Modellierung einer erweiterten Ereignisgesteuerten Prozesskette in Abhängigkeit von SCRUM


Seminararbeit, 2020

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition der Begrifflichkeiten
2.1 Definition eEPK
2.2 Definition SCRUM

3 Vor- & Nachteile der EPK/eEPK
3.1 Vorteile EPK/eEPK
3.2 Nachteile EPK/eEPK

4 Praxisbeispiel Auftragsannahme der Firma Miele & Cie. KG

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Intemetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Prozess derAuftragsannahme

Abbildung 2: Verwendete Elemente der eEPK in dem Praxisbeispiel

Abkürzungsverzeichnis

ARIS Architektur integrierter Informationssysteme

eEPK erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette

EPK Ereignisgesteuerte Prozesskette

1 Einleitung

In der heutigen Zeit ist es für Unternehmen wichtiger denn je Geschäftsprozesse, beispielsweise entlang einer Lieferkette, zu überblicken, um flexibel und vielseitig auf neue Verhältnisse reagieren zu können. Die Schwierigkeit für Unternehmen ohne ein funktionierendes Prozessmanagement liegt darin, dass diese Prozesse teilweise nicht durchgehend dokumentiert und lückenhaft sind. Dadurch können die Benutzer die benötigten Dokumente bei Bedarf nicht finden und aufgrund der Dokumentationslücken nicht richtig anwenden. Die erfolgreiche Anwendung eines Prozessmanagementtools ist eine Möglichkeit, um nicht notwendigen Aufwand zu minimieren und eine vollständige Dokumentation der laufenden Geschäftsprozesse reibungslos zu ermöglichen. Unternehmen legen immer mehr Wert auf wertschöpfende Aktivitäten, welche mit modernen Informationsund Kommunikationstechnologischen Geschäftsprozessen fokussiert werden. Aktuelle Prozessmanagement-Ansätze bieten ein hohes Leistungspotenzial hinsichtlich der Arbeitsorganisation, sowie der Generierung von Produktivitäts- und Wettbewerbsvorteilen. Der sich daraus ergebende Vorteil liegt darin, dass mittels der Integration bereits bestehender IT-Systeme in Prozessen das Arbeitspensum erhöht werden kann. Auch kann die Einarbeitungszeit neuer Angestellter reduziert werden. Um Geschäftsprozesse zu modellieren gibt es beispielsweise als Prozessmodell die erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette (eEPK).1

In dieser Arbeit wird zunächst die grundlegende Funktionsweise der erweiterten Ereignisgesteuerten Prozesskette erläutert, sowie auf deren Vor- und Nachteile eingegangen werden. Auch wird in diesem Rahmen beschrieben werden, inwiefern der Einsatz der eEPK als sinnvoll zu betrachten ist. Zuletzt soll an einem eigens modellierten Beispiel diskutiert werden, ob diese auch in agilen SCRUM Vorgehensmodellen angewendet werden kann.

2 Definition der Begrifflichkeiten

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Begrifflichkeiten „eEPK“ und „SCRUM“, um einen Einblick in die Thematik zu ermöglichen und um nachfolgenden Kapiteln folgen zu können.

2.1 Definition eEPK

Die erweiterte Ereignisgesteuerte Prozessketten Analyse ist eine der häufigsten Anwendungen, um Geschäftsprozesse visuell darzustellen. Mittels der EPK ist es einfacher Prozesse einer Unternehmung zu erklären, analysieren und zu vereinfachen. Die grafische Darstellungsmethode ist während der Entwicklung von Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) entstanden.2 ARIS dient der Darstellung von Prozessen und die Ereignisgesteuerte Prozesskette ist ein Bestandteil dieses Integrationskonzeptes.3 ARIS stützt sich auf eine fünf Sichten Architektur, dass sogenannte „ARIS-Haus“. Diese sind die Organisations-, Daten-, Steuerungs-, Funktions-, und zuletzt die Leitungssicht. Die Einteilung in diese verschiedenen Sichtweisen dient dazu die Komplexität von Prozessen zu reduzieren. Somit ist die Prozessdefinition einfacher zu gestalten.4 Jede der fünf Sichten wird dann in drei Beschreibungsebenen eingeteilt. Diese drei Sichtweisen werden Fach- und Datenverarbeitungskonzept, sowie Implementierungsebene genannt.5 Dem Fachkonzept ist die ereignisgesteuerte Prozesskette zuzuordnen.6

Eine ereignisgesteuerte Prozesskette besteht aus drei Bestandteilen. Diese drei Teile sind die Ereignisse, die Funktion und die Verknüpfungsoperatoren (Konnektoren).7 Ziel der EPK ist es betriebliche Vorgänge zu systematisieren und zu parallelisieren, da dies Geschäftsprozesse optimiert.

Jede ereignisgesteuerte Prozesskette beginnt mit einem Ereignis. Aufgrund dieses Ereignisses wird eine Funktion ausgeführt. Nachjeder Funktion erfolgt mindestens ein Ereignis. Ereignisse werden grafisch als Sechseck dargestellt und Funktionen als Rechtecke. Ereignisse, welche zum Auslösen einer Funktion führen, werden als Input einer Funktion bezeichnet. Dagegen wird ein Ereignis, dass nach einer Funktion folgt als Output bezeichnet.8

Die Konnektoren bieten die Möglichkeit mehrere Prozessabläufe zu verknüpfen. Diese Verknüpfungen werden „UND“ (AND), „inklusives ODER“ (OR) und „exklusives ODER“ (XOR) genannt. Wenn mehrere Prozesse gleichzeitig ausgeführt werden sollen, wird UND verwendet. Dagegen findet ein „inklusives ODER“ oder ein „exklusives ODER“ Verwendung, wenn eine Entscheidung getroffen werden muss, beziehungsweise eine Option gewählt wird. Sind mehr als nur eine Option möglich findet die ODER Funktion Gebrauch. Sollte nur eine Option zu wählen sein, wird die XOR Funktion angewandt.9

Eine erweiterte Modellierungsform der EPK stellt die sogenannte erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette (eEPK) dar. Der, durch die EPK dargestellte Ablauf eines Geschäftsprozesses wird mittels der Erweiterungselemente um zusätzliche Informationen erweitert, sowie Verbindungen zu den anderen fünf Sichten des ARIS-Hauses hergestellt. Die von der eEPK zusätzlich genutzten Symbole sind Organisationseinheiten, Dokumente oder Informationsobjekte. Allerdings dienen diese erweiterten Elemente nicht der Bildung von Struktur, da diese den Ablauf der Prozesskette nicht beeinflussen können.10

2.2 Definition SCRUM

Scrum ist eine Methode des agilen Projektmanagements, die in den 1990er Jahren in der Softwareentwicklung ihren Ursprung fand. Es basiert auf der Grundlage, dass ein komplexes Projekt einfacher umgesetzt werden kann, wenn es in einzelne Teile gegliedert wird, welche wiederum durch kleine, selbstorganisierte Teams bearbeitet werden.11 Diese Teile finden schrittweise, in sich wiederholenden Etappen statt. Es gibt insgesamt drei Prozessbeteiligte. Der erste ist der Product Owner. Er beginnt das Projekt mit einer klaren Produktversion und verantwortet dabei den Erfolg des Projekts. Der zweite Beteiligte ist der Serum Master. Dieser übernimmt Koordinations-, sowie Managementaufgaben und stellt den reibungslosen Ablauf des Projekts sicher. Er ist allerdings im Gegensatz zum Product Owner nicht weisungsbefugt. Der dritte Akteur ist das Entwicklungsteam, welches optimaler Weise aus drei bis sechs Entwicklern besteht und für die Umsetzung der Projektteile zuständig ist.12

Das Product Backlog enthält alle Anforderungen an das spätere Produkt und wird von dem Product Owner erstellt sowie priorisiert, um eine optimale Zielerreichung sicherzustellen. Das Sprint Backlog ist ein Auszug des Product Backlogs und enthält den Teil der Anforderungen, die für den nächste Sprint erforderlich ist. Das Product Backlog und das Sprint Backlog werden auch als Serum Artefakte bezeichnet, die die fundamentalen Listen und Dokumente im Serum darstellen.

Der nächste Schritt ist das sogenannte Sprint Planning Meeting, in dem die Planung des jeweiligen Sprints stattfmdet. Ein Sprint hat eine maximale Dauer von 4 Wochen.13 Innerhalb dieses Ablaufs erfolgen tägliche Daily Serum Meetings. Am Ende eines jeden Sprints steht ein Review Meeting bevor der nächste Sprint beginnen kann.14 Das (Pro- dukt)-Inkrement ist das fertige Zwischenprodukt, welches am Ende eines jeden Sprints entstanden ist. Das Entwicklungsteam führt dieses fertigerstellte Zwischenprodukt dem Kunden vor und plant mittels des Kundenfeedbacks die folgenden Schritte.15 Die Reflek- tion und Bewertung eines vorangegangenen Sprints führt das Team mit dem Serum Master innerhalb der Sprint Retrospektive durch. AufBasis dessen sollen Optimierungen für nachfolgende Sprints entwickelt werden.16

3 Vor- & Nachteile der EPK/eEPK

In den beiden nachfolgenden Kapiteln werden die Vor- und Nachteile der ereignisgesteuerten Prozesskette beschrieben.

3.1 Vorteile EPK/eEPK

Ein wesentlicher Vorteil der erweiterten Ereignisgesteuerten Prozesskette ist die große Verbreitung innerhalb Deutschlands in der Praxis.

Des Weiteren ist die eEPK für Personen, die keine IT-Kenntnisse vorweisen können, leicht verständlich und nachvollziehbar.17 Dadurch entwickeln die Mitarbeiter ein besseres Verständnis für den zu betrachtenden Prozess und lassen sich leichter einarbeiten.

Um aktuelle Zustände eines Prozesses, sowie die dazugehörigen Sollzustände und deren Abläufe zu veranschaulichen und um Prozesstransparenz herzustellen, wird diese Modellierungsmethode verwendet. Deshalb ist es auch ein Vorteil, dass diese mit ihrer Notation etliche weitere Tools unterstützt, um Prozesse darzustellen.18

Ebenfalls ist vorteilhaft zu erwähnen, dass die eEPK viele Verknüpfungen zu standardisierten Softwaresystemen aufweist, weshalb sie inzwischen als gängiges Format in der Darstellung von Geschäftsprozessen gilt.19

Prozesse können durch die eEPK nicht nur anwendungsübergreifend über unterschiedliche Softwaresysteme hinweg gestaltet werden, sondern auch Unternehmensübergreifend dargestellt werden.

Ebenso werden mittels dieser Modellierungsmethode Prozesse organisiert und optimiert um Aufgaben aus betriebswirtschaftlichen Bereichen vereinfacht darzustellen. Es lassen sich dadurch auftretende Probleme klar definieren und durch die eEPK-Modellierung können mögliche Lösungen für die zu behebende Problematik überprüft werden.

Geschäftsprozesse, Arbeitsabläufe und Firmenstrukturen lassen durch die Prozessmodellierung der eEPK visualisieren. Dadurch ist es einfacher diese effizienter zu strukturieren, expliziter zu beschreiben, sowie die Planbarkeit und Spezifikation von Unternehmensentwicklungen zu simplifizieren.

3.2 Nachteile EPK/eEPK

Die erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette ist mit einigen Nachteile behaftet. Negativ zu bewerten ist, dass durch die nicht vorhandene Standardisierung außerhalb Deutschlands die Nutzung der eEPK limitiert ist.20

Ein weiterer Nachteil ist, dass sich diese Modellierungsform nur mit den Abläufen eines Prozesses beschäftig, aber nicht andere Faktoren von Geschäftsprozessen berücksichtigt.

Ebenso ist problematisch zu betrachten, dass zu lange Durchlaufzeiten nicht sofort ersichtlich sind, da für Funktionen der Faktor Zeit nicht modelliert wird.21

Zudem lassen sich die zugrunde liegenden Konstrukte der eEPK zwar einfach erläutern, aber um Prozessketten möglichst aussagekräftig und brauchbar zu modellieren ist für die Einarbeitung von Nichtkundigem IT-Personal trotzdem ein erheblicher Unterweisungsaufwand in die Methode nötig.22

Als weitere Schwäche lässt sich anführen, dass die eEPK in keiner Weise die Qualität der Umsetzung von Tätigkeiten in den gestalteten Funktionen betrachtet, wie beispielsweise die geeignete Verwendung von vorhandenen Informationen.

Ein Schwachpunkt ist ebenfalls, dass Informelle Strukturen vernachlässigt werden und nur formale Strukturen und Abläufe erfasst werden.23

Auch ist negativ zu beurteilen, dass einige zu gering spezifizierte Notationselemente, die der Modellierung des Kontrollflusses dienen, in unterschiedlichster Weise interpretiert werden können.24

[...]


1 vgl. Kropp, S., Unternehmensindividuelle Auswahl von Prozessmanagementtools, 2010, S.56 ff.

2 vgl. https://change-partner.de/glossary/epk-eepk/, Zugriffam 30.11.2020.

3 vgl. https://www.der-wirtschaftsingenieur.de/index.php/ereignisgesteuerte-prozesskette-epk/, Zugriff am 30.11.2020.

4 vgl. Hansen, R., Mendling, J., Neumann, G., Wirtschaftsinformatik, 2019, S.142 f.

5 vgl. Hansen, R., Mendling, J., Neumann, G., Wirtschaftsinformatik, 2019, S.144 f.

6 vgl. https://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/lexikon/daten-wissen/lnformationsma- nagement/Business-Engineering/-Business-Engineering—Ansatze-des/Architektur-integrierter-lnformati- onssysteme-/index.html, Zugriffam 30.11.2020.

7 vgl. Leimeister, J., Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 2015, S.120.

8 vgl. Leimeister, J., Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 2015, S.120.

9 vgl. Leimeister, J., Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 2015, S.122.

10 vgl. Leimeister, J., Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 2015, S.124 f.

11 vgl. https://scrumguide.de/die-geschichte-von-scrum/, Zugriffam 01.12.2020.

12 vgl. Niermann, P., Schmutte A., Managemententscheidungen, 2017, S. 429.

13 vgl. Niermann, P., Schmutte A., Managemententscheidungen, 2017, S. 430.

14 vgl. Niermann, P., Schmutte A., Managemententscheidungen, 2017, S. 431.

15 vgl. Niermann, P., Schmutte A., Managemententscheidungen, 2017, S. 429.

16 vgl. Niermann, P., Schmutte A., Managemententscheidungen, 2017, S. 431.

17 vgl. Alleweyer, T, Geschäftsprozessmanagement, 2005, S.182.

18 vgl. Leimeister, J., Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 2015, S.125.

19 vgl. Staud, J., Geschäftsprozessanalyse, 2006, S.243.

20 vgl. Leimeister, J., Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 2015, S.125.

21 vgl. Staud, J., Geschäftsprozessanalyse, 2006, S.241.

22 vgl. Alleweyer, T, Geschäftsprozessmanagement, 2005,S.182.

23 vgl. Staud, J., Geschäftsprozessanalyse, 2006, S.241 f.

24 vgl. Alleweyer, T, Geschäftsprozessmanagement, 2005,S.182.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Modellierung einer erweiterten Ereignisgesteuerten Prozesskette in Abhängigkeit von SCRUM
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Veranstaltung
BWL - Projektmanagement & IT-Grundlagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V1002192
ISBN (eBook)
9783346378453
ISBN (Buch)
9783346378460
Sprache
Deutsch
Schlagworte
modellierung, ereignisgesteuerten, prozesskette, abhängigkeit, scrum
Arbeit zitieren
Maximilian Urlbauer (Autor:in), 2020, Modellierung einer erweiterten Ereignisgesteuerten Prozesskette in Abhängigkeit von SCRUM, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002192

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