Clique und Außenseiter. Literaturstunde zur "Fleckenballade" von Tiemann (Deutsch, Klasse 7 Oberschule)


Unterrichtsentwurf, 2021

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bedingungsanalyse
1.1 Organisatorische und technische Rahmenbedingungen an der Ausbildungsschule
1.2 Analyse der Lerngruppe
1.3 Einordnung der Stunde in den Lernbereich

2 Lernziele

3 Sachanalyse

4 Didaktische Analyse und methodische Entscheidungen

5 Verlaufsplanung

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang

1 Bedingungsanalyse

1.1 Organisatorische und technische Rahmenbedingungen an der Ausbildungsschule

Die Oberschule wurde 1982 eröffnet und erhielt 1984 ihren jetzigen Namen.1 Sie befindet sich in einem Neubauwohngebiet ein wenig außerhalb des Stadtkerns in unmittelbarer Nähe zur Grundschule. Aufgrund der engen Verbindung zur Primarschule sind beide Einrichtungen gut an das Verkehrsnetz angeschlossen und verfügen über jeweils eine eigene Bushaltestelle. Neben den Schülerinnen und Schülern, die aus umliegenden Dörfern jeden Morgen mit dem Bus zur Schule fahren, gibt es auch einen nicht zu geringen Anteil an Lernenden, die in der Nähe der Schule leben und zu Fuß die Oberschule erreichen können. Hier am Mühlberg leben Familien, die durch Arbeitslosigkeit geprägt sind und die Kinder in Patchwork-Familien aufwachsen. Letzteres gilt auch für die Schülerinnen und Schüler, die in den umliegenden ländlichen Regionen wohnen.2

An der Oberschule lernen derzeitig 439 Schülerinnen und Schüler in 19 Klassen. Die oftmals 23 Lernenden pro Klasse verteilen sich in dreizügigen Klassenstufen, wobei in der achten Jahrgangsstufe vier Klassen vertreten sind. Unterricht erhalten die Lernenden von insgesamt 33 Lehrkräften. Mit dem Schulmotto „MAB – Mehr als Bildung“ möchte die Oberschule auf ihr vielfältiges Angebot und die Unterstützung auch außerhalb des regulären Unterrichts verweisen. Eine Schulsozialarbeiterin widmet sich besonders dem Bereich der Prävention und hierbei der Suchtprävention. Außerdem verfügt die Schule über eine Inklusionsassistentin und eine Praxisberaterin.3

Als Ganztagsschule bietet sie in der großen Pause ein warmes Mittagsangebot an. Das Schülercafé ergänz das Angebot durch kleine Snacks und Getränke. Eine vielfältige Nachmittagsbetreuung wird durch verschiedene Arbeitsgemeinschaften gewährleistet. So können die Lernenden Gitarre spielen lernen, Yoga üben, Apps programmieren, gesundes Essen kochen, der AG Wasserschildkröte beitreten oder an der Hausaufgabenbetreuung teilnehmen (u.a.).4

Der Unterricht an der Oberschule beginnt täglich 07:55 Uhr und endet spätestens nach der achten Stunde um 15:10 Uhr. Die Besonderheiten in den Unterrichtszeiten liegen darin, dass grundsätzlich kein Blockunterricht stattfindet und nach der ersten Stunde ein „fliegender Wechsel“ vollzogen wird. Aus diesem Grund muss die erste Stunde meist zwei bis drei Minuten eher beendet werden, damit die Schülerinnen und Schüler rechtzeitig ihren nächsten Unterrichtsraum aufsuchen können. Neben den kleineren Pausen findet nach der zweiten Stunde die Frühstückspause für 15 Minuten und nach der vierten Stunde die große Pause für 30 Minuten statt. Da es nur ein Vorklingeln an der Schule, zwei Minuten vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn, gibt, kann die Lehrkraft eigenständig über Stundenbeginn und -ende bestimmen.5

Die Schule verfügt insgesamt über 20 Fachräume sowie drei Computerräume, eine Turnhalle und Aula. Alle Fachräume befinden sich in einem guten technischen Zustand und weisen, neben der traditionellen Tafel und dem Polylux, einen Computer mit Beamer auf. Eine Besonderheit der Oberschule liegt in der Nutzung eines Trainingsraumes, welcher im Oktober 2020 eingeführt wurde. Bei diesem Konzept können die Lehrkräfte auffällige und störende Schülerinnen und Schüler in diesen Raum schicken. Vor Ort hat der Lernende dann die Möglichkeit zusammen mit der Schulsozialarbeiterin über sein Verhalten nachzudenken und sein Handeln zu reflektieren.

Aufgrund des derzeitigen Coronavirus sorgt ein Hygieneplan an der Schule für die entscheidende Grundlage bei dem Umgang mit der Pandemie. Alle Personen, die sich im Schulgebäude bewegen, müssen stets eine Mund-Nasen-Bedeckung auf den Korridoren der Schule tragen. Außerdem kontrollieren zwei Lehrkräfte beim Einlass der Schülerinnen und Schüler die Benutzung eines Desinfektionsspenders. Der reguläre Schulablauf wird besonders durch zwei eingesetzte Maßnahmen gestört. Einerseits dürfen die Schülerinnen und Schüler nur im Unterricht auf die Toilette gehen, damit sich keine Schlangen bilden und damit auch die Gefahr der Ansteckung reduziert wird. Andererseits werden die Korridore und Schulaufgänge nur in eine Richtung benutzt, um auch hier das Aufeinandertreffen der Lernenden zu vermeiden. Verschärft wurden die Corona-Richtlinien ab dem Monat November. In den Pausen sollen die Schülerinnen und Schüler nun vorrangig an ihren Plätzen bleiben und müssen bei der freien Bewegung im Klassenraum eine Maske tragen. Das Schülercafé und andere Angebote aus dem Nachmittagsprogramm bleiben derzeit geschlossen bzw. können nicht stattfinden.

1.2 Analyse der Lerngruppe

Die Klasse besteht aus insgesamt 26 Lernenden, wobei sich darunter neun Mädchen und 17 Jungen befinden. Im Schnitt sind die Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 13 Jahren alt. Unter den sechs Hauptschülerinnen und -schülern J., C., N., Ja., Ni. und L. sind jedoch J., N. und Ja. bereits 14 Jahre alt und Ni. 15. Der letztgenannte Schüler ist der einzige mit Migrationshintergrund. Er ist mit seiner Familie vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen. Ni. versteht Deutsch gut, aber sein eigenes Sprechen in dieser Sprache ist noch nicht optimal ausgeprägt. Den Förderschwerpunkt Leserechtschreibschwäche haben M., K. und R., wobei man bei R. diesen kaum bemerkt. M. hat außerdem den Förderschwerpunkt Hören, weswegen er in der ersten Reihe sitzt und Inklusionsstunden erhält.

Der Deutschlehrer der Klasse ist Herr F. Er ist gleichzeitig deren Klassen- und Geographielehrer und begleitet sie seit der fünften Jahrgangsstufe an der Oberschule. Die Schülerinnen und Schüler sind damit an seine Anforderungen im Deutschunterricht gewöhnt und wissen, worauf es ihm in den beiden Fächern ankommt.

Besonderen Wert legt Herr F. auf eine freundliche und anständige Umgangsform, die sich auch im Klassenklima widerspiegelt. Dieses lässt sich in der Klasse als sehr angenehm beschreiben. Es macht den Eindruck, dass sich alle gut verstehen und niemand ausgegrenzt oder gehänselt wird. Alle Schülerinnen und Schüler wirken insgesamt nett, aufgeschlossen und hilfsbereit. Trotz, dass die Klasse insgesamt aufgeweckt ist, entsteht im Unterricht oft eine sehr gute Arbeitsatmosphäre, die sich kaum durch Unterrichtsstörungen auszeichnet. Ein besonderer Pluspunkt der Klasse ist die aktive Mitarbeit und die Offenheit auch neue Dinge im Unterricht auszuprobieren. Hierbei sind oft sehr viele Schülerinnen und Schüler bereit, einen Beitrag zu leisten und ein ehrliches Feedback zu neuen Methoden zu geben. Große Probleme haben die Schülerinnen und Schüler sich lang an einem Stück zu konzentrieren. Damit verbunden schwindet oft sehr schnell die Lust, wenn ein Problem nicht auf den ersten Blick lösbar erscheint. Kleine Zwischenmotivierungen und gezielte Hilfestellungen durch die Lehrkraft sind deshalb besonders wichtig. Im Umgang mit Sozialformen außerhalb des Lehrer-Schüler-Gesprächs ist ein reibungsloser Ablauf selten möglich. Besonders Gruppenarbeiten erzielen oft nicht den gewünschten Effekt und enden meist in belanglosen Gesprächen außerhalb des eigentlichen Themas. Partnerarbeiten hingegen funktionieren besser, sofern bestimmte Schülerkombinationen vermieden werden. Insgesamt ist es jedoch für alle Lernformen außerhalb des Frontalunterrichts wichtig, die geltenden Regeln mit den Lernenden vorher nochmals abzusprechen.

Besonders in Hinblick auf die Kompetenzen für den Deutschunterricht, weisen die Schülerinnen und Schüler eine gutes Hörverstehen inklusive Lesekompetenz auf. Schwierigkeiten ergeben sich jedoch besonders bei der Formulierung von zusammenhängenden Sätzen und einem guten Ausdruck. Somit kann man sagen, dass die Lernenden zwar im mündlichen Unterrichtsgespräch gut abliefern aber gerade bei schriftlichen Aufträgen Defizite aufweisen. Insgesamt lässt sich deswegen die Leistung der Klasse nur im Mittelfeld verorten, wobei es wenige Leistungsextreme gibt.

Die leistungsstärkste Schülerin der Klasse ist T. Sie ist ein sehr fleißiges und aufmerksames Mädchen, was im Unterricht gut mitarbeitet und schnell zur richtigen Lösung kommt. Fragt man die Klasse nach bestimmten Fachbegriffen oder stellt eine knifflige Frage, so kann man meist auf T. zählen. Gerade um ihrer Leistung gerecht zu werden, sollten stets Differenzierungsaufgaben angeboten werden, um einen „Leerlauf“ zu vermeiden. Neben ihr sitzen L. und E., die ebenfalls sehr aufmerksam dem Unterricht folgen und gute schriftliche Leistungen erzielen. Schade an den beiden Schülerinnen erscheint die Tatsache, dass sie nur sehr selten den Unterricht mit Wortbeiträgen bereichern. Genauso leistungsstark in der Klasse ist das Mädchen A. Sie arbeitet sehr gut im Unterricht mit, neigt jedoch in gewisser Weise zu Selbstzweifeln. Ständige Ermutigungen und kleine Motivationsanstöße sind bei ihr wichtig, damit sie sich ihrer eigenen guten Leistung bewusst wird. Weitere Lernende, die gut im Unterricht mitarbeiten und dem mittleren Leistungsniveau zuzurechnen sind, sind V., Er. und R. Besonders R. arbeitet mit viel Enthusiasmus im Unterrichtsgespräch mit. Seine offene Art zeigt sich aber auch, indem er seine eigene Meinung ohne Scheu äußert und manch andere Schüler zum „Quatschen“ animiert. Er zählt jedoch auch unmittelbar zu den Schülerinnen und Schülern, die bei schriftlichen Aufgaben nur sehr oberflächlich arbeiten und keine großen Mühen investieren. Im mittleren Leistungsfeld finden sich viele Lernende wieder, die nur selten bis gar nicht aktiv am Unterrichtsgespräch teilnehmen. Dazu zählen M., Ch., Re., J, Le., M. R., N., Ro. und M. Diese oft „stummen“ Schülerinnen und Schüler unterscheiden sich in ihrer Art und Weise dem Unterricht zu folgen jedoch ganz grundsätzlich. Sehr ruhig und aufmerksam sind die Schülerin M. und die Schüler M.R., Ma., K. und Le. Ganz anders verhalten sich die Jungen in der ersten Reihe (Re., N., Ro.) und J. Auf sie muss man stets ein Auge haben und hin und wieder an eine ruhige Arbeitsweise erinnern. Gerade J. lässt sich dann gern auf eine Ablenkung von R. ein und triftet vom Unterricht ab. Die leistungsschwächsten Schülerinnen und Schüler sind Ju., Lu., Ni., N, Nic., Em, Mo.E. und F. Während vor allem Lu., Em. und Mo. E. um gute Mitarbeit bemüht sind, neigen Ju. und F. zum kompletten Abschalten im Unterricht. Vor allem F. versucht dann mit R. zu interagieren und die Arbeitsatmosphäre in der Klasse zu verschlechtern. Ju.s Lustlosigkeit am Unterricht drückt sich besonders im häufigen Fernbleiben vom Unterricht aus, was sich auch im mehrfachen Wiederholen von Klassenstufen manifestiert.

Betrachtet man abschließend die materiellen Voraussetzungen des Klassenraumes, so lassen sich diese als gut beschreiben. Das Zimmer 2.14 verfügt über einen Beamer mit angeschlos-senem PC, eine Kreidetafel und einen Polylux. Die Raumgröße ist für die Anzahl der Schülerinnen und Schüler nicht zu klein, sodass ein Unterricht außerhalb der normalen Sitzordnung durchaus denkbar ist.

1.3 Einordnung der Stunde in den Lernbereich

Die Unterrichtsstunde zur „Fleckenballade“ von Hans-Peter Tiemann ordnet sich in den Lernbereich 3 „Über mich und andere: Clique und Außenseiter“6 ein. Nach Herrn Franke wurde der Lernbereich durch mich weitergeführt. Er beginnt mit dem Einstieg in die Welt der Fabeln und behandelt anschließend das Thema zur Positionierung und Gestaltung von Charakteren und Handlungsweisen von literarischen Figuren. Die „Fleckenballade“ ist hierbei der dritte Text, der in dieser Sequenz behandelt wird. Aufgrund der HomeSchooling-Zeit von Mitte Dezember bis Anfang Januar findet ein kleiner Bruch im Lernbereich statt, da für die eigenständige Lernzeit zuhause vor allem die Wiederholung der Wortarten angedacht war. Versucht wurde dabei, dieses Wissen, besonders in Bezug auf die Wichtigkeit der Adjektive für die Charakterisierung, sinnvoll zu integrieren.

Die folgende Tabelle gibt die Planung des Lernbereiches 3 wieder.

Lernbereichsplanung Klasse 7 LB 3: Über mich und andere: Clique und Außenseiter (LB 1 und LB 2 integrativ) Std. 42

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. Heinrich-von-Trebra-Oberschule Marienberg: Offizielle Homepage. Verfügbar unter: https://www.trebra-ms.de/ (letzter Zugriff: 08.11.2020, 12:15 Uhr).

2 Informationen von der Schulsozialarbeiterin Frau Woytkowiak.

3 Vgl. Heinrich-von-Trebra-Oberschule Marienberg: Offizielle Homepage.

4 Vgl. ebd.

5 Vgl. Heinrich-von-Trebra-Oberschule Marienberg: Offizielle Homepage.

6 Sächsisches Staatsministerium für Kultus (Hg.): Lehrplan Oberschule Deutsch. Dresden: 2004/ 2009/ 2019. Verfügbar unter: https://www.schule.sachsen.de/lpdb/web/downloads/27_lp_os_deutsch_2019.pdf?v2 (letzter Zugriff: 10.01.2021, 17:55 Uhr), S.46.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Clique und Außenseiter. Literaturstunde zur "Fleckenballade" von Tiemann (Deutsch, Klasse 7 Oberschule)
Note
2,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
23
Katalognummer
V1004634
ISBN (eBook)
9783346414113
Sprache
Deutsch
Schlagworte
clique, außenseiter, literaturstunde, fleckenballade, tiemann, deutsch, klasse, oberschule
Arbeit zitieren
Stephanie Mütterlein (Autor), 2021, Clique und Außenseiter. Literaturstunde zur "Fleckenballade" von Tiemann (Deutsch, Klasse 7 Oberschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1004634

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