Eine höhere Lebenserwartung und der sozio-ökonomische Status. Zusammenhang und gesundheitliche Ungleichheit


Hausarbeit, 2021

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodisches Vorgehen
2.1 Suchmethode - Schneeballprinzip - Methode
2.2 Suche 1 - Suche in Bibliothekssystem Universität Hamburg
2.3 Suche 2 - Suchbegriff - Lebenserwartung
2.4 Suche 3 - Suchbegriff - Gesundheitlicher Status
2.5 Suche 4 - Suchbegriff - soziale und Ökonomische Lage

3. Ergebnisse
3.1 Lebenserwartung und gesundheitlicher Status auf nationaler Ebene
3.2 Höhere Lebenserwartung und besserer gesundheitlicher Status durch bessere soziale und Ökonomische Lage
3.2.1 Lebenserwartung
3.2.2 soziale und Ökonomische Lage
3.2.3 Kausalität zwischen Lebenserwartung, gesundheitlichen Status, soziale und Ökonomische Lage

4. Diskussion
4.1 Diskussion der Ergebnisse
4.2 Reflektion des eigenen Vorgehens
4.3 Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungen

7. Anlageverzeichnis

7.1 Anlagen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Daten Unterschiedlicher Lebenserwartung

Abb. 2 Zusammenhänge zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Ein erhebender Satz, der immer wieder in Hörsälen und bei zahlreichen Diskussionen und Debatten zu hören ist, ist: „Wenn Du arm bist, musst Du früher sterben" (Alfred Oppolzer 1986:1)! Was will uns dieser Satz sagen? Was bedeuten diese Worte, die zu diesem starken und Ausdrucksvollen Satz gebildet sind? Was kann man durch ihn lernen oder besser gesagt welche Schlüsse können wir aus ihm ziehen in einer so Modernen und hoch technologisierten Gesellschaft wie unserer, wo Wohlstand und Reichtum doch allgegenwärtig erscheinen. Immer wieder wird uns vor Augen geführt, wie beinflussbar die Lebenserwartung der Gesundheitliche Status von der sozialen als auch von der ökonomischen Lage des Einzelnen wie auch der Gesellschaft abhängig ist. Auffällig dabei erscheint, dass es nicht allein von einem erhöhten Einkommen wie oft propagiert (vgl. RKI 2009:2) wird abhängig ist, wie hoch die Lebenserwartung und die Gesundheit dadurch sein wird. Denn auch ein hohes Einkommen, bestimmt nicht die gesundheitliche Lage und damit gleichzeitig ein hohes Alter des Einzelnen oder der Gesellschaft. Vielmehr lassen sich Aspekte wie Lebensstile und Belastungsfaktoren im jeweiligen Lebenslauf/verlauf ausmachen, die sich in Gesundheitlichen Unterschieden (health inequality) und gesundheitlichen Ungleichheiten (health inequity) widerspiegeln (Mielck, 1994:3).Als Gesundheitliche Unterschiede (health inequality) lassen sich allgemein die Unterschiede im Gesundheitszustand (Morbidität und Mortalität) nach Merkmalen der sozialen Differenzierung (u.a. Alter, Geschlecht, Region) bezeichnen (vgl. Mielck, Helmert 2016:4). Gesundheitliche Ungleichheit (health inequity) stellt eine wertende und normative Komponente dar welcher als ungerecht empfundener gesundheitlicher Unterschied bezeichnet wird (vgl. Mielck, Helmert 2016:4). Die entsprechenden Lebensumstände und Lebenssverläufe sind nicht nur unterschiedlich, sondern schaffen auch klare Vor- und Nachteile zwischen den Gesellschafftsmitgliedern was auch mit sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit beschreiben wird (vgl. Hradil 1994:5). Eine soziale Ungleichheit wird in der Literatur wie folgt beschrieben: - Sie liegt dann vor, „wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Gefügen von den, wertvollen Gütern einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten", wenn also „als wertvoll geltende Güter nicht absolut gleich verteilt sind" (Hradil 2005:6) Als wertvolle Güter werden z.B. Geld, ein hoher Bildungsabschluss, oder eine unkündbare Anstellung bezeichnet. Weil dadurch wünschenswerte Wert- und Zielvorstellungen von einem guten Leben verwirklicht werden können (z.B. Wohlstand, Gesundheit, Sicherheit, Ansehen, Integration) (vgl. Hradil 2005:6). Die genannten Faktoren wie Beispielsweise Bildung, Beruf und Einkommen scheinen dennoch die Kerndimensionen für eine erhöhte Lebenserwartung und Gesundheitlichen Status auszumachen (vgl. Richter, Hurrelmann 2009:7). Ob diese Faktoren maßgeblich dafür in Frage kommen gilt es zu Untersuchen und zu beschreiben. Kann es nicht auch grundlegend andere Faktoren für eine hohe Lebenserwartung und besseren Gesundheitlichen Status geben (Kapitel 3.2)? - Beispielsweise Genetik des Einzelnen Individuums? Die Frage, ob es Zusammenhänge geben könnte das mit einer besseren „sozialen" und Ökonomischen Lage grundsätzlich ein höheres Lebensalter zu erreichen und gleichzeitig einen besseren Gesundheitlichen Status zu erlangen als Gleichaltrige wird in Kapitel 3.2.4 versucht zu kommentieren. In der derzeitigen Ausgangslage macht es den Anschein das durch eine besser gestellte Lage im sozialen wie in Ökonomischen Bereichen des Lebens tatsächlich eine höhere Lebenserwartung zu erreichen ist als ohne, das heißt „Wenn Du arm bist, musst Du früher sterben"! So kann man sich die Frage stellen erreicht man eine höhere Lebenserwartung und besseren Gesundheitlichen Status, wenn man sozial und ökonomisch bessergestellt ist?

2. Methodisches Vorgehen

2.1 Suchmethode - „Schneeballprinzip“ - Methode

Die gewählte Suchmethode wird als Schneeballprinzip bezeichnet man geht von einem Fachlichen Beitrag aus. Die dort aufgeführte und zitierte Literatur wird durchsucht und erlangt weitere Informationen zum eigenen Thema. Die Bibliographien der dadurch ermittelten Veröffentlichungen könnten dann wiederum als weiterführend dienen. Bei Fachveröffentlichungen können die dort enthaltenen Literaturangaben auch zu neuen Ergebnissen führen. Nachteil dieser Methode ist das man Literatur überliest die überaus hilfreich sein könnten und es besteht die Wahrscheinlichkeit das man bereits gelesene Beiträge ein zweites Mal liest und man so zeitlich in Verzug gerät bzw. diese vergeudet. Auch neuere Literatur kann so in den Hintergrund rücken und nicht beachtet werden. Auch kann es passieren das man die gleiche Literatur liest wie bereits die Autoren selbst dabei ist die Wahrscheinlichkeit hoch das man zu den gleichen Ergebnissen kommt wie sie selbst. Vorteil ist es jedoch das man schnell zu Ergebnissen kommt und sich einen ersten Überblick verschaffen kann auch wenn man noch keine durchdachte Gliederung hat. Die Suche nach dem Schneeballprinzip dominierte den überwiegenden Teil der Recherchearbeit.

2.2 Suche 1 - Suche in Bibliothekssystem Universität Hamburg

Nach Auswahl eines der vorgegebenen Themen des Moduls „Gesundheit und Gesellschafft“ - Gesundheitliche Unterschiede und gesundheitliche Ungleichheit erschienen Fragestellungen, die ein näheres Interesse bekundeten „1. Stimmt die Aussage das man durch eine bessere soziale und ökonomische Lage im Leben ein höheres Lebensalter erreicht“? und „2. Ist es tatsächlich abhängig davon in welchen Gesellschaftlichen Schichten man sich bewegt, aufwächst oder Alt wird, um ein würdiges Alter mit einem guten Gesundheitlichen Status zu erreichen?" Wie ist die zu erwartende Lebenserwartung überhaupt? Zunächst wurde sich eine Übersicht verschafft welche Autoren an den Texten des Studienbriefes der HFH - Hamburg - GUG 1 und 3 verzeichnet sind und im Glossar die entsprechenden Titel dazu vermerkt und Schlagworte definiert (s. Anlage 1). Nachfolgend wurden diese Schlagworte (Gesundheitlicher Status, soziale und Ökonomische Lage, Lebenserwartung im Bibliothekssystem Universität Hamburg ausgewählt. Diese Datenbank enthält Zugang zu mehreren Bibliotheken, Foren für wissenschaftliche Arbeiten und Schriften in der Pflege, sowie Facharbeiten zur Thematik zum Teil sind diese nur bedingt einsehbar bzw. können bei Bedarf bestellt werden. Die Auswahl erfolgte anhand der einsehbaren Inhaltsverzeichnisse bzw. insofern verfügbar oder einsehbar das Lesen des Abstracts. Auf Grund des sehr großen Angebotes wurden Texte und Titel nur überflogen und visuell aussortiert so das auch andere Intuitionen im Internet bemüht wurden mit ähnlichem Ergebnis Publikationen konnten vermehrt nur zahlungspflichtig eingesehen werden (wurden zunächst zurückgestellt später als nicht mehr relevant angesehen) ausgenommen die im BIB, RKI, WHO (s. Anlage 2).

2.3 Suche 2 - Suchbegriff - Lebenserwartung

Durch die zunächst visuelle Recherche im Studienbrief (Gesundheit und Gesellschaft, SB 1 und 3) folgte eine Einsicht im Internet auf der Internetseite des BiB mit dem Suchaufruf Lebenserwartung. Die Suche ergab eine Trefferquote von 351 Treffern wovon 3 Artikel in die engere Auswahl gelangen und bearbeitet wurden (s. Anlage 3). Für das vorgegebene Thema konnten Aspekte herausgearbeitet werden und in Kapitel 3.2.1 näher beschrieben.

2.4 Suche 3 - Suchbegriff - Gesundheitlicher Status

Eine weitere Suche erfolgte im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek wo 4 Treffer ausfindig gemacht werden konnten. Anhand der vorhandenen Inhaltsverzeichnisse wurden relevante Abschnitte gefunden (s. Anlage 4).

2.5. Suche 4 - Suchbegriff - soziale und Ökonomische Lage

Die Suche wurde über die Universitätsbibliothek der Hamburger Fernhochschule recherchiert. Im dortigen Angebot des Springer Verlages wurde in der Suchmaske der Begriff soziale und Ökonomische Lage eingegeben die Trefferquote war exorbitant hoch (86275). Eine qualifizierte Auswahl war somit nicht möglich dennoch wurden beim Überfliegen des Angebotes 3 Titel als relevant angesehen und bearbeitet (s. Anlage 5).

3. Ergebnisse

3.1 Lebenserwartung und Gesundheitlicher Status auf nationaler Ebene

Unter Lebenserwartung wird „die durchschnittliche Anzahl der zu durchlebenden Jahre, die unter herrschenden Sterblichkeitsbedingungen bei/ab Geburt erwartet werden kann" verstanden (vgl. Duden 2015:8). Die Definition bildet dabei keinerlei Gründe oder Situationen ab, in oder welchen Gelegenheiten das Leben ein Ende findet. Die Lebenserwartung in unserer (deutschen) Gesellschaft ist wie bekannt in den letzten Jahren, Jahrzehnten rasant angestiegen. Gründe hierfür sind (lt. stat. Bundesamt 2015:9) die Verbesserung der Bildung, der Arbeits- und Lebensweisen wie auch der Medizinische Fortschritt. Es kann gesagt werden das die Menschen in Deutschland derzeit zwischen 79 und 84 Jahre alt werden (vgl. stat. Bundesamt 2015:9). Unterschieden wird hierbei nur geschlechtlich zwischen Männern und Frauen (vgl. stat. Bundesamt2015:9). Als Kriterium für das hohe Lebensalter werden die verbesserten Lebensbedingungen und Fortschritt in Medizin und Bildung angegeben. Die Bildung in Schule und Ausbildung hat daran einen nicht unerheblichen Anteil. So nimmt das Bildungswesen wesentlichen Einfluss auf die durchschnittliche Lebenserwartung, denn durch den daraus gewonnenen Fortschritt erhöht sich auch die Lebenszeit der Menschen in Deutschland. Ein weiterer Grund ist der medizinische Fortschritt. Beispielsweise Infektionskrankheiten, die früher viele Leben kosteten, konnten nach und nach behandelt werden. Die Aufklärung über Krankheiten wie beispielsweise Krebserkrankungen und deren Bekämpfung sowie Prävention und Therapie klassischer Altersleiden sorgen zusätzlich für eine Verlängerung des Lebens. Verschiedene Studien belegen dennoch einen Unterschied im Erreichen eines hohen Lebensalters im gesunden Zustand Gründe hierfür sind in den Unterschiedlichen Lebensmodellen und der Soziökonomie der Menschen zu suchen.

3.2 Höhere Lebenserwartung und besserer gesundheitlicher Status durch bessere soziale und Ökonomische Lage

Will man die soziale und ökonomische Lage beschreiben ist dies wohl am besten mit dem Begriff „sozioökonomischer Unterschied" zu vergleichen. Dieser ist treffend für eine Aussage zur sozialen Ungleichheit (Mielck 2005:10). Sie beschreibt das Ausmaß, welches in Verbindung steht mit verkürzter Lebenszeit durch unzureichende schulische Bildung und geringem Einkommen und damit unzureichender Lebensumstände. So konnte herausgefunden werden, dass Mitglieder von Gruppen mit niedrigem Bildungsniveau und dementsprechendem Einkommen im Durchschnitt früher versterben als Mitglieder von Gruppen mit hoher Bildung und Einkommen (Helmert 2003:11). Sucht man Gründe dafür so wird immer wieder propagiert es würde einerseits durch die Berufsposition (Schichtarbeit, Schmutz, Lärm u.a. schwerwiegende Belastungen), andererseits durch die fehlende Bildung und damit zusammenhängend die Verkennung des eigenen Gesundheitsverhaltens und Gesundheitszustandes unterer Einkommensgruppen zu ihrem schlechteren Gesundheitszustand führen da diese Mitglieder die Situation oftmals nicht oder nur unzureichend einschätzen können und damit Gefahren verkennen. Vergleicht man Mitglieder von Gruppen mit hoher Bildung und Einkommen mit Mitgliedern von Gruppen mit niedrigem Bildungsniveau und dementsprechendem Einkommen so sieht man tatsächlich sehr große Unterschiede. Einkommen und Bildung scheinen hier zentrale Einflussgrößen zu sein. Die sozialen Unterschiede spiegeln sich z. B. im Rauch und Bewegungsverhalten wider. Diese sind in den unteren Einkommens und Bildungsgruppen stärker verbreitet (vgl. Lampert, Thamm 2004, Kroll 2010, Lange, Ziese 2011:12), Alkoholkonsum bietet auch ein Kriterium welches sich als ein Phänomen in beiden Bildungs- und Einkommensschichten wiederspeigelt aber nicht genau gegriffen werden kann. Beschrieben wird der übermäßige Alkoholkonsum als ein Phänomen der bei Frauen in den oberen Einkommensschichten auftritt während dies erst bei Männern im adoleszenten Alter zutrifft (Lange et.all.2017:13, Lampert et.al. 2016:14). Ein weiteres Phänomen ist das Mitglieder von Gruppen mit niedrigerem Bildungsniveau und Einkommen sich weniger gut und gesund ernähren (erhöhte Kalorienzufuhr, häufigerer Verzehr von fett und Zuckerhaltigen Lebensmitteln) (vgl. Heindl 2007:15) was eine Reihe von Begleiterkrankungen mit sich bringen kann (Diabetes, Allergien, Rheumatische Veränderungen des Skelettsystems etc.). Auch in Deutschland ist „eher von einer Ausweitung als von einer Verringerung der sozialen Ungleichheit im Krankheits- und Sterbegeschehen auszugehen“ (Lampert 2009:14). Dies ist gut zu verfolgen in den Armuts- und Reichtumsberichten der Bundesregierung in welchen aufgezeigt wird, dass sich die Lebensverhältnisse bezüglich Einkommensverteilung und Bildungsbeteiligung zunehmend auseinanderdriften. Analysen von SOEP- Daten (vgl. Unger, Schulze 2013:16) belegen zwar eine steigende Lebenserwartung und eine Zunahme gesunder Lebensjahre für beiderlei Geschlechter (Frauen und Männer) sowie der Mitglieder beider Bildungsund Einkommensgruppen, zeigen aber auch, dass die sozialen Unterschiede zwischen den Statusgruppen bestehen bleibt was eine höhere Lebenserwartung den gesundheitlichen Status sowie die soziale und ökonomische Lage betrifft.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Eine höhere Lebenserwartung und der sozio-ökonomische Status. Zusammenhang und gesundheitliche Ungleichheit
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
30
Katalognummer
V1007266
ISBN (eBook)
9783346392510
ISBN (Buch)
9783346392527
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitliche Unterschiede, soziale Ökonomische Lage
Arbeit zitieren
Marco Pajonk (Autor:in), 2021, Eine höhere Lebenserwartung und der sozio-ökonomische Status. Zusammenhang und gesundheitliche Ungleichheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007266

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