Die Arbeit entwickelt ein Konzept für ein Wahlmodul Triathlon im Gymnasium. Dazu werden wichtige Eigenschaften und trainingstheoretische Grundlagen des Triathlonsports angeführt. Außerdem zeigt die Arbeit die Möglichkeiten der Integration des Triathlonsports in den Unterricht auf.
Basierend auf der Schulstruktur des Modulunterrichts und dem theoretischen Wissen zur Trainingsgestaltung wird ein Unterrichtsentwurf für Bewegung und Sport mit dem Schwerpunkt Triathlon geliefert. Das Wahlmodul Triathlon wird dabei aus acht Einheiten aufgebaut, in denen neben den jeweiligen Inhalten auch deren Lernziele und damit geschulte Kompetenzen behandelt werden. Bezüglich des Unterrichtsinhalts wird dabei auf die technischen und koordinativen Aspekte der Sportart Wert gelegt.
Die Stundenbilder sind dabei ausgelegt auf technische Aspekte des Sports und nicht auf Training der Ausdauerfähigkeit, die erstellte Unterrichtsplanung in mehreren Einheiten lässt sich also sehr gut für Pädagogen verwenden, die Kindern die ersten Erfahrungen in der Sportart Triathlon erfahren lassen wollen. Abschließend wird im Resümee gezeigt, dass das modulare Schulsystem gerade für Ausdauersportarten wie Triathlon eine gute Möglichkeit bietet, vermehrt in den Sportunterricht eingebaut zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung der Arbeit
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Die modulare Oberstufe
2.1 Die neue Oberstufe
2.2 Leistungsbeurteilung, Aufsteigen und Wiederholen
2.3 Individuelle Lernbegleitung
2.4 Begabtenförderung
2.5 Das Modulsystems
2.5.1 Begriffsbestimmung
2.5.2 Gliederung in Basis- und Wahlmodule
2.5.2.1 Basismodule
2.5.2.2 Wahlmodule
2.6 Kritik
3. Integration von Triathlon in das modulare System
3.1 Bildungsstandards und Kompetenzmodell
3.2 Lehrplan für Bewegung und Sport
3.3 Korrelation Lehrplan-Triathlon
3.4 Organisationsformen des Wahlmoduls Triathlon
4. Historische Entwicklung des Triathlons
4.1 Triathlongeschichte in Österreich
4.2 Historische Entwicklung der Teildisziplinen
4.2.1 Geschichte des Schwimmens
4.2.2 Geschichte des Radfahrens
4.2.2.1 Entwicklung des Fahrrades
4.2.2.2 Geschichte des Radrennsports
4.2.3 Geschichte des Laufens
5. Triathlon und seine Aspekte
5.1 Definition Triathlon
5.2 Wettkämpfe und Distanzen
5.2.1 Rennserien
5.2.1.1 ITU Welt- und Europacup
5.2.1.2 World Triathlon Series
5.2.1.3 Ironman 70.3
5.2.1.4 Ironman
5.2.1.5 Challenge-Serie
5.2.2 Distanzen
5.2.2.1 Internationale Standarddistanzen
5.2.2.2 Crosstriathlon und Wintertriathlon
5.2.2.3 Kindertriathlon
5.3 Physiologische Aspekte
5.3.1 Energiestoffwechsel
5.3.1.1 Energiereiche Phosphate
5.3.1.2 Kohlenhydrate
5.3.1.3 Fette
5.3.1.4 Proteine
5.3.1.5 Überblick
5.3.2 Atmung und Herz-Kreislauf-System
5.3.3 Sauerstoffaufnahme
5.4 Anatomische Aspekte
5.4.1 Anpassung der Muskulatur
5.4.2 Bewegungsstrukturen im Triathlon
5.4.2.1 Muskelbeteiligung beim Schwimmen
5.4.2.2 Muskelbeteiligung beim Radfahren
5.4.2.3 Muskelaktivität beim Laufen
5.5 Technische Aspekte
5.5.1 Schwimmtechnik
5.5.1.1 Bewegungsbeschreibung Kraulschwimmen
5.5.1.2 Fehleranalyse des Kraulens
5.5.2 Radtechnik
5.5.2.1 Radeinstellung
5.5.2.2 Radhandlung
5.5.2.3 Richtiges Pedalieren
5.5.3 Lauftechnik
5.5.3.1 Unterschiedliche Lauftechniken
5.5.3.2 Komponenten der idealen Lauftechnik
6. Leistungsfähigkeit im Sport
6.1 Trainingsadaption
6.2 Leistungsanforderungen im Triathlon
6.2.1 Ausdauer
6.2.2 Kraft
6.3 Schnelligkeit
6.3.1 Beweglichkeit und Koordination
6.4 Leistungsstruktur im Triathlon
6.4.1 Struktur der Wettkampfleistung im Triathlon
6.5 Leistungsentwicklung
6.5.1 Leistungsstufen eines langfristigen Trainingsprozesses
6.6 Leistungsdiagnostik
6.6.1 Stufentest
6.6.2 Weitere leistungsdiagnostische Verfahren
7. Training im Triathlon
7.1 Trainingsprinzipien
7.2 Trainingssteuerung
7.2.1 Trainingsbereiche
7.2.1.1 Einflussfaktoren auf die Herzfrequenz
7.2.2 Trainingsmethoden
7.2.2.1 Dauermethode
7.2.2.2 Intervallmethode
7.2.2.3 Wiederholungsmethode
7.2.2.4 Wettkampfmethode
7.2.3 Training in den Sportarten
7.2.3.1 Schwimmen
7.2.3.2 Radfahren
7.2.3.3 Laufen
7.3 Trainingsplanung
7.3.1 Periodisierung
7.3.1.1 Einfach- und Doppelperiodisierung
7.3.2 Trainingszyklen
8. Triathlonspezifische Fertigkeiten
8.1 Entwicklung koordinativer Faktoren im Triathlon
8.1.1 Der schnelle Wechsel
8.1.2 Entwicklung der Kopplungsfähigkeit
8.1.3 Technik und Taktik beim Freiwasserschwimmen
8.2 Gestaltung technischer Elemente im Triathlon
8.2.1 Technikübungen im Schwimmen
8.2.1.1 Kraulwenden
8.2.2 Technikübungen im Radfahren
8.2.3 Technikübungen im Laufen
9. Triathlon in der Schule
9.1 Nutzen und Aspekte des Ausdauersports im Jugendalter
9.1.1 Körperliche Aspekte und Nutzen
9.1.2 geistige Aspekte und Nutzen
9.2 Konzeption eines Triathlon-Moduls im Fach Bewegung und Sport
9.2.1 Rahmenbedingungen
9.2.1.1 Zielgruppe
9.2.1.2 Lernziele und Kompetenzen
9.2.1.3 Methodenanwendung
9.2.1.4 Leistungsbeurteilung
9.2.2 Gestaltung der Unterrichtseinheiten
9.2.2.1 1. Einheit
9.2.2.2 2. Einheit
9.2.2.3 3. Einheit
9.2.2.4 4. Einheit
9.2.2.5 5. Einheit
9.2.2.6 6. Einheit
9.2.2.7 7. Einheit
9.2.2.8 8. Einheit
10. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Möglichkeiten der Integration des Triathlonsports als Wahlmodul in das neue österreichische Schulsystem der "Oberstufe Neu". Ziel ist es, ein didaktisch fundiertes Konzept zu erstellen, das Sportlehrkräften als Leitfaden dient, um diesen komplexen Ausdauersport methodisch korrekt und motivierend in den Unterricht einzubetten.
- Strukturelle Rahmenbedingungen der "Oberstufe Neu"
- Trainingswissenschaftliche Grundlagen der Sportart Triathlon
- Integration von Koordination und Kondition in den Schulsport
- Detaillierte Unterrichtsplanung in acht Einheiten
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausgangslage
Olympische Sommerspiele 2004 in Athen: das olympischen Triathlonrennen entscheidet die Österreicherin Kate Allen für sich und schreibt mit dem Gewinn der Goldmedaille österreichische Sportgeschichte. Seit dem bereits über ein Jahrzehnt zurückliegenden Ereignis ist der Triathlonsport in Österreich kontinuierlich am wachsen. Dies belegen unter anderem die aktuellen Analysedaten des im Februar 2017 erschienenen Jahresberichts für 2016 vom Österreichischen Triathlonverband (ÖTRV), dem offiziellen Fachverband für österreichische Triathleten.
Betrachtet man beispielsweise die Anzahl der Österreichs Triathlonsportlern gelösten Jahreslizenzen des ÖTRV (vgl. Abbildung 1), so ist ein stetiger Zuwachs auf bereits über 2200 Lizenzen im letzten Analysejahr 2016 zu beobachten. „Das ist eine Steigerung von 13,1% gegenüber dem Vorjahr. Damit wurde ein lang angestrebtes Ziel, die 2.000er-Marke zu übertreffen, erreicht.“
Auch die Anzahl der im ÖTRV registrierten Vereine geben den Wachstumstrend des Triathlonsports wieder, so gibt es derzeit 288 Triathlonvereine in Österreich (vgl. Abbildung 2). „Auch hier ist die große Zielsetzung Ende 2018 über 300 aktive Vereine im ÖTRV zu beheimaten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die aktuelle Entwicklung des Triathlonsports in Österreich, stellt die Problemstellung bezüglich der Integration in den Schulsport dar und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der vorliegenden Arbeit.
2. Die modulare Oberstufe: Hier werden die strukturellen Neuerungen der österreichischen Oberstufe dargelegt, insbesondere das System der Basis- und Wahlmodule sowie die Ansätze zur individuellen Lernbegleitung und Begabtenförderung.
3. Integration von Triathlon in das modulare System: Dieses Kapitel analysiert die Übereinstimmung von Triathloninhalten mit den bestehenden Bildungsstandards und Lehrplänen für das Unterrichtsfach Bewegung und Sport.
4. Historische Entwicklung des Triathlons: Der Autor gibt einen Überblick über die Ursprünge des Triathlons international sowie in Österreich und beleuchtet die Geschichte der drei Teildisziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen.
5. Triathlon und seine Aspekte: Hier werden Wettkampfformate, Distanzen sowie die physiologischen, anatomischen und technischen Grundlagen des Triathlonsports detailliert beschrieben.
6. Leistungsfähigkeit im Sport: Dieses Kapitel widmet sich den trainingswissenschaftlichen Grundlagen der Leistungsstruktur, der Leistungsentwicklung und der Leistungsdiagnostik im Kontext des Triathlons.
7. Training im Triathlon: Hier werden die allgemeinen Trainingsprinzipien, Methoden der Trainingssteuerung und die spezifische Trainingsplanung unter Berücksichtigung von Periodisierung und Trainingszyklen behandelt.
8. Triathlonspezifische Fertigkeiten: Fokus liegt auf den koordinativen Anforderungen, insbesondere dem Wechseltraining zwischen den Disziplinen, sowie der technischen Gestaltung der drei Teilbereiche.
9. Triathlon in der Schule: Das Kernstück der Arbeit, in dem die gesundheitlichen und sozialen Vorteile im Jugendalter diskutiert und ein konkreter Unterrichtsentwurf in acht Einheiten präsentiert wird.
10. Resümee und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des Konzepts und einem Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten zur Einbindung von Triathlonsport in den Schulalltag.
Schlüsselwörter
Triathlon, Modulare Oberstufe, Schulsport, Ausdauersport, Trainingssteuerung, Didaktik, Sportunterricht, Schwimmtechnik, Radhandling, Lauftechnik, Leistungsdiagnostik, Unterrichtsentwurf, Trainingswissenschaft, Koppeltraining, Schulsportintegration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Integration des Triathlonsports als Wahlmodul in das neue modulare Oberstufensystem österreichischer Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft bildungspolitische Rahmenbedingungen des neuen Schulsystems mit den sportwissenschaftlichen Grundlagen des Triathlons und einem praxistauglichen Unterrichtskonzept.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines didaktisch fundierten Unterrichtskonzepts, das Lehrpersonen ermöglicht, Triathlon als spannendes und gesundheitsförderndes Modul in den Schulsport zu implementieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sportwissenschaftlicher Erkenntnisse sowie die Ausarbeitung eines praxisorientierten, didaktischen Modulkonzepts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zur Trainingslehre, zur Biomechanik und Technik der drei Disziplinen sowie die detaillierte Planung von acht Unterrichtseinheiten für die modulare Oberstufe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Triathlon, Modulare Oberstufe, Unterrichtsplanung, Leistungsdiagnostik, Ausdauersport und Didaktik.
Wie wird der Wechsel zwischen den Disziplinen im Unterricht geübt?
Die Arbeit schlägt spezielle Koppeltrainings vor, in denen der Übergang (Wechselzone) und die koordinative Anpassung unter Zeitdruck simuliert werden.
Kann man Triathlon mit Schülern ohne Vorkenntnisse durchführen?
Ja, das Modul ist so konzipiert, dass es auch als Einstieg dient, wobei eine Grundfähigkeit im Kraulschwimmen und Radfahren vorausgesetzt wird.
Welche Rolle spielt die Leistungsdiagnostik im Konzept?
Sie dient als Basis für ein individuelles Training, bei dem die Schüler lernen, ihre Belastungsbereiche (z.B. mittels Puls oder Conconi-Test) eigenständig zu bestimmen.
- Arbeit zitieren
- Johann Körner (Autor:in), 2017, Triathlon im Sportunterricht der Modularen Oberstufe. Trainingstheoretische Grundlagen und Unterrichtskonzept, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001799