Doch woran sollte der moralischen Wert einer Handlung allumfassend gemessen werden? Welche Kriterien sollten erfüllbare Voraussetzung für eine überzeugende Moralkonzeption abgeben? Diese Hausarbeit bezieht sich auf zu beachtende und möglichst elementare Faktoren bei der Handlungswahl, eine Abwägung und kritische Auseinandersetzung dieser wesentlichen Bezugspunkte anhand der zwei genannten und philosophisch bekannten Moralkonzeptionen. Hierbei sollen sowohl die Strukturen beider Grundformeln erläutert und infrage gestellt werden. Dabei erfolgt unter anderem eine Stützung auf die bedeutenden Werke von Immanuel Kant und John Stuart Mill. Weniger zentral soll die Unterteilung einer Handlung in Bezug auf die Neigungen als Motiv des Handelnden werden. Eine Handlung aus persönlichen Vorzügen und somit aus Neigung, kann ebenso der moralisch richtigen Entscheidung entsprechen oder dieser widersprechen. Dennoch erscheint der eigene Vorteil als bloßes Motiv der Handlung nicht moralisch einwandfrei zu sein, von außen schwer zu beurteilen und demnach hat dies keinen zentralen Platz in einer tragfähigen Moralkonzeption.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorstellung beider Moralkonzeptionen
2.1 Der Kategorische Imperativ
2.2 Der Utilitarismus
3 Diskussion: Stärken und Schwächen der Positionen
4 Abwägung der Moralkonzeptionen
5 Fazit: Die Lösung bei moralischen Entscheidungen?
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die moralphilosophischen Konzepte des kategorischen Imperativs von Immanuel Kant sowie den Utilitarismus von Jeremy Bentham und John Stuart Mill, um deren Überzeugungskraft für die praktische ethische Entscheidungsfindung kritisch zu beleuchten und gegeneinander abzuwägen.
- Gegenüberstellung von pflichtethischer Gesinnungsprüfung und konsequentialistischer Nutzenmaximierung.
- Analyse der Rolle von Vernunft, Willen und individuellen Neigungen bei der Handlungsentscheidung.
- Diskussion der Stärken und Schwächen beider Ansätze hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit.
- Untersuchung der Bedeutung von Konsequenzen versus moralischer Absicht.
- Erörterung einer möglichen integrativen Perspektive für moralisches Handeln.
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Kategorische Imperativ
Immanuel Kant formulierte zunächst ein moralisches Gesetz in Form des Sollens, folglich als Imperativ, da der Mensch zwar ein Vernunft-, jedoch zugleich auch ein Sinneswesen ist und durch seine sinnlichen Bedürfnisse beeinflusst werden kann (vgl. Kirchmann, 1870, S. 34). Durch die Vernunft erlangt der Mensch das Vermögen nach vernünftigen Prinzipien oder Gesetzen zu handeln (vgl. Kirchmann, 1870, S. 34). Die Grundform des kategorischen Imperativs lautet wie folgt: „handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ (Kirchmann, 1870, S. 44). Die Ausgangsfrage des kategorischen Imperativs und damit eine nötige Frage, um eine überzeugende Moralkonzeption zu finden, wäre „wie handelt man moralisch richtig?“.
Hierbei erfolgt eine Überlegung dessen, ob die zu beabsichtigende Handlungsregel ebenfalls als allgemeines Gesetz gelten könne und ob die daraus resultierenden Konsequenzen akzeptabel seien. Folglich stellt der kategorische Imperativ ein Testverfahren der Universalisierung und ein allgemeines Gebot, nachdem sich der Wille eines Wesens richten soll, dar (vgl. Kirchmann, 1870, S. 51). Mithilfe dessen versucht man die moralisch richtige oder auch pflichtgemäße Handlung zu erkennen. „Ein Imperativ ist eine Formel der Bestimmung der Handlung, ein Sollen aus dem Verstand, das den Willen nötigt“ (vgl. Celikates, Gosepath, 2009, S. 211). Doch welche Bedeutung kommt nun ebenso dem Wille bei der Handlungswahl zu? Darauf wird im weiteren Verlauf erneut Bezug genommen. Zusammenfassend lässt sich der kategorische Imperativ als Handlungsprüfsatz charakterisieren, demzufolge ist eine Handlung moralisch richtig, wenn sie dem Gebot des kategorischen Imperativs entspricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die moralphilosophische Fragestellung ein und formuliert das Ziel, den kategorischen Imperativ und den Utilitarismus kritisch hinsichtlich ihrer Eignung als Moralkonzeption zu bewerten.
2 Vorstellung beider Moralkonzeptionen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Kants kategorischem Imperativ sowie die utilitaristischen Ansätze von Bentham und Mill.
3 Diskussion: Stärken und Schwächen der Positionen: Hier werden die Vor- und Nachteile der vorgestellten Moralkonzepte in Hinblick auf ihre praktische Anwendung untersucht.
4 Abwägung der Moralkonzeptionen: Das Kapitel führt einen direkten Vergleich der Konzepte durch, wobei insbesondere die Spannung zwischen der Konsequenzenethik des Utilitarismus und der Pflichtethik Kants beleuchtet wird.
5 Fazit: Die Lösung bei moralischen Entscheidungen?: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, die betont, dass eine tragfähige moralische Orientierung Elemente beider Ansätze erfordert, wenngleich eine eindeutige Anleitung zur richtigen Entscheidung komplex bleibt.
Schlüsselwörter
Moralkonzeption, Kategorischer Imperativ, Utilitarismus, Ethik, Handlungsentscheidung, Vernunft, Pflicht, Maxime, Konsequentialismus, Glück, Nützlichkeit, Immanuel Kant, Jeremy Bentham, John Stuart Mill, Moralische Bewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die moralphilosophische Frage, welche Kriterien für moralisch richtiges Handeln maßgeblich sind, indem sie zwei klassische Konzeptionen gegenüberstellt und bewertet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Pflichtethik von Immanuel Kant und die Konsequenzenethik (Utilitarismus) von Jeremy Bentham und John Stuart Mill.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit der kategorische Imperativ und der Utilitarismus jeweils eine überzeugende Konzeption für moralisches Handeln darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Vorstellung der Theorien sowie eine komparative und kritische Abwägung der Positionen anhand fachwissenschaftlicher Literatur durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die Diskussion der Stärken und Schwächen sowie eine systematische Abwägung der beiden Moralkonzeptionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere der kategorische Imperativ, Utilitarismus, Maxime, Pflicht, Glücksmaximierung und universelle Handlungsregeln.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von Kant von dem der Utilitaristen bezüglich der Handlungsfolgen?
Während der Utilitarismus die moralische Richtigkeit einer Handlung ausschließlich über deren Folgen für die Betroffenen definiert, klammert Kant die Konsequenzen aus und fokussiert allein auf die zugrunde liegende Maxime und den guten Willen.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin bezüglich der Anwendbarkeit dieser Theorien?
Das Fazit legt nahe, dass keine der beiden Theorien allein eine vollständige Handlungsanleitung bietet, weshalb eine Kombination aus der Beachtung der Maxime, der eigenen Motivation und der Berücksichtigung absehbarer Folgen für eine tragfähige Moralkonzeption am sinnvollsten erscheint.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Inwieweit ist der kategorische Imperativ sowie der Utilitarismus eine überzeugende Konzeption für moralisches Handeln?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007192