Zweck dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, auf diese Abgrenzungsproblematik eine fundierte Antwort zu liefern, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hierzu wird folgende Forschungsfrage gestellt: Können und sollen der Terrorismus und die Organisierte Kriminalität auch künftig unterschieden werden?
Um dieser Fragestellung gerecht zu werden, wurde eine Fülle an Quellen und Literatur, insbesondere auch aus dem angloamerikanischen Raum, der nach 9/11 von Publikationen zum Terrorismus nur so strotzte, analysiert und zur Beantwortung der Frage hin auf Ziele, Strukturen und Mittel der Kriminalitätsphänomene untersucht.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass eine allgemeingültige, pauschale Aussage, ob eine Gruppe nun eher dem Terrorismus oder der Organisierten Kriminalität zuzuordnen ist, im Zeitalter von fluiden Netzwerkstrukturen, die sich fortlaufend den Gegebenheiten anpassen und nicht länger auf klassisch-hierarchischen Strukturen mit Personalkonstanz beruhen, nicht möglich ist. Vielmehr bedarf es einer anlassbezogenen, kritischen Einzelfallprüfung der jeweiligen Organisation, und zwar auf schwerpunktmäßige Merkmale, welche entweder dem Terrorismus oder der Organisierten Kriminalität zugeordnet werden können. Für die Ermittlungsbehörden bedeutet dies, ihren ,,Seismographen‘‘ der Strafverfolgung so auszurichten, dass er phänomenübergreifende Unterschiede registrieren kann, um zielgerichtete, ressourcenschonende und letztlich erfolgreiche Ermittlungen anzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 ZUR WAHL DES THEMAS
1.2 FRAGESTELLUNG
1.3 FORSCHUNGSSTAND
2. TERRORISMUS
2.1 ZIELE
2.2 STRUKTUREN
2.2.1 PYRAMIDENMODELL
2.2.2 NETZWERK-TOPOLOGIEN
2.3 MITTEL
2.3.1 KONVENTIONELLE MITTEL
2.3.1.1 KRAFTFAHRZEUGE
2.3.2 MONETÄRE EINNAHMEQUELLEN
2.3.3 WORLD WIDE WEB
2.3.3.1 KOMMUNIKATIONSORGAN UND NACHRICHTENÜBERMITTLER
2.3.3.2 INSTRUMENT DEMAGOGISCHER STIMMUNGSMACHE
2.3.3.3 WERKZEUG DER IDEOLOGISIERUNG & NACHWUCHSGEWINNUNG
2.3.3.4 CYBERANGRIFFE
3. ORGANISIERTE KRIMINALITÄT
3.1 ZIELE
3.2 STRUKTUREN
3.2.1 GRÖßE UND NATIONALITÄTEN AM BEISPIEL DEUTSCHLAND
3.2.2 INTERNATIONALE STRUKTURMODELLE
3.2.2.1 STANDARD-HIERARCHIE
3.2.2.2 REGIONALE HIERARCHIE
3.2.2.3 CLUSTER-HIERARCHIE
3.2.2.4 KERNGRUPPEN
3.2.2.5 KRIMINELLE NETZWERKE
3.2.2.6 HYBRIDE ORGANISATIONSFORMEN
3.3 MITTEL
3.3.1 KONVENTIONELLE MITTEL ALS MONETÄRE EINNAHMEQUELLEN
3.3.1.1 RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT
3.3.1.2 EIGENTUMSKRIMINALITÄT
3.3.1.2.1 KFZ-SACHWERTDELIKTE
3.3.1.3 KRIMINALITÄT I. Z. M. DEM WIRTSCHAFTSLEBEN
3.3.1.3.1 ENKELTRICK
4. DIE ABGRENZUNGFRAGE
4.1 ZIELE
4.2 STRUKTUREN
4.3 MITTEL
4.4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zunehmende phänomenologische Annäherung zwischen Terrorismus und Organisierter Kriminalität im 21. Jahrhundert und hinterfragt, ob eine saubere trennscharfe Unterscheidung beider Kriminalitätsformen in der Praxis noch möglich und zweckmäßig ist.
- Entwicklung und Wandel terroristischer Organisationen sowie krimineller Gruppierungen.
- Analyse der Ziele, Organisationsstrukturen und Tatmittel beider Phänomenbereiche.
- Die Rolle des World Wide Web bei Rekrutierung und Kommunikation.
- Zusammenhänge zwischen Terrorfinanzierung und illegalen Märkten.
- Die Bedeutung von anlassbezogenen Einzelfallprüfungen für die Strafverfolgung.
Auszug aus dem Buch
1.2 Fragestellung
Tatsache ist, dass beide ,,im Meer der Kriminalität‘‘ schwimmen und für jedes Phänomen, Terrorismus und Organisierte Kriminalität, ,,ein gemeinschaftliches, arbeitsteilig organisiertes Vorgehen notwendig wird.‘‘ Um bei der Metapher des Meeres zu bleiben, bedeutet dies, dass beide Erscheinungsformen auf dem offenen, weiten Meer nur dann überlebensfähig bleiben und sind, sofern jede Person, die in das Organisationsgeflecht der Phänomenbereiche auf irgendeine Art und Weise eingebunden ist, die ihm anvertraute Aufgabe auch pflichtbewusst wahrnimmt. Andernfalls droht das ,,Schiff‘‘ früher oder später unterzugehen, d. h. es besteht sonst die Gefahr, sprichwörtlich ,,Schiffbruch zu erleiden‘‘. Eine Ausnahme hiervon bildet im Hinblick auf den Terrorismus der sogenannte ,,Lone Wolf‘‘, der ,,ohne Anleitung von Anderen und ohne Einbettung in eine Gruppe eine terroristische Tat begeht.‘‘
Der ,,Fahrtzweck‘‘ ist jedoch ein anderer: Während das ,,Schiff‘‘ des Terrorismus, ausgestattet mit politisch-ideologischem Antrieb, ,,intensive[n] Schrecken‘‘ und möglichst große öffentliche Aufmerksamkeit erregen möchte, liegt der Antrieb der Organisierten Kriminalität in der finanziellen Gewinnmaximierung, und zwar ohne großes Aufsehen zu verursachen. Schließlich ruft ein solches i. d. R. ,,Wellengang‘‘, d. h. Strafverfolgungsorgane auf den Plan, die dieses Profitstreben verhindern oder zunichte machen können. Aus Sicht der Organisierten Kriminalität bewegt sich diese im Idealfall wie ein U-Boot auf Tauchstation unter dem Sonar von Justiz und Polizei. Denn, so halten Rebscher und Vahlenkamp fest, ,,erkennbare organisierte Kriminalität ist – im Sinne der Täter – schlecht organisierte Kriminalität!‘‘
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Annäherung von Terrorismus und Organisierte Kriminalität unter Betrachtung aktueller politischer und wissenschaftlicher Debatten.
2. TERRORISMUS: Untersuchung der ideologischen Ziele, der pyramidalen und netzwerkbasierten Organisationsstrukturen sowie der Mittel, inklusive der strategischen Nutzung des Internets.
3. ORGANISIERTE KRIMINALITÄT: Analyse der profitorientierten Zielsetzung, internationaler Strukturmodelle wie Standard- und Cluster-Hierarchien sowie der wichtigsten Deliktsbereiche.
4. DIE ABGRENZUNGFRAGE: Zusammenfassende Betrachtung der Vermischung beider Phänomene und Fazit zur Notwendigkeit einer anlassbezogenen Einzelfallanalyse für die Ermittlungsbehörden.
Schlüsselwörter
Terrorismus, Organisierte Kriminalität, Netzwerkstrukturen, Pyramidenmodell, Radikalisierung, Finanzierung, Drogenhandel, Cyberangriffe, Transnationalität, Gewaltkriminalität, Internet, Kriminalitätsphänomene, Ermittlungsbehörden, Abgrenzung, Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die schwindenden Grenzen zwischen den Phänomenen Terrorismus und Organisierte Kriminalität im 21. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die jeweiligen Zielsetzungen, die Organisationsstrukturen (z. B. Netzwerke vs. Hierarchien) sowie die von beiden Gruppen genutzten Tatmittel zur Finanzierung und Umsetzung ihrer Vorhaben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob der Terrorismus und die Organisierte Kriminalität künftig noch voneinander unterschieden werden können und sollen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine fundierte Quellenanalyse von Fachliteratur und offiziellen Berichten, um die Phänomene theoretisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Ziele, Strukturen und Mittel beider Bereiche, inklusive aktueller Fallbeispiele und der Rolle des technologischen Wandels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Terrorismus, Organisierte Kriminalität, Netzwerk-Topologien, Profitmaximierung, Radikalisierung und die Abgrenzungsproblematik.
Was ist die Rolle des Internets bei dieser Entwicklung?
Das Internet fungiert als "virtuelle Moschee" und Kommunikationsplattform, die es terroristischen und kriminellen Gruppen ermöglicht, trotz geografischer Entfernungen weltweit zu agieren und Nachwuchs zu rekrutieren.
Wie unterscheidet sich die Zielsetzung der beiden Gruppen?
Während der Terrorismus primär politische oder religiöse Umgestaltungen durch Schrecken anstrebt, steht bei der Organisierten Kriminalität die monetäre Gewinnmaximierung im Vordergrund, wenngleich sich diese Motive heute teilweise überschneiden.
Welches Fazit zieht die Arbeit für die Strafverfolgung?
Eine pauschale Abgrenzung ist nicht mehr möglich; Ermittlungsbehörden müssen stattdessen anlassbezogen und kritisch prüfen, ob eine Gruppierung eher politisch-ideologisch oder primär profitorientiert handelt.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Terrorismus und Organisierte Kriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001606