Der Einfluss von Kurzarbeit auf das Erleben des Freizeitzugewinns. Finanzielle Ängste, Angst vor Arbeitsplatzverlust und die Angst um die Gesundheit während der Corona-Krise


Bachelorarbeit, 2020

84 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Theoretischer Hintergrund
Corona-Krise
Gesundheitliche Auswirkungen
Wirtschaftliche Auswirkungen
Angst
Begriffsabgrenzung
Das transaktionale Stressmodell
Ängste während Corona
Freizeit
Freizeitbegriff
Freizeiterleben
Freizeitprobleme
Freizeiterleben in Kurzarbeit

Methode
Design/Prozedur
Stichprobe
Messinstrumente der Hauptvariablen
MK-HAI
SUSA
Finanzielles Belastungserleben
Erleben des Freizeitzugewinns
Kontrollvariablen
Ängstlichkeit
Nutzung der freien Zeit
Aufstockung
Demografie
Datenanalyse

Ergebnisse
Deskriptive Ergebnisse
Prüfung der Vorannahmen der jeweiligen Tests
Bivariate Korrelation und Reliabilität
Ergebnisse in Bezug auf die Hypothesen
Hypothese 1
Hypothese 2
Hypothese 2a
Hypothese 2b
Hypothese 3
Explorative Analyse
Angst um die Gesundheit und Geschlecht
Arbeitsplatzbezogene Ängste und Ängstlichkeit
Angst vor Arbeitsplatzverlust und Anstellungsart
Finanzielle Angst und Einkommen
Freizeiterleben und Nutzung der freien Zeit
Freizeiterleben und arbeitsplatzbezogene Ängste

Diskussion
Einordnung der Befunde und Beitrag dieser Arbeit
Stärken und Einschränkungen
Zukünftige Forschung
Praktische Implikationen
Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung

Das Corona-Virus hat durch die mit seiner Neuartigkeit verbundene Unsicherheit die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzt. Es gilt als hoch ansteckend und hat weitreichende wirtschaftliche Veränderungen verursacht, weshalb in Deutschland vermehrt Kurzarbeit angemeldet wurde. Daher befasse ich mich in dieser Arbeit mit verschiedenen Ängsten während der Corona-Krise und der Situation der Kurzarbeiter*innen. Hierzu wurden Daten über einen Online-Fragebogen durch eigens entwickelte und bereits bestehende Skalen erhoben und durch inferenzstatistische Verfahren ausgewertet. Die Angst um die Gesundheit wurde als eine allgemein vorherrschende Angst untersucht. Hierbei zeigt sich, dass die Angst um die Gesundheit infolge der Corona-Krise zunahm (N = 468). Die arbeitsplatzbezogenen Ängste setzen sich aus der Angst vor Arbeitsplatzverlust und finanzieller Angst zusammen. Es zeigt sich, dass die Kurzarbeiter*innen verstärkt arbeitsplatzbezogene Ängste empfinden (N = 343). Das Freizeiterleben der Kurzarbeiter*innen in Bezug auf die hinzugewonnene Freizeit wurde von den Betroffenen eher als Freizeitgewinn bewertet (N = 86). Außerdem zeigt sich, dass Kurzarbeiter*innen mit vermehrt arbeitsplatzbezogenen Ängsten ihre hinzugewonnene Freizeit negativer erleben. Die Forschungsergebnisse versuchen einen Einblick in das Empfinden der Situation in Kurzarbeit zu geben, was bisher weitestgehend unerforscht ist.

Schlagwörter: Angst, Corona-Krise, Corona-Virus, Freizeiterleben, Kurzarbeit

Abstract

With its novelty the coronavirus has caused uncertainty and has spread fear all around the world. It is considered highly contagious and has triggered extensive changes in the economy. That is why companies in Germany made higher use of short-time work. Therefore, I address various fears affected by the corona crisis and the situation of short-time workers in my study. An online questionnaire was conducted, including scales that already existed or were developed specifically. The fear of infection was viewed as the main source of concern. It is shown that the fear of infection rose due to the corona crisis (N = 468). Concerns regarding ones occupation are divided into the fear of job loss and financial fear. It is shown, that the employees on short-time work have increased concerns regarding their occupation (N = 343). The employees on short-time work had a rather positive feeling about the extra time of leisure (N = 86). Furthermore it is shown, that increased fears about ones occupation lead to a more negative feeling about the gain in leisure. These insights are an attempt to understand the perception of the situation of short-time workers, since this has not been examined much.

Keywords: Corona crisis, coronavirus, experience of leisure, fear, short-time work

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Soziodemografie

Deskriptive Statistik Ängste allgemein

Deskriptive Statistik der Variablen der Hypothesen

Shapiro-Wilk-Test der Variablen der Hypothesen

Levene-Test der Variablen der Hypothesen

Bivariate Korrelationen und Reliabilitätskoeffizienten (Cronbachs Alpha)

Haben Personen in Kurzarbeit verstärkt arbeitsplatzbezogene Ängste?

Eine Untersuchung des Einflusses von Kurzarbeit auf das Erleben des Freizeitzugewinns, finanzielle Ängste, Angst vor Arbeitsplatzverlust und die Angst um die Gesundheit während der Corona-Krise.

Das neuartige Corona-Virus hatte Ende 2019 begonnen, sich in China auszubreiten und verursachte seitdem weltweit große gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden. Der internationalen Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach wurden bis zum 24.08.2020 weltweit 23.279.683 Corona-Fälle bestätigt, darunter 805.902 Todesfälle. Am 16.03.2020 teilt das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA, 2020) mit ,dass das öffentliche Leben durch Kontaktverbote und Schließungen von öffentlichen Einrichtungen stark eingeschränkt werden muss, um die Ansteckungsrate so gering wie möglich zu halten.

Unternehmen trifft die Corona-Krise durch gestörte Lieferketten, Einschränkungen durch einzuhaltende Schutzmaßnahmen oder durch vollständige Schließungen der Betriebe (Fries et al., 2020). Das führte dazu, dass im Zuge der Corona-Krise die Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit anzeigen, sprunghaft zunahm. Die Bundesagentur für Arbeit (BA, 2020c) berichtet, dass es im Februar 2020 noch 1.900 Betriebe waren und diese Zahl bis März 2020 auf 470.000 Betriebe anstieg. In Zeiten von Krisen erwies sich die konjunkturelle Kurzarbeit als „deutsches Jobwunder“ (Möller & Walwei, 2009, S. 4). Sie ist ein arbeitsplatzpolitisches Instrument zur Personalbedarfsflexibilisierung und trug während der Weltfinanzkrise 2008/2009 dazu bei, die Arbeitslosenzahlen nur gering ansteigen zu lassen (BA, 2020d). Kurzarbeit wird dabei oft nur aus ökonomischer Sicht betrachtet und den psychologischen Auswirkungen auf die Betroffenen wird wenig Beachtung geschenkt. Aus ökonomischer Sicht geht es vor allem um die beschäftigungssichernden Maßnahmen für die Arbeitnehmer*innen und das Vermeiden von Entlassungs- und Wiedereinstellungskosten für die Arbeitgeber*innen (Deeke, 2005).

Eine wissenschaftliche Untersuchung zur konjunkturellen Kurzarbeit und den daraus resultierenden psychologischen Auswirkungen auf die Betroffenen wurde bisher nur von Kock (1985) durchgeführt. Die Resultate seiner Befragung von Kurzarbeiter*innen zeigen, dass diese Angst davor hatten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren und Einkommensverluste ihr Leben stark einschränkten. Die Befragten erlebten die zusätzliche arbeitsfreie Zeit als erzwungene Freizeit. Aufbauend auf diese Erkenntnisse vergleiche ich Normalzeitbeschäftigte und Kurzarbeiter*innen anhand ihrer arbeitsplatzbezogenen Ängste. Eine nähere Betrachtung dieser Thematik begründet sich dadurch, dass die Ängste der Kurzarbeiter*innen unzureichend erforscht sind. Durch die Corona-Krise und das vermehrte Einführen von Kurzarbeit rücken diese in den Fokus. Es wird zwischen der Angst vor Arbeitsplatzverlust und der finanziellen Angst unterschieden, wobei ich davon ausgehe, dass diese verstärkt bei Kurzarbeiter*innen anzufinden sind. Es gilt die Leitfrage, ob Kurzarbeiter*innen verstärkt arbeitsplatzbezogene Ängste haben, zu beantworten. Dabei werden die Ängste vor dem Hintergrund des transaktionalen Stressmodells nach Lazarus (1966) begründet. Ich betrachte außerdem, wie die Kurzarbeiter*innen ihre dazugewonnene Freizeit während der Corona-Krise erleben. Hierbei wird unterschieden, ob die zusätzliche Freizeit als Freizeitgewinn oder als Zwangsfreizeit erlebt wird. Da die Angst um die Gesundheit als eine allgemein vorherrschende Angst während der Corona-Krise angesehen wird, untersuche ich diese zu Beginn ebenfalls (Universität Erfurt, 2020). Hierbei wird vermutet, dass diese Angst infolge der Corona-Krise gestiegen ist, wie auch die aktuelle Umfrage der R+V Versicherung (2020) zeigt.

Zunächst wird der theoretische Hintergrund dargestellt und daraus die Hypothesen der Arbeit abgeleitet. Es folgt die Erläuterung der Methode und des Forschungsvorgehens. Anschließend werden die Ergebnisse in Hinblick auf die Hypothesen dargestellt. Zuletzt werden innerhalb der Diskussion die Forschungsergebnisse kritisch betrachtet.

Theoretischer Hintergrund

Innerhalb dieses Kapitels werden zunächst die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise dargestellt. Unter den wirtschaftlichen Auswirkungen wird das Konzept der Kurzarbeit näher betrachtet. Im Folgenden wird der Begriff der Angst abgegrenzt und das transaktionale Stressmodell als Grundlage der Entstehung von Angst angeführt. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise wird die Angst um die Gesundheit als eine vorherrschende Angst beleuchtet und arbeitsplatzbezogene Ängste werden unter dem Aspekt der Kurzarbeit betrachtet. Im letzten Schritt wird das Konzept der Freizeit vorgestellt und das Erleben der hinzugewonnenen Freizeit durch Kurzarbeit wird betrachtet.

Corona-Krise

Das Corona-Virus hatte Ende 2019 begonnen sich in China auszubreiten und verursachte seitdem weltweit große gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden. Innerhalb dieses Abschnitts wird zunächst auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Virus eingegangen. Im nächsten Schritt werden die wirtschaftlichen Auswirkungen und hierbei insbesondere die vermehrte Einführung von Kurzarbeit betrachtet.

Gesundheitliche Auswirkungen

Am 11.03.2020 erklärt die WHO Europa das Corona-Virus als Pandemie, da es sich sehr rasant über Ländergrenzen hinweg verbreitet. Das Robert Koch Institut (RKI, 2020b) beurteilt die Corona-Krise als eine sehr dynamische und ernste Situation und schätzt die Gefährdung der Gesundheit in Deutschland Lebender als hoch, sowie für Risikogruppen als sehr hoch, ein. Als Risikogruppen gelten demnach Personen höheren Alters und Personen mit Vorerkrankungen, wie z.B. Erkrankungen der Lunge. Für diese ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs höher. Die durch das Corona-Virus ausgelöste Krankheit wird als Covid-19 (coronavirus disease 2019) bezeichnet, was nach §6 IfSG I Nr.1 auf Deutsch „Corona-Virus Krankheit 2019“ bedeutet. Das Corona-Virus kann eine einfache Erkältung verursachen, jedoch auch schwere Erkrankungen mit Todesfolge können verursacht werden (RKI, 2020a). Die internationale WHO (covid19.who.int) vermerkt täglich die Fallzahlen der Personen, die sich mit dem Virus anstecken und die daraus resultierenden Todesfälle. Bis zum 24.08.2020 wurden weltweit 23.279.683 Corona-Fälle bestätigt, darunter 805.902 Todesfälle.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Neben den weitreichenden gesundheitlichen Auswirkungen der Corona-Krise bleibt die Wirtschaft nicht unverschont. Nach Fries und Kolleg*innen (2020) ist das Besondere an der Corona-Krise, dass sowohl die Unternehmen, als auch die Bevölkerung in Deutschland betroffen sind. Die Unternehmen sind beeinträchtigt, da Lieferketten gestört sind, Schutzmaßnahmen eingehalten werden oder Betriebe komplett schließen müssen. Beeinträchtigungen der Bevölkerung ergeben sich aus behördlichen Schließungen und Kontaktverboten. In Deutschland zeigten deshalb innerhalb kürzester Zeit so viele Betriebe wie noch nie Kurzarbeit für ihre Beschäftigten an. Während der Wirtschafts- und Finanzkrise waren im Mai 2009 1,4 Mio. Beschäftigte in Kurzarbeit. Da die Beantragung von Kurzarbeit ein zweistufiges Verfahren durchläuft, ist zu diesem Zeitpunkt die genaue Zahl der tatsächlich gewährten Kurzarbeit zu Spitzenzeiten während der Corona-Krise nicht bekannt. Nach vorläufigen Hochrechnungen bezogen im April 2020 6,8 Mio. Beschäftigte Kurzarbeitergeld (BA, 2020e).

Kurzarbeit . Kurzarbeit ist die vorübergehende Verkürzung der üblichen Arbeitszeit und des Einkommens, um Arbeitsplätze zu erhalten (BA, 2020a). Diese Verkürzung kann zwischen 10 und 100 % variieren. Kurzarbeitergeld lässt sich in Saison-, Transfer- und konjunkturelles Kurzarbeitergeld einteilen. Durch das Saisonkurzarbeitergeld soll die Beschäftigung in Betrieben der Bauwirtschaft während der „Schlechtwetterzeit“ stabilisiert werden (BA, 2019). Diese Zahlungen sind nach § 101 SGB III zwischen dem 01.12. bis zum 31.03. zu beantragen. Das Transferkurzarbeitergeld kann für Beschäftigte beantragt werden, die aufgrund von Umstrukturierungen ihren Arbeitsplatz verlieren, um den Transfer zu einer neuen Tätigkeit zu unterstützen und Arbeitslosigkeit zu verhindern (BA, 2020b). In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der konjunkturellen Kurzarbeit1. Diese kann beantragt werden, wenn es aufgrund einer schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung oder durch ein unvorhersehbares Ereignis zu einem erheblichen Arbeitsausfall kommt. Dieser ist vorübergehend, nicht vermeidbar und mindestens 30 % der im Betrieb Beschäftigten sind von einem Entgeltausfall von mehr als 10 % ihres Bruttoentgelts im jeweiligen Kalendermonat betroffen (BA, 2020a).

Dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS, 2020) nach wird die Kurzarbeit in einem zweistufigen Verfahren zunächst angezeigt und dann beantragt. Die Arbeitgeber*innen oder die Betriebsvertretung zeigen den Arbeitsausfall bei der zuständigen Agentur für Arbeit an, diese entscheidet dann, ob die Voraussetzungen für die Zahlung gegeben sind. Die Arbeitgeber*innen zahlen dann das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten aus und beantragen im zweiten Schritt die Erstattung durch die zuständige Agentur für Arbeit. Das Kurzarbeitergeld kann bis zu 12 Monate gewährt werden und bei außergewöhnlichen Verhältnissen auf dem gesamten Arbeitsmarkt auf 24 Monate verlängert werden. Es berechnet sich auf der Grundlage des Nettolohns der ausfallenden Arbeitszeit. Nach § 105 SGB III beträgt das Kurzarbeitergeld 60 % der Nettoentgeltdifferenz im Anspruchszeitraum und 67 % für Arbeitnehmer*innen mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind. Durch tarifvertragliche oder sonstige vertragliche Regelungen ist eine Aufstockung des gesetzlichen Kurzarbeitergeldes durch die Arbeitgeber*innen möglich.

Kurzarbeit während Corona . Der Bundesrat stimmt am 13.03.2020 dem „Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ zu. Damit werden die Voraussetzungen für den Zugang zu Kurzarbeit während der Corona-Krise erleichtert. Ein Betrieb kann vom 01.03.2020 bis zum 31.12.2020 schon Kurzarbeit anzeigen, sobald 10 % der Beschäftigten von einem Arbeitsausfall von mehr als 10 % betroffen sind und nicht wie zuvor 30 % der Beschäftigten. Am 15.05.2020 stimmt der Bundesrat einem weiteren Gesetz, dem „Gesetz zu sozialen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie,“ zu. Dieses sieht eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes vor. Beschäftigte, deren regelmäßige Arbeitszeit um mindestens 50 % reduziert ist, sollen ab dem vierten Monat in Kurzarbeit eine Aufstockung auf 70 %erhalten. Ab dem siebten Monat in Kurzarbeit soll dieser Betrag auf 80 % steigen. Bei Arbeitnehmer*innen mit mindestens einem Kind im Haushalt wird das Kurzarbeitergeld nach vier Monaten auf 77 % aufgestockt und ab dem siebten Monat erhöht es sich auf 87 %. Diese Regelungen gelten bis Ende 2020.

Angst

Das Corona-Virus hat durch die mit seiner Neuartigkeit verbundene Unsicherheit die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzt. Mit dem Themengebiet der Angst beschäftigt sich die Psychologie schon seit Langem. Angefangen bei der Psychoanalyse bis hin zu Reiz-Reaktions-Analysen des Behaviorismus. Seit Ende der 60er Jahre spielt die kognitive Psychologie eine vorherrschende Rolle im Erklären der Angst (Schwarzer & Stöber, 2000). Zu dieser gehört das transaktionale Stressmodell nach Lazarus (1966). Im Folgenden soll der Begriff der Angst spezifisch abgegrenzt werden und anhand des transaktionalen Stressmodells wird erläutert, wie es zu Unterschieden in der Ausprägung der Angst zwischen Individuen kommt. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise werden gesundheitliche und arbeitsplatzbezogene Ängste betrachtet. Arbeitsplatzbezogenen Ängste werden unter dem Aspekt der Kurzarbeit beleuchtet.

Begriffsabgrenzung

Um die Angst genauer zu betrachten, ist es hilfreich, sie von anderen Begriffen abzugrenzen. Laut Spielberger (1972) muss Angst als Zustand von der Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal unterschieden werden. Demnach ist die Angst als Zustand die emotionale Reaktion auf eine Situation, während die Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal eine andauernde Neigung einer Person darstellt, ängstlich zu reagieren. Das von Warwitz (2001) aufgestellte Angst-Spektrum gibt näheren Aufschluss darüber, in welchen Erscheinungsformen Angst auftritt. Er unterscheidet zwischen Psychosen (z.B. Verfolgungswahn), Phobien (z.B. Claustrophobie2 ), Paniken (z.B. Angstattacke), Zwängen (z.B. Kontrollzwang), Furchtformen (z.B. Lampenfieber) und Unsicherheiten (z.B. Sorge).

Ich betrachte im Folgenden die Angst als emotionale Reaktion aufgrund der Einschätzung einer Situation und ihre Erscheinungsform als Unsicherheit in Form von Sorgen. Es wird nicht zwischen kognitiver Einschätzung der Bedrohung und affektiver Reaktion bei Einschätzung der Situation unterschieden.3 Da dem zugrunde gelegten Modell nach Lazarus (1966) die Angst auf kognitiv-emotionaler Ebene abläuft, wird beides simultan betrachtet.

Das transaktionale Stressmodell

Das transaktionale Stressmodell nach Lazarus (1966) ist eine kognitive Bewertungstheorie, um das Entstehen von Emotionen zu erklären. Es wird als transaktional bezeichnet, da eine Interaktion zwischen dem bewertenden Individuum und der Situation stattfindet. In seinem Werk von 1999 bringt Lazarus die Konzepte Stress und Emotionen zusammen, da sie ihm nach direkt miteinander zusammenhängen. Die Intensität und Qualität einer emotionalen Reaktion hängen von der kognitiven Einschätzung der Situation ab. Danach werden Gefühle nicht durch die kritische Situation selbst ausgelöst, sondern durch die subjektive Interpretation dieser (Schwarzer & Stöber, 2000). Das erklärt, warum Individuen unterschiedlich auf dieselbe Situation reagieren.

Laut Litzcke et al. (2013) ist Stress die „Aktivierungsreaktion des Organismus auf Anforderungen und Bedrohungen–auf die sog. Stressoren“ (S. 2). Die Stressreaktion beschreibt die auf Stressoren folgenden Verhaltensweisen und psychischen Zustände (Greif, 1991). Stressreaktionen können nach Kaluza (2018) auf körperlicher, behavioraler und auf kognitiv-emotionaler Ebene ablaufen. Auf körperlicher Ebene kommt es zu einer Aktivierung, die sich z.B. durch einen schnelleren Herzschlag zeigt. Beobachtbares Verhalten äußert sich als Stressreaktion auf behavioraler Ebene, z.B. durch hastiges und ungeduldiges Verhalten. Wenn dieses nicht direkt sichtbar wird, läuft es auf kognitiv-emotionaler Ebene ab. Das umfasst alle Gedanken und Gefühle einer Person, wie z.B. Angst. Wird ein Stressor nicht als bedrohlich eingeschätzt, entsteht keine Stressreaktion. Wird er jedoch als bedrohlich und dadurch relevant eingeschätzt, ist die Stressreaktion verschieden stark ausgeprägt, abhängig davon, ob Bewältigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen (Litzcke et al., 2013).

Anhand des transaktionalen Stressmodells nach Lazarus (1966) lässt sich das Entstehen von Angst erklären. Angst ist hierbei die kognitiv-emotionale Stressreaktion als Ergebnis eines subjektiven Bewertungsprozesses ausgelöst durch Stressoren (Kaluza, 2018). Wird ein Stressor als bedrohlich und die Bewältigungsmöglichkeiten als gering eingeschätzt, entsteht Angst (Schwarzer & Stöber, 2000). Lazarus (1999) bezeichnet Angst als zentrale Stressemotion, die auftritt, wenn ein negatives, bedrohliches Ereignis antizipiert wird und es nicht sicher verhindert werden kann.

Ängste während Corona

Da sich das Virus rasant ausbreitet und, wie in Abschnitt Corona-Krise angeführt, weitreichende gesundheitliche, sowie auch wirtschaftliche Auswirkungen hat, führen Unsicherheiten diesbezüglich zu Ängsten in der Bevölkerung. Eine seit März 2020 wöchentliche Onlinebefragung der Universität Erfurt (2020) zur psychologischen Lage der Bevölkerung mit jeweils ca. 1.000 Teilnehmer*innen zeigt, dass die Angst um die Gesundheit den Befragten konstant am meisten Sorgen bereitet. Dieser folgen die Sorgen vor finanziellen Schwierigkeiten und die Besorgnis darüber, den Arbeitsplatz zu verlieren. Im Folgenden soll aufgrund dessen auf die Angst um die Gesundheit als eine vorherrschende Angst während der Corona-Krise eingegangen werden. Verstärkte arbeitsplatzbezogene Ängste der Kurzarbeiter*innen werden genauer betrachtet. Hierbei wird zwischen der Angst vor Arbeitsplatzverlust und der finanziellen Angst unterschieden.

Angst um die Gesundheit . Laut eines aktuellen Berichts des internationalen Roten Kreuzes (2020) ist es normal, dass Menschen mit Angst vor Ansteckung auf das Corona-Virus reagieren, da dies eine außergewöhnliche Situation darstellt. Die Gefährdung der eigenen Gesundheit oder der Gesundheit nahestehender Personen stellt einen Stressor dar, der während einer Pandemie allgegenwärtig ist (Taylor, 2019). Eine Onlinebefragung durch Kanadiya und Sallar (2011) zur Schweinegrippe, die auch als Pandemie eingestuft wurde, zeigt, dass mehr als 80 % der 236 Befragten Angst vor Ansteckung hatten. Auch aktuelle Onlineumfragen ergeben, dass mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung große Angst vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus hat (ARD, 2020; Universität Erfurt, 2020). Brooks et al. (Brooks et al., 2020) kommen in ihrem Review zu der Erkenntnis, dass durch die Maßnahmen der Regierung zur Kontaktbeschränkung diese Angst verstärkt wird, da vergangene Erfahrungen mit dem SARS-Virus zeigen, dass die Angst vor Ansteckung durch Quarantäne verstärkt wird. So zeigt auch die Onlinebefragung von Reynolds et al (2008) mit 1.057 Personen, die aufgrund des SARS-Virus in Quarantäne waren, dass selbst nach der Quarantäne 34 % der Befragten sich nicht wie gewöhnlich verhielten. Die Befragten mieden den Kontakt zu anderen und hielten sich nicht an öffentlichen Plätzen auf, aus Angst vor einer Erkrankung. Eine aktuelle Onlinebefragung der R+V Versicherung (2020) zu den Ängsten der Deutschen in der Corona-Krise mit 1.075 Teilnehmer*innen zeigt, dass die Angst um die Gesundheit im Vergleich zum letzten Jahr zugenommen hat. Deshalb nehme ich an : Durch die Corona-Krise ist die Angst um die Gesundheit gestiegen (H1).

Arbeitsplatzbezogene Ängste . Mit einer Krise, die ebenfalls wirtschaftliche Auswirkungen hat, gehen Ängste bezüglich des Arbeitsplatzes einher. Diese umfassen vor allem die Angst vor Arbeitsplatzverlust und finanzielle Ängste, wie eine aktuelle Onlineumfrage mit dem Thema „Arbeit in der Corona-Krise“ mit 6.000 Teilnehmer*innen auf Stepstone (2020) ergibt. Durch die besondere Situation der Kurzarbeiter*innen ist anzunehmen, dass diese Ängste noch verstärkt werden. Neben der ökonomischen Wirkung den Arbeitsplatz zu behalten, ist davon auszugehen, dass Kurzarbeit auch eine psychologische Wirkung auf Arbeitnehmer*innen hat, die sich durch das Auftreten von Angst zeigt. Hauptgründe für das Auftreten von Angst in Bezug auf die Arbeit sind die Stressoren Unsicherheit, Veränderung und Kontrollverlust (Appelbaum et al., 1998). Studien, die sich mit Veränderungen bezüglich des Arbeitsplatzes und der Arbeitsmarktcharakteristiken beschäftigen, zeigen, dass durch Kurzarbeit als Form der Veränderung des Arbeitsplatzes Unsicherheiten auftreten (Bordia et al., 2004; Pollard, 2001). In ihrer Studie befragen Bordia et al. (2004) 222 Mitarbeiter*innen einer Psychiatrie, die sich inmitten einer großen organisationalen Umstrukturierung befand. Die Mitarbeiter*innen wurden gebeten einzuschätzen, wie unsicher sie sich während der Veränderung fühlten, wodurch eine hohe Unsicherheit bei den Befragten festgestellt wurde. Pollard (2001) zeigt in ihrer ähnlichen Studie, dass diese Unsicherheit durch eine organisationale Umstrukturierung zu einem signifikanten Anstieg des Stressempfindens der Mitarbeiter*innen führt. Der Verlust der Kontrolle über eine Situation führt zur Verstärkung der wahrgenommenen Unsicherheit während organisationaler Veränderung (Keim et al., 2014; Sverke & Hellgren, 2002). Zu dieser Erkenntnis kommen Keim et al. (2014) und Sverke und Hellgren (2002) in ihren Metaanalysen, in die Studien über Auslöser für das Auftreten von Arbeitsplatzunsicherheiten einbezogen wurden. Ein von Kock (1985) Befragter bezeichnet den Kontrollverlust durch Kurzarbeit als verstärktes „Ausgeliefertsein an fremde Instanzen“ (S. 25). Kock (1985) befragt in seiner Untersuchung 129 Kurzarbeiter*innen aus drei verschiedenen Betrieben, in denen zum Zeitpunkt der Befragung kurzgearbeitet wird, in Form von Interviews zu ihrem subjektiven Empfinden der Situation.

Es treten negative Emotionen auf, wenn die Zukunft des Arbeitsplatzes durch die Arbeitnehmer*innen als unsicher eingestuft wird und sie sich während der Veränderung ungerecht behandelt fühlen (Kiefer, 2005). Das zeigt sich in der Befragung durch Kiefer (2005), von 155 Mitarbeiter*innen, deren Unternehmen sich in einer Fusion mit mehreren anderen Unternehmen befand. Da Arbeitnehmer*innen durch Kurzarbeit verstärkt eine Veränderung ihres Arbeitsplatzes erfahren, die mit Unsicherheit behaftet ist, und die Arbeitnehmer*innen keine Kontrolle über die Situation haben, führt dies zu meiner zweiten Hypothese : Personen in Kurzarbeit haben verstärkt arbeitsplatzbezogene Ängste (H2).

Angst vor Arbeitsplatzverlust. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust ist ein Teil der arbeitsplatzbezogenen Ängste und wird im Folgenden genauer betrachtet. Erwerbsarbeit ist ein essenzieller Lebensbestandteil, sie gliedert den Tag und gibt feste Strukturen vor, wodurch sich ein Lebensrhythmus entwickelt (Opaschowski, 2006). Mewes und Kolleg*innen (2013) zeigen innerhalb ihrer Onlineumfrage durch den Vergleich von unsicher Beschäftigten und Arbeitslosen, dass schon die Unsicherheit des Arbeitsplatzes allein die gleichen psychischen Auswirkungen hat, wie der eigentliche Verlust des Arbeitsplatzes. Diese psychischen Auswirkungen zeigten sich durch verstärkt depressive Symptome, Angstsymptome und körperliche Symptome, wie z.B. Kopfschmerzen, im Vergleich zu sicher Beschäftigten.

Arbeitsplatzunsicherheit ist ein subjektiv empfundener Stressor, der jüngst durch Automatisierung, technologischen Fortschritt, aber auch durch Wirtschaftskrisen hervorgerufen wurde (Spencer, 2018). Nach Sverke und Helgren (2002) wird Arbeitsplatzunsicherheit als die subjektive Einschätzung eines Individuums über das zukünftige Bestehen seines Arbeitsplatzes definiert. Hierbei kann diese Unsicherheit als quantitative Unsicherheit gesehen werden, durch die der Arbeitsplatz an sich gefährdet ist oder als qualitative Unsicherheit, durch die Aspekte des Arbeitsplatzes bedroht sind. Ich beleuchte die Arbeitsplatzunsicherheit unter dem Aspekt der quantitativen Unsicherheit in dieser Arbeit.

In ihrer Langzeitstudie findet Mohr (2000) heraus, dass durch die Verkündung der Insolvenz des Unternehmens und die damit verbundene Unsicherheit des Bestehens des Arbeitsplatzes vor allem Stress und Ängste bei den Betroffenen ausgelöst werden. Eine Längsschnittstudie von Erlinghagen und Lübke (2015) bezüglich der Arbeitsplatzunsicherheit im Erwerbsverlauf zeigt, dass vier von 10 Befragten sich mindestens einmal in 10 Jahren große Sorgen um den Verlust ihres Arbeitsplatzes machen. Laut einer aktuellen Onlineumfrage durch Frodermann et al. (2020) mit 1.200 Teilnehmer*innen, wobei 27 % dieser in Kurzarbeit sind, haben 64 % der Kurzarbeiter*innen und 34 % der Normalzeitbeschäftigten Angst ihren Arbeitsplatz aufgrund der Corona-Krise zu verlieren. Diese Angst ist bei den Kurzarbeiter*innen vermehrt anzutreffen, da die Umstellung auf Kurzarbeit von den Betroffenen häufig als Vorbereitung auf Personalentlassungen gesehen wird (Crimmann & Wießner, 2009; Kock, 1985). Nach Crimmann und Wießner (2009) ist die Kurzarbeit „eine „Galgenfrist“, falls die Kurzarbeit in Arbeitslosigkeit endet“ (S. 2). Das zeigt, wie die subjektive Situation der Kurzarbeit für viele Betroffene wirken kann und deshalb stelle ich diese Hypothese auf: Personen in Kurzarbeit haben verglichen mit Normalzeitbeschäftigten verstärkt Angst vor Arbeitsplatzverlust (H2a).

Finanzielle Angst . Als eine weitere arbeitsplatzbezogene Angst wird die finanzielle Angst betrachtet. Innerhalb ihres Reviews kommen Sinclair et al. (2010) zu der Erkenntnis, dass das Einkommen der stärkste Grund ist, weshalb Personen einer Arbeit nachgehen und deshalb stellt die Gefährdung dieses Einkommens einen besorgniserregenden Stressor dar. Finanzielle Ängste entstehen durch belastende Emotionen und Kognitionen, in Bezug auf die eigene finanzielle Situation (Geser, 2007).

Eine Studie zu den Folgen der Arbeitszeitverkürzung um 20 % innerhalb der VW AG zeigt, dass die daraus resultierenden finanziellen Einschränkungen für 43 % der Befragten schwer verkraftbar waren (Promberger et al., 1997). In 2.767 schriftlichen, sowie 59 mündlichen Befragungen, stellt sich heraus, dass die Betroffenen ihren Lebensstandard anpassen mussten und kürzere Arbeitszeiten und die damit verbundenen Einkommenseinbußen ablehnen. Eine aktuelle Onlineumfrage der Hans-Böckler-Stiftung (2020) zeigt, dass die Mehrheit der Kurzarbeiter*innen keine Aufstockung erhält und 40 % dieser geben an, dass sie ihre Lebenshaltungskosten maximal drei Monate mit dem gesetzlichen Kurzarbeitergeld decken könnten. Die Einkommensverkürzung trifft die Kurzarbeiter*innen häufig unerwartet und der bisherige Lebensstandard muss eingeschränkt werden (Kock, 1985). Ein von Kurzarbeit Betroffener äußert sich in der Befragung von Kock (1985), dass das verkürzte Einkommen „zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel“ (S. 13) sei. Auf der Basis der dargelegten Hintergründe ergibt sich die Hypothese: Personen in Kurzarbeit haben verglichen mit Normalzeitbeschäftigten verstärkt finanzielle Ängste (H2b).

[...]


1 Der Begriff Kurzarbeit impliziert im Folgenden immer die konjunkturelle Kurzarbeit.

2 Umgangssprachlich bekannt als Einschließangst.

3 Für weitere Informationen zur Unterscheidung von kognitiver und affektiver Unsicherheit konsultieren Sie Huang et al. (2010).

Ende der Leseprobe aus 84 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss von Kurzarbeit auf das Erleben des Freizeitzugewinns. Finanzielle Ängste, Angst vor Arbeitsplatzverlust und die Angst um die Gesundheit während der Corona-Krise
Hochschule
Universität Hohenheim
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
84
Katalognummer
V1006301
ISBN (eBook)
9783346398017
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Angst, Corona-Krise, Corona-Virus, Freizeiterleben, Kurzarbeit
Arbeit zitieren
Franziska Lutz (Autor:in), 2020, Der Einfluss von Kurzarbeit auf das Erleben des Freizeitzugewinns. Finanzielle Ängste, Angst vor Arbeitsplatzverlust und die Angst um die Gesundheit während der Corona-Krise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006301

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