In dieser Ausarbeitung gilt es zu überprüfen, inwieweit die Instrumente des Classroom-Managements als Präventionsmaßnahme zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen fungieren können. Dabei wird unter Rücksichtnahme wissenschaftlicher Expertise sowohl das Classroom-Management, als auch das Thema Unterrichtsstörungen zunächst näher beleuchtet. In den einzelnen Kapiteln wird ergründet, was die Ursachen für Störungen des Unterrichtsverlaufes sein können und welche Ebenen dabei eine Rolle spielen. Mit Hilfe der Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien der Pädagogen Fesler und Kounin, wird das Potential des Classroom-Managements als Präventionsmaßnahme von Störungen untersucht. In einem Fazit wird abschließend die Frage beantwortet, inwiefern eine optimierte Klassenführung Unterrichtsstörungen entgegenwirken kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unterrichtsstörungen – Definition und Problemhorizont
2.1. Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen
2.2. Ursachen für Unterrichtstörungen
3. Präventionskonzepte im Schulalltag – Eine theoriebasierte Studie nach Christian Fesler
3.1. Aufbau und Fragestellung der Studie
3.2. Methodisches Vorgehen der Studie
3.3. Zentrale Ergebnisse der Studie
4. Classroom-Management – Begriffserklärung und theoretische Einordnung
5. Classroom-Management – Video-Recorderstudien nach Kounin
5.1. Aufbau und Fragestellung(en) der Studie(n)
5.2. Methodisches Vorgehen
5.3. Zentrale Ergebnisse der Studie
6. Konklusion der Studien bezogen auf das Präventionspotential von Classroom-Management hinsichtlich Störungen im Unterricht.
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Instrumente des Classroom-Managements als präventive Maßnahme zur Vermeidung von Unterrichtsstörungen fungieren können, wobei der Fokus auf dem Übergang von reaktiver Intervention hin zu vorausschauender Prävention liegt.
- Analyse der Erscheinungsformen und Ursachen von Unterrichtsstörungen
- Evaluation präventiver Ansätze anhand der Studie von Christian Fesler
- Theoretische Fundierung und Operationalisierung von Classroom-Management nach Jacob Kounin
- Empirische Überprüfung des Präventionspotentials mittels Kounins Video-Recorderstudien
Auszug aus dem Buch
Kounin formuliert wesentliche Merkmale eines guten Classroom-Managements.
Der Autor beginnt mit dem Prinzip der Allgegenwertigkeit, welches oft metaphorisch mit „Augen im Hinterkopf“ umschrieben wird (Kounin, 2006, S. 90). Damit sind alle Formen von Mitteilungen des Lehrers an die Schüler gemeint, die offenbaren, dass die Lehrkraft „im Bild über [das] Tun [der Schüler]“ ist (ebd.). Hierzu zählen im besonderen Maße Zurechtweisungen, welche die Kinder auf ihr nicht erwünschtes Verhalten aufmerksam machen sollen. Dabei besteht die Gefahr, das falsche Kind (Objektfehler) und somit nicht den Ursprung der Störung anzusprechen (vgl. ebd., S. 91). Zudem verpasst der Lehrer möglicherweise den richtigen Zeitpunkt und begeht damit einen „Zeitfehler“. Dieser Fehler begünstigt eine Verstärkung und Ausbreitung des unerwünschten Verhaltens (vgl. ebd.). Die Qualität der Allgegenwärtigkeit, die für ein gutes Classroom-Management von höchster Bedeutung ist, zeichnet sich demzufolge besonders durch ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und „Timing“ aus.
Neben diesem Merkmal betont Kounin die Wichtigkeit der „Überlappung“. Damit wird die Fähigkeit der Lehrkraft beschrieben, zur gleichen Zeit mit zweierlei Sachverhalten umgehen zu können. Zum besseren Verständnis eignet sich ein kurzes Beispiel. Die Lehrkraft übt im Sitzkreis mit einer Kleingruppe das Lesen eines Textes. Während eine Schülerin vorliest, scheint ein weiteres Kind, das nicht zur Lesegruppe gehört, dem Lehrer sein Heft zeigen zu wollen. Die Lehrkraft handelt im Sinn der Überlappung, wenn sie durch eine Geste signalisiert, dass sie den Wunsch des Schülers wahrgenommen hat, aber erst später darauf eingehen wird (vgl. Kounin, 2006, S. 96). Würde sie das Kind ignorieren, hätte die Lehrkraft eine mangelnde Überlappungsfähigkeit bewiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die psychische Belastung durch Unterrichtsstörungen und leitet zum Paradigmenwechsel von der Intervention hin zur Prävention durch Classroom-Management über.
2. Unterrichtsstörungen – Definition und Problemhorizont: In diesem Kapitel werden verschiedene Definitionen von Unterrichtsstörungen sowie deren facettenreiche Ursachen aus Schüler- und Lehrersicht analysiert.
3. Präventionskonzepte im Schulalltag – Eine theoriebasierte Studie nach Christian Fesler: Hier wird die Studie von Fesler vorgestellt, die aufzeigt, dass präventive Maßnahmen eine höhere Wirksamkeit bei der Vermeidung von Störungen besitzen als rein intervenierende Handlungen.
4. Classroom-Management – Begriffserklärung und theoretische Einordnung: Dieses Kapitel verortet das Konzept des Classroom-Managements nach Kounin als professionelles Instrumentarium zur Gestaltung störungsfreier Lernumgebungen.
5. Classroom-Management – Video-Recorderstudien nach Kounin: Der Abschnitt erläutert Kounins empirische Forschungsmethodik, die durch Videoaufzeichnungen den Zusammenhang zwischen spezifischen Lehrkompetenzen und Schülerverhalten belegt.
6. Konklusion der Studien bezogen auf das Präventionspotential von Classroom-Management hinsichtlich Störungen im Unterricht.: Die Schlussbetrachtung führt die Studienergebnisse zusammen und bestätigt das hohe Präventionspotential einer auf Kounins Dimensionen basierenden Klassenführung.
Schlüsselwörter
Classroom-Management, Unterrichtsstörungen, Prävention, Klassenführung, Jacob Kounin, Allgegenwärtigkeit, Überlappung, Reibungslosigkeit, Gruppenmobilisierung, Überdrußvermeidung, Lehrerverhalten, Lernatmosphäre, Schulpädagogik, Video-Recorderstudien, Lernerfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Classroom-Management als präventive Strategie, um Unterrichtsstörungen im schulischen Alltag zu vermeiden und die Lernqualität zu erhöhen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert auf die Definition von Unterrichtsstörungen, deren Ursachen aus Sicht von Lehrern und Schülern sowie die Anwendung wissenschaftlicher Konzepte der Klassenführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Studien zu belegen, dass eine optimierte Klassenführung durch präventive Maßnahmen Unterrichtsstörungen signifikant reduzieren kann.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung spezifischer empirischer Studien, insbesondere der qualitativen Forschung von Fesler und der Video-Recorderstudien von Jacob Kounin.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Ursachen für Konflikte, stellt das theoretische Modell des Classroom-Managements nach Kounin vor und verknüpft dieses mit den empirischen Erkenntnissen zu Präventionsstrategien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Classroom-Management, Prävention, Allgegenwärtigkeit, Überlappung, Reibungslosigkeit, Gruppenmobilisierung und der Welleneffekt nach Kounin.
Welche Bedeutung haben die Video-Recorderstudien für die Schlussfolgerung?
Die Studien von Kounin liefern die empirische Legitimierung für die Wirksamkeit präventiver Klassenführung, da sie deutliche Korrelationen zwischen professionellem Lehrerverhalten und einem ausbleibenden Fehlverhalten der Schüler nachweisen.
Warum wird der Fokus von der Intervention zur Prävention verschoben?
Aufgrund der Erkenntnis, dass rein reaktive Maßnahmen (Interventionen) oft nur Symptome bekämpfen, rückt die Prävention in den Fokus, um durch eine vorausschauende Unterrichtsgestaltung Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Kann eine Verbesserung des Classroom-Managements Unterrichtsstörungen vorbeugen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001746