Alter und Bewegung. Auswirkungen des Sports auf Körper und Geist


Seminararbeit, 2016

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Seminararbeit

1. Einleitung

2. Die historischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Alters-sports
2.1. Demographischer Wandel in Deutschland
2.2. Der Gesundheitsstatus
2.3. Funktionseinschränkungen und Aspekte des Alterns

3. Körperliche Aktivität und Sport im Alter
3.1. Trainierbarkeit der Konditionellen und koordinativen Fähigkeiten
Beweglichkeit und Koordination
3.2. Physische, psychische und soziale Auswirkungen des körperlichen Trainings

4. Motivation und Barrieren für die Teilnahme am Alterssport

5. Pädagogische Aspekte für den Alterssport

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Sportwissenschaft beschäftigt sich seit vielen Jahrzehnten mit dem Thema "Alter und Bewegung", denn Bewegung richtig dosiert ist ein Medikament ohne Risiko und Nebenwirkungen. Die Sportwissenschaft kann einen großen Beitrag leisten mit den gesundheitlichen Schwerpunkten Prävention, Rehabilitation und Fitness.

Die hohe Bedeutung und das Zusammenspiel von Gesundheit und Bewegung hat ihre Ursache in der ursprünglichen Menschheitsgeschichte und ist heute bedeutender denn je. Die heutige moderne Gesellschaft zeichnet sich durch hochtechnisierte Erfindungen aus, wird aber auch durch den Mangel an Bewegung charakterisiert. Der Homo sapiens ist auf Bewegung ausgelegt. Diese ist notwendig für den Erhalt unserer Leistungs- und Funktionsfähigkeit und für die Funktionstüchtigkeit all seiner Organsysteme.

Das Altern ist aktuell nicht nur ein sportwissenschaftliches Problem. Der älter werdende Mensch rückt immer mehr in den öffentlichen Vordergrund in unserer Gesellschaft (Mechling, 1998). Die demographische Entwicklung in Deutschland zeigt einen weiter ansteigenden Anteil der älteren Bevölkerung und zeigt viele verschiedene Fragen auf. Der politische Bereich beschäftigt sich mit den entstehenden Kosten für das Gesundheitssystem, welche Möglichkeiten es gibt die verfügbaren Mittel einzusetzen und welche Bedeutung der Alterszuwachs für den Staat und die Wirtschaft hat. Der soziale Bereich widmet sich der Aufgabe für die Entstehung neuer Sporteinrichtungen für Ältere und wie die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit zum Sport motiviert und die Barrieren abgebaut werden können. Denn die große Frage ist, wie man ein möglichst gesundes und beschwerdefreies Altern erreichen kann und somit die Lebensqualität längerfristig sichern kann. Es ist unumstritten, dass zielgerichtete Übungen helfen beim Umgang mit den Alltagsanforderungen und beim Erhalt der Selbstständigkeit. Die positive Wirkung von Bewegung auf unsere Gesundheit zeigen messbare Parameter und fundierte Forschungsergebnisse der Sportwissenschaft.

Das Thema "Alter und Bewegung" wird in folgenden Kapiteln dargestellt:

Als Erstes werden die historischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Alterssports näher betrachtet. Um diese zu betrachten, wird der demographische Wandel in Deutschland, der derzeitige Gesundheitsstatus und Funktionseinschränkungen und Aspekte des Alterns beleuchtet. Anschließend sollen die körperliche Aktivität im Alter untersucht werden und es wird kritisch hinterfragt, welche Auswirkungen der Sport auf Körper und Geist hat. Abschließend werden auf die Motivation und Barrieren im Alterssport eingegangen und welche pädagogischen Aspekte beim Ausführen des Sports vom Sporttherapeuten zu beachten sind.

2. Die historischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Alters-sports

2.1. Demographischer Wandel in Deutschland

Sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Forschung wird immer häufiger und verstärkt über das Ausmaß und den Auswirkungen vom demographischen Wandel diskutiert. Die demographische Entwicklung in Deutschland ist ein wesentlicher Grund für die Bedeutungszunahme des Alterssports.

Die Geschichte und Soziologie des Alterns in Abbildung 1 (Abb.1) zeigt, dass früher aufgrund der hohen Geburtenausfälle durch die beiden Weltkriege und der Weltwirtschaftskrise nur wenige Menschen ein hohes Alter erreichen konnten. Doch im Verlauf der letzten fünfzig bis einhundert Jahre kam es zu einer deutlichen Erhöhung der Lebenszeit. Der Anteil der über 60-jährigen von 14,0% im Jahr 1950 steigt auf 24,1% im Jahr 2001 und ein weiterer Anstieg auf 29,3% wird für das Jahr 2020 erwartet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Altersstruktur der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1950

und 2001, sowie eine Prognose für das Jahr 2020. Quelle: Klingholz, 2004

Die Gründe für den demographischen Wandel in Deutschland und das "Überaltern" in allen Industriegesellschaften sind vielseitig.

Zum einen zeigt sich ein starker Geburtenrückgang auf, zum anderen kommt es zu einem hohen Anstieg der Lebenserwartung und zu einer deutlichen Reduktion der Säuglingssterblichkeit. Die Verbesserung der medizinischen und hygienischen Bedingungen, sowie eine Voll- bzw. sogar Überversorgung der lebensnotwendigen Güter durch wirtschaftliche und soziale Fortschritte erhöhen deutlich die Lebensverhältnisse und lässt den Anteil der älteren Bevölkerung deutlich prozentual ansteigen und die Zahl der Jüngeren dagegen demographisch sinken (Kapustin, 1980). Das Verhältnis junger Menschen mit einem Alter von unter 20 Jahren zu älteren Menschen von über 60 Jahren verändert sich kontinuierlich auf 1:2. Die mittlere und auch die fernere Lebenserwartung nimmt weiter zu und die Phase des Alterns wird zeitlich betrachtet immer weiter ausgedehnt. Der von vielen Forschern maßgebende Mittelwert der maximalen biologischen Lebensdauer des Menschen von 85 Jahren wird nicht nur vollständig ausgeschöpft, sondern erhöht sich auf etwa 110 bis 120 Jahren (Pickenhain/Ries, 1988).

Diese Veränderung der gesellschaftlichen Struktur birgt sowohl gesellschaftliche und volkswirtschaftliche als auch individuelle Probleme. Es gibt viele ungelöste Fragen in der Renten- und Gesundheitsdiskussion, als auch in der Thematik der hohen Hilfs- und Pflegebedürftigkeit und beim Erhalt der selbstständigen Lebensführung und hohen Lebensqualität. Ein wesentlicher Beitrag leistet das junge etablierte sozialstaatliche Sicherungssystem. Durch dieses System wurde ein Pensionierungsdatum festgelegt, welches die Menschen aus dem Arbeits- und Erwerbssystem und damit aus dem mittleren Lebensalter aussegmentiert hat. Die gesetzlich gesicherte Altersversorgung (auch Rente genannt) bildet das materielle Fundament für die eigenständige Lebensphase "Alter", welche befreit ist von der Aufgabe der Existenzsicherung (Mechling, 1998).

Die Chance ein hohes Lebensalter zu erreichen ist dank der Errungenschaften der modernen Zeit gestiegen. Die ältere Bevölkerung der heutigen modernen Zeit ist stärker daran interessiert aktiv an der Wahrung ihrer Lebensqualität und ihrer Selbstständigkeit zu arbeiten.

Dieser Anforderung möchte auch der Sport gerecht werden. In den letzen 20 Jahren gründeten sich immer mehr Vereine und gemischte Sportgruppen für die ältere Bevölkerungsschicht und private Sportzentren und Fitessstudios überarbeiteten ihr Programm für attraktivere Angebote (Meusel,1980).

Sportverbände arbeiten eng zusammen mit den Krankenkassen und engagieren sich für Kampagnen wie "50 PLUS". Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutsche Sportbund (DSB) starteten gemeinsam im Jahr 2003 das Modellprojekt "richtig fit ab 50" und werben für körperliche Aktivität im höheren Alter (www.richtigfit-ab50.de).

Dass diese Projekte und Initiativen die entsprechende Aufmerksamkeit bekommen, ist zu begründen mit der Umorientierung des Sports seit den 70er Jahren. Diese führt immer weiter vom Leistungsgedanken weg und zielt hingegen auf die individuellen Bedürfnisse einer eher bisher unsportlichen Mehrheit der Bevölkerung mit den Schwerpunkten Gesundheit, Fitness, soziale Integration, Selbstfindung und Wohlbefinden durch Sport.

Aber nicht nur der Sport stellt sich dieser Herausforderung, sondern auch die Gesellschaft und die Politik. Die Zielgruppe von den Projekten sind insbesondere Frauen und Männer zwischen 50 und 60 Jahren. Das Ziel ist es diesen Menschen zu zeigen, dass Sport nicht nur das Wohlbefinden steigert, sondern auch ein Mittel ist um innere und orthopädische Krankheiten vorzubeugen und um den Alterungsprozess zu verlangsamen. Dazu muss zur aktiven und regelmäßigen Beteiligung an Sport- und Bewegungsangeboten motiviert und vorhandene Barrieren gesenkt werden. Die Kosten die entstehen durch Bewegungsmangel im Gesundheitswesen stehen an zweiter Stelle. Diese entstehen durch Krankenhausaufenthalte, Arzt- und Pflegekosten, Medikamente, Rehabilitationen und Wirtschaftseinbußen. Damit hat der Alterssport nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Krankenkassen werben mit Bonussysteme, Beitragssenkungen und anderen Aktionen für sportlich aktive Menschen.

2.2. Der Gesundheitsstatus

Nach der repräsentativen Bevölkerungsbefragung Alters-Survey (1996) konnte festgestellt werden, dass nach persönlicher Einschätzung der Befragten der 55- bis 69-Jährigen ca. 40% keine bzw. eine Erkrankung hatten, wohingegen nur noch 20% der 70- bis 85- Jährigen keine bzw. eine Erkrankung vorweisen konnten. Ein höheres Alter bedeutet demzufolge eine deutliche Zunahme von Krankheiten und es gibt keinen signifikanten Geschlechterunterschied (Künemund, 2005). Zusätzlich konnte festgestellt werden, dass ab dem 60. Lebensjahr der Anteil der Personen, die krank oder unfallverletzt sind, von 15% auf 28% ansteigt (Statistisches Bundesamt, 2007). Des Weiteren gaben 66% der 55- bis 69-Jährigen an, dass sie die gesundheitlichen Veränderungen nicht als Belastung wahrnehmen, wohingegen 50% der 70- bis 85-Jährigen die gesundheitlichen Probleme als Belastung erleben, weil sie sich bei der Alltagsbewältigung beeinträchtigt fühlen. Dabei nehmen mehr Frauen als Männer eine solche Beeinträchtigung im Alltag wahr.

Nach Auswertung der SHARE-Studie gaben 56% Männer und 60% Frauen der 60- bis 69-Jährigen chronische Gesundheitsprobleme an und diese steigen mit zunehmendem Alter und Geschlechterdifferenz an (Menning, 2006). Bei der subjektiven Einschätzung des Gesundheitszustandes, bei der die Gesundheit mit schlecht oder sehr schlecht beurteilt wurde, ist der Anteil der über 70-jährigen Frauen deutlich höher als bei den gleichaltrigen Männern.

Laut der Telefonischen Gesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf in Hinblick auf einzelne Erkrankungen und Symptome. So leiden die über 60-jährigen Frauen an Arthrose, Arthritis, chronische Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Depressionen. Die über 60-jährigen Männer hingegen gaben Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Angina pectoris an (Ellert et al., 2006). Sowohl bei den Krankheiten wie Hypertonie, hohe Cholesterinwerte, Bronchitis und allergische Erkrankungen als auch bei der subjektiven Einschätzung des Gesundheitszustandes gibt es zwischen beiden Geschlechtern kaum Unterschiede.

2.3. Funktionseinschränkungen und Aspekte des Alterns

Obwohl es nach vor keine anerkannte Theorie gibt, die den Prozess des Alterns erklärt, ist man sich einig, dass das Altern ein genetischer Prozess ist mit zahlreichen psychologischen, physiologischen und sozialen Veränderungen. Unbeeinflussbare Parameter sind das Erbgut, das Klima, die Umwelt und Allergene. Hingegen sind die Lebensweise, die Ernährung und das Aktivitätsniveau Parameter, die vom Menschen individuell beeinflusst werden können.

Soziologische Aspekte

Im soziologischen Kontext wird das Altern als eine Veränderung der Position des Menschen in der Gesellschaft und dessen Bezug zur Umwelt betrachtet.

Dazu unterscheidet man vier verschiedene Bereiche:

Der erste Bereich etwa ab dem 60. Lebensjahr ist die Ausgliederung aus dem Arbeits- und Erwerbssystem und damit aus dem mittleren Lebensalter. Mit dem Beginn des höheren Alters bzw. dem Rentenalter stehen einem nun Zeit und Möglichkeiten zur Verfügung, welche während des Berufslebens und mangelnder Zeit nicht möglich sind. Andererseits ist dies aber auch oft verbunden mit sinkendem sozialem Ansehen und fehlender Selbstständigkeit. Dieser Bereich wird von vielen Älteren mit einer subjektiv relativ guten und zufrieden stellenden Gesundheit erlebt (Beckers, Ehlen, Luh. 2006).

Der zweite Bereich ab etwa 75 bis 80 Jahren beschreibt die familiären Veränderungen. Durch die Änderung im familiären Rollensystem und durch den Tod des Ehepartners kann es zur zunehmenden sozialen Verarmung, zu gravierenden gesundheitlichen Störungen, funktionellen Defiziten, chronischen Erkrankungen und zur Hilfs- und Pflegebedürftigkeit kommen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO kann dies durch einen hohen Bildungsstand bzw. höheren Bildungsabschluss und durch ein hohes Aktivitätsniveau besser kompensiert werden.

Der dritte Bereich untersucht den Kontaktverlust und die soziale Verarmung genauer. Diese wird verursacht durch die abnehmende Mobilität, der sinkenden physischen Leistungsfähigkeit und geht meist mit einer Abnahme der Lebensqualität einher. Das hat zur Folge, dass sich die Gesundheit verschlechtert und sich eine Abwärtsspirale bilden kann, welche letztlich in sozialer Isolierung und kognitiver und physischer Belastung endet.

Der vierte Bereich ist der Zwiespalt zwischen neu erlangten Freiräumen und einem sinkenden Aktivitätslevel. Mit dem Austritt aus dem mittleren Lebensalter und dem Beginn des Rentenalters sollte regelmäßiges Sporttreiben und ein geregelter Alltag mit Hobbies und Freizeitaktivitäten im Vordergrund des Lebens stehen. Eine Vielzahl von Studien haben den Zusammenhang zwischen Gesundheit und regelmäßiger sportlicher Aktivität untersucht. Ein körperlich aktiver Lebensstil gilt für die Aufrechterhaltung der Gesundheit und die Vermeidung von chronischen Erkrankungen heute als unumstritten. Dabei sind etwa 80 bis 90 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland von Bewegungsmangel betroffen und das Sportengagement nimmt systematisch über die Altersgruppen hinweg ab (Mensink, 2003).

Biologische Aspekte

Mit zunehmendem Alter sinkt die allgemeine Leistungsfähigkeit durch kardiovaskuläre, pulmonale und degenerativ-reaktive Veränderungen am Bewegungsapparat (Hollmann, 1993). Die ersten Leistungseinbußen sind ab dem 30. Lebensjahr zu verzeichnen.

Maßgebende Auswirkungen für die Leistungsfähigkeit im kardio-pulmonalen Bereich sind: Verminderung des Herzzeitvolumens, Verminderung der Sauerstoffaufnahme, die Laktatwerterhöhung im Blut und eine verschlechterte Atemökonomie. Maßgebende Auswirkungen für die Leistungsfähigkeit im Bereich der Skelettmuskulatur sind: die Abnahme der fettfreien Masse/Muskelmasse, die Verringerung der Muskelkraft, die Abnahme der schnell arbeitenden Muskelfasern, die Verschlechterung des Nerv-Muskel Zusammenspiels, die Verlangsamung des Metabolismus und die Abnahme der Mobilität und Elastizität (Bauer, Seifert, Koch, Krüger, Singer, Prokop u.a.1998). Chronischer Bewegungsmangel wird verbunden mit etlichen orthopädischen, inneren und psychischen Krankheiten wie Diabetes mellitus, Angina pectoris, Hypertonie, koronarer Herzkrankheit, erhöhte Cholesterinwerte, Bronchitis, allergische Erkrankungen, Arthrose, Arthritis, chronische Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Depressionen.

Psychologische Aspekte

Sowohl psychologische Veränderungen als auch Erkrankungen sind im Alterungsprozess völlig individuell und kommen unterschiedlich zum Vorschein. Folglich kann die Population in Hinblick auf die psychologischen Aspekte als stark heterogen betrachtet werden. Einige kognitive Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickeln sich bis zum Ende unseres Lebens. Hingegen können andere kognitive Funktionen wie das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit sich mit zunehmendem Alter verschlechtern. Diese Veränderungen sind abhängig von vielen psychischen und sozialen Faktoren wie dem Bildungsstand, dem Gesundheitszustand und dem Aktivitätsniveau, aber auch psychische Vorbelastungen durch das Berufsleben. Durch das Ausscheiden aus dem Berufsleben, das Sterben des Ehepartners, die Veränderungen im sozialen Umfeld, die veränderte Wohnsituation und die Angst davor ein Pflegefall zu werden sind Verschlechterungen im emotionalen Bereich keine Seltenheit. Betroffene leiden in diesem Lebensabschnitt oft an Depressionen, Aggressivität und Angst und es manifestieren sich oft andere chronische gesundheitliche Schäden (Bauer, Seifert, Koch, Krüger, Singer, Prokop u.a. 1998).

3. Körperliche Aktivität und Sport im Alter

3.1. Trainierbarkeit der Konditionellen und koordinativen Fähigkeiten

Konditionelle und koordinative Fähigkeiten leisten einen großen Teil beim Erhalt der Selbstständigkeit und spielen eine wichtige Rolle bei der Verrichtung und Ausübung des täglichen Lebens, wie das Ankleiden, Einkaufen und die Körperpflege. Des Weiteren haben sie einen großen Stellenwert bei der Mobilität, der sicheren Fortbewegung und bei der Sturzprophylaxe. Folglich ist es sehr wichtig, dass diese Leistungskomponenten im Alter trainiert und die Abnahme der Leistungsfähigkeit verringert wird. Der natürliche Gang des Älterwerdens ist verbunden mit einem erhöhten Morbiditätsrisiko und dem Einschränken der körperlichen Leistungsfähigkeit. Sämtliche Studien zeigen, dass der Verlust der Leistungsfähigkeit beschleunigt wird bei Unterlassung von jeglicher Form der Beanspruchung und Bewegung. Der Hauptgrund für diese Leistungseinbußen ist demzufolge das Spiegelbild der sportlichen und alltäglichen Aktivität und nicht nur der Alterungsvorgang an sich. Fordert Beruf, Alltag und Sport ausreichend hohe Belastungen, kann der Rückgang des Leistungsverlustes verlangsamt werden. Dies bedeutet auch, dass der wohlvertraute negative Stereotyp nicht einhergehen muss, bei dem alte Menschen als schwach, langsam, krank und nicht leistungsbereit beschrieben werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Alter und Bewegung. Auswirkungen des Sports auf Körper und Geist
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Institut für Angewandte Bewegungswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V1006731
ISBN (eBook)
9783346390349
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alter, Bewegung, Demografischer Wandel, Sport, Pädagogik, Gesundheit, Alterssport
Arbeit zitieren
David Reißig (Autor), 2016, Alter und Bewegung. Auswirkungen des Sports auf Körper und Geist, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006731

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