Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Kurzarbeit auf das Erleben des Freizeitzugewinns, die damit einhergehenden finanziellen Ängste, die Angst vor Arbeitsplatzverlust und die Angst um die Gesundheit während der Corona-Krise.
Das Corona-Virus hat durch die mit seiner Neuartigkeit verbundene Unsicherheit die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzt. Es gilt als hoch ansteckend und hat weitreichende wirtschaftliche Veränderungen verursacht, weshalb in Deutschland vermehrt Kurzarbeit angemeldet wurde. Daher befasst sich diese Arbeit mit verschiedenen Ängsten während der Corona-Krise und der Situation der Kurzarbeiter*innen.
Hierzu wurden Daten über einen Online-Fragebogen durch eigens entwickelte und bereits bestehende Skalen erhoben und durch inferenzstatistische Verfahren ausgewertet. Die Angst um die Gesundheit wurde als eine allgemein vorherrschende Angst untersucht. Hierbei zeigt sich, dass die Angst um die Gesundheit infolge der Corona-Krise zunahm (N = 468). Die arbeitsplatzbezogenen Ängste setzen sich aus der Angst vor Arbeitsplatzverlust und finanzieller Angst zusammen. Es zeigt sich, dass die Kurzarbeiter*innen verstärkt arbeitsplatzbezogene Ängste empfinden (N = 343). Das Freizeiterleben der Kurzarbeiter*innen in Bezug auf die hinzugewonnene Freizeit wurde von den Betroffenen eher als Freizeitgewinn bewertet (N = 86). Außerdem zeigt sich, dass Kurzarbeiter*innen mit vermehrt arbeitsplatzbezogenen Ängsten ihre hinzugewonnene Freizeit negativer erleben. Die Forschungsergebnisse versuchen einen Einblick in das Empfinden der Situation in Kurzarbeit zu geben, was bisher weitestgehend unerforscht ist.
Inhaltsverzeichnis
Theoretischer Hintergrund
Corona-Krise
Gesundheitliche Auswirkungen
Wirtschaftliche Auswirkungen
Angst
Begriffsabgrenzung
Das transaktionale Stressmodell
Ängste während Corona
Freizeit
Freizeitbegriff
Freizeiterleben
Freizeitprobleme
Freizeiterleben in Kurzarbeit
Methode
Design/Prozedur
Stichprobe
Messinstrumente der Hauptvariablen
MK-HAI
SUSA
Finanzielles Belastungserleben
Erleben des Freizeitzugewinns
Kontrollvariablen
Ängstlichkeit
Nutzung der freien Zeit
Aufstockung
Demografie
Datenanalyse
Ergebnisse
Deskriptive Ergebnisse
Prüfung der Vorannahmen der jeweiligen Tests
Bivariate Korrelation und Reliabilität
Ergebnisse in Bezug auf die Hypothesen
Hypothese 1
Hypothese 2
Hypothese 2a
Hypothese 2b
Hypothese 3
Explorative Analyse
Angst um die Gesundheit und Geschlecht
Arbeitsplatzbezogene Ängste und Ängstlichkeit
Angst vor Arbeitsplatzverlust und Anstellungsart
Finanzielle Angst und Einkommen
Freizeiterleben und Nutzung der freien Zeit
Freizeiterleben und arbeitsplatzbezogene Ängste
Diskussion
Einordnung der Befunde und Beitrag dieser Arbeit
Stärken und Einschränkungen
Zukünftige Forschung
Praktische Implikationen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss der Corona-Krise und der damit verbundenen Kurzarbeit auf das psychische Wohlbefinden von Arbeitnehmern. Im Fokus steht dabei die Frage, ob Kurzarbeiter verstärkt arbeitsplatzbezogene Ängste entwickeln und wie sie ihre durch Kurzarbeit hinzugewonnene Freizeit erleben, unter Berücksichtigung der allgemeinen Angst um die Gesundheit.
- Psychologische Auswirkungen der Kurzarbeit während der Corona-Pandemie
- Differenzierung zwischen Arbeitsplatzverlustangst und finanzieller Angst
- Analyse des Freizeiterlebens als Freizeitgewinn versus Zwangsfreizeit
- Einfluss der Angst um die Gesundheit auf das Befinden
- Rolle von Kontrollvariablen wie Einkommen und Anstellungsart
Auszug aus dem Buch
Kurzarbeit während Corona
Der Bundesrat stimmt am 13.03.2020 dem „Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ zu. Damit werden die Voraussetzungen für den Zugang zu Kurzarbeit während der Corona-Krise erleichtert. Ein Betrieb kann vom 01.03.2020 bis zum 31.12.2020 schon Kurzarbeit anzeigen, sobald 10 % der Beschäftigten von einem Arbeitsausfall von mehr als 10 % betroffen sind und nicht wie zuvor 30 % der Beschäftigten. Am 15.05.2020 stimmt der Bundesrat einem weiteren Gesetz, dem „Gesetz zu sozialen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie,“ zu. Dieses sieht eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes vor. Beschäftigte, deren regelmäßige Arbeitszeit um mindestens 50 % reduziert ist, sollen ab dem vierten Monat in Kurzarbeit eine Aufstockung auf 70 %erhalten. Ab dem siebten Monat in Kurzarbeit soll dieser Betrag auf 80 % steigen. Bei Arbeitnehmer*innen mit mindestens einem Kind im Haushalt wird das Kurzarbeitergeld nach vier Monaten auf 77 % aufgestockt und ab dem siebten Monat erhöht es sich auf 87 %. Diese Regelungen gelten bis Ende 2020.
Zusammenfassung der Kapitel
Theoretischer Hintergrund: Darstellung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Corona-Krise sowie theoretische Fundierung der Begriffe Angst und Freizeit.
Methode: Erläuterung des Studiendesigns, der Stichprobenauswahl und der verwendeten psychologischen Messinstrumente für die untersuchten Variablen.
Ergebnisse: Präsentation der deskriptiven Daten sowie die statistische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Varianzanalysen und T-Tests.
Diskussion: Kritische Einordnung der Forschungsergebnisse in den wissenschaftlichen Kontext, Erörterung der Stärken und Grenzen der Arbeit sowie Implikationen für Forschung und Praxis.
Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich der verstärkten Ängste von Personen in Kurzarbeit und abschließende Bewertung der Gesamtsituation.
Schlüsselwörter
Angst, Corona-Krise, Corona-Virus, Freizeiterleben, Kurzarbeit, Arbeitsplatzverlust, finanzielle Angst, psychische Belastung, Stress, transaktionales Stressmodell, Arbeitsplatzunsicherheit, Pandemie, Erwerbsarbeit, Kurzarbeitergeld, Freizeitgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht psychologische Auswirkungen der Corona-Krise, insbesondere bei Arbeitnehmern, die in Kurzarbeit beschäftigt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind arbeitsplatzbezogene Ängste, die Angst um die Gesundheit während der Pandemie sowie das subjektive Erleben von gewonnener Freizeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beantworten, ob Kurzarbeiter durch ihre Situation verstärkt Ängste vor Arbeitsplatzverlust und finanzielle Sorgen entwickeln und wie sie ihre veränderte Freizeit bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, deren Daten mithilfe inferenzstatistischer Verfahren (ANOVA, T-Tests, Korrelationen) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Stress- und Angsttheorie, die methodische Vorgehensweise und die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Kurzarbeit, Angst, Arbeitsplatzunsicherheit, Freizeiterleben und Corona-Krise definieren.
Wie unterscheidet sich das Freizeiterleben bei verschiedenen Anteilen an Kurzarbeit?
Die Studie konnte keinen signifikanten Unterschied im Erleben des Freizeitzugewinns zwischen Personen mit 10-50 % Kurzarbeit und solchen mit mehr als 50 % Kurzarbeit feststellen.
Welchen Einfluss hat die Ängstlichkeit einer Person auf die arbeitsplatzbezogenen Ängste?
Personen mit überdurchschnittlicher Ängstlichkeit (als Persönlichkeitsmerkmal) weisen in der Studie signifikant höhere arbeitsplatzbezogene Ängste auf.
Warum wurde die Angst um die Gesundheit als Kontrollvariable mit einbezogen?
Da die Angst um die Gesundheit während der Corona-Pandemie eine allgemein vorherrschende Belastung darstellte, wurde sie untersucht, um deren Effekt von den spezifischen arbeitsplatzbezogenen Ängsten abzugrenzen.
Welche Bedeutung hat das transaktionale Stressmodell für diese Arbeit?
Das Modell nach Lazarus dient als theoretische Grundlage, um zu erklären, warum Individuen unterschiedlich auf die bedrohliche Situation der Kurzarbeit reagieren.
- Citar trabajo
- Franziska Lutz (Autor), 2020, Der Einfluss von Kurzarbeit auf das Erleben des Freizeitzugewinns. Finanzielle Ängste, Angst vor Arbeitsplatzverlust und die Angst um die Gesundheit während der Corona-Krise, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006301