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Integration und Inklusion. Begriffsdefinition und historische Entwicklung

Title: Integration und Inklusion. Begriffsdefinition und historische Entwicklung

Essay , 2019 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Naomy Neider (Author)

Social Studies (General)
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In dieser Arbeit wird ein Versuch der Definition vorgenommen und die Entwicklung der beiden Begriffe Integration und Inklusion zu beleuchtet. Zudem wird die Frage, warum es wichtig ist, Menschen nicht in ein bereits vorhandenes System zu zwängen, sondern sie von Beginn an in ein gemeinsames System aufzunehmen, in dem es keine Ausgrenzung und Stigmatisierung gibt, kritisch betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen und theoretische Einordnung

2.1 Inklusion und Behinderung

2.2 Integration und Migration

2.3 Entwicklung und Differenzen der Konzepte

3. Herausforderungen im Bildungssystem

4. Exklusionsmechanismen und gesellschaftliche Teilhabe

5. Beispiel der gesundheitlichen Versorgung von Geflüchteten

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den Konzepten Inklusion und Integration im Kontext von Behinderung und Migration. Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, warum Menschen nicht in bestehende Systeme gezwängt werden sollten, sondern von Beginn an eine gleichberechtigte Teilhabe in einem inklusiven System erfahren müssen.

  • Rechtliche Grundlagen der Antidiskriminierung und Gleichstellung
  • Analyse der Begriffe Integration und Inklusion als politische Leitbegriffe
  • Herausforderungen für Kinder mit Migrationshintergrund und Behinderungen im Bildungssystem
  • Strukturelle Exklusionsmechanismen und die Rolle der Aufnahmegesellschaft
  • Notwendigkeit interkultureller Kompetenzen in öffentlichen Institutionen

Auszug aus dem Buch

Integration bedeutet für die betroffenen Kinder, eine Anpassungsleistung erbringen zu müssen. Sie müssen sich in ein bestehendes, unbeugsames System einzufügen. Für Kinder mit Migrationshintergrund bedeutet das eine zusätzliche, sogar eine grundlegende Diskriminierung. Sie stehen vor einer größeren Lernherausforderung als Kinder ohne Migrationshintergrund. Zum einen können die Lernziele des Bildungsplans andere sein, als diese in ihren Herkunftsländern und sie müssen deshalb viel aufholen, zum anderen kommt der Spracherwerb der deutschen Sprache hinzu. Es wird in diesem Diskurszusammenhang der Fokus auf eine Umgestaltung des Bildungssystems gelegt und daher sind hier interkulturelle Kernkompetenzen gefordert. Leider gibt es nach wie vor nicht viele Lehrkräfte, die eine Ausbildung oder Weiterbildung im Bereich interkulturelle und inklusiven Pädagogik vorweisen können. Ein Grund dafür ist zum Beispiel, dass dieses Konzept nicht von Anfang an in den Schulen gefahren wird, sondern erst dann, wenn es akut ist. Das bedeutet also, erst wenn ein häufiges Vorkommen von Menschen mit Migrationshintergrund oder wenn ein Kind als behindert identifiziert wird, wird zu dem Konzept der interkulturellen oder inklusiven Pädagogik übergegangen. Die Betonung liegt hier leider auch auf ‚oder‘, denn eine Verknüpfung der beiden Konzepte ist in Deutschland noch nicht der Fall. Somit stellt die notwenige Etikettierung der Kinder als Voraussetzung zur Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen und Zugangsmöglichkeiten zur Weiterbildung das größte Problem dar. Nicht nur, dass diese notwendige Etikettierung der Kinder ein Faktor ist, der die Umsetzung und das Funktionieren des Konzepts der interkulturellen oder inklusiven Pädagogik hemmt, auch der Faktor Dauer der Ausbildung gerät dabei gänzlich in Vergessenheit. Die Ausbildung einer Lehrkraft im Bereich Sonderpädagogik dauert fünf Jahre exklusive dem Referendariat, welches Voraussetzung für den Abschluss ist. Auch Weiterbildungen brauchen seine Zeit. Das bedeutet, selbst wenn der Fall akut wird, braucht es noch Jahre, bis das richtig geschulte Personal zur Verfügung steht und sich dieser Aufgabe annehmen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Inklusion und Integration ein und beleuchtet deren wachsende Bedeutung im Kontext der Flüchtlingskrise und der UN-Behindertenrechtskonvention.

2. Begriffsdefinitionen und theoretische Einordnung: Hier werden die Kernbegriffe Integration und Inklusion definiert und in ihrem jeweiligen rechtlichen und historischen Kontext erläutert.

3. Herausforderungen im Bildungssystem: Das Kapitel analysiert die Problematik des deutschen Bildungssystems, das trotz Inklusionsanspruchs weiterhin selektierend wirkt und Kinder zur Anpassung zwingt.

4. Exklusionsmechanismen und gesellschaftliche Teilhabe: Hier wird diskutiert, wie unterstellte Homogenität zu Ausgrenzung innerhalb der Gesellschaft führt und warum Diversität als Normalität begriffen werden muss.

5. Beispiel der gesundheitlichen Versorgung von Geflüchteten: Anhand des Asylbewerberleistungsgesetzes wird die komplexe und oft diskriminierende Hürdenstruktur für geflüchtete Familien mit behinderten Kindern aufgezeigt.

6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer, Inklusion als konsequente Weiterführung der Integration zu verstehen, um eine gemeinsame Gesellschaft ohne Exklusion zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Inklusion, Integration, Migration, Behinderung, Diskriminierung, Gleichstellung, Bildungssystem, Diversität, Interkulturalität, soziale Teilhabe, Exklusion, UN-Behindertenrechtskonvention, Migrationsgesellschaft, Sonderpädagogik, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse und dem Vergleich der Konzepte Inklusion und Integration im Kontext von Menschen mit Behinderung und Menschen mit Migrationshintergrund.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Bildungsgerechtigkeit, Diskriminierungsschutz, die Rolle staatlicher Institutionen und die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens in Bezug auf Diversität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, warum Menschen nicht in starre Systeme gezwungen werden sollten, sondern von Beginn an in einem inklusiven System teilhaben müssen, um Ausgrenzung zu verhindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die sozialwissenschaftliche Kategorien und rechtliche Rahmenbedingungen kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung der Begriffe, die Probleme des selektierenden Bildungssystems sowie konkrete institutionelle Hürden am Beispiel des Gesundheitssystems für Geflüchtete.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Inklusion, Integration, Migration, Behinderung, soziale Teilhabe und strukturelle Diskriminierung.

Warum wird die "Etikettierung" von Kindern kritisiert?

Die Autorin argumentiert, dass die notwendige Einstufung oder Etikettierung von Kindern, um Ressourcen zu erhalten, die Umsetzung inklusiver Pädagogik behindert und zu einer weiteren Ausgrenzung führt.

Welche Rolle spielen interkulturelle Kompetenzen laut der Autorin?

Interkulturelle Kompetenzen werden als essenziell für das Personal in öffentlichen Stellen angesehen, um geflüchteten Familien den Zugang zu Leistungen zu erleichtern und sie nicht ihrem Schicksal zu überlassen.

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Details

Title
Integration und Inklusion. Begriffsdefinition und historische Entwicklung
College
University of Hannover  (Institut für Soziologie)
Course
Analyse von Gegenwartsgesellschaften
Grade
1,0
Author
Naomy Neider (Author)
Publication Year
2019
Pages
9
Catalog Number
V1003243
ISBN (eBook)
9783346380166
Language
German
Tags
Intersektionalität Ungleichheitsanalyse Migration Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Naomy Neider (Author), 2019, Integration und Inklusion. Begriffsdefinition und historische Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003243
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