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Nachhaltigkeit und Partizipation in der Theaterpädagogik

Theoretische Abschlussarbeit im Rahmen der berufsbegleitenden Fortbildung

Titel: Nachhaltigkeit und Partizipation in der Theaterpädagogik

Examensarbeit , 2020 , 33 Seiten

Autor:in: Anja Dellner (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Forschungsfeld eröffnet sich und die Frage, ob man mit Mut, Phantasie und Theaterspiel den sozialen und ökologischen Krisen unserer Zeit beikommen kann, wird gestellt. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werden im zweiten Kapitel zwei verschiedene Weltsichten und deren Genese erläutert. Die mechanistische Sichtweise begreift die Welt als Uhrwerk. Die sich daraus für den Menschen ergebende Weltbeziehung ist eine auf Trennung, Beherrschung und Manipulation ausgerichtete. Die andere Sichtweise begreift die Welt als Organismus und bezieht sich auf selbige durch Verbundenheit und Empathie.

In Kapitel drei wird das "Theater zum Leben" (orig. Theatre for Living) des kanadischen Theatermachers David Diamond vorgestellt und als möglicher Ansatz für theaterpädagogisches Handeln im Dienst eines sozialen und ökologischen Wandels hin zu mehr Verbundenheit und Gemeinschaft untersucht. Beim Theater zum Leben handelt es sich um eine Weiterentwicklung von Augusto Boals "Theater der Unterdrückten" unter Berücksichtigung systemtheoretischer Erkenntnisse des Soziologen Niklas Luhmann. Die Möglichkeiten des Statuentheaters und des Forumtheaters kommen bei strukturellen und sozialen Problemen zum Einsatz, um einen empathischen Dialog im Gemeinwesen zu fördern. Die bei der Anwendung dieser Methoden gemachten Erfahrungen von David Diamond und deren Auswirkung auf die Entstehung seines persönlichen Ansatzes des "Theater zum Leben" werden in diesem Kapitel ebenso angerissen wie die Rolle der Workshopleitung, notwendige Organisation und Öffentlichkeitsarbeit für solche sozialen Theaterprojekte.

In der Zusammenfassung werden Phantasie, Empathie und der Mut, sich gemeinsam ins Ungewisse zu begeben, als Hauptqualitäten eines "Theater zum Leben"-Prozesses identifiziert und somit der Bogen zurück zur unendlichen Geschichte geschlagen. Im abschließenden Fazit wird auf Aspekte von sozialer Nachhaltigkeit und Bewusstseinswandel, Theater als Forschungsraum zum Ausprobieren von Utopien, Vertrauensbildung in Gruppenprozessen, mögliche regionale Kooperationspartner und Desiderata im Bereich der non-formalen Bildung für nachhaltige Entwicklung eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beherrschung oder Verbundenheit: Die Welt als Uhrwerk vs. die Welt als lebendiger Organismus

2.1 Die mechanistische Weltsicht:

2.1.1 René Descartes: Rational denkender Geist und mechanischer Körper

2.1.2 Thomas Hobbes: Mechanisierung des Staatswesens

2.1.3 Die Aufklärung: Instrumentelle Vernunft und Naturbeherrschung

2.1.4 Vom Frühkapitalismus bis zu Taylor: Mechanisierung der Arbeitswelt

2.2 Die Welt als lebendiger Organismus

2.2.1 Veränderte Vorstellungen von Realität: Energie und Quanten

2.2.2 Systemtheorie

2.2.3 Kurzer Exkurs zum Thema Liebe und „mimisme“

2.2.4 Morphisches Feld

3 Utopien umsetzen: Ansätze und Methoden in David Diamonds Theater zum Leben

3.1 Von Augusto Boals Theater der Unterdrückten zum Theater zum Leben

3.2 Bilder, Symbole und das kollektive Unbewusste

3.3 Mittels Statuentheater von der individuellen zur kollektiven Geschichte

3.4 Andere Weiterentwicklungen von Boals Theater der Unterdrückten

3.5 Rolle der Leitung: Von der Workshop-Begleitung zum Jokern

3.6 Öffentlichkeitsarbeit und Organisation

3.7 Zusammenfassung

4 Fazit & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie theaterpädagogische Methoden, insbesondere das „Theater zum Leben“ nach David Diamond, dazu beitragen können, einen inneren Wertewandel zu fördern und somit soziale sowie ökologische Nachhaltigkeit in einer polarisierten Gesellschaft zu unterstützen.

  • Kritische Analyse mechanistischer Weltsichten und neo-liberaler Konzepte.
  • Systemtheoretische Grundlagen für eine organische, verbundene Gesellschaft.
  • Anwendung und Adaption der Methoden des „Theater zum Leben“.
  • Förderung von Empathie, Bewusstwerdung und gemeinschaftlicher Problemlösung.

Auszug aus dem Buch

3.3 Mittels Statuentheater von der individuellen zur kollektiven Geschichte

Nach dem Finden und Etablieren eines geschützten Raums, dem Kennenlernen der Teilnehmer*innen und dem Klären von Organisatorischem beginnt die eigentliche Theaterarbeit mit einem Balance-Spiel, einer Paarübung, bei der sich die Partner einmal gegenseitig durch den Raum schieben und einmal ziehen sollen. Diese Übung verkörpert die Essenz des Theaters, da in ihrem Mittelpunkt der Konflikt steht.

Oftmals zeigt sich bei den Teilnehmer*innen Scheu einander anzufassen. Diese Übung ist jedoch die Grundlage für das weitere Spiel, da sie die Spieler*innen auf Interventionen in der Forumsphase vorbereitet. Genau da müssen sie nämlich gegen die Zuschauspieler*innen „anschieben“, um sie dazu zu bewegen sich anzustrengen und sich auf die Auseinandersetzung einzulassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedrohung der Welt durch das „Nichts“ und stellt die Frage, wie Theater als Medium für Bewusstwerdung und Wertewandel fungieren kann.

2 Beherrschung oder Verbundenheit: Die Welt als Uhrwerk vs. die Welt als lebendiger Organismus: Dieses Kapitel vergleicht das historisch gewachsene mechanistische Weltbild mit einer systemtheoretisch fundierten, organischen Sichtweise auf die Welt.

3 Utopien umsetzen: Ansätze und Methoden in David Diamonds Theater zum Leben: Hier wird der Ansatz von David Diamond erläutert, der auf dem „Theater der Unterdrückten“ basiert und Methoden zur kollektiven Bewusstwerdung und Konfliktlösung bietet.

4 Fazit & Ausblick: Das Fazit resümiert das Potenzial des Theaters als Experimentierfeld für gesellschaftliche Veränderungen und betont die Notwendigkeit von Vertrauen und Reflexion im Arbeitsprozess.

Schlüsselwörter

Theaterpädagogik, Nachhaltigkeit, Partizipation, Theater zum Leben, David Diamond, Systemtheorie, Mechanistisches Weltbild, Forumtheater, Statuentheater, Kollektives Unbewusstes, Wertewandel, Soziales Engagement, Ökologischer Wandel, Empathie, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial theaterpädagogischer Methoden, insbesondere des „Theater zum Leben“, um in einer von Krisen geprägten Gesellschaft einen inneren und äußeren Wertewandel hin zu Nachhaltigkeit und Partizipation zu unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Gegenüberstellung mechanistischer versus organischer Weltbilder, die Bedeutung von Systemtheorie in der Theaterarbeit sowie praktische Ansätze für soziales und ökologisches Empowerment.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, theaterpädagogische Konzepte aufzuzeigen, die über bloße Unterhaltung hinausgehen und als Werkzeuge für einen gesellschaftlichen Wertewandel genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Recherche, kombiniert mit systemtheoretischen Ansätzen und Erkenntnissen aus der eigenen theaterpädagogischen Praxis, um die Methoden von David Diamond zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse mechanistischer Weltsichten, der Einführung in die Systemtheorie sowie der detaillierten Beschreibung der Methoden des „Theater zum Leben“, wie etwa das Statuentheater.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Theaterpädagogik, Nachhaltigkeit, Partizipation, Theater zum Leben, Systemtheorie und Empowerment.

Wie unterscheidet sich das „Theater zum Leben“ vom klassischen „Theater der Unterdrückten“?

Im Gegensatz zu Boals Ansatz, der oft eine binäre Trennung von Unterdrücker und Unterdrückten nutzt, zielt Diamond darauf ab, beide Rollen als Teil eines komplexen Systems zu verstehen, in dem alle Beteiligten als Menschen wahrgenommen werden.

Welche Rolle spielt die „Inter-Spezies Kommunikation“ in der Arbeit?

Die Autorin deutet an, dass für den Schutz der Erde auch die Bedürfnisse anderer Lebewesen in die Recherche einbezogen werden könnten, um den Blick über den menschlichen Tellerrand hinaus zu weiten.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nachhaltigkeit und Partizipation in der Theaterpädagogik
Untertitel
Theoretische Abschlussarbeit im Rahmen der berufsbegleitenden Fortbildung
Veranstaltung
Theaterpädagogik
Autor
Anja Dellner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
33
Katalognummer
V1006535
ISBN (eBook)
9783346372222
ISBN (Buch)
9783346372239
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit Theaterpädagogik Partizipation kulturelle Bildung Friedensarbeit Gemeinwesenarbeit politische Bildung Theatre for Living Systemtheorie Weltbilder soziales Theater
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anja Dellner (Autor:in), 2020, Nachhaltigkeit und Partizipation in der Theaterpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006535
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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