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Über das Stasi-Verfolgten-Syndrom. Verfolgung in der DDR, Psychische Folgen, Entschädigungsfragen

Titre: Über das Stasi-Verfolgten-Syndrom. Verfolgung in der DDR, Psychische Folgen, Entschädigungsfragen

Livre Spécialisé , 2014 , 35 Pages

Autor:in: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Uwe H. Peters (Auteur)

Psychologie - Divers
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Diese Arbeit behandelt das Stasi-Verfolgten-Syndrom und geht dabei auf die Verfolgung in der DDR, die psychischen Folgen und Entschädigungsfragen ein.

Die psychischen Folgen von Verfolgungen geben kein einheitliches Bild, jede der vielen Verfolgungen unserer Zeit hinterlässt bei den Überlebenden andere Folgen. Zwar bestehen Ähnlichkeiten, aber es gibt keinen Kern, der bei allen gleich ist.
Man kann daher nur in allgemeiner Weise von einem Verfolgten-Syndrom sprechen. Das ist ein Dach, unter dem viele Verfolgten-Syndrome vereinigt sind, die eine gewisse Familienähnlichkeit untereinander haben. Doch jedes einzelne Verfolgten-Syndrom hat sein eigenes Gepräge Bild oder Typus.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Teil 1: Verfolgung in der DDR

Gefangenenfreikauf

Besonderheiten der Stasi-Verfolgung

Größere relative Zahl

Stabilität der Familien

Selten Überlebensschuld

Keine Grablosigkeit.

Heimat, Sprache und Kultur

Festnahme

Erniedrigungen und Misshandlungen

Der engste Raum

Hunger, Kälte, Licht, Notdurft

Entwürdigung

Isolation

Rechtlosigkeit

Ungewissheit des Schicksals

Todesangst

Stigmatisierung

Möglichkeiten der Abwehr

Fragen der Folter

Teil 2: Kasuistik

Fall 1. (Gutachtenfall)

Fall 2. (Therapiefall)

Fall 3

Teil 3: Psychische Folgen der Verfolgung

Das Stasi-Verfolgten-Syndrom

Ängste

Psychosomatische Störungen

Paranoische Angst

Empörung

Schlafstörungen und Angstträume

Erschöpfungsgefühl

Uniformierte

Wiederkehr des Erlebten

Gefühlsverstimmungen

Körperliche Beschwerden

Eigentümliche Nervosität

Misstrauen

Selbsttötungsversuche

Verständnislosigkeit

Therapie

Teil 4: Entschädigungsfragen

Häftlingshilfegesetz

Rehabilitierungsgesetz der DDR

Kommentar

Wie was sollte entschädigt werden?

Zusammenfassung

Summary

Literatur

Autorenportrait

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das spezifische psychiatrische Krankheitsbild der Opfer staatlicher Repression in der DDR, das als „Stasi-Verfolgten-Syndrom“ bezeichnet wird. Das Ziel ist es, die psychischen Folgen der Haft- und Verfolgungserlebnisse aufzuarbeiten, medizinisch einzuordnen und Wege für eine angemessene therapeutische und rechtliche Unterstützung der Betroffenen aufzuzeigen.

  • Differenzierung des Stasi-Verfolgten-Syndroms von anderen Traumafolgestörungen
  • Analyse der spezifischen Belastungsmomente während der Inhaftierung
  • Kasuistische Darstellung therapeutischer Verläufe und Fallbeispiele
  • Diskussion der psychosomatischen Langzeitfolgen und Stigmatisierungsprozesse
  • Bewertung der rechtlichen Entschädigungssituation nach der Wiedervereinigung

Auszug aus dem Buch

Festnahme

Bereits die Festnahme bedeutete, dass Hoffnungen auf eine bessere Welt oder von einem besseren Leben vielleicht für immer beendet wurden. Die Festnahme hieß Verlust des gewohnten Lebensraumes und extreme räumliche Einschränkung, Abschneiden von Kommunikation, Verlust der Verbindung zu Angehörigen für lange Zeit und Unmöglichkeit des verantwortlichen sozialen Handelns für andere.

Verhöre. Endlose Vernehmungen gehören zu den besonderen Erfahrungen nahezu aller Stasi-Verfolgten und bildet häufig die Hauptklage. Es gibt Berichte über mehrtägige Dauerverhöre oder monatelange täglich 16stündige Vernehmungen mit dem Ziel, irgendetwas für den Stasi Brauchbares zu erfahren. Wie alle totalitären Staaten hatte auch die DDR eine geradezu paranoische Furcht vor der geringsten staatskritischen Aktivität und registrierte buchhalterisch alle denkbaren Vorgänge nicht nur in der DDR, sondern auch in der Bundesrepublik. Wenn auch damit zu rechnen ist, dass sehr viele Akten vernichtet worden sind, kann man dennoch in den nächsten Jahren eingehende Berichte über Verhöre zu erwarten. Derartige Verhöre bedeuteten nicht nur eine seelische Belastung, etwa weil zu den Vernehmungstechniken die Erniedrigung und Entwertung des Verhörten gehörten. Es waren auch große intellektuelle, Konzentrations- und Gedächtnisleistungen, zu erbringen, wenn man nicht andere Menschen gefährden wollte. Sollte dem Gefangenen dennoch ein Hinweis entschlüpft sein, musste es sein Gewissen belasten, einen anderen Menschen in die gleichen Umstände gebracht zu haben. Schließlich bedeuten derartige Verhöre auch schon eine rein physische Belastung.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die Konzeptualisierung psychischer Verfolgten-Syndrome und die Notwendigkeit, DDR-spezifische Erfahrungen psychiatrisch zu erfassen.

Einleitung: Thematisierung des Mangels an wissenschaftlicher Literatur zu den psychischen Folgen der DDR-Haft und die Dringlichkeit einer systematischen Aufarbeitung.

Teil 1: Verfolgung in der DDR: Dokumentation der Repressionsmechanismen, von Massenverhaftungen bis hin zur Praxis der Folter und des Gefangenenfreikaufs.

Besonderheiten der Stasi-Verfolgung: Detaillierte Betrachtung spezifischer Haftbedingungen, die das Stasi-Verfolgten-Syndrom von anderen Verfolgungserfahrungen unterscheiden.

Teil 2: Kasuistik: Präsentation detaillierter Fallstudien, die das psychische Leiden und die therapeutischen Erfahrungen ehemaliger Inhaftierter illustrieren.

Teil 3: Psychische Folgen der Verfolgung: Systematische Darstellung der klinischen Symptomatik, von Ängsten und psychosomatischen Störungen bis hin zu langfristigen sozialen Folgen.

Teil 4: Entschädigungsfragen: Kritische Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen für Entschädigungen und Rehabilitation nach dem Zusammenbruch der DDR.

Schlüsselwörter

Stasi-Verfolgten-Syndrom, DDR-Haft, Psychotraumatologie, Politische Verfolgung, Psychiatrische Begutachtung, Posttraumatische Belastungsreaktion, Haftbedingungen, Rehabilitierungsgesetz, Entschädigungsverfahren, Psychosomatik, Angstzustände, Foltermethoden, Sozialisation, Systematisches Unrecht, Trauma-Therapie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den psychischen Langzeitfolgen, die Menschen nach einer politischen Inhaftierung in der ehemaligen DDR erlitten haben, und fasst diese unter dem Begriff „Stasi-Verfolgten-Syndrom“ zusammen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Analyse der spezifischen Haft- und Verhörbedingungen, die daraus resultierenden psychischen und psychosomatischen Krankheitsbilder sowie die Schwierigkeiten der Anerkennung dieser Leiden im Rahmen rechtlicher Entschädigungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, das psychiatrische Wissen über dieses spezifische Syndrom zu systematisieren, die Betroffenen in ihrer Not ernst zu nehmen und medizinische sowie therapeutische Empfehlungen für deren Behandlung und Anerkennung zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt primär klinische Erfahrungen, Fallstudien (Kasuistik) und eine Analyse der rechtlichen sowie historischen Situation, um das Krankheitsbild auf Basis seiner langjährigen psychiatrischen Tätigkeit zu beschreiben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufarbeitung der Verfolgungsmethoden (von der Festnahme über Verhöre bis zur Isolation), eine kasuistische Darstellung individueller Leidenswege und eine medizinische Kategorisierung der daraus entstandenen psychischen Folgen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stasi-Verfolgten-Syndrom, psychiatrische Begutachtung, Hafttraumata, psychosomatische Folgen und Rehabilitation geprägt.

Inwieweit unterscheiden sich die Leiden der Stasi-Opfer von anderen Verfolgten-Syndromen?

Der Autor weist darauf hin, dass es zwar Ähnlichkeiten zu anderen traumatisierten Gruppen gibt, das Stasi-Verfolgten-Syndrom jedoch aufgrund der spezifischen, lang anhaltenden, oft schleichenden Repression und der anschließenden sozialen Stigmatisierung in der Bundesrepublik ein eigenes Gepräge aufweist.

Warum betont der Autor die Trennung von Therapie und Begutachtung?

Er betont dies, um sicherzustellen, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Patient nicht durch gutachterliche Interessenkonflikte belastet wird, da der Patient zur Heilung eine „qualifizierte Aufmerksamkeit“ benötigt, die frei von rentenrechtlichen Erwartungen sein sollte.

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Résumé des informations

Titre
Über das Stasi-Verfolgten-Syndrom. Verfolgung in der DDR, Psychische Folgen, Entschädigungsfragen
Auteur
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Uwe H. Peters (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
35
N° de catalogue
V1005077
ISBN (ebook)
9783346394132
ISBN (Livre)
9783346394149
Langue
allemand
mots-clé
über stasi-verfolgten-syndrom verfolgung psychische folgen entschädigungsfragen
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Citation du texte
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Uwe H. Peters (Auteur), 2014, Über das Stasi-Verfolgten-Syndrom. Verfolgung in der DDR, Psychische Folgen, Entschädigungsfragen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005077
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Extrait de  35  pages
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