Maria Ward. Ihr Institut und der Streit mit der Amtskirche bis 1631


Hausarbeit (Hauptseminar), 2020

24 Seiten, Note: 1.3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Maria Ward und die Lage der Katholiken in England

III. Die Gründung des Instituts der Englischen Fräulein

IV. Der Papst, die Anklagen und Maria Ward

V. Zweiter Aufschwung und die Aufhebung des Instituts
V.1. Die Bulle Pastoralis Romani Pontifici und die Zerschlagung des Instituts

VI. Das Ende der Maria Ward und ihres Instituts

VII. Fazit und Ausblick

VII. Quellen- und Literaturverzeichnis

Quellen:

I. Einleitung

Maria Ward sah sich in ihrem Leben und bei der Gründung ihres Institutes vor diverse Aufgaben gestellt. Ziel dieser Arbeit soll es sein, diese Probleme aufzuzeigen und zu erläutern. Hierbei wird der Fokus auf die Probleme mit der Amtskirche gelegt, welche die Errichtung des Instituts durch Maria Ward ungemein erschwerten.

In einem ersten Schritt sollen die Verhältnisse in Europa kurz betrachtet werden, wobei gerade die Rolle der Katholiken in Europa bzw. in England als Hauptproblem betrachtet werden muss und unerlässlich für ein Verständnis von Maria Ward und ihrem Institut ist.1 Des Weiteren wird in einem kurzen Umfang die Person Maria Ward vorgestellt, allerdings nur diejenigen Aspekte, die für die Gründung des Instituts, den Auseinandersetzungen mit den Päpsten, der Amtskirche sowie den politischen Umständen von Belang sind.

In einem zweiten Teil soll dezidiert das Verhältnis von Maria Ward, ihrem Institut, der Amtskirche sowie dem weltlichen Arm in Europa betrachtet werden. Hierzu sollen einige Dokumente der Maria Ward bzw. der Gegenseite betrachtet werden. In diesem Kontext soll vor allem die Zeit von der Gründung des Institutes bis 1631 betrachtet werden. Des Weiteren wird die Bulle Pastoralis Romani Pontificis von 1631 genauer untersucht und bildet einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit.

In einem letzten Schritt soll ein Fazit gezogen werden sowie ein kleiner Ausblick auf die Auswirkungen Maria Wards gegeben werden, etwa auf ihre Rolle für die Mädchenbildung sowie auf das weitere Schichsal des Institutes nach ihrem Tod.

Um eine Beurteilung der Quellenlage vorzunehmen, muss gesagt werden, dass sich diese als sehr gut gestaltet. In der folgenden Seminararbeit wird der vierteilige Band „Maria Ward und ihre Gründung“ herangezogen, welcher beinahe alle Quellentexte der Maria Ward, ihres Umfeldes sowie der Gegenseite bis 1650 umfasst und somit sehr gut in den Rahmen dieser Seminararbeit passt. Im Allgemeinen ist die Quellenlage um die Person Maria Ward sehr gut erhalten. Es fehlen zwar einige wichtige Dokumente, wie etwa ihr Taufschein oder Briefe aus ihrer Gefangenschaft, durch die gegebenen Quellen lässt sich ihr Weg, die Gründung des Institutes sowie die Probleme mit der Amtskirche, dem Papst und dem weltlichen Arm umfangreich und sehr genau darstellen.2 Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass nicht ein enormes Maß an Dokumenten verloren gegangen ist, was eventuell ein noch genaueres Bild hätte zeichnen können. Dies hängt mit den zahlreichen Ortswechseln Maria Wards zusammen. Es kam jedoch auch gezielt zu Bemühungen der Amtskirche, die Dokumente um die unliebsame Person Maria Ward zu vernichten, so z.B. durch eine Konstitution des Papstes Benedikt XIV. von 1749, die eine Verbrennung von Dokumenten anordnete. Dieses Beispiel, welches sich fast 100 Jahre nach dem Tod Maria Wards zugetragen hat, verdeutlicht die enorme Spannung zwischen Papst und der Person Maria Ward bzw. ihrem Institut. Ebendieses Verhältnis soll im Folgenden nun genauer thematisiert werden.3

Die Lage der Sekundärliteratur ist etwas schwerer zu erfassen. So sind an dieser Stelle die Werke von Wetter zu nennen, die sich wohl am umfassendsten mit Maria Ward und ihrem Institut auseinandergesetzt hat. Des Weiteren werden v.a. die Werke von Nigg, Peters und Köhler verwendet, die ihrerseits als Standardwerke betrachtet werden können.

Problematisch an der Lage der Literatur ist, dass diese einigermaßen veraltet ist und sich hauptsächlich um 1990 finden lässt. Ebenfalls problematisch ist die Tatsache, dass in den genannten Werken, gerade bei Peters, Wetter und Köhler, ein durchaus theologischer Zugang zu dem Thema Maria Ward gewählt wurde. Aus geschichtswissenschaftlicher Sicht können schlichtweg nicht alle Argumente dieser Autoren als gültig betrachtet werden. Ein Beispiel wäre, dass Entscheidungen der Maria Ward sehr häufig mit Visionen, Eingebungen etc. erklärt werden, auch wenn eventuell ein anderer Grund diese Entscheidung ausgelöst hat. Des Weiteren steht in den genannten Werken oftmals die Person Maria Ward im Fokus. Ihre Spiritualität und ihre tiefe Frömmigkeit sind zwar wichtige Aspekte, für die Geschichtswissenschaft jedoch nicht zwangsläufig zentralen Punkte. Ein weiteres Problem hinsichtlich der Lage der Forschungsliteratur ist die sehr begrenzte Anzahl an Autoren, welche sich mit dem Thema beschäftigt haben, was zu einer einigermaßen beschränkten Literaturlage führt.

Hinzu kommt, dass diese Autoren oft selbst Anhänger der Congregatio Jesu sind, wie sich der Orden heute selbst betitelt. Auf den ersten Blick kann somit keine objektive Betrachtung der Ereignisse im 17. Jahrhundert erfolgt sein. Dennoch sind die genannten Autoren unerlässlich, wenn man sich mit dem Thema Maria Ward auseinandersetzen will. Gerade im Hinblick auf die Bearbeitung der Quellen haben Wetter, Köhler und Peters eine unschätzbare Arbeit geleistet. Somit liegt das eigentliche Problem hinsichtlich der Literatur nicht im Umfang oder der Schwierigkeit der Literatur, sondern darin, theologische, zumeist katholische Literatur aus geschichtswissenschaftlicher bzw. hermeneutischer Sicht zu betrachten und in diese Seminararbeit einzuarbeiten. Gerade Argumente wie Visionen oder Eingebungen, welche bei Wetter als völlig legitimes Argument für Handlungen der Maria Ward herangezogen werden, müssen aus geschichtswissenschaftlicher Sicht als höchst kritisch betrachtet werden und dürfen keineswegs alleinstehend als Begründungen in einem hochkomplexen politischen Zusammenhang, etwa zwischen Papst, Protestanten und Anglikanern, gelten. Ein gutes Beispiel für diese nicht gerade objektive Argumentation liefert Peters. Sie führt den guten Charakter der Maria Ward als Hauptargument in einer Diskussion um das Verschwinden eines Siegels an, welches durch die Inquisition konfisziert werden sollte. Für Peters ist der gute Charakter der Maria Ward ein Totschlagargument, durch welches sich jegliche Diskussion erübrigt. Dieses Vorgehen lässt sich an mehreren Stellen in ihrem Werk beobachten.4

Gerade bei Immolata Wetter kommt es fast schon zu einer Apotheose der Figur Maria Ward und diese wird durchweg sehr positiv dargestellt. Ähnliche Tendenzen lassen sich jedoch auch bei Köhler und Nigg finden. Damit zusammenhängend liegt der Fall vor, dass sich die Literatur dieser Zeit noch stark an dem Grundsatz der großen Persönlichkeiten orientiert. Selbstverständlich ist die Geschichte des Institutum Beatae Mariae Virginis5 untrennbar von Maria Ward zu betrachten, dennoch werden Aspekte der Sozialgeschichte bzw. der Gesellschaft allgemein, oftmals außer Acht gelassen und Zusammenhänge werden beinahe ausschließlich an Einzelpersonen festgemacht. Um diese Lücke zu füllen, wird das Werk von Mary Wright herangezogen, welches an sich den Anspruch stellt, die politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Einflüsse darzulegen.6

Um eine kurze Darstellung der Forschungsgeschichte um die Person Maria Ward zu liefern, so begann diese in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts,7 wobei die frühe Forschung weitestgehend im Rahmen der Kirche stattfand. So ist an dieser Stelle P. Joseph Grisar zu nennen, der im Zuge der Seligsprechung der Maria Ward 1931 diverse umfassende Werke veröffentlichte und maßgeblich an der Bearbeitung der Quellen beteiligt war und grundlegend für die nachfolgende Forschung zu Maria Ward war. Ab den 1970er Jahren übernahm diese Rolle Immolata Wetter und wenig später Henriette Peters, welche ihrerseits ausschlaggebend für die Bearbeitung der Quellen waren, welche in dieser Zeit neu aufgefunden wurden. Das in dieser Arbeit verwendetet Werk von Ursula Dirmeier bildet vorerst den Höhepunkt in der Forschungsgeschichte zu Maria Ward und ihrem Institut. So wurde die Arbeit der im Vorangegangenen genannten Personen hier zusammengefasst, ergänzt und als Quellenband veröffentlicht.8

II. Maria Ward und die Lage der Katholiken in England

Wie bereits erwähnt, ist es unabdingbar, die europäischen resp. die englischen Verhältnisse im 16. und 17. Jahrhundert zu betrachten, um ein tiefergreifendes Verständnis von Maria Ward und ihrem Handeln zu erlangen. Zu Beginn dieses Kapitels muss allerdings auch gesagt werden, dass keine vollständige Darstellung der Ereignisse erfolgen kann. So wurden über die Pulververschwörung und ihre Auswirkungen auf die Katholiken in England ganze Abhandlungen und Bücher geschrieben. An dieser Stelle soll eine kurze Darstellung der Ereignisse, vor allem in England stehen, die grundlegend für Maria Ward und das Institut sind.

Die Lage der Katholiken in England gestaltete sich als äußerst schwierig. Durch diverse Gesetze in der Zeit vor Maria Wards Geburt 1585, lebten die Katholiken in England ein sehr unsicheres Leben. Die Supremats- und Einheitsakte von 1559 sowie weitere antikatholische Gesetzgebungen machten es seit der Regentschaft Henry VIII. de facto unmöglich, einen offenen Katholizismus zu praktizieren. So wurden z.B. um 1540 alle Klöster aufgelöst, einen Pfarrer zu beherbergen stand unter schwerer Strafe und die Ausreise eines Katholiken war ebenfalls untersagt. Katholische Geistliche, die vom Staatsapparat gefasst wurden, wurden oftmals als Hochverräter hingerichtet.

Der englische Staat schuf hierbei ein sehr effizientes System, um Katholiken bzw. Andersgläubige zu identifizieren. Zum einen stand, wie oben in Ansätzen beschrieben, die Ausübung des katholischen Glaubens unter Strafe, zum anderen wurde schon die Nicht-Ausübung des anglikanischen Glaubens bestraft. So stand das Fernbleiben vom Staatsgottesdienstes unter Strafe, ebenso wie die Weigerung den Supremats-Eid zu leisten, der den König bzw. die Königin als Oberhaupt der Kirche anerkennt. Dieses Vorgehen führte dazu, dass es immer weniger Katholiken in England gab und nur noch vereinzelt ein Katholizismus ausgelebt wurde.9

Die Familie Ward war sehr wohlhabend und konnte so der vollen Härte des Gesetzes entgehen.10 Sie war aktiv in der katholischen Untergrundbewegung, sie bot z.B. Pfarrern Unterschlupf und richteten katholische Veranstaltungen in ihren Räumlichkeiten aus. Des Weiteren waren einige Verwandte der Maria Ward in die Pulververschwörung von 1605 verwickelt, ebenso waren weitere Familienmitglieder Anhänger der Maria Stuart und waren in diverse Bemühungen verstrickt, diese aus dem Kerker zu befreien bzw. ihr auf den Thron zu verhelfen.11 Somit wurde die Person Maria Ward in eine stark katholische Familie hineingeboren und genoss dort eine umfangreiche Ausbildung sowie Kontakt zu Pfarrern und jesuitischen Abgesandten, die seit 1581 eine Mission in England hatten. Dies hat sicherlich ihre Entscheidung, einen Orden nach jesuitischem Vorbild zu schaffen, stark beeinflusst.12

Hierbei wurde der Grundstein für Maria Wards tiefen Glauben gelegt und in diversen Selbstzeugnissen spricht sie von dem Einfluss ihrer Familie, die sich trotz aller Widrigkeiten zum katholischen Glauben bekannte, auf ihren Glauben.13

Im Alter von 15 Jahren beschloss Maria Ward einem Orden beizutreten.14 Wie bereits oben erwähnt, waren alle Klöster seit ca. 1540 in England verboten. Infolgedessen reiste Maria Ward 1606 auf das europäische Festland bzw. nach St. Omer in den spanischen Niederlanden. St. Omer war ein katholisches Zentrum und galt als bekannter Zufluchtsort, gerade für englische Katholiken, mit einer bekannten Jesuitenniederlassung und diversen weiteren Klöstern. Mit der Hilfe des Jesuiten P. George Keynes schloss sich Maria Ward den Klarissen als Laienschwester an.15 Der Orden der (armen) Klarissen galt als der strengste Orden und Maria Ward schrieb selbst, dass sie ihn deswegen ausgesucht habe.16 Nachdem Maria Ward einige Zeit als Bettelschwester verbracht hatte, fasste sie den Beschluss, einen Klarissenkonvent für Engländerinnen zu gründen, der in einer benachbarten Stadt erbaut wurde. Dies war ein weiterer Schritt hin zur Gründung des eigentlichen Instituts. Durch eine plötzliche Eingebung beschloss Maria Ward das Klosterleben der Klarissen zu verlassen und ging 1609 zurück nach England.17

Dieser Abschnitt des Lebens der Maria Ward war geprägt von den Religionswirren in England. Sie sah die heranwachsende Generation in höchster Gefahr, da diese immer mehr dem anglikanischen Glauben zugetan war und somit um ihr Seelenheil fürchten musste.18 Aus diesem Grund fasste Maria Ward den Beschluss, einer apostolischen Tätigkeit nachzugehen und ein Institut für englische Mädchen zu gründen, welches „abweichend von der bisherigen Form Frauenklöster, ein dem Papst allein unterstehender, weitgespannter Orden werden [sollte].“19

Somit lässt sich festhalten, dass Maria Ward in eine extrem katholische Familie geboren wurde, die ihren Glauben auch mit Gewalt durchsetzen wollte und bereit war, dafür zu sterben. So waren Familienmitglieder in die causa Maria Stuart verwickelt, weitere in die Pulververschwörung20 und selbst die Großmutter Maria Wards befand sich aufgrund ihres Glaubens 14 Jahre in Gefangenschaft.21 Des Weiteren befand sich Maria Ward in ständiger Umgebung von Pfarrern und auch Jesuiten und genoss eine sehr gute katholische Ausbildung.

Dies hat mit Sicherheit ihr Leben und daraus folgend ihre Entscheidung bezüglich der Gründung ihres Instituts bzw. ihre Entscheidung für ein Ordensleben beeinflusst. Ein weiterer entscheidender Punkt waren die Religionswirren in England. Maria Ward, aus dieser extrem katholischen Familie, die im Untergrund aktiv war, um einen Katholizismus zu praktizieren, konnte wohl nicht mit ansehen, wie eine Generation an jungen Menschen dem katholischen Glauben immer weiter abschwor und so drohte, ihr Seelenheil zu verlieren, weshalb sie sich entschloss, ein Institut nach ignatianischem Vorbild zu gründen, um dieser Tendenz entgegenzuwirken. Dieser Prozess und die damit einhergehenden Probleme sollen nun im Folgenden erläutert werden.

III. Die Gründung des Instituts der Englischen Fräulein

Im Alter von 24 Jahren kehrte Maria Ward nach St. Omer zurück, in Begleitung einiger Mitstreiterinnen: Winefrid Wigmore, Jane Browne, Catharine Smith, Suzanne Rookwood und Mary Poyntz. Diese Frauen gelten als Gründerinnen des Instituts und richteten in St. Omer ein Haus ein, in dem sie nach klösterlichem Brauch lebten, jedoch nicht in Klausur, was eines der Hauptprobleme war, mit dem sich Maria Ward im Folgenden konfrontiert sah. Die Tridentinischen Vorschriften machten es allen weiblichen Ordensgemeinschaften zur Auflage, ein Gelübde abzulegen und sich der Klausur zu unterwerfen.22

Diese Gemeinschaft kann als direkter Vorgänger des IMBV betrachtet werden, so sind hier bereits zahlreiche Ansätze zu erkennen, welche an die Grundsätze des Ignatius von Loyola erinnern lassen. So ist definitiv der missionarische Charakter zu benennen, da einige Mitglieder der Gründungsgruppe ihre missionarische Tätigkeit in England fortsetzten und englische Mädchen in dem Haus aufgenommen wurden, um sie dort zu unterrichten. Des Weiteren betrieben die Frauen eine kostenlose Tagesschule für einheimische Kinder, was sicherlich ganz im Sinne des Ignatius von Loyola gewesen wäre.23

Im Jahre 1611 fasste Maria Ward den endgültigen Beschluss, einen Orden nach ignatianischem Vorbild zu gründen. So schrieb sie selbst, dass ihr nach einer Krankheit eine Erleuchtung gekommen sei und dabei der wohl wichtigste Entschluss der Maria Ward, den sie 1619 an den Rektor des Noviziatshauses der englischen Jesuiten in Lüttich, P. John Tomson schrieb: „[…] which was as follows (Understood as it is Writt without adding, or altering one sillabbe) Take the same of the Society.“24 Im Jahr darauf wurde der erste schriftliche Plan der Scholae Beatae Mariae verfasst und die Konstitutionen der Jesuiten wurden weitestgehend übernommen. Der Bischof Blaes hieß die Bemühungen der Maria Ward gut, problematisch war allerdings, dass die missionarischen Tätigkeiten, welche Maria Ward anstrebte, über die Grenzen der Diözese hinausgingen, was einer päpstlichen Bestätigung bedurfte. In Folge dessen wurde 1615 die Ratio Instituti verfasst, der zweite Institutsplan, und mit der Empfehlung des Bischof Blaes dem Papst überbracht. An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass die beiden genannten Entwürfe vermutlich nicht von Maria Ward oder einer Anhängerin des Instituts verfasst wurden. Peters geht davon aus, dass beide Entwürfe aus der Hand Anderer, die dem Institut freundlich gesinnt waren, stammten.25

[...]


1 Vgl. Nigg, Walter: Maria Ward. Eine Frau gibt nicht auf, München 1983, S. 14f.

2 Vgl. ebd., S. 15f.

3 Vgl. Dirmeier, Ursula (Hrsg.): Mary Ward und ihre Gründung. Die Quellentexte bis 1645 (Corpus Catholicum 45), Münster 2007, S. 2-7. Für eine ausführlichere Darstellung der Quellenlage sowie der Editionsgeschichte, vgl. ebd. Vgl. auch: Wetter, Immolata: Maria Ward. Mißverständnisse und Klärung.(=Augsburger Universitätsreden, Band 22), Augsburg 1993, S. 13.

4 Vgl. Peters, Henriette: Mary Ward. Ihre Persönlichkeit und ihr Institut, Innsbruck/Wien 1991, S. 875-877. Für ein weiteres Beispiel, vgl. Anm. 18.

5 Im Folgenden wird die Abkürzung IMBV verwendet.

6 Wright, Mary: Mary Wards Institut. Das Ringen um Identität, übers. aus dem engl. von M. Hedwig Fritzen, München 2004, S. 16f. Die Autorin merkt selbst an, dass sich die zeitgenössischen Studien zumeist auf die Person, die Spiritualität und die Originalität der Person Maria Ward beziehen und will mit ihrem Werk dahingehend eine Lücke schließen.

7 Das wohl erste ernstzunehmende Werk stammt von 1885 von einer Ordensschwester der CJ, die den Auftrag erhielt eine Biographie über Maria Ward anzufertigen. Dies gilt als Grundstein der kommenden Forschung im 20. Jahrhundert, vgl. Nigg, Walter: Maria Ward, S. 8f.

8 Vgl. Dirmeier, Ursula (Hrsg.): Mary Ward und ihre Gründung, S. 2-7. Für eine ausführlichere Darstellung der Forschungsgeschichte, vgl. ebd. Des Weiteren finden sich hier wichtige Angaben zu Editionsprinzipien sowie zur Herkunft und Verteilung der Dokumente.

9 Vgl. Wright, Mary: Mary Wards Institut, S. 22f. So galt grundsätzlich jeder in Rom ausgebildete Geistliche als Hochverräter. Vgl. auch: Köhler, Mathilde: Maria Ward. Ein Frauenschicksal des 17. Jahrhunderts, München 1984, S. 11-14.

10 Ein weiterer Grund für die relativ sichere Situation der Familie Ward war ihre rein lokale Situierung. So lebte sie abgeschieden auf einem Landsitz in der Nähe von Yorkshire, der eine effektive Überwachung durch den Staat schwierig machte. Vgl. ebd. und: Peters, Henriette: Mary Ward, S. 22f. Hier findet sich ebenfalls eine sehr umfangreiche Darstellung der Lebensstationen der Maria Ward v.a. in ihrer Jugend, die in dieser Arbeit nicht dargestellt werden. Ebenso eine Darstellung der Entwicklung der Katholikenverfolgung seit Heinrich VIII.

11 Vgl. Peters, Henriette: Mary Ward, S. 45-47 u. S. 64-66.

12 Der Beginn der Mission ist nicht klar definiert, so schreibt McClain, dass sich bereits ab 1574 Jesuiten nicht offiziell in England aufhielten. Vgl. McClain, Lisa: On a Mission: Priest, Jesuits, “Jesuitresses“, and Catholic Missionary Efforts in Tudor-Stuart England (The Catholic Historical Review Bd. 101/3), 2015, S. 437-462, hier S. 438.

13 Vgl. diverse Zitate der Maria Ward hierzu bei Köhler, Mathilde: Maria Ward, S. 13-15.

14 Aufgrund familiären Widerstandes konnte sie dieser Berufung erst im Alter von 21 Jahren nachgehen. Vgl. Wright, Mary: Mary Wards Institut, S. 23f.

15 Somit lebte Maria Ward nicht in Klausur, Grund dafür war die Überfüllung des Klosters. Vgl. Peters, Henriette: Mary Ward, S. 133f. Vgl. auch: Lautenschläger, Gabriele: Maria Ward,in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 13, Herzberg 1998, Sp. 354-356.

16 Vgl. ebd. und: Wetter, Immolata: Mary Ward und die Englischen Fräulein, in: Weismeyer, Josef (Hrsg.): Mönchsväter und Ordensgründer. Männer und Frauen in der Nachfolge Jesu, Würzburg 1991, S. 246-260, hier S. 247f.

17 Vgl. Wright, Mary: Mary Wards Institut, S. 25-27. Wright vermutet, dass Maria Ward die harte Lebensweise als Bettelschwester der Klarissen nicht verkraftet hat, bei Wetter, Peter und Köhler wird die Eingebung als alleiniger Grund angegeben, was den theologischen Zugang, welchen diese Werke wählen, verdeutlicht.

18 Dies lässt sich bereits zu Beginn des Institutplans Scholae Beatae Mariae erkennen: „Da die trostlose Lage Englands unseres Heimatlandes, dringend geistliche Arbeiter braucht […]." zit. nach Wright, Mary: Mary Wards Institut, S. 40.

19 Grisar, Josef: Die ersten Anklagen in Rom gegen das Institut Maria Wards (1622), Rom 1959, S. 1.

20 Zwar fand die Pulververschwörung 1605 statt und kann somit nicht direkt die Entscheidung für das Ordensleben beeinflusst haben, dennoch ist das Teilnehmen ihrer Verwandten ein klaren Zeichen für den tiefen Katholizismus, welcher in der Familie Ward geherrscht haben muss und welcher Maria Ward zu ihrem Handeln bewegt hat.

21 Vgl. Wetter, Immolata: Maria Ward (1585-1645), in: Schwaiger, Georg (Hrsg.): Christenleben im Wandel der Zeit, Erster Band: Lebensbilder aus der Geschichte des Bistums Freiburg, München 1987, S. 171-193, hier S. 172f.

22 Vgl. Wright, Mary: Mary Wards Institut, S. 26-28. Ob ein Gelübde oder dergleichen abgelegt wurde, ist schlichtweg unbekannt, da es keinerlei Zeugnisse zu einer offiziellen Gründung oder einer Zeremonie dieser Frauengemeinschaft gibt.

23 Das heißt jedoch nicht, dass die Jesuiten den Orden der Maria Ward guthießen, eher das Gegenteil war der Fall und das vorläufige Institut stieß auf große Ablehnung, v.a. bei englischen Jesuiten. Grund dafür war, dass es Jesuiten streng untersagt war, formelle Beziehungen zu weiblichen Ordensgemeinschaften zu unterhalt bzw. die Seelsorge für Frauenklöster zu übernehmen. So warnten die Generaloberen Claudius Aquaviva (1581-1615) und Muzio Vitelleschi (1615-1645), zumindest im Offiziellen, davor, den Orden zu unterstützen. Vgl. Peters, Henriette: Mary Ward, S. 205. und: Wright, Mary: Mary Wards Institut, S. 31f.

24 Brief: Mary Ward an P. Rektor John Tomson SJ, in: Dirmeier, Ursula (Hrsg.): Mary Ward und ihre Gründung, Bd. 1, S. 437f. In einem Brief von 1621 an den Nuntius Albergati erhalten wir eine genauere Erklärung, was mit dieser Äußerung gemeint ist: „[…] Take the Same of the Society, soe understood, as that we were to take the same both in matter and manner, that onely excepted which God by diversity of Sex hath prohibited […].” Vgl. Brief: Mary Ward an Nuntius Antonio Albergati von Köln, in: ebd. S. 540. Somit wollte Ward im Prinzip einen Orden gründen, der dem der Jesuiten exakt gleicht. Die Ausnahme „einzig das ausgenommen, was Gott durch die Verschiedenheit der Geschlechter verboten hatte.“ (Übers. nach Peters, Henriette: Mary Ward, S. 196.), erschließt sich nicht ganz. In keiner der verwendeten Sekundärliteratur lässt sich hierzu etwas genaueres finden. Eine mögliche Erklärung wäre es, dies als allgemeinen Bezug auf die Rolle der Frauen in der kirchlichen bzw. gesellschaftlichen Hierarchie zu deuten, welche nicht gerade als hoch angesehen werden kann. Somit wäre dieser Zusatz eine Art Demutsbekundung, um nicht den Anschein zu erwecken, man wolle sich mit den Jesuiten gleichsetzen. Dies ist allerdings nur eine Spekulation meinerseits.

25 Vgl. Peters, Henriette: Mary Ward, S. 205f. und: Kirkus, Gregory: Mary Ward, Straßburg 2007, S. 9f.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Maria Ward. Ihr Institut und der Streit mit der Amtskirche bis 1631
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1.3
Jahr
2020
Seiten
24
Katalognummer
V1003135
ISBN (eBook)
9783346380579
ISBN (Buch)
9783346380586
Sprache
Deutsch
Schlagworte
maria, ward, institut, streit, amtskirche
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Maria Ward. Ihr Institut und der Streit mit der Amtskirche bis 1631, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003135

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