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Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen vor dem Hintergrund persönlicher Religiosität und politischer Selbsteinschätzung

Aserbaidschan, Türkei, Deutschland und die Tschechische Republik im querschnittlichen Vergleich

Título: Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen vor dem Hintergrund persönlicher Religiosität und politischer Selbsteinschätzung

Trabajo Escrito , 2019 , 50 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: David Reißig (Autor)

Salud - Salud pública
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Um sich der Thematik auf internationaler Ebene zu nähern, werden im Rahmen der folgenden Arbeit persönliche Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen sowie politische und religiöse Selbsteinschätzung betrachtet und im Ländervergleich analysiert. Politische und religiöse Rahmenbedingungen haben Einfluss auf Verfügbarkeit, Gründe und Akzeptanz von Schwangerschaftsabbrüchen. Dabei haben die jeweils vorherrschenden Gegebenheiten starke Effekte auf die Gesundheitsrisiken und -chancen betroffener Menschen. Ungewollte Schwangerschaften, als Grund für Schwangerschaftsabbrüche, stehen mit gesundheitlichen und sozialen Benachteiligungen für die betroffenen Frauen und deren Familien in Verbindung.

Der Schwangerschaftsabbruch, auch Interruptio oder umgangssprachlich Abtreibung genannt, ist ein komplexes soziales Phänomen, auf das viele gesellschaftliche Bereiche Einfluss nehmen. Die Häufigkeit und Vielfalt der Debatten sowie der daran beteiligten Akteure ist ein Indiz für die besondere Kontroversität des medizinischen Eingriffs. Damit berührt die Problematik, weit über medizintechnische Spezifikation und gesundheitliche Folgen hinaus, tiefgreifende Fragen zu Vorstellungen gesellschaftlichen Zusammenlebens, wenn es beispielsweise um Selbstbestimmungsrecht, oder den zeitlichen Startpunkt menschlichen Lebens im Kontext ethische Grundsatzdebatten geht.

Aktuell wird in Deutschland das Pro und Kontra der Abschaffung oder Veränderung des Paragraphs 219a des Strafgesetzbuches auf parlamentarischer und öffentlicher Ebene thematisiert und in diesem Kontext das Recht auf den Zugriff zu medizinischen Informationen, sowie Persönlichkeitsrechte von Frauen verhandelt. International betrachtet stellt Deutschland bezogen auf die Intensität des Diskurses keine Ausnahme dar. So führt in Irland ein aktuelles Referendum zum Thema zur rechtlichen Neubetrachtung von Schwangerschaftsabbrüchen. Auch Begriffspaare wie Pro-Life und Pro-Choice sind weit über ihren US-amerikanischen Ursprung hinaus geläufige Kategorien für die Positionierung im Diskurs und finden große populärkulturelle Beachtung. Öffentliche Meinungsunterschiede laufen dabei oft entlang politischer und religiöser Überzeugungen, da diese sowohl Einfluss auf, als auch Ausdruck von lebensweltlichen Vorstellungen sind und politische Diskurse sowie legislative Entscheidungen beeinflussen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand im internationalen Kontext

2.1 Einflussfaktoren auf Einstellungen zum Schwangerschaftsabbruch

2.1.1 Religiosität in Bezug auf Einstellungen zum Schwangerschaftsabbruch

2.1.2 Politische Einstellungen und Meinungen zum Schwangerschaftsabbruch

2.2 Länderauswahl

3. Methodisches Vorgehen

3.1 Zum European Values Study 2008 Datensatz

3.2 Deskription der Variablen

3.3. Statistische Modellierung

4. Ergebnisse

4.1. Deskriptive Ergebnisdaten

4.2. Induktive Ergebnisdaten

5. Diskussion und Schlussfolgerungen

5.2 Limitationen der Analyse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, persönliche Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen im Ländervergleich zu untersuchen, wobei der Fokus auf dem Einfluss persönlicher Religiosität und der politischen Selbsteinschätzung liegt. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu analysieren, ob und inwieweit diese Faktoren als Prädiktoren für die moralische Bewertung von Schwangerschaftsabbrüchen fungieren.

  • Analyse von Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen basierend auf dem EVS 2008 Datensatz.
  • Untersuchung des Einflusses der persönlichen Religiosität auf die Rechtfertigung von Schwangerschaftsabbrüchen.
  • Evaluierung der politischen Selbsteinschätzung (links-rechts Spektrum) im Kontext moralischer Urteile.
  • Ländervergleichende Perspektive zwischen Aserbaidschan, der Türkei, Deutschland und der Tschechischen Republik.
  • Identifikation und Kontrolle sozioökonomischer und soziodemografischer Einflussvariablen mittels Regressionsanalyse.

Auszug aus dem Buch

2.1 Einflussfaktoren auf Einstellungen zum Schwangerschaftsabbruch

Vor dem Hintergrund historischer Kämpfe um das körperliche Selbstbestimmungsrecht von Frauen und der biologischen Besonderheit, dass nur Frauen Schwanger werden können, ließe sich aus einer Betroffenheitsperspektive heraus annehmen, dass für Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen besonders starke Geschlechterunterschiede zu beobachten sind.

Wie Untersuchungen zeigen konnten, hat das eigene Geschlecht tatsächlich einen allgemeinen Einfluss auf die persönliche Einstellung, wobei verschiedene Studien allerdings auffällige Unterschiede in der Effektstärke aufweisen. Loll und Hall (2018) kommen anhand von Daten der World Value Study 2015 zu dem Ergebnis, dass männliche Befragte eine signifikant negativere Einstellung zu Schwangerschaftsabbrüchen aufweisen, als die Studienteilnehmerinnen (Loll und Hall 2018, 6). Vor allem ältere Studien finden hingegen keine, oder schwächere signifikanten Unterschiede, wobei sich die beobachtete Effektrichtung nicht ändert (s.d.: Hertel und Russell 1999, 365; Misra 1998, 97ff.).

Eine Ursache für die divergierenden Ergebnisse sind die unterschiedlichen Studienpopulationen der Analysen. Beschränken sich Studien, welche nur schwache oder keine Unterschiede feststellen, in der Regel auf die USA (s.d.:Barkan 2014, 943; Jelen, Damore und Lamatsch 2002, 321; Misra 1998, 91), sind bei internationalen Studienpopulationen stärkere Effekte zu beobachten (Loll und Hall 2018, 6). Erklärungsansatz dafür sind länderspezifische kulturelle und strukturelle Unterschiede in Geschlechterrollen, -gleichheit und Familienbilder (Adamczyk 2013, 215f.). Weiter haben sich andere Merkmale als wirksamere und stabilere Prädiktoren für die Einstellung zum Schwangerschaftsabbruch herausgestellt.

Sowohl Alter, Bildung, Beschäftigungs- und Beziehungsstatus, als auch Größe des Wohngebietes, Haushaltseinkommens und der persönliche sozioökonomische Status wurden in vorherigen Untersuchungen als Einflussgrößen identifiziert. Mit steigendem Alter werden die Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen im Durchschnitt zustimmender (Loll und Hall 2018, 9; Misra 1998, 97). Ebenso tendieren Menschen mit höherem Bildungsniveau und einer Arbeitsanstellung eher zu befürwortenden Positionen (Mosley et al. 2017, 918ff.; Loll und Hall 2018, 9, 2018, 12).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche und ethische Kontroversität von Schwangerschaftsabbrüchen und führt die Forschungsfrage sowie die Hypothesen der Arbeit ein.

2. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand im internationalen Kontext: Dieses Kapitel erörtert bestehende Forschungsbefunde zu Einflussfaktoren wie Religiosität und politischer Einstellung und begründet die Auswahl der betrachteten Länder.

3. Methodisches Vorgehen: Hier werden der EVS 2008 Datensatz sowie die statistischen Regressionsmodelle und die Variablenaufbereitung detailliert beschrieben.

4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert sowohl die deskriptiven Häufigkeitsverteilungen als auch die induktiven Ergebnisse der bivariaten und multivariaten Regressionsanalysen.

5. Diskussion und Schlussfolgerungen: Der abschließende Teil interpretiert die Ergebnisse im Lichte des Forschungsstandes, diskutiert Limitationen der Studie und zieht ein abschließendes Fazit.

Schlüsselwörter

Schwangerschaftsabbruch, Religiosität, Politische Selbsteinschätzung, European Values Study, EVS 2008, Regressionsanalyse, Ländervergleich, Sozioökonomischer Status, Moralische Einstellungen, Gesellschaft, Kultur, Weltanschauung, Geschlechterrollen, Fertilität, Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht persönliche Einstellungen zur Rechtfertigung von Schwangerschaftsabbrüchen und analysiert, wie persönliche Religiosität und politische Selbsteinschätzung diese Meinungen beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die moralische Bewertung von Schwangerschaftsabbrüchen, der Einfluss religiöser Weltanschauungen und die Bedeutung politischer Ideologien in einem internationalen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, auf Basis des EVS 2008 Datensatzes zu klären, inwieweit Religiosität und eine Rechts-Links-Selbsteinschätzung das moralische Urteil über Schwangerschaftsabbrüche in vier verschiedenen Ländern erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative methodische Vorgehensweise gewählt, die auf der bivariaten und multivariaten linearen Regressionsanalyse basiert, um die Zusammenhänge statistisch zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der Datenbasis und Variablen sowie die Durchführung und Interpretation der Regressionsanalysen für die ausgewählten Länder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung lässt sich durch Begriffe wie Schwangerschaftsabbruch, Religiosität, politische Ideologie, Regressionsanalyse und Ländervergleich charakterisieren.

Warum wurden Aserbaidschan, die Türkei, Deutschland und die Tschechische Republik gewählt?

Diese Länder wurden aufgrund theoretischer Vorüberlegungen ausgewählt, da sie sich in Bezug auf religiöse Überzeugungen und politische Selbsteinschätzung auf Personenebene stark voneinander unterscheiden, was eine sinnvolle Prüfung der Hypothesen ermöglicht.

Welches Hauptergebnis liefert die Analyse zur Religiosität?

Die Analyse zeigt über alle untersuchten Länder hinweg ein statistisch signifikantes Ergebnis: Je wichtiger die persönliche Religiosität für die Befragten ist, desto ablehnender stehen sie Schwangerschaftsabbrüchen gegenüber.

Final del extracto de 50 páginas  - subir

Detalles

Título
Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen vor dem Hintergrund persönlicher Religiosität und politischer Selbsteinschätzung
Subtítulo
Aserbaidschan, Türkei, Deutschland und die Tschechische Republik im querschnittlichen Vergleich
Universidad
Technical University of Chemnitz  (Institut für Soziologie)
Curso
International vergleichende Gesundheitsforschung
Calificación
1,3
Autor
David Reißig (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
50
No. de catálogo
V1006593
ISBN (Ebook)
9783346391353
ISBN (Libro)
9783346391360
Idioma
Alemán
Etiqueta
Schwangerschaftsabbrüche Schwangerschaftsabbruch Religiosität Religion politische Selbsteinschätzung Politik Querschnittsstudie International Aserbaidschan Türkei Deutschland Tschechische Republik Abtreibung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
David Reißig (Autor), 2019, Einstellungen zu Schwangerschaftsabbrüchen vor dem Hintergrund persönlicher Religiosität und politischer Selbsteinschätzung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006593
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