Diese Arbeit beschäftigt sich mit der US-Mexikanischen Grenzsituation. Im ersten Kapitel liegt der Fokus auf Mexikos ökonomischer Entwicklung und der Einbindung des Landes in das globale Wirtschaftsnetz, um die grundlegenden Ursachen der mexikanischen Arbeitsmigration in die USA zu untersuchen. Hier zeigen sich Zusammenhänge zwischen dem von außen auferlegten, neoliberalen Wirtschaftssystem und einer prekären Soziallage, auf die das dritte Kapitel mit einer Beschreibung der Lebensumstände von mexikanischen Migranten etwas näher eingeht.
Die radikale Ausgrenzung und Migrationsbekämpfung, die sich in den verschiedenen Praktiken der im zweiten Kapitel behandelten Grenzkontrolle seitens der USA ausdrückt, demonstriert das Konfliktpotenzial, das die Massenzuwanderung aus dem Süden mit sich bringt.
Die etwa 3.100 Kilometer lange Grenze zwischen den USA und Mexiko bildet nicht nur die Trennungslinie zwischen zwei Staaten, sondern markiert auch ein starkes Wohlstandsgefälle zwischen dem armen Süden einerseits und dem reichen Norden andererseits. Arbeitsmigranten aus Mittel- und Südamerika lockt der vermeintliche Wohlstand aus ihrer Heimat, wo ihr Leben von Armut sowie sozialer Perspektivlosigkeit geprägt ist.
Die verschärfte Sicherheitspolitik der US-Regierung versucht durch ausgefeilte Überwachungstechniken den 'illegalen' Einwanderern den Grenzübergang unmöglich zu machen – oder sie zumindest auf eine kleine Auswahl zu reduzieren, denn im Grunde stellen die Migranten für die US-Wirtschaft eine gewinnbringende Niedriglohnarbeiterschaft dar.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Ursachen und Entwicklung der mexikanischen Arbeitsmigration
1.1 Die wirtschaftliche Umstrukturierung in Mexiko und ihr Einfluss auf Migrationsvorgänge
Milagro Mexicano
Die Krise des kleinbäuerlichen Sektors
Neoliberale Umstrukturierung
Die Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA)
Wirtschaftliche Veränderungen in den USA
1.2 Migrationsbegünstigung durch kulturellen und politischen Wandel
Amerikanisierung in Mexiko
Lateinamerikanisierung in den USA und transnationale Sozialräume
2. US-amerikanische Migrationspolitik, Sicherheitsmaßnahmen und die Militarisierung der Grenze
Institutionen der Grenzkontrolle und ihre Legitimation
Abschiebung
Die Grenzanlagen
3. Lebensrealität der mexikanischen Migranten
Gefahren beim Grenzübergang
Menschenrechtsverletzungen
Lebens- und Arbeitsbedingungen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen der mexikanischen Arbeitsmigration in die USA unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen Entwicklung Mexikos und der US-amerikanischen Grenzpolitik. Sie analysiert, wie neoliberale Wirtschaftsstrukturen und politische Diskurse sowohl Push-Faktoren in Mexiko als auch die spezifische Migrationsbekämpfung in den USA bedingen.
- Wirtschaftliche Umstrukturierung Mexikos und deren Auswirkungen auf die soziale Lage.
- Einfluss der NAFTA auf die landwirtschaftliche Existenzgrundlage und Migration.
- Die Rolle der US-amerikanischen Grenzpolitik und der Militarisierung der Grenze.
- Lebens- und Arbeitsbedingungen mexikanischer Migranten im Zielland.
- Die Bedeutung der Latino-Community und Rücküberweisungen als transnationale Phänomene.
Auszug aus dem Buch
Die Krise des kleinbäuerlichen Sektors
Trotz Mexikos Entwicklung zu einem Schwellenland erhielt sich das Zentrum-Peripherie-Gefälle sowie die damit verbundene Armut großer Bevölkerungsteile und verstärkte sich durch die strukturelle Krise des kleinbäuerlichen Sektors. Neben der Verstaatlichung der Erdölunternehmen sowie der Eisenbahngesellschaften sollte vor allem der Agrarbereich die wirtschaftliche Grundlage für die Industrialisierung bilden (vgl. ebd.: 44). Die starke Senkung des Reallohnniveaus in diesem Sektor sicherte billige Exportwaren und somit hohe Gewinne, welche den Devisenhaushalt aufstocken sowie Privatinvestitionen und Kapital aus dem Ausland anlocken sollten. Mit diesem wurde dann wiederum in den Sekundärsektor (Industrie) investiert.
Im Primärsektor waren bis dahin 60% der Bevölkerung beschäftigt gewesen (vgl. Boris 1996: 11). Nach der gesetzlich geregelten Landreform von 1917 war fast die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Form von Ejidos unter der Bevölkerung verteilt, so dass auf diesen Nutzflächen neben den extrem niedrigen Löhnen noch Subsistenzwirtschaft betrieben werden konnte. Da diese oftmals aber auch nicht mehr zum Überleben reichte, kam es dementsprechend auch schon während der Zeit des Milagro Mexicano zu großer Landflucht, was zum schnellen Wachstum der Großstädte führte. Auch die ansteigende Immigration in die USA bedingte sich nicht zuletzt durch die große Nachfrage der US-Wirtschaft an Arbeitskräften (vgl. Kanzleiter 1999: 43).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Wohlstandsgefälles zwischen USA und Mexiko ein und stellt die Fragestellung zur ökonomischen Entwicklung und Grenzpolitik vor.
1. Ursachen und Entwicklung der mexikanischen Arbeitsmigration: Dieses Kapitel analysiert die wirtschaftliche Umstrukturierung Mexikos, das Scheitern des kleinbäuerlichen Sektors und den Einfluss von Freihandelsabkommen wie der NAFTA auf die Migrationsströme.
2. US-amerikanische Migrationspolitik, Sicherheitsmaßnahmen und die Militarisierung der Grenze: Hier werden die Institutionen der Grenzkontrolle, die Verschärfung durch das Heimatschutzministerium sowie Abschiebepraktiken und Grenzanlagen kritisch beleuchtet.
3. Lebensrealität der mexikanischen Migranten: Das Kapitel beschreibt die Gefahren des Grenzübergangs, die prekären Arbeitsverhältnisse der Migranten sowie Menschenrechtsverletzungen in den USA und Mexiko.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Grenzsicherung als Symptombehandlung fungiert und die ökonomischen Ursachen der Migration innerhalb der bestehenden globalen Wirtschaftsstrukturen ungelöst bleiben.
Schlüsselwörter
Arbeitsmigration, Mexiko, USA, NAFTA, Neoliberalismus, Grenzsicherung, Militarisierung, Menschenrechte, Lebensbedingungen, Latino-Community, Wirtschaftspolitik, soziale Disparitäten, Migranten, Grenzpolitik, ökonomische Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der mexikanischen Arbeitsmigration in die USA, ihre ökonomischen Ursachen und die Auswirkungen der US-amerikanischen Grenzpolitik auf die Betroffenen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die wirtschaftliche Umstrukturierung Mexikos, die Rolle von Freihandelsabkommen wie NAFTA, die sicherheitspolitische Militarisierung der Grenze sowie die Lebensrealität der Migranten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Hausarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das von außen auferlegte neoliberale Wirtschaftssystem und die rigide US-Grenzpolitik die Migrationsursachen und -bedingungen beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturstudie, um Zusammenhänge zwischen Wirtschaftssystemen, politischer Steuerung und sozialen Auswirkungen darzulegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung ökonomischer Ursachen in Mexiko, die Analyse US-amerikanischer Migrations- und Sicherheitsbehörden sowie eine Beschreibung der Lebensumstände mexikanischer Migranten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Arbeitsmigration, NAFTA, Neoliberalismus, Grenzpolitik und Menschenrechte beschreiben.
Welche Rolle spielt das "Milagro Mexicano" für die heutige Migration?
Das Milagro Mexicano bildet den historischen Kontext, dessen Ende durch die neoliberale Wende und die Krise des kleinbäuerlichen Sektors den Grundstein für die heutige Landflucht und Migrationsnotwendigkeit legte.
Wie bewertet die Autorin die US-amerikanische Grenzpolitik?
Die Autorin bewertet die Grenzpolitik als eine ineffektive Symptombehandlung, die primär dazu dient, die Verfügbarkeit von billigen Arbeitskräften zu filtern, statt die tieferliegenden Ursachen der Migration zu adressieren.
- Arbeit zitieren
- Sophia Schmilinsky (Autor:in), 2007, US-Mexikanische Grenzsituation. Mexikanische Arbeitsmigration und die US-Grenzpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006104