In dieser Arbeit wird auf die Partizipation im frühkindlichen Bildungsbereich von Kindern im Alter von eins bis drei Jahren, am Beispiel der Essenssituation, eingegangen. Hierzu wird die Wichtigkeit des eigenen Essverhaltens und die Kompetenzen, die die pädagogischen Fachkräfte zur Förderung von Partizipation bei Kindern unter drei Jahren haben sollten, dargestellt.
Seit Dezember 2008 ist das Gesetz zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflegen in Kraft getreten. Dieses Gesetz befasst sich mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Seitdem gibt es einen bundesweiten Ausbau von Krippenplätzen. Um eine qualitative Entwicklung, auch bei den Kleinsten zu gewährleisten, steht das Thema Partizipation immer mehr im Vordergrund, auch wenn es bisher eher mit drei bis sechsjährigen Kindern in Verbindung gebracht worden ist.
Während des Mittagessens waren die Kinder oft sehr unruhig und laut. Deshalb wurde in den Teamsitzungen der letzten Monate darüber diskutiert, wie man dieses Problem lösen kann. Durch eine Fortbildung zum Thema Partizipation in Kindertageseinrichtungen, die ein Teammitglied gemacht hatte, wurde daraufhin beschlossen die Essenssituation partizipativer für die Kinder zu gestalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Zielsetzung der These
1.2 Ausgangslage
1.3 Gliederung
2 Theoretischer Überblick
2.1 Definition von Partizipation
2.2 Rechtliche Regelungen
2.3 Relevanz der Partizipation für Krippenkinder
2.4 Beteiligung der Kinder im Krippenalltag
2.4.1 Partizipation beim Wickeln
2.4.2 Partizipation bei der Schlafgestaltung
3 Partizipation bei der Essenssituation
3.1 Faktoren des Gelingens
3.2 Erforderliche Kompetenzen der pädagogischen Fachkraft
3.3 Praxisbeispiel Krabbelstube XXX
3.4 Intervention zur Veränderung der Gelingens-Faktoren
3.5 Auswertung und Beobachtung
4 Reflexion der Intervention
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, welche Kompetenzen pädagogische Fachkräfte benötigen, um die Partizipation von Kindern unter drei Jahren aktiv zu fördern, wobei die Essenssituation als konkretes Anwendungsbeispiel dient, um durch gezielte Interventionen eine autonomere und entspanntere Atmosphäre zu schaffen.
- Partizipation im frühkindlichen Bildungsbereich
- Rechtliche Grundlagen und Theorien zur Beteiligung
- Die Rolle der pädagogischen Fachkraft und deren eigene Essbiografie
- Interventionsmethoden zur Umgestaltung der Essenssituation in der Krippe
Auszug aus dem Buch
3.1 Faktoren des Gelingens
Die Nahrungsaufnahme ist ein wichtiger Bestandteil im Alltag von Anfang an. Die Nahrungszufuhr soll zur Befriedigung des Hungergefühls dienen und nicht zur Befriedigung anderer Bedürfnisse. Die Erwachsene müssen die Signale des Kindes verstehen und angemessen darauf reagieren. Hierbei ist ein sensibler Umgang mit den Lebensmitteln erforderlich. Essen und Trinken sollte nicht zur Konditionierung oder Bestechung verwendet werden. Wenn man sich dessen bewusst ist und den Kindern als Vorbild dient, ist das von entscheidender Bedeutung für das ganze spätere Essverhalten der Kinder.
Weiterhin prägend sind die Einstellungen und Haltungen, die die Erwachsene in Essenssituationen vermitteln. Die eigene Biographie hat eine hohe Bedeutung in der Essentwicklung der Kinder. Vorlieben oder Abneigungen beim Essen beginnen bereits in der Kindheit und sind ein Teil der eigenen Esskultur. Bei den meisten Menschen geschieht dies im Unterbewusstsein. Um die Kinder gut begleiten und anleiten zu können, sollte man sich der eigenen Essbiographie bewusst sein und diese reflektieren (vgl. Methfessel, Höhn, Miltner-Jürgensen 2016: S. 238ff).
Die Nahrungsaufnahme darf nicht wie eine gezwungene, lästige oder schnell zu erledigte Pflichtaufgabe gesehen werden, sondern sollte als freudiges Erlebnis zelebriert werden. Ganz wichtig ist hierbei, dass der Erwachsene eine gemütliche Atmosphäre schafft, indem die Kinder vielseitige Ernährungsmöglichkeiten erleben, jedoch zu keiner gezwungen werden. Die Erwachsenen müssen eine ablehnende Haltung oder Äußerung der Kinder respektieren und akzeptieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Vorstellen der Zielsetzung, der Ausgangslage in der Einrichtung und der Gliederung der Facharbeit.
2 Theoretischer Überblick: Erläuterung der Definition von Partizipation, der rechtlichen Grundlagen sowie der Bedeutung der Kinderbeteiligung im Krippenalltag.
3 Partizipation bei der Essenssituation: Analyse der Gelingens-Faktoren, der notwendigen Fachkraftkompetenzen und Darstellung einer konkreten Interventionsmaßnahme in der Krabbelstube XXX.
4 Reflexion der Intervention: Kritische Auseinandersetzung mit der durchgeführten Intervention und deren Auswirkungen auf Kinder und Fachpersonal.
5 Fazit: Zusammenfassendes Resümee, dass Partizipation eine grundlegende Haltung erfordert und erfolgreich in feste Krippenstrukturen integriert werden kann.
Schlüsselwörter
Partizipation, Krippenkinder, Essenssituation, Pädagogische Fachkraft, Selbstbestimmung, Essbiografie, Interventionsmethoden, Frühkindliche Bildung, Kleinkindpädagogik, Vorbildfunktion, Mitspracherecht, Alltagssituationen, Reflexion, Resilienz, Nahrungsmittel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung von Partizipation bei Kindern unter drei Jahren, speziell angewandt auf die tägliche Situation des Mittagessens in einer Kinderkrippe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem theoretischen Verständnis von Beteiligung, den notwendigen Kompetenzen des pädagogischen Personals sowie praktischen Interventionsmöglichkeiten zur Steigerung der kindlichen Autonomie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, welche spezifischen Kompetenzen pädagogische Fachkräfte benötigen, um Partizipation bei Kleinkindern zu fördern, um damit Stress abzubauen und das Selbstbild der Kinder zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisorientierten Interventionsstudie (Aktionsforschung) in einer Kinderkrippe, inklusive Beobachtungen und Feedbackbögen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Gelingens-Faktoren, Anforderungen an das pädagogische Personal, stellt ein Praxisbeispiel vor und dokumentiert die konkrete Umsetzung und Auswertung einer Intervention.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Partizipation, Selbstbestimmung, Essbiografie, kindgerechte Autonomie und Reflexion des pädagogischen Handelns.
Warum spielt die eigene Biografie der Fachkraft eine so wichtige Rolle?
Die Autorin betont, dass unbewusste Essgewohnheiten und Einstellungen aus der eigenen Kindheit die pädagogische Arbeit beeinflussen; daher ist deren Reflexion entscheidend für eine wertschätzende und vorbildhafte Begleitung der Kinder.
Welche konkreten Veränderungen wurden in der Krabbelstube XXX vorgenommen?
Zu den Maßnahmen gehörten die Einführung von altersgerechtem Vorbesteck, die Etablierung fester Sitzplätze nach Absprache, die Abschaffung des Nachtischs als Bestechungsmittel und die Verlagerung desselben auf den Nachmittagssnack.
- Quote paper
- Angela Friedl (Author), 2019, Partizipation in der Kinderkrippe. Kompetenzen zur Partizipationsförderungen bei Kindern unter drei Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005001