Kritische Auseinandersetzung mit einer musikpädagogischen Unterrichtssequenz. Musikanalyse als bewegunsorientierte Auseinandersetzung mit Musik von René Aubry


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Begründung der gewählten Unterrichtssequenz
1.1 Musikanalyse im Unterricht?
1.2 Der Körper als Analyse- und Ausdrucksmittel

2. Beschreibung der Unterrichtspraxis
2.1 Lerngruppe
2.2 Schematische Unterrichtsplanung

3. Bezugnahme auf im Seminar behandelte musikdidaktische Konzeptionen

4. Literaturverzeichnis

1. Begründung der gewählten Unterrichtssequenz

Die gewählte Unterrichtssequenz ist mit „In den Körper hören: Musik wird Bewegung“ (Oberschmidt, 2017) überschrieben. Sie soll laut Material drei Doppelstunden umfassen und bietet für das Themengebiet der Musikanalyse einen unkonventionellen Zugang: Schüler_innen sollen dazu angeregt werden, Musik auf analytischer Ebene wahrzunehmen, indem sie nicht primär eine Partitur bearbeiten, eine (graphische) Notation erstellen oder sich verbal über die Musik austauschen, sondern zuerst ihren Körper als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel nutzen und die Musik auf diese Weise vertieft erleben können.

Im nachfolgenden Kapitel soll ausführlicher dargestellt werden, wie eine vom Material angeregte Unterrichtspraxis genauer aussehen könnte. Zunächst soll geklärt werden, welches Potenzial, aber auch welche Schwierigkeiten sich in der gewählten Thematik verbergen.

1.1 Musikanalyse im Unterricht?

Musikalische Analysefähigkeit wird in der Schule selten explizit, dafür aber umso öfter implizit thematisiert. So wird eine komplexe Werkanalyse anhand von harmonischen Funktionen, Stufen und Instrumentenkunde wohl nur in einem leistungsorientierten Musikkurs in der gymnasialen Oberstufe erwartet. Doch auch in anderen Schulstufen und -formen begegnen Schüler_innen Anforderungen, die eine genaue Wahrnehmung und Betrachtung von Musik erfordern. Ohne eine basale Fähigkeit der Strukturerfassung von Musik ist es beispielsweise nicht möglich, ein von der Lehrkraft eingeführtes Lied nachzusingen: Notenwerte, Tonhöhen und Text des Liedes müssen in einen Zusammenhang gebracht werden, um es zu memorieren. Auch beim Klassenmusizieren müssen Schüler_innen, eine gute Vorstellung vom Ablauf und den Harmonien eines Stückes haben, um sich zu orientieren. Schließlich kommen alle gestalterischen Aufgaben hinzu, vor die Schüler_innen im Musikunterricht gestellt werden: Oft sollen Musikstücke szenisch oder tänzerisch interpretiert werden, ein Musikstück soll als gemaltes Bild oder Standbild ausgedrückt werden. Um solche Aufgaben zu bearbeiten, bedarf außer einer differenzierten musikalischen Wahrnehmungsfähigkeit auch Phantasie, um das Gehörte zu interpretieren.

1.2 Der Körper als Analyse- und Ausdrucksmittel

Musik ohne Bewegung ist für viele Menschen undenkbar. Nicht nur der Tanz als kreative Umsetzung musikalischer Vorgänge, auch die körperlichen Reaktionen, die Musik hervorrufen kann (schnellerer Herzschlag, innere Wärme, Tränen, Lachen) und sämtliche Bewegungen, die unwillkürlich zu Musik ausgeführt werden (das „Mitwippen“, im Takt mitklatschen, schnipsen, …) bezeugen die grundlegenden Körperlichkeit von Musikerfahrungen.

Gruhn (2014) stellt ausführlich dar, wie sehr Musik mit Körpererfahrungen verknüpft ist: „Aus der unmittelbaren Erfahrung der Verbindung von Klang und Körper entstehen die metaphorischen Übertragungen im semantischen Übergang von Klangkörper und Körperklang.“ Im Hinblick auf musikalische Analyse kann man anmerken, dass sich „Intelligenz, Vernunft und Emotion nur in ihrer Einbindung in die Leiblichkeit des Körpers verwirklichen können“ (Gruhn, 2014, S. 95) und somit musikalisches Verstehen (auch auf kognitiver Ebene) durch Körpererfahrung intensiv beeinflusst wird.

Daraus ergibt sich, dass „Musik auch ohne Expertenwissen unmittelbar wirksam werden kann“ (Gruhn, 2014, S. 101), wenn man sich auf die Körperlichkeit der Musik einlässt.

Einerseits bietet eine körperliche Umsetzung musikalischer Vorgänge somit vielfältige Möglichkeiten für den Unterricht: Es werden keine Fachbegriffe Notenkenntnisse benötigt, um sich die Musik zu erschließen, außerdem wird der kognitive Zugang zum Thema durch einen körperbezogenen ersetzt und ermöglicht Schüler_innen die Teilnahme am Unterricht, die einen intuitiven und kinästhetischen Zugang zu musikalischen Themen bevorzugen. „Bewegung wird hierbei zu einem Mittel, mit dessen Hilfe gelingende Beziehungen zu Musik entstehen können.“ (Stange, 2015, S. 7).

Andererseits stellt genau dieser Zugang für andere Schüler_innen ein Hemmnis dar, das sie nur schwer überwinden können. Sich mit und vor seinen Mitschüler_innen zu bewegen erfordert Vertrauen in die Lerngruppe und auch zur Lehrkraft. Diese muss einen Rahmen schaffen, in dem sich Schüler_innen angstfrei bewegen und ausprobieren können.

2. Beschreibung der Unterrichtspraxis

2.1 Lerngruppe

Das Material ist für die Klassenstufen 6, 7 und 8 angelegt. Die hier dargestellte Unterrichtspraxis orientiert sich an einer siebten Klasse. Ich versuche, die Stunden so zu gestalten, dass Differenzierung für verschiedene sonderpädagogische Förderschwerpunkte (insb. Emotionale/soziale Entwicklung, Lernen und Sprache) und Schüler_innen mit Deutsch als Zweitsprache möglich ist. Allerdings empfinde ich die Planung einer Unterrichtseinheit ohne eine konkrete Lerngruppe als sehr schwierig, sodass verschiedene Aspekte des Unterrichtsgeschehens vor der Erprobung in der Praxis angepasst werden müssen.

Den Schüler_innen wird in dieser Unterrichtseinheit ein großes Maß an selbstständigem Arbeiten abverlangt. Die Lehrkraft ist hier in besonderem Maße herausgefordert, die Rahmenbedingungen so zu strukturieren, dass eine Auseinandersetzung mit Musik für alle Schüler_innen möglich ist.

2.2 Schematische Unterrichtsplanung

1. Doppelstunde

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Doppelstunde

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Kritische Auseinandersetzung mit einer musikpädagogischen Unterrichtssequenz. Musikanalyse als bewegunsorientierte Auseinandersetzung mit Musik von René Aubry
Hochschule
Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig  (Musikpädagogik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V1003662
ISBN (eBook)
9783346383587
ISBN (Buch)
9783346383594
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musikpädagogik, Unterrichtsforschung, Unterrichtsanalyse, Musikanalyse, Didaktik, René Aubry
Arbeit zitieren
Josephine Finckh (Autor), 2017, Kritische Auseinandersetzung mit einer musikpädagogischen Unterrichtssequenz. Musikanalyse als bewegunsorientierte Auseinandersetzung mit Musik von René Aubry, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003662

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