Social Media im Bereich der Sozialwirtschaft

Wie die Sozialwirtschaft von Social Media profitieren kann


Hausarbeit, 2020

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsangabe

Einleitung

Definitionen
1. Content Marketing
2. Digitalisierung
3. Social Media / Soziale Medien
4. Sozialwirtschaft

Wie die Sozialwirtschaft von Social Media profitieren kann
1. Werbung
Content Marketing
Die Unterstützung der Unternehmen untereinander

Nachteile von Social Media für die Sozialwirtschaft

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Soziale Arbeit hat als Ziel die Verbesserung der Lebensrealität der Menschen im Alltag. Um die sozial-gesellschaftlichen Probleme zu verstehen, die einige Menschen haben und die ihnen im Alltag die selbstständige Verbesserung der Lebensrealität erschweren, ist der erste Schritt, zu verstehen, was die soziale Lage im Land ist und wodurch diese entstand.

Erst wenn man das versteht, kann man mit den Menschen zusammen an Lösungen für ihre Probleme arbeiten.

Im Folgenden wird Deutschland als Beispielland fungieren.

Die aktuelle soziale Lage in Deutschland wird maßgeblich durch Migration, Armut und die Lage der Familie bestimmt. (vgl. Zahlen und Fakten - Die soziale Situation in Deutschland o. J.)

Hier ist wichtig anzumerken, dass viele Probleme wie z.B. Altersarmut oder Straffälligkeit häufig Teile sich bedingender Konflikte innerhalb der sozialen Situation der Menschen sind und man sie deshalb kaum losgelöst voneinander betrachten kann.

Beispielhaft wird im Folgenden Migration und Armut kurz erläutert.

Migration ist in allen Industrieländern ein viel diskutiertes Thema. 2016 lebten 9,2 Millionen ausländische Menschen in Deutschland, Eingebürgerte mit Migrationshintergrund sind dabei nicht berücksichtigt worden. (vgl. Zahlen und Fakten - Die soziale Situation in Deutschland - Ausländische Bevölkerung o. J.)

Die Gründe für Migration sind dabei vielschichtig und hängen stark von der Lebensrealität im Land und dem Bildungsstand ab.

Aufgrund der Digitalisierung wachsen die nationalen Arbeitsmärkte zusammen und gleichzeitig erfahren Menschen in Entwicklungsländern von den Bedingungen in Industrieländern.

Des Weiteren erleben sie in ihrem Heimatland oftmals schlechte Bildungsmöglichkeiten, kaum Jobchancen, Kriege und die Auswirkungen des Klimawandels. (vgl. Hintergrund - Ursachen von Migration o. J.)

Man könnte hier nun diskutieren, inwieweit die Digitalisierung und die vorherigen Revolutionen Ursache dieser Missstände sind, doch dies würde an dieser Stelle zu weit führen.

2017 galt jede sechste Person in Deutschland als von Armut gefährdet, ohne die soziale Umverteilung wäre sogar jede vierte Person betroffen gewesen. (vgl. Zahlen und Fakten - Die soziale Situation in Deutschland - Ausgewählte Armutsgefährdungsquoten 2019)

Besonders von Armut gefährdet sind Migranten, Menschen mit niedrigem Bildungsstand bzw. die Kinder von Menschen mit niedrigem Bildungsstand und Alleinerziehende. Diese Menschen sind auch am häufigsten von Arbeitslosigkeit betroffen.

Das hängt unter anderem mit den sich verändernden Anforderung an Mitarbeiter zusammen.

Durch die Digitalisierung ist es Unternehmen möglich, die meisten Prozesse zu automatisieren, nämlich durch den Einsatz von Maschinen bzw. Computern. So werden hauptsächliche Menschen mit hohem Bildungsstand gesucht, die diese Automatismen überwachen und weiterentwickeln. Folglich gibt es immer weniger Arbeit für Menschen mit niedrigem Bildungsstand, da diese früher eher die Arbeiten der Maschinen ausgeführt haben.

Im Jahr 2007 waren lediglich 7,8 Prozent der Kinder, die das Gymnasium besuchten, aus Familien, in denen die Eltern einen Haupt- oder Volksschulabschluss hatten. (vgl. Zahlen und Fakten - Die soziale Situation in Deutschland - Schulbesuch nach höchstem allgemeinem Schulabschluss der Eltern 2014)

Daraus schließt sich, dass Kinder aus Familien mit niedrigem Bildungsstand tendenziell auch eher einen niedrigen Bildungsstand erreichen und infolgedessen wahrscheinlicher von Armut gefährdet sind, genauso wie ihre Eltern.

An diesen Beispielen kann man erkennen, dass die vierte industrielle Revolution, also die Digitalisierung direkt oder indirekt an den sozialen Missständen in Deutschland beteiligt ist.

Durch die Schnelligkeit, in der Daten verarbeitet und Wissen konsumiert wird, hat die Digitalisierung die gesamte Gesellschaft verändert und berührt damit den Menschen in jedem Aspekt seines Lebens.

Diese exponentiell schnelle Veränderung birgt viele Chancen, aber auch viele Herausforderungen für den Alltag eines Menschen.

Die Digitalisierung ist zwar Teil des Problems, aber sie könnte vielleicht auch Teil der Lösung sein, indem sie indirekt Menschen bei den Herausforderungen des Lebens unterstützt.

Ob und inwiefern Social Media von der Sozialwirtschaft dafür genutzt werden kann, wird im Folgenden erläutert.

Definitionen

1. Content Marketing

Im Rahmen von Social Media bietet Content Marketing eine informierende, beratende und/oder unterhaltende Inhalte.

Diese verfolgen das Ziel, dass sich eine Zielgruppe, also Kunden und potenzielle Kunden, mit den Informationen beschäftigen und dadurch einen viralen Prozess ankurbeln, was das Vertrauen in die Marke stärkt, sodass man sich als Experte positionieren kann und mehr potenzielle Kunden akquiriert bzw. bestehende potenzielle Kunden eher bereit sind Produkte oder Dienstleistungen zu erwerben.

Es ist aber keine klassische werbliche Kommunikation mit Kaufappell.

Vielmehr steht Content Marketing als zentrale Größe im Marketing 4.0, welches für die Verschiebung des Marketings hin zur Öffentlichkeitsarbeit und im engen Zusammenhang zur Informationsgesellschaft steht. (vgl. Lies 2018)

2. Digitalisierung

“Der Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Er kann die digitale Umwandlung und Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen ebenso meinen wie die digitale Revolution [ ], bzw. die digitale Wende.” (Bendel o. J.)

3. Social Media / Soziale Medien

“Soziale Medien dienen der – häufig profilbasierten – Vernetzung von Benutzern und deren Kommunikation und Kooperation über das Internet.” (Bendel o. J.)

Die Vernetzung entsteht dabei zwischen Privatpersonen, Kunden und Unternehmen, aber auch öffentlichen Institutionen und Bürgern.

Soziale Medien und Social Media wird im Folgenden synonym verwendet.

4. Sozialwirtschaft

Die ersten Publikationen mit diesem Begriff wurden zu Beginn des 21. Jahrhunderts veröffentlicht.

Daraus ergibt sich die Tatsache, dass der Begriff noch nicht klar definiert ist bzw. sogar von einigen Vertretern im Fachkreis abgelehnt wird.

Im Folgenden werden einige Definitionen der Sozialwirtschaft näher erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auch wenn der Begriff Sozialwirtschaft sicherlich nicht grundlos umstritten ist, wird sich im Folgenden primär auf die Definition von Wendt bezogen.

Man ist sich in Fachkreisen einig, dass die Soziale Arbeit durch ihre institutionellen Merkmale und Tätigkeitsbereiche eine besondere Organisation und ein modifiziertes Management brauchen.

Dies wird besonders in der Finanzierung deutlich, da diese nicht durch den Konsumenten bzw. den Klienten erfolgt, sondern durch den Staat.

Eine geeignete Leistung soll durch möglichst wenig Ressourcen erbracht werden und nur dann finanziert der Staat diese Leistung auch.

Daraus ergibt sich, dass professionelle soziale Dienstleistungen unter Effektivitäts- und Effizienzaspekten beschreibbar und evaluierbar sein müssen.

Durch dieses Spannungsfeld zwischen dem Kostenträger (Staat) und dem Leistungsempfänger (Klient), in welchem sich die Sozialwirtschaft befindet, hat sich der dritte Sektor gebildet.

Dieser beschreibt die Sozialwirtschaft als vom Staat und den marktwirtschaftlichen Unternehmen abgegrenzter Teil der Wirtschaft.

Der zweite Sektor, in dem sich die marktwirtschaftlichen Unternehmen befinden, hat als primäre Zielsetzung die monetäre Gewinnmaximierung.

Der erste Sektor ist der Staat. Dieser hat genau wie der dritte Sektor als Ziel eine ideelle Gewinnmaximierung, also die verbesserte Lebensqualität der Nutzer der Hilfsangebote und ihre Selbstständigkeit.

Wie die Sozialwirtschaft von Social Media profitieren kann

Die Soziale Arbeit und damit auch die Sozialwirtschaft lebt von dem Umgang mit ihren Klienten.

In den meisten Fällen nehmen die Klienten den ersten Kontakt zu Einrichtungen auf.

Man ist also darauf angewiesen, dass potentielle Klienten von diesem Hilfsangebot wissen oder von anderen Stellen (Bekanntenkreis, öffentliche Stellen, Ärzten) darauf aufmerksam gemacht werden.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Menschen, die sich für ein Angebot interessieren könnten, manchmal gar nichts von diesem wissen.

Exemplarisch kann hier eine Befragung zur Nutzung der Jugendarbeit in Panketal angeführt werden.

Zur Vereinfachung werden im Folgenden Eltern und Erziehungsberechtigte unter dem Wort Eltern zusammengefasst.

In der Befragung zur Jugendarbeit in Panketal haben Eltern und Jugendliche teilgenommen.

17% der Eltern wussten überhaupt nichts von dem bestehenden Angebot der Jugendhilfe.

Nur 7-10% der Jugendlichen gaben an, Angebote der Jugendhilfe zu nutzen.

67,5% der befragten Jugendlichen seien in ihrer Freizeit Zuhause, spielten mit Freunden Playstation oder seien am Smartphone. (vgl. Linne 2018)

Rund 80% der Nutzer Sozialer Medien greifen auf diese durch mobile Endgeräte wie Smartphones, Tablets, etc. zu. (vgl. Grasegger o. J.)

Es ist folglich davon auszugehen, dass die meisten Jugendlichen, die in ihrer Freizeit am Smartphone sind, auch aktiv auf Social Media sind.

Doch nicht nur die Jugend ist im Internet und auf den Sozialen Medien vertreten.

2019 waren 96% der deutschen Bevölkerung Internetnutzer. Fast die Hälfte waren aktiv auf Social Media Plattformen und dies Tendenz steigend.

2016 waren nämlich nur 36% auf den Plattformen vertreten. (vgl. Grasegger o. J.)

Daraus wird ersichtlich, dass man die Problematik, dass viele Menschen nichts von den Angeboten wissen, lösen könnte, indem man die Leistungen durch eine effektive Social Media Strategie an den potentiellen Klienten bringt.

Im Folgenden wird erläutert, welche Strategien man als Unternehmen in der Sozialwirtschaft verfolgen kann, um über sein Angebot auf Social Media zu informieren und einen ersten Kontakt zu potentiellen Klienten herzustellen.

Die ausgewählten Strategien beruhen im wesentlichen auf zwei elementaren Prinzipien der Sozialen Arbeit in Deutschland.

Erstens ist Soziale Arbeit immer Hilfe zur Selbsthilfe und zweitens muss diese Hilfe durch den geringstmöglichen Ressourcenaufwand verfügbar sein.

1. Werbung

Wenn man als Unternehmen seine Konten auf den Sozialen Medien kostenlos auf ein Business Konto umstellt, kann man sehr leicht und für kleines Geld Werbung schalten.

Doch weil man trotzdem einen Betrag für die Werbung bezahlen muss, bietet es sich an, nicht ständig die eigenen Dienstleistungen bzw. das Unternehmen in den Vordergrund zu stellen und bekannter zu machen, sondern auf besondere Events hinzuweisen.

Indem man eine Werbung ein bis zwei Wochen vor einem Event schaltet und den Ort und die Zielgruppe sehr genau festlegt, verringern sich nicht nur die Kosten für die Werbung, sondern es erhöht auch die Wahrscheinlichkeit Personen zu erreichen, die sich wirklich für das Angebot interessieren und sonst nichts von dem Angebot erfahren hätten, da sie sonst keinen Berührungspunkt mit diesen Informationen haben.

Diese Strategie ist maßgeblich abhängig von der Genauigkeit der eingegebenen Informationen bei Schaltung der Werbung.

Durch das Nutzen Sozialer Medien als Privatperson werden Daten über die eigene Person und über ihre Interessen gesammelt. Durch diese Informationen kann ein relativ genaues Nutzerprofil der Person von der Social Media Plattform erstellt werden. Aufgrund dieses Nutzerprofils werden der Person dann Inhalte und Werbung gezeigt, für die sie sich wahrscheinlich interessiert.

Werbung wird dabei über ein spezielles System an die Nutzer ausgespielt, z.B. über den Facebook Pixel, der auch für Instagram zuständig ist.

Wenn man also als Ersteller der Werbung einen Ort, ein ungefähres Alter und Interessen angibt (z.B. Wiesbaden, 13-19, grillen, halal, Fußball, etc.), wird die eigene Werbung nur Personen angezeigt, die in die Zielgruppe fallen, die sich für ein Event (z.B. Sommerfest der Jugendhilfe) interessen könnten.

Auf diesem Weg erreicht man Menschen, die man durch traditionelle Methoden wie Printmedien oder Flyer nicht auf das Angebot aufmerksam geworden wären, wodurch die Zahl der Interessenten bzw. potenziellen Klienten steigt und das für einen geringen Preis, den man auch noch selbst regulieren kann, indem man z.B. die Laufzeit anpasst.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Social Media im Bereich der Sozialwirtschaft
Untertitel
Wie die Sozialwirtschaft von Social Media profitieren kann
Hochschule
Hochschule RheinMain  (Recht und Management auf Soziale Arbeit)
Veranstaltung
Grundlagen von Organisation und Management Sozialer Arbeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1002917
ISBN (eBook)
9783346381781
ISBN (Buch)
9783346381798
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Social Media, Sozialwirtschaft, Wirtschaft 4.0, Soziale Arbeit, Digitalisierung, Content Marketing, Soziale Medien, Werbung, Datenschutz, Urheberrecht, Bildrecht, Cyber-Mobbing
Arbeit zitieren
Sophia Schäfer (Autor:in), 2020, Social Media im Bereich der Sozialwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002917

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