Die Lerntheorien des Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus im Vergleich. Mögliche Synergien und Widersprüche von erfolgreichem Lernen


Essay, 2020

14 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Lernen
2.2 Lerntheorien
2.2.1 Behaviorismus
2.2.2 Kognitivismus
2.2.3 Konstruktivismus

3 Gegenüberstellung der Lerntheorien sowie mögliche Synergien und Widersprüche von erfolgreichem Lernen

4 Fazit

III. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: (Pawlowischer Hund, 2019): Dax: Pawlowsche Hunde - oder die Vorfreude der Algos auf den Weihnachtsmann <https://finanzmarktwelt.de/dax-pawlowsche- hunde-oder-die-vorfreude-der-algos-auf-den-weihnachstmann-122581> (2019-04- 05)[Zugriff 2020-05-22]

1 Einleitung

Von Geburt an macht jeder Mensch ständig neue Erfahrungen. Im gesamten Leben finden fortlaufend Lernprozesse statt.

Säuglinge lernen beispielsweise sehr schnell, wie sie ihre Bedürfnisse mitteilen können. Lernen geschieht bei Menschen bewusst und unterbewusst. Bewusst, z. B. in einer Vorlesung und unterbewusst z. B: bei dem Erlenen von Krabbeln bei Kleinkindern. Die Sinneseindrücke werden immer selektiert sowie bewertet.

Aufgrund dessen wird nicht alles vom menschlichen Gehirn gespeichert.

Beginnend mit der Begriffsbestimmung von „Lernen" und „Lerntheorien" werden auch die drei Lerntheorien Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus in diesem Scientific Essay vorgestellt sowie gegenübergestellt. Abschließend werden mögliche Synergien und Widersprüche in den unterschiedlichen Vorstellungen von erfolgreichem Lernen beleuchtet.

2 Hauptteil

2.1 Lernen

„Lernen ist ein Prozess, durch den Verhalten aufgrund von Interaktionen mit der Umwelt oder Reaktionen auf seine Situation relativ dauerhaft entsteht oder verändert wird, wobei auszuschließen ist, dass diese Änderung durch angeborene Reaktionsweisen, Reifungsvorgänge oder vorübergehende Zustände des Organismus (Ermüdung, Rausch oderähnliches) bedingt sind."1

Lernen hat viele Fassetten. Es ist nicht nur ein Erwerb von Wissen und Kenntnissen, sondern vielmehr ein Prozess, der Veränderungen verursacht.2

Dieser Prozess basiert immer auf einer Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt.3

Lernen ist somit durch Aneignung der menschlichen Kultur und Aufbau einer Persönlichkeit ein individueller Lebensweg.

Da Lernen ein vielschichtiger Prozess ist, gibt es viele Definitionen von Lernen. Hierzu kann man zusammenfassen, dass Lernen eine Veränderung im Verhalten eines Menschen ist, welche auf Erfahrungen beruht und nicht genetisch veranlagt ist.

Es ist also ein beobachtbarer Prozess durch Veränderungen von kognitiven oder emotionalen Reaktionen.4

2.2 Lerntheorien

(Elementar wichtig für das Verständnis von Lernen und für die Umsetzung von anschließendem, erfolgreichen Lernen sind die Lerntheorien, welche aus der Lernpsychologie hervorgehen.

Mit Lerntheorien werden die bereits genannten Verhaltensänderungen erklärt, Voraussagen getroffen und neue Erkenntnisse über den Lernvorgang gewonnen.5 Lerntheorien sind Versuche, welche die Kenntnisse über das Lernen komprimieren und systematisieren.6 Es gibt drei Lerntheorien, welche sich in folgende Bereiche unterteilen: Reiz-Reaktionslernen (Behaviorismus), Problemlösen (Kognitivismus) und das Konstruieren (Konstruktivismus).

All diese Theorien haben einen interaktiven Hintergrund, was bedeutet, dass die Lernenden mit der Umwelt in Interaktion treten und sich beides gegenseitig beeinflusst.

2.2.1 Behaviorismus

Als wissenschaftliches Faktum des Behaviorismus gilt ein beobachtbares äußeres Verhalten. Bewusstseinsprozesse als Bedingung für menschliches Verhalten werden ausgeschlossen.7

„Das Endziel einer behavioristischen Psychologie ist es, Gesetze abzuleiten, die die Beziehungen zwischen den verschiedenen dem Verhalten vorausgehenden Bedingungen (Reizen), dem Verhalten (Reaktionen) und den Konsequenzen (Belohnung, Bestrafung oder neutralen Effekt) erklären.^

Das Verhalten wird nach offenem und verdecktem Verhalten kategorisiert, d.h. beobachtbar und nicht beobachtbar. Bei der behavioristischen Auffassung wird angenommen, dass der Mensch ein unbeschriebenes Blatt und passiv ist. Untersucht wird im klassischen Behaviorismus nur das offene Verhalten.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts sorgte Burrhus Frederic Skinner, welcher den Begriff „operante Konditionierung“ prägte, für eine intensive Auseinandersetzung mit den behavioristischen Ansätzen. Er untersuchte erstmals das verdeckte Verhalten. Skinner versteht unter einer Verstärkung einen Reiz, welcher das Auftreten einer Reaktion unterstützt.9 Grundlage für Skinners operante Konditionierung ist die von Iwan Pawlows klassische Konditionierung, d.h. das Stimulus-Response-Modell, welches auch als Grundlage für den Behaviorismus an sich dient. Ausgangspunkt der Forschung war die Erkenntnis, dass bei einigen Hunden, welche längere Zeit im Labor waren, der Anblick von Tierfutter ausreichte, um die Speichelproduktion in Gang zu setzen.

Das Pulver/Futter ist der Reiz (stimulus) und als Reaktion (response) tritt der Speichelfluss des Hundes ein.

Pawlow führte bei der Nahrungsaufnahme, d.h. wenn er das Pulver bereitstellte, einen neuen neutralen, für das Tier unbekannten Reiz ein - ein Klingeln mit einer Glocke. Dies stellt die Konditionierung und den Lernprozess dar, den der Hund vollführte. Wenig später konnte Pawlow beobachten, dass der Speichelfluss des Hundes schon einsetzte, wenn er nur mit der Glocke klingelte, ohne dass er das Pulver hinstellte. Der Hund reagiert demzufolge auf einen Reiz mit Speichelfluss, auf den er zuvor nicht mit Speichelfluss reagierte (das einfache Klingeln der Glocke).10

Das Futter wird als „unkonditionierter Reiz" bezeichnet, die natürliche Speichelproduktion als „unkonditionierte Reaktion". Beides zusammen bezeichnet man als „Reiz-Reaktions-Einheit".

Das Klingeln bei der Fütterung wird als „konditionierter Stimulus" bezeichnet, welcher eine „konditionierte Reaktion" (Speichelfluss) hervorruft.

Wird ein konditionierter Reiz also oft genug mit dem unkonditionierten kombiniert, genügt schon der konditionierte, um vergleichbare Reaktionen auszulösen.

Abbildung 1: Der Pawlowsche Hund

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: <https://finanzmarktwelt.de/dax-pawlowsche-hunde-oder-die-vorfreude-der- algos-auf-den-weihnachstmann-122581> (2019-04-05) [Zugriff 2020-05-22]

Der Erfolg der klassischen Konditionierung hängt davon ab, wie eindeutig der konditionierte Reiz ist.

Das Operante Konditionieren nach Burrhus F. Skinner basiert auf Lernen durch Verstärkung und Bestrafung. Hierbei werden angenehme Konsequenzen bei adäquatem Verhalten herbeigeführt und unangenehme Konsequenzen durch adäquates Verhalten beseitigt. Wird ein Verhalten häufiger ausgeübt, kann eine positive Verstärkung (z. B. eine positive Konsequenz) durch z. B. Lob am Arbeitsplatz geäußert werden.

Wird aufgrund des Verhaltens bestraft, wird das Verhalten seltener und eventuell durch eine negative Bestrafung verstärkt (angenehme Konsequenz fällt weg), wie z. B., dass der Führerschein eingezogen wird.

Kleine Lernfortschritte werden durch das behavioristische Modell gefördert und es hilft beim Einüben von verstehensunabhängigen Fakten oder Grundlagen.11 Daraus ergibt sich wiederum, dass der Lehrende den Inhalt festlegt und nur wenig auf individuelle Bedürfnisse und Interessen der Lernenden eingegangen werden kann. Somit wird keine Individualität, Eigenverantwortung und auch kein selbstgesteuerter Lernprozess gefördert.12

2.2.2 Kognitivismus

Der Kognitivismus findet in der Lernpsychologie Anwendung und stellt eine Abgrenzung zu den Lerntheorien des Konstruktivismus und Behaviorismus dar, da er im Gegensatz zum Behaviorismus davon ausgeht, dass zwischen dem Reiz und der Reaktion eine Verarbeitung von Informationen stattfindet. Er bezieht sich hauptsächlich auf die Gestaltungspsychologie und beschäftigt sich eher weniger mit Reaktionen und Reizen. Unter anderem betrachtet er weitergehende Aspekte des Lernens wie das Vorwissen, das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit, das Problemlösen, das Entscheidungsverhalten, sowie die Motivation, Wahrnehmung und Informationsverarbeitung, welche eine große Rolle für das Lernen spielen.13 Die Psychologie des Kognitivismus beschäftigt sich also mit höheren kognitiven Prozessen.

Bei einer kognitivistischen Auffassung spricht man von einem aktiven Menschen, welcher Informationen aufnehmen, verarbeiten, speichern und anwenden kann. Das Lernen findet hauptsächlich durch Einsicht statt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Lerntheorien des Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus im Vergleich. Mögliche Synergien und Widersprüche von erfolgreichem Lernen
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Kompetenz- und Selbstmanagement
Note
1,7
Jahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V1007716
ISBN (eBook)
9783346398567
ISBN (Buch)
9783346398574
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lerntheorien, Lernen, Behaviorismus, Kognitivismus, Konstruktivismus, Synergien, Widersprüche, erfolgreiches Lernen, Kompetenz, Selbstmanagement, Kompetenz und Selbstmanagement, FOM, FOM Hochschule, Marketing und Digitale Medien, Fazit, Gegenüberstellung, Abbildungen
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Anonym, 2020, Die Lerntheorien des Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus im Vergleich. Mögliche Synergien und Widersprüche von erfolgreichem Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007716

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