Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne

Sex, Arbeit und Liebe in Elfriede Jelineks "Die Liebhaberinnen" und Irmgard Keins "Das kunstseidene Mädchen"

Titre: Sex, Arbeit und Liebe in Elfriede Jelineks "Die Liebhaberinnen" und Irmgard Keins "Das kunstseidene Mädchen"

Thèse de Bachelor , 2019 , 48 Pages , Note: 1.7

Autor:in: Sophie Vogt (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es zu hinterfragen, welche Bedeutung Sex, Arbeit und Liebe für die Protagonistinnen der beiden Werke haben und inwieweit sie sich über diese jeweils identifizieren.

Um die oben genannten drei Mechanismen hinsichtlich weiblicher Identitätssuche analysieren zu können, ist im Anschluss an die vorliegende Einleitung (1) zunächst eine Einführung in die Werke und in ihren jeweiligen sozialgeschichtlichen Kontext (2) wichtig. Dabei wird der Schwerpunkt bei Keun auf der ‚Neuen Frau’ im Kontext der Weimarer Republik / der Neuen Sachlichkeit liegen. Jelineks Roman wiederum wird im Kontext der Frauenbewegung der 1970er Jahre vorgestellt. Zusätzlich wird es eine Einführung in die Aspekte ‚Mythendekonstruktion und Sprache’ geben, da diese prägend für Jelineks Werke sind.

Im Rahmen der weiblichen Identitätssuche über Sex, Arbeit und Liebe (3) werden zuerst die jeweiligen Lebens-/Identitätsentwürfe der Protagonistinnen Doris, Brigitte und Paula veranschaulicht. Erst im Anschluss daran kann mit der Analyse der drei Identitätsmechanismen begonnen werden. Dabei wird Arbeit als erstes betrachtet, da dieser Mechanismus die autonomste Form der Selbstverwirklichung darstellt. Da bei diesem Aspekt immer wieder die Rolle des Mannes/Partners für die Arbeit der Frauen aufkommt, wird im nächsten Schritt hinterfragt, welche Rolle Liebe für Doris, Brigitte und Paula spielt und inwiefern sie in der Liebe positive Selbstidentifikation finden. Die Illusion einer romantischen Liebe wird auf unterschiedliche Weise in den Werken von Keun und Jelinek dekonstruiert. Bei beiden wird jedoch deutlich, dass körperliche Liebe im Vordergrund steht.

Im letzten Analyseschritt wird daher Sex als Identitätsmechanismus analysiert. Dabei steht die Frau als ‚Köper-sein’ im Vordergrund, wobei auch die gesellschaftlichen Geschlechterrollenklischees hinterfragt werden. Die Arbeit schließt unter Rückgriff auf die Forschungsthematik mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse in Form eines Fazits (4) ab.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die Werke und den jeweiligen Kontext

2.1 Das kunstseidene Mädchen – Keun

2.1.1 Neue Sachlichkeit und Weimarer Republik

2.1.2 Die ‚Neue Frau‘

2.2 Die Liebhaberinnen – Jelinek

2.2.1 Die Liebhaberinnen im Kontext der Frauenbewegung

2.2.2 Mythendekonstruktion und Sprache

3 Weibliche Identitätssuche über Sex, Arbeit und Liebe

3.1 Identitätsentwürfe

3.1.1 Keuns Doris

3.1.2 Jelineks Brigitte

3.1.3 Jelineks Paula

3.2 Identitätsmechanismen

3.2.1 Arbeit

3.2.1.1 ‚Kommt den unsereins durch Arbeit weiter‘ – Das kunstseidene Mädchen

3.2.1.2 ‚Verkaufen, bis man selbst verkauft ist‘ – Die Liebhaberinnen

3.2.2 Liebe

3.2.2.1 ‚Liebe ist mehr‘ – Das kunstseidene Mädchen

3.2.2.2 ‚Die Liebe, die es nicht gegeben hat‘ – Die Liebhaberinnen

3.2.3 Sex

3.2.3.1 Der Körper als Tauschgeschäft – Das kunstseidene Mädchen

3.2.3.2 Die Frau als Gebärmaschine – Die Liebhaberinnen

4 Fazit & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Sex, Arbeit und Liebe für die weibliche Identitätssuche in den Romanen "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun und "Die Liebhaberinnen" von Elfriede Jelinek. Dabei wird analysiert, inwieweit die Protagonistinnen durch diese drei Mechanismen versuchen, eine autonome Identität aufzubauen, und warum sie dabei oft in patriarchalen Strukturen verharren.

  • Identitätskonstruktion der weiblichen Protagonistinnen
  • Die Bedeutung der Erwerbsarbeit als Mittel zur Autonomie
  • Dekonstruktion romantischer Liebesideale durch ökonomische Zwänge
  • Der Körper als Tauschgut und Instrument im patriarchalen System
  • Vergleich der sozio-kulturellen Kontexte der Weimarer Republik und der 1970er Jahre

Auszug aus dem Buch

3.2.1.1 ‚Kommt den unsereins durch Arbeit weiter‘ – Das kunstseidene Mädchen

In der Einführung wurde bereits angedeutet, dass es in der Weimarer Republik einen deutlichen Anstieg weiblicher Erwerbstätigkeit gab. Viele Frauen verspürten den Wunsch nach mehr Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Besonders Angestelltenberufe waren den Frauen vorbehalten, beliebt waren die Tätigkeit als Verkäuferin, Stenotypistin oder Sekretärin. Evelyn Fast zitiert Croner, der meint: „Die Eroberung der Büros durch die weiblichen Angestellten ist die größte Revolution in der sozialen Stellung der Frau.“ Die weiblichen Angestellten der 1920er Jahre repräsentierten somit den emanzipierten Typ der ‚Neuen Frau‘, der in der Neuen Sachlichkeit einzufangen versucht wurde.

Leider hatte in der Weimarer Republik nicht jede Frau die gleiche Chance, ‚aufzusteigen‘. Gerade in Arbeiterfamilien wurde die Ausbildung ihrer Tochter Kosten-/Nutzen-technisch meist nicht als sinnvoll angesehen, da es „in vielen Köpfen immer noch das Denken [gab], dass der Beruf nur eine Übergangsstation zur Ehe ist“. Von 65 Prozent der Frauen, die 1925 als Angestellte in Industrie und Handel arbeiteten, waren 94 Prozent ledig. Die Heirat war ein Kündigungsgrund, und zwar sowohl für die Frauen als auch für ihre Chefs.

Mit Doris, die zu Beginn des Romans als Stenotypistin in einer Rechtsanwaltskanzlei in einer mittleren Stadt arbeitet, fängt Keun diesen wichtigen Aspekt des gesellschaftlichen Wandels der Weimarer Republik ein. Arbeit war ein wichtiger Faktor für Frauen, mehr Autonomie zu erlangen, und spielt somit auch für das eigene Identitätsbewusstsein eine Rolle. Schon früh wird im Roman deutlich, dass der Kontrast zwischen Doris‘ Realität als Angestellte und ihrem Wunsch, ein ‚Glanz‘ zu werden, hoch ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der ungleichen Chancen von Männern und Frauen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Bedeutung von Sex, Arbeit und Liebe für die Identitätsfindung der Protagonistinnen.

2 Einführung in die Werke und den jeweiligen Kontext: Das Kapitel verortet die Romane literaturgeschichtlich und sozialhistorisch, wobei der Fokus auf der ‚Neuen Frau‘ der Weimarer Republik und der Frauenbewegung der 1970er Jahre liegt.

3 Weibliche Identitätssuche über Sex, Arbeit und Liebe: Dieser Hauptteil analysiert die individuellen Lebensentwürfe der Protagonistinnen und untersucht, wie Arbeit, Liebe und Sexualität als Mechanismen der Identitätsbildung eingesetzt werden.

4 Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass der Versuch der Protagonistinnen, durch die Mechanismen der Identitätsbildung Autonomie zu erlangen, aufgrund patriarchaler Machtstrukturen scheitert.

Schlüsselwörter

Weibliche Identität, Sex, Arbeit, Liebe, Das kunstseidene Mädchen, Die Liebhaberinnen, Identitätsentwürfe, Patriarchat, Neue Frau, Geschlechterrollen, Emanzipation, Dekonstruktion, Tauschgeschäft, Geschlechterverhältnis, Neue Sachlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die Protagonistinnen in den Romanen "Das kunstseidene Mädchen" und "Die Liebhaberinnen" versuchen, eine eigene Identität in einer von Männern dominierten Welt zu finden.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Wechselspiel zwischen Sex, Arbeit und Liebe und wie diese drei Aspekte die Selbstwahrnehmung und gesellschaftliche Rolle der Frauen beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die Bedeutung dieser drei Lebensbereiche für die Identitätssuche zu hinterfragen und zu klären, inwieweit die Frauen sich durch diese Mechanismen tatsächlich emanzipieren können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die die Texte in ihren jeweiligen sozio-kulturellen Kontext (Weimarer Republik vs. 1970er Jahre) einbettet und mit theoretischen Konzepten aus den Gender Studies kombiniert.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in Identitätsentwürfe (Doris, Brigitte, Paula) und die Analyse der Identitätsmechanismen (Arbeit, Liebe, Sex), wobei jeweils spezifische Szenen der Romane untersucht werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zentrale Begriffe sind Identitätsentwurf, Tauschgeschäft, patriarchale Strukturen, patriarchaler Ausverkauf, Dekonstruktion der Liebesmythen und das Konzept der ‚Neuen Frau‘.

Warum ist die Arbeit als Tauschgeschäft für Doris besonders relevant?

Die Arbeit zeigt auf, dass Doris ihren Körper als Kapital betrachtet, um materiellen Gewinn und den ersehnten gesellschaftlichen Aufstieg zum ‚Glanz‘ zu erzielen, was letztlich in einem Teufelskreis endet.

Inwiefern unterscheidet sich Jelineks Darstellung von Liebe von der Keuns?

Während Keun die ökonomische Komponente der Liebe in der Neuen Sachlichkeit beleuchtet, dekonstruiert Jelinek in "Die Liebhaberinnen" Liebe als pathologisches, patriarchales Konstrukt, das die Frau auf ihre Funktion als Reproduktionsmittel reduziert.

Fin de l'extrait de 48 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Sex, Arbeit und Liebe in Elfriede Jelineks "Die Liebhaberinnen" und Irmgard Keins "Das kunstseidene Mädchen"
Université
RWTH Aachen University  (Germanistisches Institut)
Cours
-
Note
1.7
Auteur
Sophie Vogt (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
48
N° de catalogue
V1003318
ISBN (ebook)
9783346379238
ISBN (Livre)
9783346379245
Langue
allemand
mots-clé
Geschlechterverhältnisse Irmgard Keun Keun Das kunstseidene Mädchen Jelinek Die Liebhaberinnen Gender Patriarchat Gesellschaftskritik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sophie Vogt (Auteur), 2019, Sex, Arbeit und Liebe in Elfriede Jelineks "Die Liebhaberinnen" und Irmgard Keins "Das kunstseidene Mädchen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003318
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  48  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint