Naturpädagogik. Entfremdung der Natur und die Auswirkungen auf die physische, psychische und emotionale Gesundheit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2020

19 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung
2.1. Natur
2.2. Pädagogik
2.3. Naturpädagogik
2.4. Rolle des Erziehers

3. Entfremdung
3.1. Urbaner Lebensraum
3.2. Wohnraum
3.3. Medienkonsum
3.4. Umfeld
3.5. Brauchen Kinder Natur?
3.6. Wirkung von naturnahe auf das Kind

4. Physische, psychische und seelische Gesundheit
4.1. Körperliche Entwicklung
4.2. Psychische und emotionale Entwicklung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Corona-Virus ist Thema Nummer eins in den Medien seit mehren Tagen. Ich wundere mich, dass die Menschen hier in Deutschland so sehr in Panik verfallen. Es wurden ganze Supermarktregale leergeräumt. Leute haben Hamsterkäufe gemacht, sich für die nächsten Tage und Wochen eingedeckt. Ich frage mich dann in solchen Fällen, warum die Menschen so ticken. Es ist auf jeden Fall Angst, aber warum haben die Menschen Angst? Man hat gesehen, dass auf einmal ganze Städte abgeschottet wurden und es Ein- und Ausreiseverbote gab. Auch viele Containerschiffe durften plötzlich nicht mehr anlegen. Wenn man jetzt diesen Gedanken weiterdenken würde, und von dem „worst-case-szenario“ ausgehen würde: Die Marktwirtschaft bricht ein, Waren werden nicht mehr nach Deutschland exportiert. Die Konsumgüter werden immer weniger, die deutschen Bauern können die Bevölkerung nicht mehr versorgen. Was würde dann passieren? Ich vermute, dass ein Großteil der Bevölkerung komplett aufgeschmissen wäre. Die wenigsten Menschen haben einen Selbstversorgergarten. Aber nicht, weil sie keinen Garten haben, sondern weil sie keine Ahnung haben was man damit alles machen kann. Fast keiner kennt sich in den heimischen Wäldern mehr aus und kann irgendwelche Heilpflanzen und Kräuter bestimmen. Jetzt stelle man sich mal vor, das Internet und das Kommunikationssystem ist stillgelegt. Wenn keiner mehr sein Smartphone mit den Suchmaschinen benutzen kann, mit denen man heutzutage jeden Schwachsinn sucht, dann wäre das Wissen der meisten Menschen einfach verschwunden, denn die meisten verlassen sich darauf und haben keinen eigenen Wissensfundus mehr in ihrem Kopf. Ich vermute die meisten Menschen sind mittlerweile so abhängig von diesem ganzen System, dass sie nicht mehr in der Lage wären ein Leben zu führen, erst recht nicht nochmal „back to the roots“. Und ich denke, das ist einer der Hauptgründe, warum es immer wieder funktioniert, dass Medien es schaffen, die Leute so unter Angst zu setzen und sie dazu bringen irrationale Entscheidungen zu treffen. Dies hat mir auch nochmal zu denken gegeben wie wichtig es doch ist, sich in der Natur auszukennen. Da ich jetzt ein Studium zum Kindheitspädagogen begonnen habe und ich seit meiner Kindheit regelmäßig in den Wald gehe und in meinem alten Wohnort Permakultur betrieben habe, liegt es für mich auf der Hand mich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen.

Die vorliegende Hausarbeit beschäftig sich mit der Naturpädagogik. Wie die stetige Urbanisierung und die Denaturierung des Menschen immer weiter voranschreiten. Was für einen Einfluss der gegenwärtige Lebensstil auf die Beziehung des Menschen zur äußeren Umwelt hat. Die Folgen der Entfremdung des Menschen sind besonders verheerend und führen zu immer mehr Krankheiten auch schon im jungen Alter. Das Ziel der Hausarbeit ist es, die Folgen der Entfremdung des Menschen zu präsentieren und zu diskutieren. Es wird auf einige Aspekte der Ursache-Wirkungskette eingegangen, um diese zu veranschaulichen und zu erläutern.

In Kapitel 2 wird der Begriff der Natur konkretisiert. Dies soll dem Leser deutlich machen, welche Definition von Natur für den weiteren Verlauf dieser Arbeit gewählt wurde. Pädagogik wird in diesem Zusammenhang auch noch definiert um im Anschluss die Naturpädagogik als erzieherischen Ansatz zu erläutern. Danach wird noch auf die Rolle des Pädagogen eingegangen. Im 3. Kapitel wird die Naturentfremdung geschildert und welche Faktoren dazu beitragen. Der Lebensraum von Kindern und Jugendlichen in der Stadt wird umrissen. Es soll aufgezeigt werden, wie Kinder in der Stadt leben, die Gestaltung ihres Alltags aussieht und womit sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen. Mit der Frage ob Kinder Natur brauchen, soll sich im 4. Kapitel auseinandergesetzt werden. Damit einhergehend wird der Wert von Naturerfahrungen für die physische, psychische und emotionale Gesundheit für den Menschen aufgezeigt. Die Arbeit endet mit einem Fazit.

2. Begriffserklärung

2.1. Natur

Um das Verständnis dieser Arbeit zu erleichtern, ist es notwendig Grundbegriffe zu erläutern und in einem Zusammenhang darzustellen. Durch die Vielfältigkeit an Bedeutungen des Naturbegriffs, ist es schier unmöglich eine universelle Definition zu finden. Da durch die kulturellen und historischen Einflüsse und auch im Bezug zum Kontext der Begriff der Natur und auch das menschliche Verhältnis zur Natur stark variiert und somit keine Konstante gewährleistet ist (vgl. Gebhard 2013, S.40).

Der Begriff der Natur stammt aus dem lateinischen natura = Geburt und von nasci = geboren werden (vgl. Duden 2011, S.1243). Aus naturwissenschaftlicher Sicht wird die Natur als „alles, was an organischen und anorganischen Erscheinungen ohne Zutun des Menschen existiert oder sich entwickelt“ (Duden 2011, S. 1243) definiert. Mit der Natur assoziieren die meisten Menschen die Tier- und Pflanzenwelt, Ökosysteme wie Wälder oder auch unterschiedliche Formationen wie Berge und Seen. „Natur ist für mich, wenn die Vögel singen, die Sonne scheint, und wenn es ab und zu mal regnet, wenn man baden gehen kann, die Bäume schön blühen, wenn überall Nester drauf sind - das stell´ ich mir unter Natur eigentlich vor.“ (Becker et al 2013, S.11), dies ist die Sichtweise eines siebenjährigen Jungen über die Natur. Wenn man diese Position auf die Sichtweise zur Natur einnimmt, würde es bedeuten das alles vom Menschen geschaffene nicht zur Natur gehört (vgl Louv 2013 S.23). Rainer Brämer behauptet das in unserer heutigen Zeit die Natur in zwei unterschiedlichen Formen vorkommt: „Zum einen stellt sie sich als ein objektives Gegenüber dar, das von Kräften und Gesetzen beherrscht wird, die man ihrerseits erforschen und beherrschen kann. Dieses Bild wird insbesondere von Naturwissenschaft und Technik sowie in der Folge auch vom Naturschutz gepflegt“ (Brämer 1995, S.1). Das ist auch das, was die Mehrheit der nächsten Generationen in den Schulen gelehrt wird. Auf der anderen Seite ist „Natur ein Medium, in dem wir uns bewegen, mit dem wir agieren“ (ebd.) Sie spielt eine wichtige Rolle in unserer Freizeitgestaltung, „Wir erleben sie als Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt, in die wir subjektiv mehr oder weniger eingebunden sind“(ebd.). Natur hat viele Formen, Kinder sehen diese in vielen alltäglichen Dingen wie „…ein Haustier das lebt und stirbt; ein Trampelpfad im Wald; ein Fort inmitten von Brennnesseln“ (Louv 2013, S. 22). Die Grenze zwischen Natur und Kultur ist heute kaum noch sichtbar, da der Mensch die Umwelt um sich herum kultiviert und sich zu eigen macht (vgl. Gebhard 2013, S.10). Markl (1989, zit. n. Gebhard 2013, S.48) nennt dies den „Traditionsnaturbegriff“, da Natur den „Kulturzustand unserer Umwelt, den extensive, nicht industrielle, traditionelle Landbewirtschaftung erhalten hat“ und versucht somit die kulturellen Aspekte hervorzuheben. Da die romantische Vorstellung der Natur, das heisst die Natur als „reine Natur“ und komplett vom Menschen losgelöstes Territorium zu sehen, in urbanisierten Ländern so gut wie nicht mehr vorkommt, beziehen wir uns in dieser Arbeit auf das was Markl (1989, zit. n. Gebhard 2013, S.48) den „Traditionsnaturbegriff“ nennt und fokussieren uns auf die „lebendige Natur“. Das heißt: Pflanzen, Tiere, Wälder, Wiesen, Brachflächen u.ä. (vgl. Gebhard 2013, S.48). Diese Naturphänomene sind gute Beispiele um den Zusammenhang zwischen Natur und Kultur nochmal zu verdeutlichen (vgl. ebd.). Wenn die Evolutionstheorie und der darwinistische Grundgedanke und der heutige wissenschaftlichen Konsens woher der Mensch kommt stimmt, ist es wichtig zu erwähnen das „jede begriffliche Trennung von Mensch und Natur unterschlägt, dass der Mensch auch Natur ist“ (Gebhard 2013, S40f), da der Mensch als geistiges Wesen aus der Natur entstanden ist. Naturvölker zum Beispiel würden vermutlich nicht auf die Idee kommen sich als ein getrenntes Glied von der Natur zu sehen (vgl. Gebhard 2013, S.41). Dies verdeutlicht nochmal wie stark der historische und kulturelle Einfluss die Beziehung des Menschen zur Natur prägt. Natur kann also nur als eine rein subjektive Empfindung und Erfahrung wahrgenommen werden und somit ist es uns überlassen uns Gedanken darüber zu machen welche Bedeutung die Natur für uns hat (vgl. ebd.). Natur unterliegt somit einem „kulturell vermittelten Aneignungsprozess“ (ebd.) und setzt eine „Naturinterpretation“ voraus.

2.2. Pädagogik

Pädagogik kommt aus dem griechischen von paidagōgikḗ (téchnē) und bedeutet Erziehungskunst. Es ist die Wissenschaft von Erziehung und Bildung (vgl. Duden 2011, S.1301). Pädagogik und Erziehungswissenschaft haben die gleiche Bedeutung (vgl. Hobmair, S.14). Alles was mit Erziehung zu tun hat, wird Pädagogik genannt (ebd.). Es gibt zwei verschiedene Sichtweisen der Erziehung. Erstens die „Erziehungspraxis“, das ist jedes Geschehen das eine bestimmte Absicht verfolgt und zweitens die „wissenschaftliche Erhellung“, also das reflektieren über die „Erziehungspraxis“ um Gesetzmäßigkeiten und Theorien aufzustellen (vgl ebd.). Um die Begriffe Pädagogik und Erziehungswissenschaft von einander abzugrenzen kann man Pädagogik als „Erziehungspraxis“ und Erziehungswissenschaft als die „wissenschaftliche Erhellung“ einordnen (vgl. ebd.).

Über Vorgehensweisen für das erzieherische Handeln dachte man zwar schon zu allen Zeiten nach, doch wenn man einen Blick in die Geschichte der Pädagogik wirft, wird schnell klar, dass sich vor Fröbel sehr wenige explizit mit der Kleinkindererziehung beschäftigt haben. (vgl. Berger 2000 S.1). Der Erste der ein einheitliches spieltheoretisches Erziehungskonzept für die frühe Kindheit entwickelte war Friedrich Fröbel (1782-1852). Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) und Jean-Jacques Rousseaus Ansichten zur „kindgemäßen Erziehung“ waren bestimmend für seine pädagogische Arbeit (vgl. ebd.) Die mittlerweile international anerkannte Bezeichnung des „Kindergartens“ wurde 1840 von Friedrich Fröbel ins Leben gerufen und diente zur Unterstützung des Elternhauses für die frühkindliche Erziehung und stillte das Bildungsbedürfnis der Vorschulkinder (vgl. ebd.). Somit entwickelte sich seit dem 18. Jahrhundert eine eigenständige Wissenshaft die, die „Erziehungspraxis“ und die „wissenschaftliche Erhellung“ vereint und professionalisiert (vgl. Hobmair, S.14).

2.3. Naturpädagogik

Naturpädagogik als solches, ist ein relativ moderner Begriff. Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Schweden eine Naturpädagogik-Bewegung. In der Mitte des 20. Jahrhunderts

bildeten sich die ersten Kleinkindergruppen, bis 1984 der erste schwedische Waldkindergarten eröffnet wurde. 1986 wurde in Wiesbaden der erste deutsche private Waldkindergarten ins leben gerufen. Sieben Jahre später, 1993, startete der erste staatlich offiziell anerkannte Waldkindergarten in Flensburg. Das dänische Konzept wurde als Vorbild genommen und mittlerweile existieren nach Schätzung des Bundesverbandes der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland e.V. (Abk.: bvnw) über 1000 Natur- und Waldkindergärten und zwischen 400-500 Natur- und Waldkindergartengruppen und die Nachfrage steigt stetig (vgl. Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland e.V. 2020).

Mit dem Einfluss und der Bedeutung der Natur auf die frühe Kindheit des Menschen befassten sich Pädagogen schon seit mehreren Jahrhunderten. Damals galt es schon als revolutionär von Rousseau, der forderte, Kinder so „natürlich“ wie möglich zu erziehen. Das Kind sollte in seiner natürlichen Entwicklung nicht gestört werden (vgl. Rousseau 71, S.10f). Rousseau sieht in der Sozialisierung und dem Erwachsenwerden des Kindes das Problem in der natürlichen Entwicklung. Denn „Gute soziale Einrichtungen entkleiden den Menschen seiner eigentlichen Natur und geben ihm für seine absolute eine relative Existenz“ (Rousseau 71, S.12). „Die Natur entwickelt unsere Fähigkeiten und unsere Kräfte; die Menschen lehren uns den Gebrauch dieser Fähigkeiten und Kräfte. Die Dinge aber erziehen uns durch die Erfahrung, die wir mit ihnen machen, und durch die Anschauung“ (ebd.). Zu beachten ist das Rousseau die Natur als erstes erwähnt.

Auch Fröbel hatte seine eigenen Vorstellungen der frühkindlichen Erziehung. Die Titulierung des „Kindergartens“ beschreibt sehr gut die Vorstellungen Fröbels für die Erziehung in der Kindheit. „Garten = Paradies, also Kindergarten = das den Kindern wieder zurückzugebende Paradies,“ (Berger 2000, Fröbel, zit. n. Schröcke 1912, S. 32) veranschaulicht noch einmal sehr deutlich wie wichtig der Aspekt der Natur in Fröbels Erziehungsansichten war. Die Natur wird von den oben genannten Pädagogen als notwendig angesehen und ist ein fester Bestandteil einer erfolgreichen für den Menschen gemachte Erziehung.

„Natur- und Umweltpädagogik ist die Vermittlung von Wissen über die Natur und über ökologische Zusammenhänge anhand praktischer Erfahrung. Ziel ist es, eine Grundlage für sinnvolles ökologisches Handeln, Verhalten und Entscheiden zu legen. Dabei sollen Interesse und Freude an der Natur vermittelt und geweckt als auch Grenzen und Konsequenzen menschlicher Eingriffe in die Natur aufgezeigt werden.“ (Klaproth 2018, S.9). Der Begriff „Naturpädagogik“ bezeichnet dabei das Verhältnis des Menschen zur Natur im weitesten Sinne und legt den Schwerpunkt auf die unmittelbare Naturwahrnehmung und Beobachtung. „Kurzfristig erlebbare Handlungsmöglichkeiten im Umweltschutz“ und die Förderung der Umweltbildung werden durch den „umwelterzieherischen Ansatz“ versucht zu vermitteln (vgl. Österreicher 2011, S.21). Wildnispädagogik, Waldpädagogik, Umweltpädagogik, all diese Ansätze sind miteingeschlossen, ohne ihnen ihre jeweiligen Besonderheiten zu nehmen. Verbindend ist, vor dem Hintergrund einer sozialkonstruktivistischen Bildungs- und Lerntheorie, ihr pädagogischer Handlungsansatz, Kinder als aktive Forscher und Gestalter ihrer Lebenswelt zu betrachten und die Selbstständigkeit und die Kreativität des Kindes zu fördern (vgl. Österreicher 2011, S.21).

Die Konzepte der Naturpädagogik werden meist nur im Rahmen der Bildung für nachhaltiger Entwicklung gesehen. Viel entscheidender ist aber der entwicklungspsychologische und medizinische Aspekt. (vgl. ebd.). „Die größtmögliche Unterstützung einer gesunden physischen und psychischen Entwicklung des Kindes und seiner psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz) kann hier als übergeordnete Zielsetzung bezeichnet werden.“ (Österreicher 2011, S.22).

2.4. Rolle des Erziehers

„Kinder sind von sich aus neugierig und Neugier ist ein starkes Motiv. Sie steht am Anfang jeden Interesses, jeder Untersuchung, jeder Hinwendung.“ (Österreicher 2011, S.25). Diese Neugier ist der Schlüssel für die Kinder sich selbst und die Welt um sie herum zu verstehen. „Kinder wollen nicht nur entdecken, erobern, erforschen, sie müssen es einfach.“ (Österrreicher 2011, S.25). Ausflüge in die Natur und Umwelt regt die Abenteuerlust und den Forscherdrang der Kinder an. Dies führt dazu, dass Kinder viele Fragen stellen. Die Probleme die für den Pädagogen oder den Erzieher auftreten können sind, dass das Verständnis von Sinnzusammenhängen der Kinder unterschätzt wird und dementsprechend nur „knappe und oberflächliche Antworten“ gegeben werden (vgl. Österreicher 2011, S.33). Ein anderes Problem ist die eigene Verunsicherung und das fehlende Fachwissen (vgl. ebd.). Für das naturpädagogische Handeln ist immer der persönliche Bezug der Fachkraft zum Thema Natur bedeutsam. Damit den Kindern eine kompetente Begleitung und Aufsicht in der natürlichen Umgebung garantiert werden kann, müssen die Erzieher über ein umfassendes Basiswissen verfügen. Wenn die Kinder im Wald zu Tieren, Pflanzen oder sonstigen Gegebenheiten Fragen stellen, ist das Wissen der Erzieher gefragt, die die richtigen Antworten parat haben sollte. Sowohl Kinder als auch Erzieher sammeln gemeinsam von Jahreszeit zu Jahreszeit ein großes Kontingent an Wissen. Eine Voraussetzung für die Arbeit im Natur- und Waldkindergarten sind jedoch grundlegende Kenntnisse über die im Wald vorkommenden Tiere, Pflanzen, Witterungszustände und Gefahrenquellen (vgl. Miklitz 2019 S.46f) Durch dieses Wissen kann man den Kindern auch weitere Anregungen geben, auf Besonderheiten in der Umgebung hinweisen und dadurch die Aufmerksamkeit der Kinder, den Mut und die Lust auf Entdeckungen machen um sich selbstständig oder mit dem Erzieher mit den eigenen Fragen auseinanderzusetzen (vgl. Österreicher, S34). Neugier, Aufmerksamkeit und Interesse sind wichtige Eigenschaften des Erziehers. „Sie sind keine reinen Wissensvermittlerinnen, sondern unterstützen, begleiten und fordern die Kinder bei ihren Lern- und Bildungsprozessen, so dass sie sich selbstständig mit Fragen und Themen auseinandersetzen und Problemstellungen bearbeiten können.“ (Schubert 2012, S.45). Pädagogische Aktionen beinhalten auch Freiräume zu eröffnen. Mit den Kindern auf Augenhöhe zu agieren und zum „Ursprung des Seins“ zurückzuführen. Die Kompetenz der pädagogischen Fachkraft zeigt sich darin die Situationen richtig einzuschätzen und der richtigen Balance zwischen Zurückhaltung und Einlassen auf die Situation (vgl. Klöden, S.9). „Es geht um ein sicheres und kompetentes Agieren in Momenten, in denen größte Freiräume gewährt werden.“ (Klöden, S.9). Weitere wichtige Aspekte sind das „Beteiligtsein“, mit den Augen der Kinder zu sehen und „professionelle Neugierde“, Begeisterung und Freude zu zeigen und in „Resonanz“ mit dem Kind zu treten, Naturerlebnisräume zu finden die genügend Raum für Selbstbildungsprozesse ermöglichen (vgl. Klöden, S.9f).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Naturpädagogik. Entfremdung der Natur und die Auswirkungen auf die physische, psychische und emotionale Gesundheit
Hochschule
Fliedner Fachhochschule Düsseldorf
Note
1.3
Autor
Jahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V1006358
ISBN (eBook)
9783346390776
ISBN (Buch)
9783346390783
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Naturpädagogik, Natur, Pädagogik, Urbanisierung, Gesundheit, Emotional, psychische, physische, bewegung, lernen, kinder, kindergarten, resilienz, bildung, naturbildung, eltern, umwelt, schule, Erziehung, Erzieher, Entfremdung, lebensraum, Umfeld, Entwicklung, seelische, corona virus, fröbel, montessori, waldorf, Rousseau, Familie, kind, medien, körperlich, louv, hüther, gerald hüther, umweltpädagogik, bewegungsbildung, sozial, hausarbeit, psyche, wald, waldpädagogigk
Arbeit zitieren
Axel Grotjahn (Autor), 2020, Naturpädagogik. Entfremdung der Natur und die Auswirkungen auf die physische, psychische und emotionale Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006358

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