Auswirkungen des Brexits auf die europäische Zusammenarbeit im Hinblick auf Mitarbeiterentsendungen

Eine Analyse der Zusammenarbeit im Nachgang des Brexits


Bachelorarbeit, 2020

85 Seiten, Note: 2,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhangsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aktuelle Situation und Problematik
1.2. Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Brexit
2.1 Definition
2.1.1 Harter Brexit
2.1.2 Weicher Brexit
2.2 Hintergründe des Austritts
2.3 Auswirkungen des Austritts
2.3.1 Politische Auswirkungen
2.3.2 Wirtschaftliche Auswirkungen

3 Expatriate Management
3.1 Definition nach deutschem Recht
3.2 Definition nach EU- Recht
3.3 Entsendungsarten
3.4 Entsendungen innerhalb der EU
3.4.1 Entsenderichtlinie EU
3.4.2 Arbeitnehmerfreizügigkeit
3.5 Entsendungen von Drittländern in die EU
3.5.1 Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis / Arbeitsrechtlicher Faktor
3.5.2 Steuerlicher Faktor
3.5.3 Sozialversicherungsrechtlicher Faktor
3.5.4 Beispiel: Entsendung aus den USA nach Deutschland
3.6 Entsendungen in Drittstaaten

4 Expatriate Management nach dem Brexit
4.1 Einreise- und Aufenthaltsbedingungen für EU-Bürger in der UK
4.2 Einreise- und Aufenthaltsbedingungen für britische Staatsangehörige in der EU
4.3 Doppelbesteuerungsabkommen
4.4 Sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen

5 Mögliche Szenarien für die zukünftige Mitarbeiterentsendung nach dem Brexit
5.1 Szenario: Norwegen
5.2 Szenario: Schweiz
5.3 Szenario: Kanada
5.4 Szenario: Türkei

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abstrakt

Am 23. Juni 2016 stimmten die Briten bei einem Referendum mehrheitlich für den Brexit; die britische Bevölkerung stimmte für einen Austritt aus der Europäischen Union ab. Die Entscheidung der Bürger wurde respektiert und das Austrittsabkommen wurde von der EU bewilligt. Das Ergebnis der Wahlen überraschte alle Experten und EU-Politiker. Diese Entscheidung für einen EU-Austritt ist der größte Schock für den Europäischen Staatenverbund, denn Großbritannien ist das erste Land, dass die EU freiwillig verlässt. Dieses Ereignis wird sowohl in der britischen als auch europäischen Geschichte einen Meilenstein setzen.

Diese Arbeit soll dem Leser einen umfassenden Überblick geben, welche Auswirkungen der Brexit auf die zukünftige Zusammenarbeit im Allgemeinen und speziell im Hinblick auf Mitarbeiterentsendungen haben wird.

Dabei werden zunächst die möglichen wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen analysiert, um ein Verständnis für die Brexit Thematik zu bekommen. Die Unsicherheit über das zukünftige Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien wächst. Bis jetzt liefen alle Brexit Verhandlungen erfolglos. Aus diesem Grund muss ein neues Verhältnis zwischen der Europäischen Union und Großbritannien definiert werden.

Für die Analysen wurden aus diesem Grund mithilfe von gewonnenen Erkenntnissen aus Prognosen und Annahmen verwendet. Außerdem werden vier mögliche Austrittsszenarien beschrieben und analysiert. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die potentiellen Folgen des Austritts möglichst genau zu analysieren und eine realistische Einschätzung darzustellen. Dabei lässt es sich nur spekulieren, wie das Endergebnis aussehen wird.

Abstract

On the 23rd of June 2016, the majority of the British people voted by a referendum to leave the European Union. The results of this elections surprised all European citizens, experts and politicians and was the biggest shock for the EU. The EU in Brussel have respected the Brexit-decisions of the British citizens and signed the “divorce-agreement”. With this decision, Great Britain is the first country which decided to leave the EU voluntarily and will write down the new the history of the UK.

This work gives the reader a clear overview about the impact of the Brexit for future cooperation between the European Union and the United Kingdom with a main focus on expatriate management.

The observations analyse the possible political implications and economical disadvantages for both parties. Today, the future relationships between the EU and the UK still not very clear, the uncertainty is growing and getting complex. So far and until the date of the publishing of this work, the Brexit-negotiations failed. Within the whole circumstances, a new relationship between the European Union and United Kingdom have to be defined.

All shown analyses in this work are based on assumptions and measurements. To create a new relationship between the United Kingdom and the EU, four exit scenarios will be compared, described and analysed. The goal of this thesis will be to analyse in detail the possible impacts of the Brexit on the future of the EU and UK, to get a nearly realistic vision about the new situation. Nevertheless, it can only be speculated what the end result will look like.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 „Brexit-Road-Map“ Szenarien und Regelungen im Überblick

Abbildung 2 Wie fühlen sie sich selbst?

Abbildung 3 Europäische Finanzzentren werden wichtiger

Abbildung 4 Die wichtigsten Abnehmerländer

Abbildung 5 Außenhandel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (2018)

Abbildung 6 Forecasted effect of Brexit on real GDP in the United Kingdom (UK)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 GFCI 23 Ranks and Ratings 2017

Tabelle 2 GFCI 23 Ranks and Ratings 2019

Anhangsverzeichnis

Anhang 1 Das Gefühl, Bürger der Europäischen Union zu sein (2013)

Anhang 2 Das Gefühl, Bürger der Europäischen Union zu sein (2018)

Anhang 3 Umfrage (2019) Feeling EU citizen

Anhang 5 Nettozahler- und Nettoempfängerländer in der EU 2018

Anhang 4 Welche Folgeabkommen sind denkbar?.

Anhang 6 A1 Bescheinigung

Abkürzungsverzeichnis

Abs. Absatz

AIG Ausländer- und Integrationsgesetz

AKP-Staaten Die Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten

Art. Artikel

A.TR Die Warenverkehrsbescheinigung (Warenverkehr zwischen der EU und der Türkei)

BeschV Beschäftigungsverordnung

Ca. circa

CETA Comprehensive Economic and Trade Agreement

BMW Bayerische Motoren Werke

DBA Doppelbesteuerungsabkommen

EFTA Europäische Freihandelsassoziation

EG Europäische Gemeinschaft

EGKS Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl

EMA Europäische Arzneimittel-Agentur

E-Mail electronic mail

Engl. English

Etc. Et cetera

EU Europäische Union

EUV Vertrag über die Europäische Union

EWG Europäische Wirtschaftsgemeinschaft

EWR Europäischer Wirtschaftsraum

FZA Freizügigkeitsabkommen

GB Großbritannien

HR-Abteilung Personalabteilung

IAG International Airlines Group

ICT-Karte Intra-Corporate Transfer

Max. Maximal

Nr. Nummer

VO Verordnung

WTO Welthandelsorganisation

z.B. zum Beispiel

1 Einleitung

1.1 Aktuelle Situation und Problematik

Mit einer knappen Mehrheit von rund 52% hat sich die Bevölkerung Großbritanniens im Rahmen des Referendums vom 23. Juni 2016 für einen Austritt aus der Europäischen Union („EU“) ausgesprochen (Bundeszentrale für politische Bildung 2016). Dieses Votum hat den Staatenverbund der EU unerwartet getroffen. Großbritannien ist der erste Staat, welcher die EU seit der Gründung der ehemals Europäischen Gemeinschaft („EG“) am 1. Januar 1958 freiwillig verlässt (Welfens 2018, S.1). Der Austritt aus der Union ist EU-rechtlich in Art. 50 des Vertrags von Lissabon über die Europäische Union („EUV“) geregelt. Zum ersten Mal wird die Austrittsregelung in Anspruch genommen (Europäische Kommission 2017). Mithin betritt die EU politisches „Neuland“ (Hüttmann 2020).

Das Europäische Parlament willigte am 29. Januar 2020 dem von Großbritannien vorgeschlagenen Brexit-Abkommen mit 621 Stimmen, 49 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen ein (Europäisches Parlament 2020). Somit ist Großbritannien mit Wirkung zum 1. Februar 2020 aus der Union ausgetreten. Mit dem Austritt beginnt die Übergangsphase, welche sich über den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2020 erstreckt. Das Austrittsabkommen sieht vor, dass Großbritannien während der Übergangsphase ein Mitglied des EU-Binnenmarkts sowie der EU-Zollunion bleibt. Großbritannien soll darüber hinaus in dieser Phase bereits als Drittstaat gelten. Zwar ist das Großbritannien kein Mitglied der EU mehr, jedoch weiterhin zur Einhaltung sowie Anwendundung des EU-Rechts verpflichtet und unterliegt mithin der Jurisdiktion des Europäischen Gerichtshofes. Ebenso ist vorgesehen, dass Großbritannien während der Übergangsphase in die EU einzahlt, ein Mitbestimmungsrecht wird aber nicht mehr gewährt (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2020), (Verbraucherzentrale 2020).

Für die Bürger und Unternehmen hat diese Übergangsphase grundsätzlich keine Auswirkungen; die Freizügigkeit innerhalb der EU bleibt weiterhin bestehen. Damit soll gewährleistet werden, dass sich die Bürger und Unternehmen an die zukünftige Situation anpassen können. Während der Übergangsphase werden die Austrittsverhandlungen hinsichtlich der zukünftigen Beziehung zwischen der EU und Großbritannien durchgeführt. Großbritannien und die EU werden sich auf ein geeignetes Freihandelsabkommen einigen müssen. Sollte der vorgegebene Zeitraum überschritten werden, könnte dies die Verhandlungen erschweren (Bundesregierung 2020).

Der Brexit wird verschiedene Folgen mit sich bringen; insbesondere wird der Austritt Großbritanniens große Auswirkungen auf die Wirtschaft und mithin für die international agierenden Unternehmen haben. Die Unternehmen werden sich gegebenenfalls auf einen „No-Deal“ gefasst machen müssen.

Der Brexit wird hierbei auch einen unmittelbaren Einfluss auf Mitarbeiterentsendungen zwischen Großbritannien und der EU haben. Bis zum Ende der Übergangsphase ist es für betroffene Bürger der Union oder Großbritanniens nicht erforderlich in der EU einen Aufenthaltstitel bzw. eine Arbeitserlaubnis zu beantragen, wenn sie aus Großbritannien entsendet werden oder umgekehrt solche Anträge für einen Aufenthalt in Großbritannien zu stellen, wenn die EU-Bürger nach Großbritannien entsendet werden.

In Abhängigkeit von den Austrittsverhandlungen, besteht die Möglichkeit, dass sich dies nach dem Austritt ändern wird. Ca. 3,5 Millionen EU-Bürger leben im Vereinigten Königreich und etwa 1 Million Briten in der EU (Statista 2019). Sollte es zwischen der Union und Großbritannien nicht zur Einigung auf ein Abkommen kommen, wird dies für die Betroffenen spürbare Folgen haben. Im Hinblick auf Mitarbeiterentsendungen werden die Prozesse nach dem Brexit zeitaufwendiger, komplizierter und kostenintensiver für die Unternehmen werden. Jedoch sieht bis jetzt noch keine Studie erwiesen voraus, welche negativen Auswirkungen der Brexit auf die geschätzten vier Millionen Bürger haben wird. Wie sich der Brexit tatsächlich auswirkt, wird sich mithin erst nach dem Ablauf der Verhandlungen zeigen.

Das Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien muss mit dem Austritt Großbritanniens neu definiert werden. Bereits in den letzten Jahrzehnten war die Relation teils umständlich und schwierig. Bereits zwei Jahre nach dem EU-Beitritt, hat eine Abstimmung über einen möglichen Austritt aus der Union stattgefunden (Niedermeier/ Ridder 2017, S.1). Im Nachgang des Austritts kann es zu politischen und wirtschaftlichen Spannungen kommen. Die Problematik dabei ist, dass noch nicht bekannt ist, welche Auswirkungen und Konsequenzen der Brexit auf die EU und auf Großbritannien haben wird. Des Weiteren ist noch ungewiss, wie Großbritannien aus der EU austreten wird. Nach der momentanen Lage ist mit einem immer wahrscheinlicher werdenden „No-Deal“ zu rechnen, insofern es zu keiner Einigung mehr kommt.

Durch die aktuelle Corona-Pandemie wurden die Brexit Verhandlungen verzögert. So wurden die Verhandlungen bis Ende April ausgesetzt. Über Videokonferenzen wurden die Verhandlungen anschließend weitergeführt (Wesel 2020). Grundlegende Differenzen konnten bisher nicht ausgeräumt werden (Bundesregierung 2020). Auch die Konferenz am 15. Juni 2020 hat als Videokonferenz stattgefunden. Dabei kam es zu Einigung der Präsidenten des Europäischen Rats, der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments zusammen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson, dass die Verhandlungen eingehender und frequentierter stattfinden sollten (Bundesregierung 2020). Wegen der Corona-Situation wurde nach einer Verlängerung der Verhandlungsfrist gefordert, um das Risiko eines No-Deals verringern zu können. Die Briten lehnten diese Forderung aber ab. Die Frist zur Verlängerung der Übergangsphase verstrich am 30. Juni (Tagesschau 2020). „Die verbleibenden Monate der Übergangsphase solle intensiv genutzt werden, um die Verhandlungen innerhalb des vorgegebenen engen Zeitrahmens erfolgreich abschließen zu können“ (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2020). Aufgrund der Meinungsverschiedenheiten erzielten die bisherigen Verhandlungen noch keine Fortschritte. Die EU hat Großbritannien ein umfassendes Handelsabkommen in Aussicht gestellt, welches die Ausfuhr von Waren in den europäischen Binnenmarkt ohne Zollgebühren und Mengenbegrenzungen ermöglicht hätte. Dahingegen forderte die EU die Einhaltung bestimmter bereits in der EU angewandter Umwelt- sowie Sozialstandards, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden (Handelsblatt 2020). Großbritannien stimmte diesen Vorgaben nicht zu. Ob ein Abkommen unter diesen Umständen noch fristgerecht zu Stande kommen kann, ist somit fraglich.

1.2. Ziel der Arbeit

Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Folgen des Brexits möglichst genau zu analysieren. Die Untersuchung bezieht sich dabei insbesondere auf die Fragestellung:

- „Welche Auswirkungen hat der Brexit auf die Europäische Zusammenarbeit und wie wirkt er sich auf die Mitarbeiterentsendung aus?“.

Da die Verhandlungen noch nicht vollzogen worden sind, ergibt sich die Schwierigkeit, dass es lediglich wenige verbindliche und festgeschriebene Dokumente gibt, die zur Untersuchung herangezogen werden können. Daher kann das Ausmaß des Austritts zunächst nur durch Hochrechnungen und Prognosen evaluiert werden.

Aus diesem Grund werden für die Thesis gewonnene Erkenntnisse aus Prognosen und Annahmen verwendet. Dadurch könnte man mögliche Szenarien für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU herleiten. Vorstellbare Folgen für die Wirtschaft und für Mitarbeiterentsendungen werden genauer analysiert.

1.3 Aufbau der Arbeit

Nach einer Einführung, welche in Grundzügen die aktuelle Situation und Problematik veranschaulicht, wird zunächst erläutert, was unter dem Begriff „Brexit“ zu verstehen ist, um auf seine Auswirkungen eingehen zu können. Auf die Definition des „Brexit“ folgt eine Darstellung der möglichen Hintergründe für den Austritt Großbritanniens. Anfänge Hierbei wird in Grundzügen auch auf die britisch-europäische Historie eingegangen, bevor die potentiellen wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen erläutert werden.

Die Thematik der Mitarbeiterentsendung umfasst ein breites Feld und würde im Ganzen den Rahmen einer Bachelorarbeit sprengen, daher fokussiert sich diese Arbeit auf die Mitarbeiterentsendung innerhalb der EU. Hierbei werden die geltenden, rechtlichen Grundlagen wie die Entsenderichtlinie herangezogen, um eine Untersuchung der Bedingungen für die Entsendung von Mitarbeitern in das europäische Ausland vorzunehmen.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, gilt Großbritannien nach dem Brexit als Drittstaat. Infolgedessen werden die Bedingungen (z.B. arbeitsrechtliche und steuerliche Aspekte, etc.) für Entsendungen von Arbeitskräften in die Europäische Union anhand eines Beispiels erläutert. Vergleichsweise erfolgt auch eine Darstellung der Entsendungen in Drittstaaten. Im Anschluss hieran werden die Einreise- und Aufenthaltsbedingungen für britische Bürger in die EU und für die europäischen Bürger in Großbritannien nach dem Austritt Großbritanniens erläutert. In diesem Zusammenhang werden mögliche Handels-Szenarien bzw. Austritts- Szenarien sowie etwaige Auswirkungen des Brexits auf die Mitarbeiterentsendung und künftige britisch-europäische Zusammenarbeit dargestellt.

2 Brexit

2.1 Definition

Der Brexit, kurz für „British Exit“, bezeichnet den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Ursprünglich wurde der Brexit aus dem Begriff „Grexit“ hergeleitet. Der Grexit beschreibt den eventuellen Ausschuss Griechenlands aus der EU als Folge der griechischen Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Während der Brexit durch eine nationalpolitische Bewegung ausgelöst wurde, entsprang die Idee des Grexits dem internationalen Druck durch Forderungen europäischer Politiker (Dotou 2018, S.2).

Die Untersuchung des Austritts aus der EU unterscheidet grundsätzlich zwei Szenarien, welche im Nachgang der Verhandlungen auftreten könnten:

- Harter Brexit
- Weicher Brexit

Seit Boris Johnsons Ansprache vom 26. Februar 2020 ist offensichtlich, dass sich Großbritannien eindeutig von der EU distanzieren möchte .Der britische Premierminister hat vor einem Rückzug der britischen Regierung von den Brexit-Handelsgesprächen gewarnt, für den Fall, dass bis Juni 2020 keine Fortschritte erreicht werden (Plickert 2020).

Boris Johnson hat sich gegen eine Verlängerung der Übergangsphase ausgesprochen. Seine Positionierung deutet darauf hin, dass sich die britische Regierung willentlich für einen harten Brexit entscheiden könnte, falls es nicht zu einer Vereinbarung mit der EU kommen sollte (Plickert 2020). Auf der politischen Agenda bleibt der Brexit ein aktuelles Thema.

Unabhängig davon, ob der Austritt Großbritanniens ein harter oder weicher Brexit sein wird, werden beide Szenarien Auswirkungen sowohl auf die EU als auch auf das Vereinigte Königreich haben, auch wenn noch nicht mit vorhergesehen werden kann, welche Folgen der Austritt explizit haben wird. Welches Szenario letztlich das wahrscheinlichere ist, entscheiden die Verhandlungen in der Übergangsphase. Mit der Übungsphase beginnt der geregelte Austritt, wobei andere Abläufe, welche sich aus den Verhandlungen ergeben, nicht ausgeschlossen werden können.

Abbildung 1 „Brexit-Road-Map“ Szenarien und Regelungen im Überblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (2020)

2.1.1 Harter Brexit

Der harte Brexit kennzeichnet den Austritt Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt, der Zollunion und der EU ohne ein Abkommen. Dieser Brexit ohne Abkommen wird in Großbritannien auch als „No-Deal“ bezeichnet (Pilbeam 2019, S.1).

Ein Scheitern der Verhandlungen ohne Übergangslösungen könnte zum harten Brexit und mithin zum Abbruch der Verhandlungen führen. Obschon die EU das Austrittsabkommen mit Großbritannien unterzeichnet hat, ist die Wahrscheinlichkeit eines ungeregelten Brexits dennoch nicht auszuschließen, wenn es nach der Übergangsphase nicht zur Einigung kommen sollte.

Für die Wirtschaft, Finanzämter und Politik hat der harte Brexit folgenschwere Auswirkungen. Dieses Szenario sieht keinen Fortbestand des freien Waren- und Kapitalverkehrs, sowie der Personenverkehrs- und Dienstleistungsfreiheit vor, welche die vier Grundfreiheiten der Union darstellen. Darüber hinaus resultiert der harte Brexit in einer erneuten Zollerhebung auf den Warenverkehr und Dienstleistungen. Sämtliche Warenlieferungen und Dienstleistungen sowie der Personenverkehr werden hiernach den internationalen WTO-Regeln unterliegen (The World Economy 2020, S.3). Die WTO „World Trade Organization“ ist eine Welthandelsorganisation, die sich mit globalen Regeln des Handels zwischen Nationen befasst.

2.1.2 Weicher Brexit

Der geordnete Brexit – weicher Brexit – bezeichnet einen Austritt Großbritanniens aus der EU, wobei der Zugang zum Binnenmarkt und die Mitgliedschaft in der Zollunion weiterhin gewährleistet sind (Pilbeam 2019, S.1). Wenn Großbritannien am Binnenmarkt teilhaben möchte, unterliegt Großbritannien trotz des Austritts den Bedingungen und Wettbewerbsregeln der EU. So muss den EU-Bürgern beispielsweise ihr Recht auf Freizügigkeit kontinuierlich garantiert und die Migration akzeptiert werden. Darüber hinaus würde es Großbritannien als Mitglied der Zollunion untersagt sein weiterführendes Handelsabkommen auszuhandeln oder abzuschließen (Welfens 2017, S.535).

Dieser weiche Brexit hat im Vergleich zum harten Brexit weniger einschneidende wirtschaftliche und politische Konsequenzen. Zudem ist diese Variante des Austritts unkompliziert; das Königreich bleibt Mitglied des Binnenmarktes, wodurch der Handel und die politische Beziehung weniger stark beschädigt werden. Diese Variante bezweckt ferner eine enge Anbindung Großbritanniens an die EU. Ebensolch eine politische Beziehung besteht auch mitunter der Mitglieder des Europäischen Wirtschaftsraumes, beispielsweise zwischen der EU und den EFTA-Staaten Island, Norwegen und Liechtenstein (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2019). Die EFTA-Staaten sind keine EU-Mitglieder, aber profitieren vom europäischen Binnenmarkt mittels des EWR-Abkommen.

Es ist fraglich, ob das EWR-Abkommen auch auf Großbritannien erweitert wird. Dem steht entgegen, dass das Abkommen im britischen Parlament möglicherweise keine Mehrheit erlangt. Die Brexit-Befürworter lehnen ein solches Szenario ab, da im Falle einer Erweiterung des Abkommen die vier Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarktes auch nach dem Austritt aus der EU weiterhin umzusetzen und anzuwenden sind.

2.2 Hintergründe des Austritts

Um eine umfassende Untersuchung des Brexits und seiner Folgen vornehmen zu können, sind zunächst die Hintergründe für den Austritt zu beleuchten. Studien und Befragungen haben ergeben, dass viele Briten eine Abneigung gegenüber der Europäischen Union zu haben scheinen.

Das Barometer – eine unionsweite Meinungsfrage, welche durch die Europäische Kommission zweimal im Jahr in Auftrag gegeben wird – zeigt, dass sich etwa zwei Drittel der Briten nicht als europäisch, sondern ausschließlich als britisch sehen. Sie können sich nicht als EU-Bürgeridentifizieren (siehe Eurobarometer Umfrage).

Die Divergenz des britischen Bürgers zum europäischen Zusammengehörigkeitsgefühl ist in den vergangenen fünf Jahren insgesamt kleiner geworden: im Herbst 2013 haben 42 Prozent und im Herbst 2018 52 Prozent der befragten Bürger angegeben sich mit der EU verbunden zu fühlen (siehe Anhang). Dahingegen war das Verbundenheitsgefühl zwischenzeitlich stärker ausgeprägt. Als die Unzufriedenheit über die EU anstieg, beschloss der damalige Regierungschef David Cameron die Briten darüber abstimmen zu lassen, ob Großbritannien weiterhin Mitgliedstaat der Union sein soll. Für die Unzufriedenheit der britischen Bürger über die Union seien teils auch die britischen Medien verantwortlich, welche Kritik an der EU ausübten. Hinzu kommt, dass der ehemalige Regierungschef Cameron der EU-Kritik durch die Medien nicht widersprach (Welfens 2017, S.16). Die Darstellung der EU in den Medien führte zum Teil zu einer verfehlten Information der Bürger Großbritanniens.

Abbildung 2 Wie fühlen sie sich selbst…?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese nebenstehende Darstellung zeigt die Ergebnisse der Standard-Barometer-Umfrage, welche im Herbst 2015 im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde. Dabei wurden 1000 Briten ab dem Alter von 15 Jahren befragt, ob sie sich europäisch oder zu ihrer britischen Nationalität zugehörig fühlen. Das Eurobarometer zeigt, dass sich die britischen Bürger am seltensten mit der EU verbunden fühlen.

Die Befürchtung vor dem Verlust nationaler Identität und staatlicher Souveränität ist einer der Hauptgründe des Brexits (Hilmer/ Maršić 2019, S.11). Die Briten wünschen sich ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen und wieder eigene britische Gesetze zu erlassen, sowie eine von der politischen Agenda der EU und vom Unionsrecht unabhängige Handelspolitik zu betreiben, um bspw. eigene Handelsverträge mit Drittländern abzuschließen. Die Briten möchten nicht, dass die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen des Vereinigten Königreichs an die EU-Politik gebunden sind. Die Briten haben das Gefühl, dass sich das EU-Parlament in Brüssel in Großbritanniens nationale Angelegenheiten einmische und diese kontrolliere und sie daher der Union unterliegen. Die Briten sind ferner der Meinung, dass die EU überreguliert sei (Welfens 2017, S.325/ 326).

In der EU treffen die Mitgliedstaaten bei Entscheidungen in Sitzungen, im Rat oder im Parlament zusammen. Der britische Nationalstolz – eine Denkweise, die der Kolonialzeit geschuldet ist – würde die bloße Mitbestimmung nicht zulassen. In der Vergangenheit hat es Widerstand bei einigen EU-Vorschriften gegeben, sodass Großbritannien zum Teil Sonderregelungen zugesprochen wurden. „Das Vereinigte Königreich war seit Margaret Thatcher immer mehr in ein Sonderverhältnis zur EU geraten“ (Welfens 2018, S.89). Zu den Sonderregelungen zählen beispielsweise:

- die Ablehnung der europäischen Währung,
- die Nicht-Unterzeichnung des Schengener Abkommen und
- der Britenrabatt.

Großbritannien hat unter anderem das Schengener Abkommen, das die Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen den teilnehmenden Staaten gewährleistet, nicht unterzeichnet. Großbritannien und Irland haben dahingegen eine gemeinsame Grenzpolitik implementiert: die Common Travel Area. Als das Schengener Abkommen mit dem Vertrag von Amsterdam in das EU-Recht integriert wurde, hat das Vereinigte Königreich Ausnahmeklauseln durchgesetzt.

Auch bei der Ablehnung der europäischen Währung haben die Briten ihre Anti-EU-Einstellung verdeutlicht. Bereits ehemalige britische Premierminister waren skeptisch gegenüber der Europäischen Union gewesen. Diese Einstellung hegen die Briten zum Teil noch immer gegenüber der EU. „Die Argumente, die 2016 die Referendumskampagne beherrscht haben, gehen weit zurück. Sie finden sich ansatzweise bei Winston Churchill gleich nach dem Zweiten Weltkrieg und treten dann immer deutlicher hervor, je enger sich die kontinentalen sechs Gründerstaaten der EU zusammenschließen. Bedenken gegen Souveränitätsverluste, Verteidigung nationaler Selbständigkeit und einer selbstbestimmten Handelspolitik und die Weigerung, sich einer supranationalen Instanz unterzuordnen finden sich bereits 1961, als Großbritannien seinen ersten Beitrittsantrag stellte. Damals taucht auch schon das unkritische Vertrauen in das Urteilsvermögen des einfachen Volkes auf, das dann zu den EU-Referenden geführt hat“ (Adam 2019, S.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine weitere Sonderregelung stellt der sogenannte „Britenrabatt“ dar. Hierbei handelt es sich um eine Reduzierung der im Rahmen der europäischen Agrarpolitik an den EU-Haushalt zu entrichtenden Mehrwertsteuer und wird dem Vereinigten Königreich eingeräumt, weil Großbritannien im Gegensatz zu anderen EU-Mitgliedstaaten nicht von den Agrarsubventionen profitieren könne. Die Agrarwirtschaft im Vereinigten Königreich sei hierzu nur schwach ausgeprägt. Unter dem Motto „I want my money back!“ forderte die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher 1984 diesen Rabatt (Niedermeier/ Ridder 2017, S.8). Obschon der Britenrabatt für Empörung im übrigen Gemeinschaftsgebiet sorgt, besteht der Rabatt bis heute. Während die EU-Mitgliedstaaten von einer ungerechten Behandlung sprechen, weil sie den britischen Anteil mitbezahlen würden, behaupten Brexit-Befürworter, dass Großbritannien viel Geld an Brüssel überweise. Dieses Geld sollte man lieber in die britische Wirtschaft oder in das Gesundheitssystem investieren.

Mit „we send the EU £350 million a week“ warben die Brexit-Befürworter für den EU-Austritt Großbritanniens (Slodczyk 2017).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einen weiteren wichtigen Aspekt des Austritts stellt die Immigration dar. Obwohl Großbritannien nicht zum Schengen-Raum gehört, musste das Vereinigte Königreich die Einreise der EU-Bürger dulden. Insbesondere die Einreise der Bürger ost-europäischer Staaten sei nur ungern gesehen Den Einreisenden wird nachgesprochen lediglich die in Großbritannien vorhandenen Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu wollen (Welfens 2017, S.169).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die britische Regierung hat bereits ein neues „Einwanderungssystem“ (Leitel 2020). Es umfasst hauptsächlich die folgenden Punkte:

- Gleichbehandlung von EU-Bürgern und Nicht-EU-Bürgern;
- Differenzierung zwischen ausgebildeten und nicht-ausgebildeten Arbeitskräften und
- Einführung eines Punktesystems - für eine Einreise müssen 70 Punkte erreicht werden:
- 10 Punkte für gute Englischkenntnisse oder einen Doktortitel;
- 20 Punkte für mindestens Abitur und ein jährliches Gehalt von mindestens 30.800 Euro oder 24.640 Euro in Positionen, in denen ein Arbeitskräftemangel herrscht (z.B. im Pflegebereich).

Mithilfe dieses Einwanderungssystems soll die Zahl der Einwanderer reduziert werden. Laut der britischen Regierung würden ca. 70 % der derzeit in Großbritannien lebenden Einwanderer aus dem Europäischen Wirtschaftsraum diese Voraussetzungen nicht erfüllen (Leitel 2020). Die Zuwanderung und die Anzahl der Asylsuchenden soll nicht mehr kontrollierbar gewesen sein und folglich eine Belastung für das britische Sozialsystem darstellen. Die britische Bevölkerung befürchte einen stärkeren Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt und abgesenkte Löhne durch die erhöhte Zuwanderung. Etwa 60 Prozent der Briten sind in der Annahme, dass die Zuwanderung sinken würde, wenn das Vereinigte Königreich kein Mitglied der EU ist (Niedermeier/ Ridder 2017, S.18).

Insbesondere Ältere und Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen sind eher unzufrieden in der EU. Sie würden nur wenig von den Vorteilen der EU-Mitgliedschaft profitieren und befürchten eine Gefährdung ihrer britischen Kultur durch die Zuwanderung.

2.3 Auswirkungen des Austritts

Je nach Ausmaß der handelspolitischen Verhandlungen infolge des Brexits, fallen die Konsequenzen unterschiedlich aus. Da zwischen der EU und Großbritannien noch lang anhaltende Verhandlungen über die künftigen Beziehungen bevorstehen, berufen sich die nachfolgenden Analysen auf Annahmen von Experten. Die Folgen des Austritts können erst richtig beurteilt werden, wenn das erforderliche Handelsabkommen verhandelt ist. Dementsprechend und bis ein solches ausgehandelt ist, werden sich die EU und die Unternehmen auf einen harten Brexit vorbereiten müssen. Im Folgenden sollen die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexits beleuchtet werden.

2.3.1 Politische Auswirkungen

Das Vereinigte Königreich hat in zweierlei Sicht eine Sonderrolle eingenommen. Zunächst war es der einzige EU-Mitgliedstaat, dem Sonderregeln in diesem Ausmaß zugesprochen wurden. Die Briten sind ursprünglich wegen ihrer ökonomischen Interessen in die EU eingetreten. Die Teilhabe an der Europäischen Gemeinschaft habe dabei keine relevante Rolle gespielt (Niedermeier / Ridder 2017, S.5). Aus diesem Grund haben die Briten teilweise auf eigene Regeln und Ausnahmeklauseln bestanden.

Der Brexit stellt nicht die erste Krise zwischen der EU und Großbritannien dar. Die Beziehung der damals noch Europäischen Gemeinschaft und des Vereinigten Königreichs war bereits vor dem Beitritt kompliziert. Die Beitrittsersuche des Vereinigten Königreichs von 1963 und 1967 sind damals vom französischen Präsidenten Charles de Gaulle 1967 verweigert worden. De Gaulle befürchtete, dass sich die Briten nicht in die Europäische Gemeinschaft integrieren könnten. Er habe eine schwache Europa-Einstellung der Briten befürchtet (Welfens 2017, S.15).

Bereits der Schuman-Plan fand Ablehnung bei den Briten. Als die sechs europäischen Staaten die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl („EGKS“) gründeten, sagte Großbritannien die Teilnahme an diesem Projekt ab, wobei die Entscheidung nicht nur politisch motiviert war, sondern auch aus wirtschaftlichen und sozialen Abwägungen resultiert (Smith 2016). Der damalige französische Außenminister versuchte die Briten zu überzeigen „Europa sei unvorstellbar ohne Großbritannien“ (Adam 2019, S.4). Großbritannien weigerte sich 1950 aber Mitglied der EGKS zu werden. Auch zu den Verhandlungen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft („EWG“) erschienen die Angehörigen der britischen Regierung nicht. Stattdessen schickten sie einen Nachwuchsbeamten. Bei den Gesprächen der EWG wurde der Beamte aber wieder zurückgerufen (Smith 2016). „In Europe, but not of Europe“, das war der Grund weshalb Großbritannien der Europäischen Gemeinschaft fernblieb (Adam 2019, S.4).

Der Brexit wird langfristig Auswirkungen auf die innere politische Lage des Vereinigten Königreiches haben. Es wird zu Veränderungen im politischen Programm kommen und der Brexit wird neue Verfassungen herbeiführen. Außerdem wird er die Innenpolitik des Landes spalten. Denn die Nord-Iren und die Schotten haben mehrheitlich für einen EU-Verbleib abgestimmt (Landeszentrale für politische Bildung 2020). Überdies möchte sich Schottland nach einem Votum vom Vereinigten Königreich distanzieren, was der europafreundlichen Haltung Schottlands geschuldet ist. Auch Nordirland fordert ein Referendum über die Wiedervereinigung mit Irland (Frankfurter Allgemeine 2020). Irland wird vom Austritt Großbritanniens enormaffektiert. Denn es existiert eine 500 Kilometer lange Grenze zwischen Nordirland und Irland. Diese Grenze kennzeichnet die einzige Binnenlandgrenze zwischen Großbritannien und der EU (Frankfurter Allgemeine 2020).

Der Brexit wird auch politische Folgen für die EU haben. Die EU verliert einen wichtigen Verbündeten. Während die Briten vor einem politischen Brexit-Chaos stehen, der einige Jahre andauern kann, wird der Austritt die EU außenpolitisch schwächen. Europa könnte auch durch den politischen Druck der USA, China, Russland wieder in politische Konflikte geraten. Mit dem Austritt verliert die EU zusätzlich ihre wichtigste europäische Militärmacht. Weiterhin habe Großbritannien weltweite diplomatische Netzwerke und einen Sitz im Weltsicherheitsrat. Somit verliert die EU ohne Großbritannien in der internationalen Diplomatie an Gewicht (Welfens 2017, S.40).

Die Problematik besteht auch darin, dass EU-Gegner durch den Brexit mehr Rückenwind bekommen könnten und mit einem potentiellen Ausstieg der Bevölkerungen werben und damit die Existenz der EU gefährden. Die EU-Gegner (z. B. Geert Wilders, niederländischer Politiker) verlangen die Abschaffung des Euros und des Schengener Abkommen. Durch die Unzufriedenheit der europäischen Bevölkerungen mit der EU, gewinnen die EU-Gegner an Zuspruch und sind mittlerweile in allen europäischen Staaten vertreten.

Insbesondere die nord-europäischen EU-Mitgliedstaaten verlieren mit dem Austritt Großbritanniens einen guten Handelspartner. Ihre wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Großbritannien beruhen vorwiegend auf gemeinsam verfolgten Interessen im Binnenmarkt. Diese Staaten befürchten wirtschaftliche Nachteile nach dem Brexit (Etzold / Opitz 2016, S.3). Die Briten haben sich in der Vergangenheit oft gegen die Eingriffe Brüssels in ihre staatlichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten eingesetzt. „Das [hat] bislang in der EU zuverlässig das politische Hochdrehen von EU-Handelsprotektionismus verhindert“ (Welfens 2018, S.7).

Mit dem Austritt wird möglich, dass Großbritannien abhängig von den USA wird und mithin die EU schwächt. Experten befürchten, dass die Briten Mitläufer der USA werden, denn die Briten werden sich nach dem Brexit an die USA anlehnen müssen. Der derzeitige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Donald Trump versprach den Briten ein Handelsabkommen. Außerdem habe er die Briten zu einem harten Brexit bekräftigt (Welfens 2018, S.7).

2.3.2 Wirtschaftliche Auswirkungen

Ursprünglich begann die EU als Wirtschaftsgemeinschaft. Der Zweck dieser Gemeinschaft war und ist die Förderung des Handels und der Wirtschaftsbeziehungen der teilnehmenden Staaten. Bis zum Ende der vereinbarten Übergangsphase bleibt Großbritannien ein Teil des EU-Binnenmarkts. Bis dahin wird Handelsware in beide Richtungen ungehemmt fließen. Der Austritt wird nun schwerwiegende wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Schließlich werden mit dem Brexit die ausverhandelten Handelsabkommen bzw. Freihandelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien an Bedeutung verlieren. Das macht die Beurteilung der wirtschaftlichen Konsequenzen bedeutend komplizierter und verursacht Unsicherheiten.

Der Austritt aus der EU bedeutet eine Veränderung der Wirtschaftsstruktur zwischen der EU und Großbritannien. Durch den Brexit verliert die Europäische Union die zweitgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Staatengemeinschaft. Trotz des Britenrabatts ist Großbritannien der zweitgrößte Nettozahler der EU. 2018 zahlte das Vereinigte Königreich 6,9 Milliarden Euro in den EU-Haushalt ein (Statista 2020). Die Brexit-Befürworter sprechen von einer finanziellen Besserung Großbritanniens nach dem Austritt, da die zu zahlenden Beträge an die EU wegfallen. Erst nach einer gründlichen Untersuchung werden die Auswirkungen deutlicher erkennbar. Dabei haben sich die Briten beim Ausritt verkalkuliert, denn diese Schätzung wird im Rahmen des nunmehr nicht unbeschränkten EU-Marktzugangs nicht aufgehen.

Auch für die EU wird es problematisch diesen fehlenden Betrag auszugleichen. Der Inselstaat ist weiterhin angehalten Milliarden an die EU zurückzahlen, die sich aus eingegangenen Verpflichtungen und Zahlungen für Pensionen oder EU-Projekte ergeben. Das sind zum Beispiel Pensionsverpflichtungen oder zugesagte Beiträge für Förderprogramme (Adam 2019, S.182), (Berschens 2019), (Gutschker 2017), (Handelsblatt 2019).

Ebenso ist die Finanzwelt stark vom Brexit betroffen. Denn ca. ein Drittel der Geschäftsaktivitäten im Finanzsektor der EU werden in Großbritannien durchgeführt (Theurer, 2016). Ca. 50 Prozent der ausländischen Banken machen das britische Bankensystem aus und insbesondere die Investmentbanken werden dabei die Folgen des Brexits zu spüren bekommen, „da das europäische Finanzzentrum London wahrscheinlich seinen uneingeschränkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt verlieren wird“ (Theurer 2016).

Tabelle 1 GFCI 23 Ranks and Ratings 2017

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: The Global Financial Centres Index

Das europäische Finanzzentrum könnte durch den Brexit seinen Status verlieren, denn viele der mächtigsten Banken haben ihren europäischen Hauptsitz in London. Die britische Hauptstadt gilt als die wichtigste Finanzdrehscheibe der Europäischen Union. Die Finanzbranche ist bisher mitunter eine tragende Säule der britischen Volkswirtschaft gewesen. Einige Banken kündigten an, dass sie ihren Hauptsitz innerhalb der Europäischen Union nach Kontinentaleuropa (z.B. Frankfurt, Paris, Dublin, Luxemburg oder Amsterdam) verlegen wollen (Schneider / Volkery, 2019).

Ca. 270 Finanzfirmen haben sich schon für Standortverlagerungen innerhalb der EU entschieden. Auch die europäische Bankenaufsicht wird nach Paris verlegt (Handelsblatt 2020). Die Finanzindustrie möchte den vollen Zugang zum Binnenmarkt nicht verlieren. Sie wollen auch weiterhin ihre Finanzprodukte im Binnenmarkt zur Verfügung stellen können.

Abbildung 3 Europäische Finanzzentren werden wichtiger

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Quelle: Handelsblatt Special Brexit (2020)

Damit die britischen Finanzsektoren und die Nicht-EU- Banken weiterhin ihre Kunden in der EU betreuen können, müssen sie Tochtergesellschaften auf dem europäischen Festland eröffnen (Schneider/Volkery 2019). Ebenfalls machen 70 Prozent der Dienstleistungssektoren insbesondere Finanzdienstleistungen das britische Bruttoinlandsprodukt aus (Statista 2019).

Aber auch die Autoindustrie fühlt sich verunsichert. Die Industrie hängt enorm vom Export ab. Großbritanniens Automobilbranche ist insbesondere auf den Export in den europäischen Binnenmarkt angewiesen. Für diese Branche werde der Brexit komplizierte Folgen haben, denn sie beschäftigt insgesamt ca. 850.000 Arbeiter und zählt zu den einflussreichsten Arbeitgebern in Großbritannien (Leitel 2019). Die Unsicherheit über die zukünftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU veranlasst viele Autohersteller dazu ihre Produktion innerhalb der EU zu verlegen oder Werksschließungen in Erwägung zu ziehen. Zum Beispiel wird der Automobilhersteller Honda sein einziges europäisches Werk in Großbritannien schließen; damit gehen ca. 3.500 Arbeitsplätze verloren. Auch die Firma Nissan verlegt einen Teil ihrer Produktion nach Japan. Nissan gilt als größter Autoproduzent in Großbritannien und beschäftigt mehr als 7.000 Mitarbeiter. Für die Autohersteller war Großbritannien ein strategischer Standort, der einen einfachen Zugang zum europäischen Binnenmarkt ermöglicht und den Vertrieb ihrer Produkte auf diese Weise begünstigt (Leitel / Kölling 2019). Auch weitere Autohersteller haben mit Produktionsverlagerungen und Werksschließungen gedroht (Jaguar Land Rover, BMW, Schaeffler und Ford). Einige Autohersteller verlegen ihre Produktion innerhalb der EU z.B. nach Slowakei oder in den Niederlanden. Der Brexit gefährde nicht nur die britische Automobilindustrie; auch die Automobilindustrie des europäischen Festlands wird vom Austritt betroffen sein (Leitel / Hubik 2019).

Die Einführung von Zöllen und Kontrollen an den Grenzen werden den bisherigen Handel der Automobilindustrie behindern. Die Just-in-time-Produktion kann voraussichtlich nicht mehr eingehalten werden und es kann zu Verzögerungen kommen. Mehr als 50 Prozent der Bauteile für die Automobilproduktion importiert Großbritannien aus der EU (Leitel 2019). Andererseits gehört Großbritannien zu einem großen Abnehmer der deutschen Autoindustrie. Die deutschen Produzenten befürchten sinkende Verkaufs- und Produktionszahlen im Nachgang des Brexits. Großbritannien importierte im Jahr 2017 rund 770.000 Pkws von deutschen Autoproduzenten wie Audi, BMW, Mercedes und Opel (Hubik 2019). Auch hier droht der Wegfall von tausenden Arbeitsplätzen. Die europäischen Autohersteller müssten bei einem harten Brexit ohne entsprechendes Handelsabkommen insgesamt mit einem Absatzrückgang von rund 20 Prozent rechnen (Leitel 2019).

Im Falle eines harten Brexits treffen nämlich die Handelsregelungen der Welthandelsorganisation („WTO“) in Kraft und Großbritannien würde aus Unionssicht wie ein Drittland behandelt werden müssen. Hiernach sei mit einer Reduzierung der Zahl der Exporte und teureren Importen zu rechnen. Dabei werden die britischen Exporte in die EU mit Einfuhrzöllen (z. B. 15% auf Kleinlastwagen) belegt werden und andere Hemmnisse den Handel zwischen Großbritannien und der Union erschweren (Felbermayr 2019, S.4).

Abbildung 4 Die wichtigsten Abnehmerländer

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Quelle: Handelsblatt.de (2020)

Die Anwendung der Handelsregeln der WTO wird es mithin den Export und den Handel auf dem europäischen Markt des Vereinigten Königreichs künftig beeinträchtigen. Das Vereinigte Königreich importierte im Jahr 2019 Waren aus dem Binnenmarkt der EU im Wert von ca. 301,2 Milliarden Euro bei einem Gesamt-Importvolumen von 304,1 Milliarden Euro (Statista 2020). Rund 45 % der britischen Exporte gelangen in die EU und 54% in andere Staaten (Institut der deutschen Wirtschaft 2020).

Abbildung 5 Außenhandel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (2018)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (2019)

Verschärfte Warenkontrollen und erhöhter bürokratischer Aufwand seien weitere Konsequenzen des Brexits. Jährlich werden zwischen dem Rotterdamer Hafen und Großbritannien 40 Millionen Tonnen Waren verfrachtet (Fischer 2019). Der Rotterdamer Hafen gilt als der größte Hafen der Welt. Für den Rotterdamer Hafen ist Großbritannien der zweitgrößte Kunde nach Russland. Für die Briten hingegen ist das der wichtigste Empfängerhafen weltweit (Fischer 2019). Dank des EU-Binnenmarktes konnten die Container bisher ohne Schwierigkeiten be- und entladen werden.

Mit dem Brexit werden diese Erleichterungen für Großbritannien wegfallen, denn am Hafen muss dann geprüft werden, ob die Ware, die dem europäischen Markt zugeführt werden soll, die Standards der EU enthält. Jährlich müssten rund 10.500 Frachtschiffe zusätzlich begutachtet werden. Hierfür wird mehr Personal erforderlich sein, insbesondere Zöllner und Inspektoren, damit vergewissert werden kann, dass die Waren, welche auf den europäischen Markt eingeführt werden sollen, die Bedingungen erfüllen (Fischer 2019).

Experten sehen voraus, dass die Einführung von Zöllen und die aufwendigere Bürokratie das Handelsgeschäft zwischen der EU und Großbritannien um geschätzt 30-40 % senken werden (Fischer 2019). Bereits geringere Verzögerungen von wenigen Minuten können den Ablauf am Hafen verkomplizieren. Die potenziell erforderlichen Verzögerungen können zu kilometerlangen Staus auf beiden Seiten des Ärmelkanals führen. Hiervon werden Spediteure und Unternehmen besonders stark getroffen sein, weil durch die Unterbrechung der Wertschöpfungskette Warenlieferungen nicht mehr pünktlich geliefert werden können. Unternehmer der Automobilindustrie oder auch Supermärkte sind auf die Just-in-Time-Produktion angewiesen. Aus diesem Grund rechnen Unternehmen mit Schäden in Milliardenhöhe.

Der Eurotunnel ist durch die Verzögerungen und Wartezeiten ebenso betroffen. Der Eurotunnel verbindet die EU mit Großbritannien. 22 Millionen Passagiere, 2,7 Millionen Autos und 1,7 Millionen Lastwagen benutzen jährlich diesen Eurotunnel. Zusätzlich transportiert dieser Tunnel etwa Ein Drittel der Handelsgeschäfte zwischen der EU und Großbritannien (Hanke 2019).

Die Auswirkungen des Brexits treffen weiterhin die Fluggesellschaften. Der Londoner Flughafen Heathrow ist der größte Flughafen Europas. Für die europäischen Fluggäste wird dieser Flughafen oft für eine Zwischenlandung nach Asien genutzt. Das Bündnis der EU hat es Fluggesellschaften und Fluggästen bisher ermöglicht uneingeschränkt zwischen den Flughäfen der Mitgliedstaaten zu fliegen. Den Fluggesellschaften droht mit dem Brexit nicht nur ein Rückgang der Passagierzahlen, sondern auch der Verlust wichtiger Verkehrsrechte. Um die Flugrechte in der EU weiterhin innezuhaben, müssen die Fluggesellschaften ihren Sitz in die EU verlagern und zudem mehrheitlich in der Hand von EU-Investoren sein.

Der Brexit betrifft unter anderen die folgenden Fluggesellschaften: Ryanair, Easyjet, IAG und Iberia, denn die Investoren dieser Gesellschaften sind größtenteils in London niedergelassen. Erfüllen die Fluggesellschaften die Anforderungen der EU nicht, verlieren sie ihre Flugrechte. Insbesondere innereuropäische Flüge machen bei vielen Fluggesellschaften die Mehrheit ihres Geschäftsmodells aus. Darüber hinaus können die angefertigten Flugzeugteile aus dem Vereinigten Königreich nicht mehr in der EU anerkannt werden, da sie den Sicherheits- und Zulassungsvorschriften der EU-Richtlinien nicht mehr entsprechen. Die EU werde ebenso die in Großbritannien ausgestellten Zulassungszertifikate für Piloten und Flugbegleiter nicht mehr anerkennen (Koenen/ Leitel 2019).

Darüber hinaus hätte der Brexit Auswirkungen auf die Medizinbranche, welche die britischen Unternehmen stärker treffen werden (z. B. Astra-Zeneca). Dieser Sektor ist vom Handel auf dem EU-Binnenmarkt abhängig. Das Problem bei dem Austritt Großbritanniens aus der EU besteht für die Pharmaindustrie hauptsächlich darin, dass die britischen Medikamente nach dem Austritt nicht mehr ohne Weiteres in der EU zugelassen werden. Infolge eines erforderlichen Zulassungsverfahrens könnten wichtige Medikamente gegebenenfalls nicht mehr auf dem europäischen bzw. britischen Markt angeboten werden. Für die Pharmaindustrie bedeuten die Wiedereinführung von Zöllen und teure Zulassungsverfahren für den Vertrieb von Medikamenten eine zweifache Belastung. Als Mitgliedstaat der EU exportierte das Vereinigte Königreich monatlich 45 Millionen Medikamente in die EU und importierte zugleich 37 Millionen Medikamente aus der EU. Auch in diesem Sektor würden Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuern sowie Grenzkontrollen die Just-in-time-Lieferketten zwischen der EU und Großbritannien verzögern oder auch durchbrechen. Starke Verzögerungen bei Grenzübergängen könnten dazu führen, dass leicht verderbliche Impfstoffe oder Medikamente nicht mehr verwendet werden können (Bert/ Leitel 2019). Die Europäische Arzneimittel-Agentur „EMA“ – die europäische Zulassungsbehörde für Arzneimittel – hat auch ihren Sitz 2019 in die EU verlagert. Nun warnen einige Unternehmen der chemischen Industrie vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexits. Die Chemieindustrie beliefert viele andere Wirtschaftssektoren wie z.B. die Bau- oder Automobilindustrie. Beschränkungen der Chemiewirtschaft würden zu Engpässen oder zu Ausfällen in der gesamten Lieferkette führen (Leitel 2019).

Laut der Bertelsmann Stiftung senke ein Austritt aus der EU das reale Bruttoinlandsprodukt der Briten. „Je nach Ausmaß der handelspolitischen Abschottung Großbritanniens könnte das reale Bruttoinlandsprodukt („BIP“) je Einwohner im Jahr 2030 zwischen 0,6 % und 3 % geringer ausfallen als bei einem Verbleib in der EU“.

Bei einem weichen Austritt würde das BIP im Gegensatz zum Jahr 2014 um 220 Euro je Einwohner sinken, bei einem harten Brexit hingegen um 1.025 Euro pro Kopf. Durch die Schwächung des Finanzzentrums London könnten die BIP-Einbußen im ungünstigsten Szenario sogar bei bis zu 14 % liegen (Petersen 2015). Auch der Wegfall der EU-Haushaltszahlungen würde die wirtschaftliche Einbuße nicht ausgleichen. Berechnungen des Europäischen Instituts für Internationale Wirtschaftsbeziehungen („EIIW“) ergeben bei einem harten Brexit einen langfristigen Verlust von ca. 270 Mrd. Euro an Einkommenswachstum beim Nationaleinkommen im Vergleich zum Kalenderjahr 2016. „Das Vereinigte Königreich wird kurzfristig einen Realeinkommensverlust von 1-2 % erleiden, langfristig von 3-10 %, wobei der untere Wert lediglich in dem Fall zu erwarten ist, wenn es zu günstigen Vereinbarungen kommt, die den Zutritt zum EU-Binnenmarkt gewährleisten“ (Welfens 2017, S.265).

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Ende der Leseprobe aus 85 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen des Brexits auf die europäische Zusammenarbeit im Hinblick auf Mitarbeiterentsendungen
Untertitel
Eine Analyse der Zusammenarbeit im Nachgang des Brexits
Hochschule
Hochschule Bremen
Note
2,4
Autor
Jahr
2020
Seiten
85
Katalognummer
V1007542
ISBN (eBook)
9783346392077
ISBN (Buch)
9783346392084
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brexit, EU, Großbritannien, Mitarbeiterentsendung, Austrittsszenarien, Expatriate Management, Auslandsentsendung, Entsendung, EU- Recht, Entsendungsarten, Entsenderichtlinie, Arbeitnehmerfreizügigkeit, EFTA, bilaterale Verträge, EU-Binnenmarkt, Binnenmarkt, Austritt, CETA, Zollunion, Handelsabkommen, Verhandlungen, Brexit-Ausstiegsszenarien, EWR
Arbeit zitieren
Bachelor of Engineering Lamia Ramadan (Autor), 2020, Auswirkungen des Brexits auf die europäische Zusammenarbeit im Hinblick auf Mitarbeiterentsendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007542

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