Die zentrale Forschungsfrage der Arbeit ist, ob und falls ja, wie sich die Aktienindizes Dax und S-Dax bzw. MSCI All Country World Index und MSCI All Country World Index Minimum Volatility hinsichtlich der Vergütung für eingegangene Risiken, verschiedener Zeiträume, unterscheiden. Um dies wissenschaftlich fundiert ermitteln und begründen zu können, soll ein Backtesting und eine Analyse der genannten Indizes über den Gesamtzeitraum von 2000-2019 (und einzelnen Teilperioden) durchgeführt werden, um festzustellen, ob das Eingehen von mehr Risiko mehr Rendite erwirtschaften konnte. Zudem sollen mögliche Gründe für potentiell unterschiedliche Untersuchungsergebnisse herausgearbeitet werden.
Die Untersuchung soll in fünf Teilabschnitten erfolgen. Zunächst werden die Begriffe Rendite und Risiko, inklusive deren mathematischer Herleitung, aufgearbeitet. Im Folgenden zweiten Teilabschnitt werden die Grundlagen der Kapitalmarkttheorien aufgezeigt und ausgeweitet.
Im dritten Teil sollen risikoadjustierte Renditekennzahlen, basierend auf den Erkenntnissen der ersten beiden Kapitel, beschrieben und erläutert werden. Diese stellen für die praktische Ausarbeitung eine entscheidende Grundlage dar. Im vierten Teil der Arbeit sollen relevante Indizes und deren Zusammensetzungen beschrieben und analysiert werden. Auch diese bilden für den praktischen Teil die Grundlage.
Der fünfte Teil der Untersuchung beinhaltet die praktische Ermittlung von Rendite- und Risikokennzahlen verschiedener Indizes aus der Sicht eines Investors. Hierbei soll die Analyse und Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund stehen. Abschließend wird die Arbeit mit einer Ergebnisbetrachtung reflektiert und mit einer Ausweitung beendet.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Themenabgrenzung
1.3 Gang der Untersuchung
2) Grundlagen von Rendite- und Risikokennziffern
2.1 Renditekennziffern
2.1.1 Diskrete / Stetige Renditen
2.1.2 Arithmetische / Geometrische Rendite
2.2 Risikokennziffern
2.2.1 Standardabweichung / Volatilität
2.2.2 Value at Risk
2.2.3 Drawdown
2.2.4 Kovarianz / Korrelation
3) Grundlagen der Kapitalmarkttheorie
3.1 Portfoliotheorie nach Markowitz
3.2 Ergänzungen durch Tobin
3.3 Erweiterung von Sharpe, Mossin und Lintner
4) Risikoadjustierte Renditekennziffern
4.1 Sharpe Ratio
4.2 Treynor/Black Ratio
4.3 Calmar Ratio
5) Indizes und deren Zusammensetzung
5.1 Deutsche Aktienmärkte
5.1.1 DAX
5.1.2 S-DAX
5.2 Weltweite Aktienmärkte
5.2.1 MSCI All Country World Index
5.2.2 MSCI All Country World Index Minimum Volatility
6) Ermittlung und Analyse von Rendite- und Risikokennziffern
6.1 Beschreibung der Methodik
6.2 Wirtschaftliche Entwicklungen der Beobachtungszeiträume
6.3 Ergebnisse des Gesamtzeitraumes von 2000-2019
6.3.1 Dax vs. S-Dax
6.3.2 MSCI ACWI vs. MSCI ACWI M. V.
6.4 Ergebnisse des Zeitraumes von 2000-2009
6.4.1 Dax vs. S-Dax
6.4.2 MSCI ACWI vs. MSCI ACWI M. V.
6.5 Ergebnisse des Zeitraumes von 2010-2019
6.5.1 Dax vs. S-Dax
6.5.2 MSCI ACWI vs. MSCI ACWI M. V.
6.6 Analyse und Interpretation der Ergebnisse
6.6.1 Gesamtzeitraum 2000-2019
6.6.2 Zeitraum von 2000-2009
6.6.3 Zeitraum von 2010-2019
6.7 Kritische Würdigung
6.7.1 Vorgehensweise
6.7.2 Ergebnisse
7) Schlussbetrachtung
7.1 Ergebnisbetrachtung
7.2 Ausweitung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob und inwieweit das Eingehen von höherem Risiko bei Aktieninvestitionen zu einer entsprechend höheren Rendite führt, indem sie gängige Kapitalmarkttheorien mit einer praktischen Analyse ausgewählter Aktienindizes vergleicht.
- Grundlagen und mathematische Herleitung von Rendite- und Risikokennziffern
- Darstellung der klassischen Kapitalmarkttheorien (Markowitz, Tobin, CAPM)
- Analyse risikoadjustierter Kennzahlen wie Sharpe, Treynor/Black und Calmar Ratio
- Backtesting und Vergleich der Performance von DAX/S-DAX sowie MSCI ACWI/ACWI Min. Vol.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Anlagestrategien und Markteffizienz
Auszug aus dem Buch
Portfoliotheorie nach Markowitz
Mit der Veröffentlichung der Portfolio Selection von Harry Max Markowitz im Jahre 1952 entstand die Basis der heutigen Kapitalmarkttheorien. Als erste aller Theorien zeigte Markowitz die optimale Portfoliozusammensetzung von Wertpapieren, unter der Voraussetzung der Risikodiversifikation, auf. Die Besonderheit dieses Modells ist die Betrachtung zweier Dimensionen. Auf dieser Basis entwickelte Markowitz ein Gleichgewichtsmodell, in jenem die Dimensionen Rendite (Erwartungswert) und Risiko (Varianz) konkretisiert werden. Das bekannte --Modell von Markowitz basiert auf genannten Parametern des Erwartungswertes () und der Varianz ().
Aus der Sicht des Autors wird von einigen Marktteilnehmern maximale Rendite bei minimalem Risiko erhofft. Dies ist entsprechend, weder in der Theorie noch in der Praxis, möglich, da mehr Rendite immer mit mehr Risiko verbunden ist. Aufgrund des rationalen Charakters eines Investors, wird dieser im Modell von Markowitz, bei gleichen Erwartungswerten, immer das risikoärmere Investment präferieren.
Das Modell von Markowitz benötigt die Unterstellung einiger Annahmen, um dieses zu vereinfachen. Eine grundlegende Unterstellung ist das rationale Verhalten von Markteilnehmern. Die Rationalität zeigt den Verzicht von Rendite, bei gleichzeitig, im Verhältnis, deutlich gesenktem Risiko. Ein weiterer Aspekt ist der vollkommene Kapitalmarkt, welcher vorliegt, wenn keinerlei Präferenzen (Bevorzugungen) in diesem existieren. Neben dem Aspekt der Präferenzen fallen im Modell von Markowitz keine Transaktionskosten oder Steuern an, welche das Modell zudem vereinfachen. Als vierte Annahme wird die unbegrenzte Teilbarkeit von Wertpapieren sowie das Nichtvorhandensein von Leerverkäufen angenommen. Die bereits, in Kapitel 2, angesprochene Annahme der Unterstellung normalverteilter Aktienrenditen soll hierbei, lediglich der Vollständigkeit, aufgeführt und auf die Erläuterungen in diesem verweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang von Risiko und Rendite und legt den Gang der Untersuchung fest.
2) Grundlagen von Rendite- und Risikokennziffern: In diesem Kapitel werden die mathematischen Grundlagen und Konzepte hinter Renditekennzahlen und Risikomaßen (wie Volatilität und Drawdown) erarbeitet.
3) Grundlagen der Kapitalmarkttheorie: Hier werden zentrale Theorien wie das Markowitz-Portfolio-Modell, die Tobin-Separation und das Capital Asset Pricing Model (CAPM) theoretisch fundiert beschrieben.
4) Risikoadjustierte Renditekennziffern: Dieses Kapitel erläutert Performancekennzahlen wie die Sharpe Ratio, Treynor/Black Ratio und Calmar Ratio als Instrumente zur Bewertung des Chancen-Risiko-Verhältnisses.
5) Indizes und deren Zusammensetzung: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung der Indizes DAX, S-DAX sowie MSCI ACWI und MSCI ACWI Minimum Volatility als Grundlage für die nachfolgende empirische Untersuchung.
6) Ermittlung und Analyse von Rendite- und Risikokennziffern: Der Hauptteil der Arbeit beinhaltet das Backtesting der gewählten Indizes über verschiedene Zeiträume sowie die kritische Analyse und Interpretation der Ergebnisse.
7) Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel reflektiert die Untersuchungsergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage und diskutiert Ausweitungsmöglichkeiten für zukünftige Forschungen.
Schlüsselwörter
Aktienindizes, Rendite, Risiko, Portfoliotheorie, Sharpe Ratio, Volatilität, Backtesting, Kapitalmarkttheorie, Diversifikation, Markowitz, CAPM, Performance, Drawdown, Anlagestrategie, Finanzmarktanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob das Eingehen von höherem Risiko bei einer Aktienanlage historisch tatsächlich zu einer höheren Rendite geführt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit verknüpft theoretische Konzepte der Kapitalmarkttheorie mit einer praktischen Analyse von Rendite- und Risikokennziffern anhand konkreter Aktienindizes.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und wie sich Aktienindizes (DAX/S-DAX bzw. MSCI ACWI-Varianten) hinsichtlich der Vergütung für eingegangene Risiken über verschiedene Zeiträume unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Der Autor führt ein Backtesting durch, wobei historische Kursdaten zur Berechnung von Renditen, Volatilitäten und risikoadjustierten Kennzahlen verwendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die methodische Beschreibung, die Untersuchung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen der Zeiträume 2000-2019 sowie die detaillierte Analyse der gewählten Indizes.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Portfoliotheorie, Sharpe Ratio, Volatilität, Drawdown und der Vergleich verschiedener Index-Strategien.
Warum schneidet der S-DAX in den untersuchten Zeiträumen oft besser ab als der DAX?
Der Autor führt dies unter anderem auf die breitere Diversifikation des S-DAX sowie auf Übernahmefantasien bei den darin enthaltenen kleineren Unternehmen zurück.
Welche Rolle spielt die "Minimum Volatility"-Strategie beim MSCI ACWI?
Die Minimum Volatility-Variante erzielt durch eine gezielte Sektorenallokation und einen Fokus auf Stabilität ein besseres Rendite-Risiko-Profil als der marktgewichtete Standard-Index.
- Citation du texte
- Lukas Eßlinger (Auteur), 2020, Bedeutet mehr Risiko mehr Rendite? Backtesting und Analyse von Aktienindizes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007226