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Das System der Handelspräferenzen der EG

Title: Das System der Handelspräferenzen der EG

Seminar Paper , 2000 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Rieg (Author)

Economics - Foreign Trade Theory, Trade Policy
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Die EG betreibt stellvertretend für ihre Mitgliedstaaten eine einheitliche Handelspolitik. Die Kompetenz hierzu leitet sich aus Art. 133 EGV ab. Dies ist die notwendige Konsequenz der Errichtung des freien Binnenmarkts innerhalb der EG, da es zwar zwischen den Mitglied-staaten keine Handelshemmnisse mehr geben darf, diese jedoch im Handel mit Drittstaaten noch bestehen. Deshalb ist ein koordiniertes Vorgehen bezüglich der Behandlung der Handels¬ströme in die EG nötig.

Der EGV enthält darüber hinaus auch verbindliche inhaltliche Leitlinien für die Ausgestaltung der GHP, vor allem in Art. 131 EGV. Danach soll die EG eine prinzipiell liberale Handels¬politik betreiben und „zur harmonischen Entwicklung des Welthandels, zur schrittweisen Besei¬tigung der Beschränkungen im internationalen Handelsverkehr und zum Abbau der Handelsschranken“ beitragen. Hieran sollte die EG, nicht zuletzt aus Eigennutz, interessiert sein. Denn ihr Anteil am Welthandel von 21 % (1991) macht sie zum bedeutendsten Handels¬partner der Weltwirtschaft, noch vor den USA (16 %) und Japan (10 %). Sie ist daher darauf angewiesen möglichst freien Zugang zu den Märkten ihrer Handelspartner zu erhalten. Dementsprechend groß ist auch die Bedeutung ihres handelspolitischen Verhal¬tens für die WTO, der 1994 gegründeten Nachfolgeorganisation des GATT, der die EG neben ihren eigenen Mitgliedstaaten angehört. Die WTO ist ein Zusammenschluss von ca. 130 Staaten, die zusammen einen Anteil von 85 % am Welthandel haben. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Beschränkungen der Handelsströme durch Zölle, Importquoten etc. in multi-lateralen Vereinbarungen zu reduzieren.
Tragende Säule ist hierbei die Meistbegünstigungsklausel aus Art. I GATT 1994, der die „Gleichbehandlung aller Handelspartner in Bezug auf Zölle und nicht-tarifäre Handels¬hemm-nisse“ fordert. Als Unterzeichner des WTO-Vertragswerks muss sich die Gemein¬schaft an diesen Grundsatz halten. Zahlreiche Maßnahmen der EG-Handelspolitik verhalten sich jedoch konträr zu den Prinzipien der WTO. Beispiel hierfür ist die Vielzahl an bilateralen Vereinbarungen der EG mit Drittstaaten bezüglich des gegenseitigen Handelsverkehrs. Diese Vereinbarungen haben unterschiedliche Zielsetzungen. Einige sind vorwiegend unter die Entwicklungspolitik zu subsummieren, andere haben die Erweiterung der europäischen Freihandelszone bis hin zur Vollmitgliedschaft in der EU zum Ziel. Auf diese Abkommen wird in der vorliegenden Arbeit der Schwerpunkt gelegt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einbindung der EG in die Welthandelsordnung

2 Der Gemeinsame Außenzolltarif der EG und die WTO

2.1 Prinzipien des WTO-Vertragswerks und dessen Entwicklung

2.2 Der Gemeinsame Außenzolltarif der EG

3 Das System der Privilegierung

3.1 Begriff, Entstehungsgründe und Ziele

3.2 Handelspolitisches Instrumentarium und dessen ökonomische Wirkungen

3.2.1 Tarifäre Handelshemmnisse

3.2.2 Nicht-tarifäre Handelshemmnisse

3.3 Die Präferenzpyramide der EG

3.3.1 Meistbegünstigung nach GATT

3.3.2 Allgemeines Präferenzschema

3.3.3 Die Kooperationsabkommen

3.3.4 Die Assoziierungsverträge

3.3.5 Freihandelsabkommen und Zollunion

4 Kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das System der Handelspräferenzen der Europäischen Gemeinschaft (EG) und analysiert deren Einbindung in die globale Welthandelsordnung sowie die ökonomischen Auswirkungen der diskriminierenden Handelspolitik.

  • Einbindung der EG in das Welthandelssystem und die WTO
  • Analyse des Gemeinsamen Außenzolltarifs
  • Struktur und Wirkungsweise der Präferenzpyramide der EG
  • Entwicklungspolitische Implikationen und Effizienz von Handelspräferenzen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Tarifäre Handelshemmnisse

Zu den tarifären Maßnahmen gehören vor allem Zölle und variable Abschöpfungen. Bei Zöllen kann man unterscheiden zwischen Mengen- und Wertzöllen. Die meisten Zölle der EG sind Wertzölle. Der Wertzoll ist ein an das Importland zu entrichtender prozentualer Aufschlag auf den Zollwert einer Ware. Der Mengenzoll ist dagegen ein konstanter Betrag pro importierter Mengeneinheit einer Ware, der an das Importland abzuführen ist. Variable Abschöpfungen werden überwiegend bei der Einfuhr von Agrarerzeugnissen angewandt. Die Berechnung erfolgt mit Hilfe der Bildung des Durchschnittswert eines Erzeugnisses. Ihre Höhe entspricht in der Regel dem Unterschiedsbetrag zwischen dem festgelegten Einfuhrpreis und dem Weltmarktpreis, der dann an die EG abgeführt werden muss.

Im Folgenden sollen in einer partiellen Gleichgewichtsanalyse die Auswirkungen einer diskriminierenden Anwendung von tarifären Maßnahmen dargestellt werden (vgl. Abbildung 1 auf S. 8). Betrachtet wird der Markt für ein Gut X in einem kleinen Land. Die Angebotskurve der heimischen Produzenten sei A, die Nachfragekurve N. Zusätzlich bieten auch ausländische Produzenten die Ware auf diesem Markt an, wobei ADL die Angebotskurve eines nicht präferenzierten Drittlandes (DL) und APL die Angebotskurve eines präferenzierten Landes (PL) bei Freihandel seien. APL und ADL seien vollkommen elastisch. Ohne Importhemmnisse bietet DL zu 30 DM pro Einheit importierter Ware, PL zu 50 DM pro Einheit in der EG an. Im Ausgangsgleichgewicht besteht ein Mengenzoll in Höhe z = 40 DM, der im Endeffekt die gleiche Wirkung hat wie die Einführung einer Importquote, da für jede Quote ein Zolläquivalent gebildet werden kann, das die gleiche Mengenbegrenzung zur Folge hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einbindung der EG in die Welthandelsordnung: Beschreibt die handelspolitische Kompetenz der EG und deren Verpflichtung zur liberalen Handelspolitik gemäß EGV im Rahmen der WTO.

2 Der Gemeinsame Außenzolltarif der EG und die WTO: Erläutert die WTO-Prinzipien und wie der Gemeinsame Außenzolltarif innerhalb dieses institutionellen Rahmens gestaltet wird.

3 Das System der Privilegierung: Analysiert den Begriff und die Ziele von Handelspräferenzen sowie das handelspolitische Instrumentarium der EG.

4 Kritische Würdigung: Bewertet die Wirksamkeit der Präferenzpolitik im Hinblick auf entwicklungspolitische Ziele und die internationale Arbeitsteilung.

Schlüsselwörter

Handelspräferenzen, Europäische Gemeinschaft, WTO, Welthandel, Zölle, Präferenzpyramide, Handelspolitik, Entwicklungshilfe, Liberalisierung, GATT, Zollunion, Protektionismus, Außenwirtschaft, Freihandelsabkommen, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Struktur und den Auswirkungen des Systems der Handelspräferenzen der Europäischen Gemeinschaft gegenüber Drittstaaten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Einbindung der EG in die WTO, die Wirkungsweise von tarifären und nicht-tarifären Hemmnissen sowie die hierarchische Struktur der Präferenzgewährung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Effizienz der Präferenzgewährung zu prüfen und zu analysieren, ob die entwicklungspolitischen Ziele der EG durch die Handelspolitik tatsächlich erreicht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet unter anderem eine partielle Gleichgewichtsanalyse, um die Wohlfahrtseffekte von Handelspräferenzen theoretisch zu fundieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen der WTO, das Instrumentarium der Handelshemmnisse und eine detaillierte Analyse der Präferenzpyramide von der Meistbegünstigung bis zur Zollunion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Handelspräferenzen, Präferenzpyramide, WTO, GATT und Außenwirtschaftspolitik charakterisiert.

Wie ist die Präferenzpyramide der EG aufgebaut?

Die Pyramide stellt eine Abstufung der Vorzugsbehandlung in sechs Klassen dar, wobei die Präferenzgewährung zur Spitze hin – von der Meistbegünstigung bis hin zu Freihandelsabkommen und Zollunion – deutlich zunimmt.

Welche Rolle spielen die "Most Favoured Nations" in diesem Kontext?

Entgegen dem Namen sind MFN-Länder die am wenigsten bevorzugten Handelspartner, da sie lediglich die Standard-Regelzölle der WTO entrichten müssen.

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Details

Title
Das System der Handelspräferenzen der EG
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Aussenwirtschaft)
Course
Seminar AVWL - Europäische Handels- und Wirtschaftspolitik
Grade
1,3
Author
Martin Rieg (Author)
Publication Year
2000
Pages
23
Catalog Number
V10013
ISBN (eBook)
9783638165785
Language
German
Tags
Präferenzpyramide WTO GATT
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Rieg (Author), 2000, Das System der Handelspräferenzen der EG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10013
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