Autogenes Training bei Kindern. Ist es eine Möglichkeit zur Stressbewältigung und Entspannung?


Hausarbeit, 2017

11 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Bezugnahme zum Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre

2 Stress
2.1 Stressoren
2.2 Folgen von Stress

3 Kennzeichnung des Autogenen Trainings

4 Folgen des Autogenen Trainings

5 Entspannungstechniken
5.1 Stilleübung/Grundübung
5.2 Fantasiereise
5.3 Kindermassagen

6 Resümee und Handlungsempfehlungen

7 Literaturverzeichnis

Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit lautet: „Ist das Autogene Training eine Möglichkeit zur Stressbewältigung und Entspannung für Kinder?“. Zu diesem ist die Autorin durch das Projekt „Wellnesswoche im Kindergarten“ und die Umsetzung dieses in der eigenen Arbeitsstelle gekommen. Durchgeführt wurde das Projekt im November 2016. Mit dieser Hausarbeit soll das Hintergrundwissen und die Folgen von Entspannung und Stressbewältigung für Kinder vertieft und die Aktualität der Thematik geprüft werden. In Kapitel 1 geht es um den Bildungsbereich: „psychische und physische Gesundheitsbildung“ aus dem Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre, wobei hier auf den psychischen Bereich, passend zum Thema, besonders eingegangen wird. Mit der weiteren Bearbeitung des Schwerpunktes dieser Arbeit wird die Frage „Warum benötigen Kinder autogenes Training?“ beantwortet. Grundlegend wird untersucht, ob Heranwachsende im Kindergartenalter einem hohen Stresspotenzial ausgesetzt sind und wie man diesem entgegenwirken kann. Im Kapitel 3 vertieft sich das Feld des Autogenen Trainings und es werden die damit einhergehenden Definitionen näher erläutert. In dieser Arbeit soll es einen Einblick darüber geben, was Autogenes Training bedeutet und ob es sich in der praktischen Umsetzung mit Kindern bewähren kann. Der Fragestellung, ob Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren dazu fähig sind, sich Entspannungsstrategien autark anzueignen und folglich bewusst mit diesen umgehen zu können, wird auf den Grund gegangen. Eine kritische Gegenüberstellung einiger ausgewählter Entspannungstechniken soll in Kapitel 5 erfolgen. Vor- und Nachteile werden ebenfalls aufgezeigt und geprüft. Zur Bearbeitung aller Fragestellungen, die das Thema der Hausarbeit betreffen, werden Fachbücher und Werke von der Autorin Sabine Seyffert kritisch beleuchtet. Zum Schluss dieser Arbeit gelangt man zum Resümee und den Handlungsempfehlungen.

1 Bezugnahme zum Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre

„Physisches (körperliches) und psychisches (geistiges, emotionales und soziales) Wohlergehen sind grundlegende menschliche Bedürfnisse […]“1. Diese sind bei einem Menschen von Geburt an beobachtbar und wollen befriedigt werden. Der Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre geht davon aus, dass die unspezifischen gesundheitsbezogenen Bewältigungskompetenzen zum psychischen Wohlergehen zählen. Sie beinhalten: Stressbewältigung, Kommunikation, Konfliktregelung, Treffen eigener Entscheidungen, Übernahme von Verantwortung, Widerstand gegenüber Gruppendruck und die Entwicklung eines starken Selbstkonzepts und positiven Selbstwertgefühls. All dies sind Kompetenzen, auf die ein Kind in der persönlichen Entwicklung trifft. Gefördert werden sie durch ihre Familien oder mit Hilfe von Fachpersonal in Bildungseinrichtungen. Im Tagesablauf eines Kindes ist ein Wechsel von Bewegungs- und Ruhephasen sehr wichtig, um den gesundheitsspezifischen Verhaltensweisen gerecht zu werden. Anregungen hierzu bieten vielseitige Unterstützungsmöglichkeiten aller Bezugspersonen. Die Vorbildwirkung spielt dabei eine besonders hohe Rolle. Auch werden mediale Modelle dazu genutzt, um gesundheitsspezifische Verhaltensweisen und psychische Stabilität Heranwachsenden näher zu bringen. Im elementaren Bereich steht die Ausprägung der Kenntnisse über körperliche und seelische Gesundheit im Vordergrund. „Grundlegendes Wissen über eine gesunde Lebensweise (Hygiene, Ernährung, Bewegung, Vermeidung von Unfällen, Krankheiten usw.) und den Umgang mit potentiellen Belastungen (z. B. konstruktives Streiten mit Freund_innen, ruhiges Besprechen von emotional belastenden Situationen) wird vor allem durch die Beobachtung der Erwachsenenwelt, aber auch durch die Aktivierung und Anleitung von Erwachsenen entwickelt“.2 Demzufolge arbeiten Kinder mit Hilfe ihrer Bezugspersonen Strategien aus, um etwaigen Belastungen standzuhalten zum Beispiel durch die Entspannung. Herauszufinden, was Kindern selbst guttut, in widrigen Lebensumständen sowie Belastungen, wird im elementaren Bereich ausgeprägt. Ebenso wird die Fähigkeit zur Beruhigung seiner selbst bei Verunsicherungen und zur Schaffung von Geborgenheit vertieft. Körperliche Veränderungen beispielsweise bei Unwohlsein oder Krankheit werden mehr und mehr versprachlicht und mit anderen ausgewertet und kommuniziert.

Auf dieser theoretischen Grundlage mit Aussagen aus dem Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre und einiger persönlichen Praxiserfahrungen ist das Thema dieser Hausarbeit von hoher Aktualität. Es wird im Folgenden der Begriff „Stress“ als eine seelische Belastung, welcher bereits Kinder im frühen Alter ausgesetzt sind, definiert und näher beleuchtet.

2 Stress

Stress ist eine Form von emotionaler Belastung eines Kindes. Es wird im Allgemeinen als ein unangenehmer Zustand empfunden. Stress wird „[...] immer dann erlebt, wenn eine Person das Gefühl hat, mit einer schwierigen Situation nicht (mehr) fertig zu werden bzw. wenn sie ihre Bewältigungsmöglichkeiten als nicht ausreichend bewertet“3. Das bedeutet, dass eine Person beziehungsweise ein Kind, nicht nur die Situation als schwierig empfindet, sondern die Folgen des Zustandes der Nicht-Bewältigung so einschätzt. Wenn diese beiden Faktoren zutreffend sind, erleidet der Junge oder das Mädchen erheblichen Stress. Es hat das Gefühl des Scheiterns und findet selbst absolut keine Lösungsmöglichkeiten oder Hilfen für ein bestehendes Problem. „Stress ist [folglich] ein zeitlich begrenzter, gefühlsmäßig belastender Zustand, der durch eine Situation beziehungsweise eine Anforderung ausgelöst wird, von der die Person glaubt, sie nur schlecht oder gar nicht bewältigen zu können, und deren nicht bewältigte Folgen als bedrohlich empfunden werden.“4

2.1 Stressoren

Stressoren sind Umweltreize beziehungsweise Faktoren, die Stress auslösen. Diese werden als belastend, bedrohlich oder schwierig empfunden. Man unterscheidet physikalische, psychische und soziale Stressoren. Physikalische Stressoren sind Hitze, Schmerzen oder Lärm. Psychische Stressoren können Leistungsdruck und Ängste sein. Als soziale Stressoren werden Ablehnung von oder Streit mit Personen bezeichnet. Stressauslösende Faktoren lösen meist körperliche Reaktionen beim Kind aus. Diese können kurzfristig erhöhte, beziehungsweise langfristig verminderte Schmerztoleranz und Immunkompetenz, kalte Hände und Füße, erhöhter Blutdruck, schnellerer Herzschlag, Erregung des vegetativen Nervensystems oder Atembeschleunigung zur Folge haben.5

2.2 Folgen von Stress

Der Verlust von Fantasie, Kreativität und dem Bezug zu Natur und Umwelt ist eine Folge dieses Stresses, ausgelöst durch das beispielsweise „Parken vor dem Fernseher“ des Kindes o.Ä. Sie werden körperlich träge, werden unkonzentriert und können kaum stillsitzen. In Folge dessen sind die Heranwachsenden mit der Situation und mit sich selbst überbelastet und können sich nicht eigens gegen diesen Stress wehren. Andererseits sind die Mädchen und Jungen von überfordernden Eltern gestresst, die durch volle und verplante Terminkalender eine bestmögliche Bildung und Erziehung für ihren Nachwuchs erreichen wollen. Doch damit bezwecken sie das genaue Gegenteil. Die Heranwachsenden müssen montags zur musikalischen Frühförderung, dienstags zum Schwimmkurs, mittwochs zum Tanzen und dann stehen auch noch Bastelkurse auf dem Plan. Sie haben durch ihre überaus engagierten Eltern keine Zeit mehr um unbeobachtet, frei und ausgeglichen zu Spielen. Ihre Freizeit wird bis auf die letzte Minute verplant. Das Wort „Langeweile“ ist in den meisten Kinderköpfen dieser Art von Eltern gar nicht bis kaum mehr vorhanden. Folglich brauchen sie in ihrem Alltag eine Art Ruhepol. Die Meisten können sich schlecht konzentrieren, wissen nicht, was sie zuerst machen sollen und können einer Geschichte kaum fünf Minuten lang aufmerksam folgen. Die Folgen von zu viel Stress bei Heranwachsenden könnten bis hin zu psychosomatischen Beschwerden, über die Kinder beziehungsweise Eltern häufig plagen, führen. Sie haben Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Magen-Darm-Probleme, Allergien, Kopfschmerzen und fallen durch oft krank sein auf.6

3 Kennzeichnung des Autogenen Trainings

Sabine Seyffert meint in ihrem Buch „Autogenes Training für Kinder – Wie Kinder sich entspannen lernen“, dass das autogene Training vor gut 80 Jahren vom Berliner Nervenarzt Prof. J.H. Schultz entwickelt wurde. Damals hat er seine Patienten hypnotisiert. Daraufhin berichteten sie ihm von Wärmegefühlen in den Gliedmaßen, tiefste Entspannung, Ruhe und Ausgeglichenheit. Folglich entwickelte er aus der fernöstlichen Meditation das autogene Training. Er stellte fest, dass allein „[…] durch die bloße Vorstellungskraft von Wärme (wie beispielsweise bei der 2. Grundübung: >Wärme<) tatsächliche ein leichter Temperaturanstieg messbar ist, da aufgrund der Vorstellungskraft u.a. die Durchblutung unseres Körpers sehr positiv beeinflusst wird“7. Damals war diese Methode noch kritisch angesehen, heute gehört es zu einer der bekanntesten Entspannungsmethoden überhaupt. Das autogene Training ist eine Methode der konzentrativen Selbstentspannung und ist leicht zu erlernen. Es überfordert den Übenden nicht, da es sich Stück für Stück zusammenfügt. Im autogenen Training gibt es sechs Grundübungen: die Schwere, die Wärme, der Atem, das Herz, der Bauch und die Stirn. Diese Entspannungsmethode nimmt einen Einfluss auf das vegetative Nervensystem, welches unseren Kreislauf, die Atmung, den Herzschlag und die Verdauung steuert. Das Nervensystem besteht aus dem Sympathikus und dem Parasympathikus, welche stets in Wechselwirkung zueinanderstehen. Der Sympathikus ist zuständig für Stresssituationen. Er beschleunigt den Herzschlag, die Atmung und steuert die Muskelanspannung. Der Gegenpol Parasympathikus steuert die Entspannung, die Ruhe und die Erholung. Der Mensch benötigt für sein Leben ein gewisses Maß an Anspannung sowie Entspannung. Die Methode des autogenen Trainings bietet einen guten Ausgleich für den Alltag. Darüber hinaus kann diese Entspannungsmethode an jedem beliebigen Ort und ohne spezielle Kleidung durchgeführt werden. Dies schafft eine gewisse Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit. Eine positive Wendung lässt sich bei dieser Art der Selbstentspannung schon nach kurzer Zeit und Übungsphase erkennen. Daher ist das Autogene Training für Kinder bestens geeignet.8

[...]


1 Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport 2015, 92

2 Ebd., 97

3 Hermann Hobmair 2008, 194

4 Ebd., 194

5 Hermann Hobmair 2008, 194 - 197

6 Sabine Seyffert, 2013, 13 ff.

7 Sabine Seyffert, 2013, 11

8 Sabine Seyffert, 2013, 12 ff.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Autogenes Training bei Kindern. Ist es eine Möglichkeit zur Stressbewältigung und Entspannung?
Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Note
2,1
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V1006994
ISBN (eBook)
9783346392046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
autogenes, training, kindern, möglichkeit, stressbewältigung, entspannung
Arbeit zitieren
Susi Schuchardt (Autor), 2017, Autogenes Training bei Kindern. Ist es eine Möglichkeit zur Stressbewältigung und Entspannung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006994

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Autogenes Training bei Kindern. Ist es eine Möglichkeit zur Stressbewältigung und Entspannung?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden