf den Nationalsozialismus analysiert. Hierbei wird insbesondere auf die "Macht des Höchsten" und die "Macht der Alltagstheorien" eingegangen. Der theoretische Teil der Arbeit beleuchtet McLeans Konzept der Mündigkeit und setzt es in Beziehung zum etablierten Konzept des reflektierten Geschichtsbewusstseins. Abschließend präsentiert die Arbeit einen Stundenentwurf, der sich am Konzept der historischen Mündigkeit orientiert und den Widerstand gegen das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten thematisiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Schlüsselbegriffen historische Mündigkeit, Alltagstheorien, Nationalsozialismus, Holocaust, reflektiertes Geschichtsbewusstsein, McLeans Konzept der Mündigkeit, Ideologiekritik, Widerstand, Euthanasie, Clemens August Graf von Galen, Hirtenbrief, Unterrichtsstunde, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Clemens August Graf von Galen?
Er war der Bischof von Münster, der während der NS-Zeit öffentlich gegen das Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten protestierte.
Was ist das Ziel der „historischen Mündigkeit“ im Unterricht?
Schüler sollen zu einem reflektierten Umgang mit Geschichte befähigt werden und Ideologien kritisch hinterfragen können.
Was thematisierte Galen in seinem Hirtenbrief von 1941?
Er protestierte gegen die Beschlagnahmung von Klöstern und die Tötung unschuldiger Kranker (Euthanasie), bezog sich aber auch auf den Überfall auf die UdSSR.
Können Alltagstheorien von Jugendlichen durch den Geschichtsunterricht verändert werden?
Die Arbeit untersucht, inwieweit die bereits mitgebrachten Vorstellungen der Schüler durch wissenschaftliche Erkenntnisse und Reflexion modifiziert werden können.
Was ist der Unterschied zwischen Mündigkeit und Geschichtsbewusstsein?
Während Geschichtsbewusstsein die Struktur des Wissens meint, betont McLeans Konzept der Mündigkeit stärker die ideologiekritische und emanzipatorische Komponente.
- Citar trabajo
- Tim Sammel (Autor), 2021, Clemens August Graf von Galen – ein Widerstandskämpfer? Eine Unterrichtseinheit zur Förderung der historischen Mündigkeit der SchülerInnen (Gymnasium, Geschichte Klasse 10), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001369