Wie fördert die Waldpädagogik die ganzheitliche Vorbereitung auf die Schule? Die Forschungsarbeit hat das Ziel darzustellen, welche Förderungsmaßnahmen in der Waldpädagogik im Elementarbereich im Jahr 2020 zur ganzheitlichen Schulvorbereitung im deutschen Schulsystem angewandt werden.
Hierfür wurde ein Experteninterview nach Gläser und Laudel geführt, unter Zuhilfenahme der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet und mit dem aktuellen Forschungsstand und theoretischen Vorverständnis verglichen.
Dabei bestätigt sich, aufgrund von aktueller Literatur zum Forschungsstand die Annahme, dass Kinder aus Waldkindergärten in vielen Bereichen nach wie vor mindestens ebenso gut, wenn nicht noch besser auf die schulischen Anforderungen vorbereitet werden, wie Kinder aus Regelkindergärten, während in anderen wenigen Bereichen leichte Defizite zu vermerken sind und es wird deutlich, welche Förderungsmaßnahmen im Einzelnen durchgeführt werden. Weiterführende Forschungen sind auf Grundlage dieser Einzelfallstudie wünschenswert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theoretische Konstrukte Ulrichs, Piagets, Bronfenbrenners und Nickels
2.1 Lerntheorie nach Ulich
2.2 Entwicklungstheorie nach Piaget
2.3 Ökologische Theorie nach Bronfenbrenner
2.4 Ökologisch-systemisches Schulreifemodell nach Nickel
3 Stand der Forschung und Leitfragenableitung
4 Empirischer Teil
4.1 Qualitative Sozialforschung
4.1.1 Das Expert*inneninterview nach Gläser und Laudel
4.1.2 Der Feldzugang
4.1.3 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
4.2 Interpretation der Ergebnisse
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Waldpädagogik im Elementarbereich zur ganzheitlichen Vorbereitung auf die Schule beiträgt. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, welche spezifischen Fördermaßnahmen angewandt werden, um Kindern den Übergang in das deutsche Schulsystem zu erleichtern, wobei theoretische Ansätze mit empirischen Daten aus einem Experteninterview verknüpft werden.
- Vergleich waldpädagogischer Ansätze mit den Anforderungen an die schulische Vorbereitung.
- Analyse der Rolle der Natur als Bildungsraum für die Persönlichkeitsentwicklung.
- Untersuchung sozialer und emotionaler Kompetenzbildung im Waldkindergarten.
- Evaluierung der Zusammenarbeit zwischen Waldgruppen und Grundschulen.
- Bedeutung der Bindungstheorie und Resilienzförderung im pädagogischen Alltag.
Auszug aus dem Buch
Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
Die qualitative Inhaltsanalyse stammt aus der Textanalyse (Gläser & Laudel 2010, S. 197) und eignet sich besonders zur Extraktion, Auswertung und Schlussfolgerung festgehaltener Kommunikation (Mayring 2015, S. 13) in Form von Texten, Bildern, Noten etc. und verhilft so dem Forscher systematisch und theoriegeleitet zu agieren (Gläser & Laudel 2010, S. 106). Die Analyse des Materials erfolgt unter einer „theoretisch ausgewiesenen Fragestellung“ (Mayring 2015, S. 13), deren Ergebnisse einzelne Analyseschritte unter Rückgriff auf den theoretischen Hintergrund ausgewertet werden (ebd.). Regelleitet nach den sozialwissenschaftlichen Methodenstandards ist die Inhaltsanalyse durch Anwendung des Kategoriensystem, damit es intersubjektiv nachvollziehbar und überprüfbar ist (Mayring 2015, S. 12 f.). Somit eignet sich die Inhaltsanalyse zur Auswertung des Expert*inneninterviews für die vorliegende Arbeit.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Waldpädagogik im aktuellen bildungspolitischen Kontext und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Studie.
Theoretische Konstrukte Ulrichs, Piagets, Bronfenbrenners und Nickels: Es werden die theoretischen Grundlagen dargestellt, die das Verständnis von kindlicher Entwicklung und deren Einbettung in ökologische Systeme für die empirische Analyse untermauern.
Stand der Forschung und Leitfragenableitung: Das Kapitel reflektiert den aktuellen Stand der empirischen Forschung zu Waldkindergärten und leitet daraus die spezifischen Forschungsfragen dieser Arbeit ab.
Empirischer Teil: Dieser Teil beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Sozialforschung, inklusive der Durchführung des Experteninterviews und der methodischen Auswertung mittels Inhaltsanalyse nach Mayring, sowie die anschließende Interpretation der gewonnenen Daten.
Schlussbetrachtung: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt, die Forschungsfrage beantwortet und der Beitrag der Waldpädagogik zur Schulfähigkeit kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Waldpädagogik, Elementarbereich, Schulfähigkeit, ganzheitliche Bildung, qualitative Inhaltsanalyse, Expert*inneninterview, Persönlichkeitsentwicklung, ökologisches System, Resilienz, Bindung, Übergangsgestaltung, Lernprozesse, soziale Kompetenz, Naturerfahrung, Frühpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Beitrag der Waldpädagogik zur ganzheitlichen Vorbereitung von Kindern auf den Schuleintritt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören der ökologische Bildungsansatz, die soziale und emotionale Entwicklung im Wald, sowie die Übergangsgestaltung zwischen Kindergarten und Schule.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu identifizieren, welche Fördermaßnahmen in Waldkindergärten die schulische Vorbereitung unterstützen und wie diese im Vergleich zu Regelkindergärten einzuschätzen sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf einem Experteninterview, das mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wird.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einbettung in entwicklungspsychologische Konzepte und der empirischen Auswertung eines Experteninterviews zur pädagogischen Praxis.
Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung?
Waldpädagogik, Schulfähigkeit, ganzheitliche Vorbereitung, ökologische Entwicklung und qualitative Forschung.
Wie trägt die natürliche Umgebung im Wald spezifisch zur Schulfähigkeit bei?
Laut der Studie bietet der Wald einen Resonanzraum, der ohne die Reizüberflutung klassischer Gruppenräume gezielte Selbstregulation, motorische Entwicklung und soziale Interaktion fördert.
Welche Rolle spielt die Bindung zur Erzieherin für den Lernprozess der Kinder?
Die Bindung fungiert als Basis für Sicherheit und Selbstwirksamkeit, da sie es den Kindern ermöglicht, sich in einem angstfreien Raum auf neue Herausforderungen einzulassen und so eine solide Grundlage für schulische Anforderungen zu schaffen.
- Quote paper
- Ute Christine Fischer (Author), 2020, Natur als Bildungsansatz im Elementarbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006207