Unternehmenskultur. Drei-Ebenen und Eisberg-Modell


Hausarbeit, 2018

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einführung

2. Definition Unternehmenskultur

3. Drei-Ebenen-Modell der Unternehmenskultur
3.1. Sichtbare Verhaltensweise
3.2. Werte
3.3. Grundannahmen

4. Eisberg-Modell der Unternehmenskultur

5. Wirkung von Unternehmenskultur
5.1. Motivationswirkung
5.2. Stabilisierungswirkung
5.3. Koordinationswirkung
5.4. Außenwirkung

6. Aussicht und Fazit

1. Einführung

Seit den 1920er Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Unternehmenskultur vor allem, wenn Unternehmen mit externen Krisen konfrontiert werden. Die McKinsey-Berater Tom Peters und Robert Waterman entwickelten in den 1970er Jahren ein Unternehmensmodell, welches Faktoren des Erfolgs definieren. Hier findet man den Begriff der Unternehmenskultur wieder (vgl. Leitl 2010). Der Organisationspsychologe Edgar Schein beschäftigt sich am Massachusetts Institute of Technology mit der Frage, wie sich Unternehmenskultur erklären lässt. Er kommt zu dem Entschluss, dass Annahmen nicht sichtbar und schwer zugänglich sind (vgl. Leitl 2010). Dies wird im Folgenden noch näher erläutert. Gerade heute ist der Umgang mit der Unternehmenskultur ein wichtiger Aspekt. Die Unternehmen stehen einer großen Aufgabe gegenüber, das Geschäftsmodell auf die Industrie 4.0 auszurichten. Strategien, Struktur und Prozesse stehen in unmittelbarer Wechselwirkung, was ein Entwicklungsfeld in der Anpassung der Unternehmenskultur darstellt (vgl. Penning 2017).

2. Definition der Unternehmenskultur

Bei der Unternehmenskultur handelt es sich um ein vielschichtiges und komplexes Thema. Da es eine Vielfalt an theoretischen Ansätzen gibt, kann kein einheitliches Konzept erstellt werden. Die Unternehmenskultur ist dabei ein Teilbereich der Kultur (vgl. Unterreitmeier 2004). Kultur wird nach Kroeber als eine komplexes Ganzen bezeichnet, welches Wissen, Glauben, Kunst, Moral, Recht und andere Aspekte beinhaltet, die von Mitglieder einer Gruppe angewandt werden (vgl. Kroeber 1948). Dabei ist Kultur menschengeschaffen und ein Ergebnis aus einem kollektiven und gesellschaftlichen Handelns und Denkens. Kulturprodukte können materieller Art oder immaterieller Natur sein (vgl. Keller 1982). Außerdem wird Kultur getragen und überliefert von Mitgliedern einer sozialen Gruppe. Die gesamte Überlieferung ist dabei nicht abhängig vom einzelnen Individuen. Jede Gesellschaft verfügt dabei über eine eigene Kultur, welcher über die Zeit weitergegeben wird (vgl. Tenbruck 1979). Es lässt sich also feststellen, dass eine keine grundlegende Definition von Unternehmenskultur gibt. Jedoch ist sie im Teilbereich der Kultur und Sozialwissenschaft angesiedelt und findet auch im Rahmen des Change-Managements Anwendung.

3. Drei-Ebenen-Modell der Unternehmenskultur

Nach dem US-amerikanischen Organisationspsychologen Edgar Schein kann das Kulturphänomen in Organisationen in drei Ebenen definiert werden. Diese bestehen aus der ersten Ebene, welche die sichtbare Verhaltensweise beleuchtet. Die zweite Ebene betrifft die Gefühlswelt der Individuen und die dritte Ebene deckt die Grundannahmen ab. Die Ebenen sind nach dem Grad der Beobachtbarkeit differenziert. Das Modell versucht die Beziehungen zueinander aufzuzeigen (vgl. Schein 1985).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung! Ebenen der Unternehmenskultur nach Schein (vgl. Schein 1985)

3.1. Sichtbare Verhaltensweise

Die erste Ebene der Unternehmenskultur definiert sich durch visuelle Ausdrucksweise und beobachtbares Verhalten. Dabei stellen Bekleidungsvorschriften, Sprache und Architektur einige Beispiele dar. Hier ist die wichtigste Annahme, dass alles direkt beobachtbar ist. Die einzelne Bedeutung dieser Artefakte ist jedoch für Personen, welcher der speziellen Gruppierung nicht angehören, schwer erkennbar. In verschiedenen Unternehmen können einzelne Artefakte verschiedene Bedeutungsebenen haben. Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt hier das Unternehmensleitbild dar (vgl. Schein 1985).

3.2. Werte

Die mittlere Ebene stellen die bekundeten Werte dar. Hier beziehen sich die Mitglieder des Unternehmens auf gemeinsame Normen. Zu beachten sind die Unternehmensgrundsätze und die Philosophie des Unternehmens. Solche Werte sind in der Historie entstanden und werden stetig weiterentwickelt. Diese sind wichtig, um ein Verständnis von richtig und falsch zu entwickeln, was das Handeln innerhalb der Organisation betrifft. Die Werte entwickeln sich aus Verhaltensmustern einzelner, welche sich über einen gewissen Zeitraum bewährt haben und zum Nutzen vieler folgender Anwender verhilft. Dabei wird die Steuerung der Organisationsmitglieder gewährleistet. Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Setzung von Standards und ermöglichen so eine Evaluation der Leistung von Einzelnen. Hieraus entwickeln sich Aspekte der dritten Ebene Scheins Modells, die Grundannahmen (vgl. Schein 1985).

3.3. Grundannahmen

Aus Werten können sich Grundannahmen entwickeln, indem sie sich häufig zur Problemlösung bewähren. Eine Grundannahme im Unternehmen gilt als gesetzt und wird nicht hinterfragt, sodass Diskussionen über diese innerhalb der Belegschaft nicht kritisch betrachtet werden. Diese Grundannahmen stellen das Fundament und die unterste Ebene im Modell dar. Sie stellen die Beziehung dar, welche zum Wesen des Menschen, der Umwelt und zur Realität gepflegt wird. Außerdem steuern sie die Handlungen und die Beziehungen zu anderen Menschen und haben somit den größten Einfluss auf das Verhalten der Mitarbeiter. Dadurch, dass die Grundannahmen meist bereits im Unterbewusstsein der Mitarbeiter verankert ist, lassen sie sich nur schwer herausarbeiten. Dies steht klar im Gegensatz zur ersten Ebene des Modells (vgl. Schein 1985).

4. Eisberg-Modell der Unternehmenskultur

Ein weiteres anschauliches Modell zur Darstellung Unternehmenskultur stellt das Eisbergmodell nach Sackmann dar. Sackmann sieht dabei, dass es in der Organisation Gemeinsamkeiten bei der Bewältigung von Problemen gibt. Dabei wird zwischen sichtbaren und unsichtbaren Aspekten unterschieden. Für Außenstehende ist eine Differenzierung dabei schwierig. Für die sichtbaren Elemente steht im Modell die Spitze des Eisbergs, welche über den Wasserspiegel hinausragt. Diese Spitze stellt jedoch nur einen kleinen Teil dar. Der größere Anteil ist nicht sichtbar unter der Wasseroberfläche zu finden, was die unsichtbaren Gemeinsamkeiten der Organisation darstellt. Dadurch wird verdeutlicht, dass der unsichtbare Teil einen größeren Einfluss auf das Ganze nimmt, als der kleine, sichtbare Anteil. Das Leitbild der Organisation und die strategischen Zielsetzungen sind dabei Beispiele für die sichtbaren Aspekte des Modells. Dahingegen stellen die Auslegung von richtig und falsch und das generelle Verhalten der Belegschaft den größeren, nicht sichtbaren Teil des Modells dar. Das Modell dient zur Verdeutlichung, dass die gesamte Unternehmenskultur nur schwer zu erfassen ist, da es sowohl leicht zu erfassende, als auch schwer beobachtbare Aspekte vorhanden sind (vgl. Sackmann 2002).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung2: Eisbergmodell nach Sackmann (vgl. Sackmann 2002)

5. Wirkung der Unternehmenskultur

Es ist schwierig, nachweisliche Wirkungen von Unternehmenskultur aufzustellen. Jedoch kann man zwischen verschiedenen Wirkungsweisen von Unternehmenskulturen unterschreiben, welche im Folgenden näher betrachtet werden sollen (vgl. Jacobsen 1995). Dabei wird vor allem auf die Wirkungsweisen in einer Organisation und deren Strukturen eingegangen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Unternehmenskultur. Drei-Ebenen und Eisberg-Modell
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Nürnberg früher Fachhochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V1002907
ISBN (eBook)
9783346381729
ISBN (Buch)
9783346381736
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unternehmenskultur, drei-ebenen, eisberg-modell
Arbeit zitieren
Dominik Schwägerl (Autor:in), 2018, Unternehmenskultur. Drei-Ebenen und Eisberg-Modell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002907

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Unternehmenskultur. Drei-Ebenen und Eisberg-Modell



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden