Die wesentlichen Merkmale des Modells des Flipped Classrooms stehen im Fokus des theoretischen Teils dieser Arbeit. Die Forschungsfrage behandelt nicht nur den Steckbrief des umgekehrten Klassenzimmers, vielmehr soll auf mögliche Potentiale der Methode aufmerksam gemacht werden. Der Inhalt dieser Arbeit bezieht sich im Wesentlichen auf das Fach Mathematik. Daher gilt es anhand der Fragestellung zu eruieren, wie ein theoretisches Konzept für einen Unterricht nach dem Vorbild des Flipped Classrooms aussehen könnte. Um eine objektive Auseinandersetzung zu gewährleisten, werden ebenfalls mögliche Nachteile und Herausforderungen des Konzeptes betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Forschungsfrage und zugrundeliegende Motivation
1.2. Methodisches Vorgehen
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DES FLIPPED CLASSROOMS
2.1. Begriffsklärung Flipped Classroom
2.2. Entwicklung des Flipped Classrooms
2.3. Das Flipped Classroom Modell
2.3.1. Die Selbstlernphase
2.3.2. Die Präsenzphase
2.4. Vorteile und Potentiale des Flipped Classrooms
2.5. Herausforderungen und Grenzen des Flipped Classrooms
2.6. Legitimation der Verwendung von Videos im Flipped Classroom
2.7. Ausgewählte Studien zur Wirksamkeit des Flipped Classrooms
2.8. Zwischenfazit und persönlicher Standpunkt
3. MATHEMATIKDIDAKTISCHES INTERESSE AM FLIPPED CLASSROOM
3.1. KMK-Bildungsstandards und Kernlehrpläne
3.2. Problemorientiertes Lernen durch den Flipped Classroom
3.3. Kriterien für guten Mathematikunterricht und Standardsituationen nach Barzel et. al.
4. UNTERRICHTEN MIT DEM FLIPPED CLASSROOM – EIN BEISPIELHAFTER STUNDENENTWURF
4.1. Einordnung der Unterrichtsstunde
4.2. Verlaufsplan
4.3. Bedingungsanalyse und Diagnose der Lernausgangslage
4.4. Gegenstandsanalyse und Legitimation
4.5. Didaktische Begründung des Schwerpunktes
4.6. Begründung des methodischen Vorgehens
4.7. Fazit und Ausblick
5. EMPIRISCHER TEIL – EINE QUALITATIVE INTERVIEWSTUDIE
5.1. Ziele der Studie
5.2. Forschungsansatz
5.3. Datenerhebung
5.3.1. Interviewpartner
5.3.2. Interviewverfahren
5.4. Datenauswertung
5.4.1. Transkription
5.4.2. Auswertungsmethode
5.5. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
5.6. Diskussion
5.7. Methodenkritik
6. FAZIT UND AUSBLICK
10. ANHANG
10.1. Arbeitsblatt
10.2. Interviewleitfaden
10.2.1. Leitfaden I - der/ die Interviewte hat bereits mit dem FC gearbeitet
10.2.2. Leitfaden II - der/ die Interviewte hat noch nicht mit dem FC gearbeitet
10.3. Verwendete Transkriptionszeichen
10.4. Beispielhafter Ausschnitt einer Interviewtranskription
10.5. Beispielhafter Auszug einer qualitativen Inhaltsanalyse
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht das Potential des Flipped-Classroom-Konzepts für den Mathematikunterricht an Gymnasien und Gesamtschulen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, welche spezifischen Merkmale dieses Modell ausmachen und welche Vorteile sowie Herausforderungen sich bei der praktischen Umsetzung für Lehrkräfte und Lernende ergeben.
- Theoretische Fundierung und Funktionsweise des umgekehrten Klassenzimmers
- Analyse didaktischer Potentiale zur Förderung mathematischer Kompetenzen
- Erstellung eines beispielhaften Stundenentwurfs für das Thema Vektoraddition
- Qualitative Auswertung von Lehrerinterviews zur praktischen Anwendbarkeit
- Kritische Reflexion der Rahmenbedingungen und der Rolle digitaler Medien
Auszug aus dem Buch
2.1. Begriffsklärung Flipped Classroom
Das Flipped Classroom Konzept mag zunächst auf Grund seiner unterschiedlichen Ursprungsformen (siehe Kapitel 2.2) kompliziert erscheinen, die Grundidee lässt sich allerdings mit wenigen Worten erklären. Jonathan Bergmann und Aaron Sams, Mitbegründer des modernen Flipped Classrooms, fassen die Bedeutung ihres Modells wie folgt zusammen:
„that which is traditionally done in class is now done at home, and that which is traditionally done as homework is now completed in class“ (Bergmann & Sams, 2012, S. 13).
Die Einfachheit dieses Konzeptes spiegelt sich auch in der deutschen Übersetzung des Begriffes wider. Als „umgekehrter Unterricht“ wird jenes Modell bezeichnet, das die Aktivitäten des Lernens und Lehrens vertauscht. So erfolgt die Wissensvermittlung nicht mehr in Form eines Frontalunterrichtes in der Schule, sondern geschieht in einer ausgelagerten Vorbereitungsphase. Während dieser Phase wird in den meisten Fällen eine auf Video aufgezeichnete Einführung in das Thema oder die Erklärung eines Sachverhaltes von den Schülern erarbeitet (vgl. Werner, Ebel, Spannagel, & Bayer, 2018, S. 13). Das Konzept legt sich jedoch nicht auf die Nutzung von Videos fest, sondern erlaubt viele weitere Vermittlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Podcasts oder schriftliche Unterlagen (vgl. Ebel, 2018, S. 19).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Arbeit beleuchtet die bildungspolitische Relevanz von Digitalisierung und Heterogenität im Mathematikunterricht und führt in das Konzept des umgekehrten Unterrichts ein.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DES FLIPPED CLASSROOMS: Dieses Kapitel definiert das Modell, zeichnet seine Entwicklung nach und erörtert kritisch die Stärken und Schwächen der Methode anhand existierender Studien.
3. MATHEMATIKDIDAKTISCHES INTERESSE AM FLIPPED CLASSROOM: Hier wird der theoretische Bezug zu Bildungsstandards und mathematikdidaktischen Prinzipien wie dem problemorientierten Lernen hergestellt.
4. UNTERRICHTEN MIT DEM FLIPPED CLASSROOM – EIN BEISPIELHAFTER STUNDENENTWURF: Ein detaillierter Entwurf für eine Unterrichtsstunde zur Vektoraddition dient als praktische Anwendung und illustriert die methodische Planung.
5. EMPIRISCHER TEIL – EINE QUALITATIVE INTERVIEWSTUDIE: Die methodische Vorgehensweise und Auswertung von Experteninterviews mit vier Lehrkräften bieten einen Einblick in die Praxisrealität.
6. FAZIT UND AUSBLICK: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über das Potential des Konzepts unter den aktuellen schulischen Rahmenbedingungen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Flipped Classroom, Mathematikunterricht, Digitalisierung, Selbstlernphase, Präsenzphase, Medienkompetenz, Vektoraddition, Lehr-Lern-Konzept, qualitative Forschung, didaktische Transformation, Lehrkraft als Coach, digitale Hilfsmittel, Unterrichtsentwurf, Schülermotivation, Inklusion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert das Lehr-Lern-Konzept „Flipped Classroom“ (umgekehrtes Klassenzimmer) und untersucht dessen Einsatzmöglichkeiten sowie Potentiale im Fach Mathematik.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Definition, der didaktischen Eignung für den Mathematikunterricht, der Erstellung von Unterrichtsmaterialien und einer empirischen Einordnung durch Lehrerbefragungen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie das Flipped-Classroom-Konzept den Mathematikunterricht bereichern kann, insbesondere im Hinblick auf Differenzierung und Kompetenzaufbau.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der empirische Teil umfasst eine qualitative Interviewstudie, bei der Lehrkräfte zu ihren Erfahrungen und Einstellungen gegenüber dem Modell befragt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung, die Verknüpfung mit Bildungsstandards, die Präsentation eines konkreten Stundenentwurfs und die Analyse der geführten Interviews.
Welche Keywords definieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören unter anderem Flipped Classroom, Digitalisierung, Selbstlernphase, Vektorgeometrie und mediale Ausstattung.
Wie bewerten die befragten Lehrkräfte den Zeitaufwand?
Die befragten Lehrkräfte betonen fast einstimmig, dass die Vorbereitung von Videos und begleitenden Materialien extrem zeitaufwendig ist, sehen darin aber einen Investitionsvorteil für die Zukunft.
Welche Rolle spielt die technische Ausstattung an Schulen?
Die Ergebnisse zeigen, dass eine zuverlässige technische Infrastruktur (WLAN, Endgeräte) eine essenzielle Grundvoraussetzung darstellt, deren Fehlen an vielen Standorten eine große Barriere bildet.
Können auch leistungsschwache Schüler profitieren?
Ja, sofern das Konzept durch individuelle Betreuung und differenzierte Materialien unterstützt wird, bietet es auch schwächeren Schülern die Chance, sich Inhalte in eigenem Tempo anzueignen.
Wie reagieren Schüler generell auf das Flipped-Classroom-Modell?
Das Feedback der Lehrkräfte deutet darauf hin, dass die Schüler zunächst meist mit großem Interesse auf die mediale Vielfalt reagieren, das Modell jedoch hohe Anforderungen an deren Selbstdisziplin und Eigenverantwortung stellt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Flipped Classroom im Mathematikunterricht? Eine qualitative Studie zu den Merkmalen und Potentialen des Konzeptes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001743