Führung und Leiterschaft in Gemeinde und Werk. Der Aspekt der Kommunikation


Akademische Arbeit, 2011

34 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Prolog: „ Wovon ist die Rede?"

2. Wie Gott mit Menschen kommuniziert und weitere Beispiele aus dem Alten Testament

3. Wie Jesus mit seinen Jüngern, dem Volk, Gegnern kommuniziert

4. Einbezug kommunikationspsychologischer Aspekte und Erkenntnisse aus heutiger Sicht
a) Einführung in die Transaktionsanalyse (Berne)
b) Allgemeine Psychologie der Kommunikation (Schulz von Thun)

5. Orientierung an „erfolgreichen" Leitern im Gemeindekontext. Was tun sie kommunikationstechnisch richtig?
a) Persönliche Erfahrungen, Beobachtungen, Einsichten anbei Auszüge aus: „Aufbrechen Verändern Gestalten - Auf dem Weg zu einer einladenden Gemeinde" von Michael Noss
b) Rick Warren: „Kommunizieren Sie Ihren Auftrag!"
c) Bill Hybels: „ Wie geht es dir wirklich?"
d) Jan Scheuermann: Ein kurzer Artikel über Leiterschaft und Kommunikation

6. Was können wir (Leiter) im Blick auf unsere Berufung (Verantwortung, Aufgaben und Herausforderungen) daraus lernen?

7. Epilog: „was da noch zu sagen wäre?"

8. Literaturverzeichnis

1. Prolog „Wovon ist die Rede"

ln meiner Aufgabe und Verantwortung als Leiter verschiedener Arbeitsgruppen innerhalb der Gemeinde und als beobachtender Teilnehmer ohne direkte Verantwortung, bin ich zu folgender Anschauung gekommen:

Es ist leicht möglich, dass in den Leitungsgremien unserer Gemeinden Teilnehmende stumm an der Sprachlosigkeit und damit auch Beziehungslosigkeit unter einander leiden.

Dieses Schweigen, schützt zwar davor, sich wirklich zu begegnen - aber genau das ist auch die Notund Bedrängnis.

Denn es kann ja viel geredet werden - aber ohne wirklich etwas von sich zu sagen! Das ist wahrlich ein Dilemma, in welches manche Leiter, Pastoren und Diakone mit ihren Arbeitsruppen hineinschlittern können. Je nach Dauer dieses Zustandes und Ausharren in dieser „Kommunikationskluft"1 2 3 4, wird es schwieriger und auch schmerzvoller sein, einen Weg aus dieser emotionalen Sackgasse herauszufinden.

Natürlich ist es so, auch das habe ich beobachtet, dass solch eine „emotionale Pattsituati- _ on" zueinander auch gewünscht sein kann, weil sie eine vermeintliche Sicherheit und Ruhe verspricht, die gefährdet scheint und ja auch ist, wenn in den beziehungsdynamischen Töpfen gerührt werden würde.

Hier die gute Nachricht: Wir können etwas tun, indem wir uns Räume schaffen, in denen wir miteinander reden und zwar so, dass wir uns gegenseitig wahrnehmen. Dazu sei gesagt, dass hier ein Terrain betreten wird, „wo zunächst Ängste mobilisiert werden. Diese Wirkung bleibt nicht aus,A, wenn Leiter und Führungspersönlichkeiten darauf ihren Fokus legen, „denn die Scheu vor echtem, offenen, wesentlichen Reden ist groß und hebt Bedenken, Vorbehalte, Ängste, Gegenargumente hervorwie z.B. „Wir sind hier ja nur ein Arbeitskreis!"

Deshalb gilt es hier sorgsam und bedächtig vorzugehen und die Gemüter nicht zu überfordern, denn wer jahrelang „über etwas geredet hat, statt von sich"5, der wird sich diese neue Disziplin erst Schritt für Schritt aneignen müssen. Die Gewinnausschüttung allerdings ist enorm: statt „Vorwürfe, gleichbleibender Freundlichkeit (wegstecken aggressiver Gefühle!), Langeweile, Flucht in Verallgemeinerungen usw. ...führt ein offenes, reflektierendes Gespräch nach und nach dazu, bisher verdrängte Empfindungen zuzulassen, angst- und konfliktfähiger zu werden und damit an Lebendigkeit zu gewinnen."6

Meiner Meinung nach ist es somit dringlichste Aufgabe eines jeden verantwortlichen Leiters, dafür zu sorgen, dass es innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen nicht nur darum geht, „organisierende, regelnde, sachbezogene, technische Gespräche über etwas zu führen, sondern auch das unmittelbare, erlebnisnahe Sprechen aus sich heraus zu fördern"7.

Denn, wie oben bereits erwähnt, bringt das Sich-einander-mitteilen Leben und Lebendigkeit und damit auch Freude an der Zusammenarbeit und lustvolle Schaffenskraft mit sich.

Miteinander wesentliches reden heißt ja, „das Selbstverständliche wiederentdecken: Das persönliche, konzentrierte, regelmäßige Gespräch"8, als Kraft- und Kreativquelle für die gemeinsame zielorientierte Arbeit in der Gemeinde.

Wenn wir also bereit sind uns in unserer Kommunikationsfähigkeit, vor allem auf der Gefühlsebene ausbilden zu lassen und dies auch anwenden, werden wir mit Sicherheit eine neue Freude im Miteinander entdecken und damit auch eine höhere Arbeitsleistung erzielen.

Denn nur in einer Atmosphäre der emotionalen Sicherheit - also Räume, wo über Wünsche und Ängste gesprochen werden kann - wird sich der Einzelne entfalten und öffnen und somit seinen Reichtum an Gaben und Fähigkeiten gewinnbringend der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Hierzu gibt es ein paar einfache Grundsätze, die ich noch später benennen werde. Zunächst ein Blick in die Bibel, unter folgender Fragestellung...

2. Wie Gott mit Menschen kommuniziert und weitere Beispiele aus dem Alten Testament

Im Johannesevangelium wird sehr eindrücklich beschrieben, welche Kraft und Bedeutung dem Wort Gottes beigemessen wird: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch das Wort gemacht, und ohne das Wort ist nichts gemacht, was gemacht ist."9

„Gerade im Anfang des Johannesevangeliums öffnet sich uns ein Verständnis von Gott, der sich in Jesus Christus dem Menschen gegenüber völlig ausspricht."10 Das „Wort" steht für Jesus Christus, der dem Johannesevangelium zu Folge, in direktem Zusammenhang mit dem schaffenden Wort in 1. Mose l,lff gesetzt wird. Das „Wort", also Jesus Christus, will gehört werden und sucht den Hörenden, der sich dem Gehörten und damit dem Absender des gesprochen Wortes in Beziehung setzt.

Mehr noch: „Im Griechischen heißt es „Im Anfang war der 'Logos'", und der Logos bezieht sich nicht nur auf das Wort, nicht nur auf die Sprache, nicht nur auf die verbal vermittelte 5 Welt, sondern auf die ganze Vernunft, auf alles, was den Menschen ausmacht, die Glaubwürdigkeit, die Autorität des Menschen, auch auf die rednerische oder expressive Ausdrucksweise und auch auf die Emotionen. Entsprechend wäre zu sagen, dass im Anfang die Kommunikation war, der Austausch, die Begegnung."11

In der Heiligen Schrift (Bibel) wird dem Wort Gottes eine wesentliche Größe zu gesprochen. Die Bibel selbst wird als das Wort Gottes bezeichnet. Gott redet zu seinem Volk. Gott redet und macht sich hörbar und damit wahrnehmbar. Wie bereits oben erwähnt, erschafft sein gesprochenes Wort Lebensraum, darin Leben und Interaktion möglich ist. „und Gott sprach: Es werde...!"12 Er erschafft sich den Menschen als ein Gegenüber, mit dem er im Gespräch ist und sich damit mit ihm in Beziehung setzt.

Interessant ist auch, dass Gott in der Kommunikation zum Menschen seine Gefühle nicht verbirgt, sondern sich in seiner Leidenschaft und Hingabe erkennen lässt. Er spricht ihn an, fragt nach ihm und erwartet Rücksprache und sucht den Dialog. Siehe nach dem Sündenfall (1. Mose 3,9ff) oder auch vor und nach Kains Brudermord (1. Mose 4,6ff). Dabei ist Gott in seinem Reden ganz klar und unmissverständlich. Schonungslos offenbart er sich seinem Gegenüber in seinem ganzen Wesen und fordert ihn damit heraus sich dazu in Beziehung zu setzen.

Gott lässt sich in der gesamten Bibel als durch und durch kommunikativ und beziehungsorientiert erkennen - eben nicht nur „organisierend, regelnd und sachbezogen, sondern auch unmittelbar und erlebnisnah".13 Nur so lässt sich verstehen, dass es gerade diese unmittelbaren und erlebnisnahen Gottesbegegnungen sind, die wirklich etwas in den Menschen bewirken und verändern, ihnen eine neue Zielrichtung geben und darüber hinaus eine Hoffnung und einen Glauben, der alle Gegenwirkungen und Widerstände überdauert. Davon zeugen etliche biblische Personen und weitere Glaubenshelden von der Antike bis hin zur Neuzeit.

Unter diesem Gesichtspunkt ist z.B. die Sprachverwirrung um den Turmbau zu Babel sehr — aufschlussreich, welche Macht Sprache bzw. Sprachlosigkeit hat (1. Mose ll,lff). Das hier keine ausführliche Auslegung stattfinden kann ist verständlich. Darum hier nur eine kurze Beachtung: Es wird uns drastisch vorgeführt wie ohnmächtig die Protagonisten sind, ohne die Möglichkeit sich zu verständigen. Das großangelegte Projekt bricht in sich zusammen.

Das können wir übertragen auf unsere Arbeit in den verschiedenen Arbeitskreisen. Wo die Verständigung blockiert ist, da gibt es keine Entwicklung. Jeglicher Gestaltungs- und Transformierungsprozess muss im Keim ersticken. Es ist der Tod im Topf eines jeden schöpferischen Prozesses in dem ein Arbeitskreis sich befinden kann.

Darum ist es so wichtig, darauf zu achten, dass das Arbeitsklima so gestaltet ist, dass jeder Teilnehmer sich entfalten kann, gehört wird und von den anderen Teilnehmern entsprechend Beachtung findet.

An Kains Brudermord und dem was im Vorfeld geschieht, können wir erkennen, welche Wirkungen es mit sich bringt, wenn Kommunikation zw. Gott und Mensch fließt bzw. gestört ist. Beide Brüder geben ihre Opfergaben dem HERRN in der Hoffnung und Erwartung, dass das Opfer also die Gabe angenommen wird. Die eine Gabe wird angenommen, die andere findet Nicht-Beachtung. Warum? Darüber lässt sich der Text nicht aus - aber die Auswirkung auf die seelische Befindlichkeit Kains wird uns vor Augen geführt. Die Zurückweisung und Nichtachtung seiner tatsächlich erbrachten Leistung im Anblick des Erfolgs seines Bruders, lässt seinen Blick senken und verfinstern.

An dieser Stelle kommt der Punkt der eigenen Entscheidung und Verantwortung: Kain bleibt mit seinen Gefühlen bei sich. Er spricht sie nicht aus - selbst nach der Aufforderung Gottes nicht. Er bleibt allein, allein mit seiner Trauer und Wut, allein mit seiner Enttäuschung und Einsamkeit

Anhand dieser Geschichte möchte ich eine mögliche Variante aufzeigen, wie Kain aus dieser Situation, diesem Gefühlsstau wohl herausgekommen wäre:

Gott initiiert die Spannung, indem er den einen dem anderen vorzieht - und das ohne wei- — tere Erklärung. Damit kann man ihm getrost eine Mitverantwortung für den tödlichen Konflikt zusprechen. Aber dem Menschen - in diesem Fall Kain - wird seine eigene Verantwortung nichtabgenommen.

- Er hätte wohl mit Gott reden können, ihm sein ganzes Leid klagen können, ihm sagen können, wie wichtig ihm seine Anerkennung ist und wie sehr es ihn kränkt und verletzt, dass seine Gabe nicht angenommen wurde.
- Er hätte darüber reden können, dass er es nicht erträgt den Bruder so erfolgreich zu sehen und dass er eine Mordswut auf ihn hat.
- Er hätte mit Abel sprechen und ihn fragen können, wie er wohl diese ungleiche Behandlung findet und wohl möglich in ihm einen verständigen, einfühlsamen Bruder finden können.
- Beide hätten zu Gott gehen und ihm sagen können, dass sie mit seiner Entscheidung nicht zurechtkommen und das sie nun ein Problem miteinander haben und Gott hätte zuhören und nach längerem Überlegen versuchen können, ihnen den tieferen Sinn seiner Entscheidung zu erklären.

Das wäre ein emotional hoch kompetenter Umgang mit der Konfliktsituation gewesen. Folgende Fähigkeiten kämen hier zum Tragen: „Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle zu verstehen. Die Fähigkeit, anderen zuzuhören und sich in deren Gefühle hineinzuversetzen. Die Fähigkeit, Gefühle sinnvoll zum Ausdruck zu bringen."14 15 16

Das setzt natürlich voraus das Herz zu öffnen, sich im Moment der Verletztheit mitzuteilen und damit erkennbar zu machen. Es erfordert Rahmenbedingungen, die so gesetzt sind, dass das auch möglich ist. Denn, darüber sind wir uns im Klaren: Wir müssen miteinander reden, um uns zu verständigen!

Abschließend seien in diesem Kapitel noch einige hervorragende (nicht perfekte) Führungspersönlichkeiten des Alten Testaments im Hinblick auf Ihre Kommunikationsfähigkeit benannt:

Mose weiß von sich zu sagen, dass er „von je her nicht beredt gewesen"16 ist und „eine schwere Sprache und eine schwere Zunge"17 hat und dennoch möchte ich ihn einen hervorragenden und ausdauernden Kommunikator nennen, da er regelmäßig mit Gott kom- muniziert und auf Grund seiner Schwierigkeiten in der Rhetorik mit seinem Bruder Aaron — im wechselseitigen Gespräch ist, um die Visionen Gottes für sein Volk weiterzusagen.

Nehemia erlangt durch seine anschauliche Rede an den Perserkönig, in der er im Blick auf Jerusalem, offen und ehrlich über seine Wünsche und Ängste spricht, die Erlaubnis, das Volk Israel zurück nach Jerusalem zu führen. Dort baut er binnen kürzester Zeit mit den Heimgekehrten die Stadtmauern wieder auf. An ihm ist die Fähigkeit zu entdecken, Probleme genau und scharf zu erkennen, zu benennen und ebenso eine entsprechende Lösung zu sehen und zu artikulieren, so dass die Angesprochenen entschlossen handeln: „Auf, lasst uns bauen!"17

Eine höchst interessante und durchaus erfolgreiche Form der Kommunikation findet zwischen Jakob und einem Mann am Ufer des Jabokk statt. Sie ringen miteinander, bis zur Morgenröte. „Und als er sah, dass er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt. Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst."18

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jakob kämpft mit dem Engel Gottes am Ufer des Jabbok (Gustave Doré, 1855.)

„Kommunikation geschieht da im Ringen auf Gegenseitigkeit immer unter der Gefährdung, dass es nicht spurlos vorübergeht, sondern etwas zurückbleibt."19

Meine Erfahrung in der Arbeit mit männlichen Kindern und Jugendlichen deckt sich mit dieser Aussage insofern, dass wenn die Kids bzw. Teens spielerisch in die körperliche Auseinandersetzung mit mir gegangen sind, ich sofort wusste, dass ich ihr Herz und somit ihr Vertrauen gewonnen hatte. Hier fand Kommunikation vielschichtig - aber eben auch auf der körperlichen Ebene statt. Da geht es um das Kräftemessen und auch um die Machtfrage aber letztlich immer um die vertrauensvolle Beziehung, die solche Kontaktaufnahme überhaupt erst zulässt und ermöglicht.

3. Wie Jesus mit seinen Jüngern, dem Volk, Gegnern kommuniziert

Zunächst einige Beispiele, die deutlich machen sollen, welche breit gefächerte Sprache und Kommunikation Jesus sich in unterschiedlichen Gesprächssituationen bedient:

Als die Bürger seiner Heimatstadt Nazareth seine Botschaft der konfrontierenden Liebe Gottes rundweg ablehnen, zieht Jesus sich zurück. Er bricht das Gespräch ab und beendet sinnlose Debatten, als der Punkt der totalen Ablehnung erreicht ist.

Wenn es aber dem klaren Verständnis seiner Botschaft und Berufung dient, scheut Jesus sich nicht machtvoll aufzutreten: Er greift die Schacherer und Händler im Tempel direkt an und brüskiert die religiösen Führer kompromisslos, als diese seinen Tod bereits beschlossen und vorbereitet hatten.

Bei seiner Verhaftung jedoch, während der Verhöre, den ganzen Gerichtsprozess über, in der Folter und selbst noch bei seiner Hinrichtung unterwirft sich Jesus widerstandslos der Wut des Volkes. Er schluckt alle ungerechten Vorwürfe herunter und antwortet ausschließlich mit Worten der Vergebung, Gnade und Annahme. Niemand hat beeindruckender und klarer kommuniziert, als Jesus.

Jesus hört den selbsternannten Hütern von Sitte und Moral geduldig zu, als diese eine Frau des Ehebruchs anklagen. Er wartet ihre Fragen und Vorwürfe ab und sagt dann: „ Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."21 Das ist liebevolle Annahme und schützende Solidarität mit der Angeklagten und knallharte Konfrontation mit den Anklägern. Zu der Frau sagt er: „Will dich keiner mehr steinigen? Wo sind sie denn hin? Ich verurteile dich auch nicht."22 Das ist warmherzig verständnisvolle Fürsorge. „Geh und sündige hinfort nicht mehr!"23 Das ist klare, unmissverständliche Konfrontation und Herausforderung.20 21 22

Dem reichen, gelangweilten, eingebildeten Jüngling hört Jesus zu, antwortet ihm präzise aufseine Fragen, sieht ihn aufmerksam an und „hat ihn lieb". Dann konfrontiert er ihn mit einer steilen Herausforderung: „Geh und verkaufe alles was du hast, gib es den Armen und folge mir nach."24 Eindeutig konfrontiertJesus ihn mit seinem entscheidenden Problem.

Im Tempel greift er zur Peitsche, wirft Tische und Stühle um, treibt die Händler vor sich und spricht zu der aufgebrachten Menge: „Es steht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen«; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus. "23 24 25

Eindrücklich sind auch seine Gleichnisse und Bildererzählungen, in denen er in nachhaltiger Weiser elementare Lebensweisheiten weitergibt, die seine Zuhörerschaft zum Nach- und Umdenken herausfordern. Sei es das Gleichnis vom verlorenen Sohn, welches einlädt zurück zu kehren in die Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater oder auch die Bildererzählung vom Sämann, welche uns drastisch vor Augen führt, dass die Saat der Guten Nachricht sehr unterschiedlich gehört und aufgenommen werden wird.

„in den Geschichten von Jesus finden wir verschiedene Gesprächsangebote, auch Zeichen und Gleichnisse. Jesus kommuniziert somit nicht nur verbal, sondern bedient sich"26 verschiedener Kommunikationsformen und -möglichkeiten.

Zum Ende dieses Kapitels noch eine Geschichte, bei der der Auferstandene mit seinen Jüngern in Kommunikation tritt. Die Geschichte von Emmaus:

„Da gehen zwei Jünger nach dem Tod Jesu, nach seiner Kreuzigung, in ein Dorf namens Emmaus. Sie reden miteinander, und sie treffen jemanden, mit dem sie tagelang weiterziehen und während dessen im Gespräch sind. Auf diesem gemeinsamen Weg legen sie die ganze Bibel aus, das heißt das ganze Wissen dieser Zeit wurde besprochen. Sie betrauern den Tod ihres Meisters und erzählen dem Fremden ihre Leidensgeschichte.

[...]


1 Müller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 5

2 Müller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 35

3 Müller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 247

4 Müller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 247

5 Moeller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 250

6 Moeller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 250

7 Moeller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 14

8 Moeller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 14

9 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, Johannes 1,1ff

10 Wuppertaler Studienbibel, Das Evangelium des Johannes - Erklärt von Werner De Boor, S. 36

11 http://www.diakoniewerk.at/assets/DKW-Allgemein/download/MSS2006_REF_Chalupka.pdf, S. 1

12 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, 1. Mose 1,3

13 Moeller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit - Das Paar im Gespräch, S. 14

14 Steiner, Claude: Emotionale Kompetenz, S. 21

15 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, 2. Mose 4,10

16 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, 2. Mose 4,10

17 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, Nehemia 2,18b

18 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, 1. Mose 32,26-30

19 http://www.diakoniewerk.at/assets/DKW-Allgemein/download/MSS2006_REF_Chalupka.pdf, S. 2

20 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, Johannes 8,7

21 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, Johannes 8,10

22 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, Johannes 8,11

23 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, Markus 10,28

24 Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers Revidierter Text 1975, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, Matthäus 21,13

25 http://www.diakoniewerk.at/assets/DKW-Allgemein/download/MSS2006_REF_Chalupka.pdf, S. 3

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Führung und Leiterschaft in Gemeinde und Werk. Der Aspekt der Kommunikation
Autor
Jahr
2011
Seiten
34
Katalognummer
V1003779
ISBN (eBook)
9783346382337
Sprache
Deutsch
Schlagworte
führung, leiterschaft, gemeinde, werk, aspekt, kommunikation
Arbeit zitieren
Sasa Petric (Autor), 2011, Führung und Leiterschaft in Gemeinde und Werk. Der Aspekt der Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003779

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