Methoden und Schulbegleitung als Unterstützung der Inklusion von Schülern mit einer Autismus-Spektrum-Störung


Hausarbeit, 2020

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schüler mit der Autismusspektrumsstörung
2.1. Formen von Autismus
2.2. Methoden im Umgang mit Autismus für den Schulalltag
2.2.1 Rahmenmodell Eckert und Sempert
2.2.2. TEACCH Ansatz
2.2.3. Sofortmaßnahmen für den Unterricht
2.2.4. Umgang mit Gewalt und Aggressionen

3. Inklusion
3.1. Inklusive Schulen
3.2. Rolle des Schulbegleiters
3.2.1. Vorantreiben der Inklusion
3.2.2. Kritik und Hürden des Schulbegleiters

4. Profit des Schulbetriebes

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Es ist normal verschieden zu sein“, heißt es in der Ansprache von Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei der Eröffnungsveranstaltung der Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte. Doch diesem Grundsatz fehlt es an einer vollständigen Implementierung in unserer heutigen Gesellschaft.

Durch die zunehmende Präsenz des Themas Inklusion, sind Menschen mit Beeinträchtigung in den sozialen und politischen Fokus gerückt. Dies hat in den letzten Jahren zu vielen Debatten geführt und einer Umstrukturierung gesellschaftlicher Bereiche.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich damit, wie die Durchführung der Inklusion in Bezug auf Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung gelingt. Hierfür werden bestimmte Methoden, Ansätze und die Schulbegleitung im Blick genommen und deren Rolle in der Umsetzung von Inklusion.

Dafür ist zunächst wichtig die relevanten Aspekte und verschiedenen Formen einer Autismus-Spektrum-Störung aufzuzeigen. Dazu gehören zum Beispiel typische Verhaltensweisen und der dazugehörige Umgang mit solch einer Beeinträchtigung. Im weiteren Verlauf des Textes, soll ein Überblick über die bedeutsame Rolle und Signifikanz eines Schulbegleiters geschaffen werden. Als nächstes wird die Kritik und entstehende Hürden in der Schulbegleitung dargestellt. Zuletzt wird ein Überblick geschaffen, inwieweit ein Schulbetrieb von einer Implementierung der Inklusion profitiert.

Die gesamte Hausarbeit stützt sich auf die UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahre 2009. Insbesondere wird Bezug auf Artikel 24 genommen, in dem die Bildung im Mittelpunkt dieses Rechtes steht.

„Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen mit dem Ziel, (2) Menschen mit Behinderungen ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen zu lassen; (3) Menschen mit Behinderungen zur wirklichen Teilhabe an einer freien Gesellschaft zu befähigen.“

An dieser Stelle wird sichergestellt, dass Menschen aufgrund ihrer Behinderung nicht von dem allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden (Behindertenrechtskonvention, 2009). Somit wird das Prinzip der Gleichberechtigung für alle Menschen erzielt und auch Menschen mit Behinderungen wird eine vollständige Bildung gewährleistet.

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit soll erst einmal beantwortet werden, ob es hilfreiche und gelungene Ansätze für den Umgang mit Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung gibt. Anschließend wird überprüft, ob die Schulbegleitung ein wichtiger Bestandteil von Inklusion für jene Schüler mit Autismus ist. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden zuletzt zusammengefasst, um festzustellen, ob es geeignete Methoden im Umgang mit Menschen mit Autismus gibt und ob die Inklusion im Bereich der Schule vollständig gelungen ist.

2. Schüler mit der Autismus-Spektrum-Störung

Laut dem Statistischen Bundesamt im Bereich „Behinderte Menschen“, wird von 7,9 Milliarden Menschen ausgegangen die an einer Schwerbehinderung leiden. Dazu zählen geistige, seelische oder körperliche Behinderungen. Aber auch die emotional-soziale Beeinträchtigung gehört zu dieser Kategorie. Darunter fällt zum Beispiel die Autismus-Spektrum-Störung. Diese Beeinträchtigung gilt als tiefgreifende Entwicklungsstörung und ist in ihrer Form sehr vielfältig. „In der Autismus-Forschung hat sich inzwischen folgende Definition durchgesetzt: Autismus ist eine Störung, die durch eine deutlich abnorme und beeinträchtigte Entwicklung im Bereich der sozialen Interaktion und der Kommunikation, sowie durch ein deutliches Repertoire an Aktivitäten und Interessen gekennzeichnet ist.“ (DSM-IV, Saß, Wittchen & Zausig, 1996, S. 103).

2.1. Formen von Autismus

Autismus gilt nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) und dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) als „Tiefgreifende Entwicklungsstörung“ (F84) (Autismus Therapie Zentrum Niederrhein, o.J.). „Dabei liegt eine lebenslange komplexe Störung des zentralen Nervensystems zugrunde - insbesondere im Bereich der Wahrnehmungsverarbeitung - die bereits im Kindesalter beginnt. In Ihrem Zentrum steht eine schwere Beziehungs- und Kommunikationsstörung.“ (Autismus Therapie Zentrum Niederrhein, o.J.).

Die Autismus-Spektrum-Störung kann auf sehr unterschiedlichen Weisen bei einem Menschen auftreten. Dabei wird zwischen drei wesentlichen Formen unterschieden und zusammengefasst erläutert:

Einmal der Frühkindliche Autismus (F84.0). Dieser zeigt sich oft schon ab dem 1. Bis 2. Lebensjahr. Der Betroffene zeigt Schwierigkeiten bei der Kommunikation und der sozialen Interaktion.

Schon im jungen Alter kann eine Früherkennung stattfinden, in dem die auffälligen Verhaltensweisen des Kindes überprüft werden können, wie zum Beispiel eine sehr empfindliche Reaktion auf bestimmte Reize, wie Gerüche oder Geräusche. Das Kind spricht mit 16 Monaten keine einzelnen Wörter, oder das Kind nimmt wenig bis gar keinen Kontakt mit anderen auf. (Autistenhilfe, o.J.).

Eine weitere bekannte Form ist das Asperger-Syndrom ( F84.5) welches auf Hans Asperger zurückzuführen ist. „Charakteristisch dafür seien die gleichen Merkmale abweichender sozialer Interaktion, die allgemein für Autismus typisch sind; der primäre Unterschied bestehe allerdings im Fehlen einer allgemeinen Entwicklungsverzögerung der Sprache und der kognitiven Entwicklung.“ (Sallat, S. & Spreer M. & Glück W. C., 2014, Sc8). Hinzu kommen ausgeprägte Spezialinteressen die für den Betroffenen im Vordergrund stehen. (Autistenhilfe, o.J.).

Zudem gibt es noch den atypischen Autismus (F.84.1). Diese Form ähnelt dem Frühkindlichen Autismus sehr, außer einigen Unterschieden, wie beispielsweise: „[…], dass die diagnostischen Kriterien nicht in den notwendigen drei Bereichen für eine Autismus Diagnose erfüllt sind oder der Beginn der Symptomatik nach dem 3. Lebensjahr liegt.“

Und zuletzt gibt es die nicht näher bezeichnete tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84.9). Bei dieser Form von Autismus treffen zwar einige Symptomatiken und typische Auffälligkeiten auf, dennoch fehlt es an ausreichenden Informationen oder es liegen widersprüchliche Befunde vor.

Zudem können in manchen Fällen zusammen mit dem Autismus Begleiterkrankungen einhergehen, wie zum Beispiel AD(H)S, Tourette-Syndrom oder auch Depressionen. (Autismus Therapie Zentrum Niederrhein, o.J.)

Autismus ist durch diverse Verhaltensweisen gekennzeichnet. Vor allem aber wirken sich diese auf die Interaktionen des sozialen Umfeldes aus und bereiten den Menschen mit Autismus große Schwierigkeiten.

„Menschen mit ASS haben grundlegende Probleme in der sozialen Wahrnehmung, der sozialkognitiven Informationsverarbeitung und daraus resultierend auch im sozial-interaktiven Verhalten.“ (Knorr, P., S.16). Außerdem gibt es Auffälligkeiten bei der Kommunikation und es besteht eine begrenzte und sich immer wiederholende Auswahl an Interessen und Aktivitäten in der Freizeit (Eckert, A. & Sempert, W., 2013).

Durch die verschiedenen Formen des Autismus wird auffällig, dass die Verhaltensweisen sehr individuell ausgeprägt sind. In dem folgenden Zitat wird nochmal der Unterschied zu einem Menschen mit dem Asperger-Syndrom deutlich und die dazugehörigen Stärken und Schwächen:

„Die betreffenden Kinder und Jugendlichen sind sowohl in ihrem nicht-verbalen Verhalten (deutlich reduzierte Gestik, Mimik, Gebärden, Blickkontakt) auffällig, als auch durch ihre Unfähigkeit, zwanglose Beziehungen zu Gleichaltrigen oder Älteren herzustellen. (…) Menschen mit Asperger-Syndrom nehmen vielfältig, aber unangemessen mit der Umwelt Kontakt auf.

Sie sprechen gerne und viel mit anderen Menschen, reden ausführlich und weitschweifig von ihren Interessen, achten aber nicht darauf, ob ihr Verhalten der Situation angemessen ist und wie ihr Gegenüber darauf reagiert.“ ( Knorr, P., S.15).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Methoden und Schulbegleitung als Unterstützung der Inklusion von Schülern mit einer Autismus-Spektrum-Störung
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V1001765
ISBN (eBook)
9783346375780
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit, Pädagogik, Autismus, Beeinträchtigung, Schulbegleitung, Inklusion, Menschen mit Behinderung, Autismus-Spektrum-Störung
Arbeit zitieren
Dilara Mey Kaplan (Autor), 2020, Methoden und Schulbegleitung als Unterstützung der Inklusion von Schülern mit einer Autismus-Spektrum-Störung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001765

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