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Faschismus und Stalinismus. Ein Vergleich totalitärer Herrschaftssysteme und Diskussion der Texte von M. Funke, I. Geiss und I. Kershaw

Title: Faschismus und Stalinismus. Ein Vergleich totalitärer Herrschaftssysteme und Diskussion der Texte von M. Funke, I. Geiss und I. Kershaw

Academic Paper , 2001 , 14 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Sebastian Loitsch (Author)

Politics - Topic: International development
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In dieser Arbeit werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Herrschaftssysteme "Stalinismus" und "Faschismus" miteinander verglichen. Vergleichen heißt dabei jedoch nicht gleichsetzen. Auch heute, über 50 Jahre nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus, werden mitten in Europa die Menschenrechte missachtet. Die Völkermord-Politik zum Beispiel eines Slodoban Milosevic in Serbien zwingen uns unter anderem zu einer erneuten Auseinandersetzung mit den Ursachen und Erscheinungsformen von Totalitarismus.

Das Zögern der demokratischen Staaten, die ethnischen Säuberungen zu verhindern und die Führer der mörderischen Systeme zu verhaften, zeugt von der Ohnmacht gegenüber neueren totalitären Erscheinungsformen. Ähnliche Entwicklungen sind aber auch in der Dritten Welt vorstellbar. Die Notwendigkeit einer klaren Definition von totalitären Regimen ist eine wichtige Voraussetzung zum schnellen politischen Handeln.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Totalitarismusbegriff

3. Einfluß des Zeitgeistes auf die Totalitarismusdebatte

4. Der Versuch eines Vergleichs

4.1. Kurze Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Herrschaftssysteme

4.2. Vergleich der Herrschaftsziele und der Ideologie der Herrschaftssysteme

4.3. Vergleich der Ausprägung der Gewalt der Herrschaftssysteme

4.4. Vergleich der Lebensdauer der Herrschaftssysteme

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Nationalsozialismus und dem Stalinismus zu analysieren, um ein tieferes Verständnis totalitärer Herrschaftsformen und deren Bedeutung für das politische Handeln in der Gegenwart zu erlangen.

  • Definition und theoretische Einordnung des Totalitarismusbegriffs.
  • Einfluss gesellschaftspolitischer Rahmenbedingungen auf die wissenschaftliche Totalitarismusdebatte.
  • Vergleichende Analyse von Ideologie, Herrschaftszielen und Machtstrukturen.
  • Gegenüberstellung der Ausprägung und Instrumente staatlicher Gewalt in beiden Systemen.
  • Untersuchung der Lebensdauer und Reproduzierbarkeit totalitärer Herrschaftssysteme.

Auszug aus dem Buch

4.2. Vergleich der Herrschaftsziele und der Ideologie der Herrschaftssysteme

Das Vorhandensein gemeinsamer Totalitarismuskriterien (nach C. J. Friedrich) bei Nationalsozialismus und Stalinismus können jedoch nicht die inhaltlichen ideologischen Unterschiede verdecken. Die Herrschaftspraxis totalitärer Systeme wird ohne den jeweiligen Herrschaftszweck nicht verständlich. Die Legitimation von Gewalt und die Durchsetzung der Herrschaft erfolgte in den totalitären Systemen durch eine bestimmte Ideologie. Sie legitimierte durch die vollständige Kontrolle über die Herrschaftsmittel in beiden Diktaturen die radikale Durchsetzung eines neuen Gesellschaftsmodells (vgl. Funke 1999). Ein Vergleich der Opferzahlen kann nicht losgelöst von der jeweiligen Ideologie erfolgen und ist daher nur bedingt zulässig. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, daß die Aussagen über die jeweiligen Herrschaftsziele immer auch zur Selbstdarstellung des politischen Systems, d.h. zur Rechtfertigung bestehender Machtstrukturen genutzt werden (vgl. Kielmansegg 1999).

Das stalinistische und das faschistische System bezeichneten sich beide als "sozialistisch". Die Nationalsozialisten auf nationaler, die Kommunisten auf internationaler Ebene (vgl. Geiss 1999). Die jeweils vorherrschende Ideologie ist auf einen idealen Endzustand der Menschheit ausgerichtet. Sie gründet sich auf der radikalen Ablehnung der bestehenden Gesellschaft. Ideologische Fernziele ersetzten in beiden Systemen begrenzte Ziele. Hitlers Ideologie war, wie die stalinistische, relegionsfeindlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Relevanz der Totalitarismusforschung angesichts aktueller Menschenrechtsverletzungen und betont die Notwendigkeit einer klaren Definition totalitärer Regime.

2. Totalitarismusbegriff: Dieses Kapitel definiert den Begriff als Zusammenschluss von System und Gesellschaft und erläutert die sechs Wesensmerkmale totalitärer Herrschaft nach C. J. Friedrich.

3. Einfluß des Zeitgeistes auf die Totalitarismusdebatte: Hier wird aufgezeigt, wie politische Konstellationen und der Zeitgeist die wissenschaftliche Wahrnehmung und Bewertung der Totalitarismustheorie im Laufe der Jahrzehnte beeinflussten.

4. Der Versuch eines Vergleichs: Dieses Hauptkapitel bildet den Kern der Arbeit, indem es verschiedene Kriterien zur Gegenüberstellung des stalinistischen und nationalsozialistischen Systems anwendet.

4.1. Kurze Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Herrschaftssysteme: Es werden die systemübergreifenden Ursachen im Ersten Weltkrieg sowie die gemeinsamen Merkmale, wie das Fehlen von Gewaltenteilung und eine Einheitspartei, hervorgehoben.

4.2. Vergleich der Herrschaftsziele und der Ideologie der Herrschaftssysteme: Der Fokus liegt hier auf den ideologischen Unterschieden trotz formaler Übereinstimmungen und der Bedeutung der Ideologie für die Legitimation der Herrschaftspraxis.

4.3. Vergleich der Ausprägung der Gewalt der Herrschaftssysteme: Dieses Kapitel vergleicht die Methoden des Terrors, ihre Instrumentalisierung und die Unterschiede in der Zielsetzung der Gewaltanwendung in beiden Systemen.

4.4. Vergleich der Lebensdauer der Herrschaftssysteme: Es wird die unterschiedliche Dauer und Stabilität der totalitären Strukturen sowie die Rolle von Führungsfiguren für das Überleben der Systeme diskutiert.

5. Zusammenfassung: Das Fazit unterstreicht, dass ein wissenschaftlicher Vergleich für das Verständnis von Diktatur und Demokratie unerlässlich ist und fordert eine klarere Definition des Begriffs zur Vermeidung politischer Instrumentalisierung.

Schlüsselwörter

Totalitarismus, Nationalsozialismus, Stalinismus, Herrschaftssysteme, Ideologie, Gewalt, Terror, Historikerstreit, Diktatur, Demokratie, Herrschaftspraxis, politische Analyse, Menschenrechte, Vergleichsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den totalitären Systemen des Nationalsozialismus und des Stalinismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der Totalitarismusbegriff, die ideologische Fundierung der Regime, die Ausübung staatlicher Gewalt sowie die Dauerhaftigkeit der jeweiligen Herrschaftsformen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, durch eine wissenschaftlich objektive Gegenüberstellung beider Systeme ein besseres Verständnis für das Wesen totalitärer Herrschaft zu entwickeln, um politische Konflikte der Gegenwart besser einschätzen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf einen komparativen Ansatz, der auf der Totalitarismustheorie von C. J. Friedrich basiert und verschiedene Sekundärquellen zur Analyse heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Herrschaftszielen, den ideologischen Ausrichtungen, der Ausprägung von Terror und Gewalt sowie der Lebensdauer der Systeme detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Totalitarismus, Nationalsozialismus, Stalinismus, ideologische Herrschaft, staatliche Gewalt und vergleichende Politikwissenschaft geprägt.

Wie bewertet der Autor den Vergleich von Auschwitz und Gulag?

Der Autor betont, dass ein Vergleich dieser Verbrechen zwar notwendig für die wissenschaftliche Beurteilung ist, jedoch keinesfalls dazu dienen darf, die spezifische Tat eines Regimes zu minimieren oder zu verharmlosen.

Welche Rolle spielt die Führungsfigur im Vergleich der beiden Systeme?

Der Autor stellt fest, dass während für den Nationalsozialismus eine zentrale Führungsfigur wie Hitler konstitutiv war, das sowjetische System trotz des Stalin-Kults eine größere strukturelle Langlebigkeit über verschiedene Ären hinweg aufwies.

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Details

Title
Faschismus und Stalinismus. Ein Vergleich totalitärer Herrschaftssysteme und Diskussion der Texte von M. Funke, I. Geiss und I. Kershaw
College
Technical University of Berlin
Grade
Sehr gut
Author
Sebastian Loitsch (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V1003840
ISBN (eBook)
9783346362292
ISBN (Book)
9783346362308
Language
German
Tags
Herrschaftsform Totalitarismus Stalinismus Kershaw Faschismus Vergleich Totalitarismusbegriff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Loitsch (Author), 2001, Faschismus und Stalinismus. Ein Vergleich totalitärer Herrschaftssysteme und Diskussion der Texte von M. Funke, I. Geiss und I. Kershaw, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003840
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