Auswirkung von Smartphones und sozialen Medien auf die psychische Gesundheit nach der Mood-Management Theorie von Dolf Zillmann


Akademische Arbeit, 2019

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage
2.1 Die Mood-Management Theorie nach Dolf Zillmann
2.2 Forschungsstand

3. Methodik
3.1 Quantitative Forschung anhand einer Online-Befragung
3.2 Angewandte Methodik

4. Angenommene Ergebnisse

5. Fazit

Abstract

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit behandelt die Frage, ob die dauerhafte Nutzung von Smartphones und sozialen Medien Auswirkungen auf die Psyche des Menschen hat.

Als Grundlage hierfür wird die Mood-Management Theorie nach Dolf Zillmann ausführlich erklärt. Außerdem wird der aktuelle Forschungsstand in Bezug auf die Thematik aufgeführt. Der Antwort auf die Forschungsfrage soll durch die quantitative Forschung anhand einer Online-Befragung nähergekommen werden, weshalb zunächst die Methodik im Allgemeinen und daraufhin auf das Thema bezogen dargestellt wird. Anhand der angenommenen Ergebnisse werden Zusammenhänge zwischen der intensiven Nutzung und der Beeinträchtigung der Psyche herausgestellt. Die Hypothesen, die hierbei abgeleitet werden bieten die Grundlage für weitergehende Forschung.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bitkom Research (2018). Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland in den Jahren 2009-2018. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/198959/umfrage/anzahl-der-smartphonenutzer-in-deutschland-seit-2010/ zuletzt eingesehen am 21.01.2019

Abbildung 2: Lehnen, J. (2017). Einordnung von internetgestützten Umfragen. In: Integration von Lead Usern in die Innovationspraxis. S.85. Wiesbaden: Springer.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 : Spitzer, M. (2017). Auszug: Übersicht zu den gesundheitsrelevanten Risiken und Nebenwirkungen des übermäßigen Smartphone-Gebrauchs. S.310-311. München: Droemer.

Tabelle 2: Jährig, I., Gather, A. & Schade F. (2016). Beispiel der Likert-Skala und des Schulnotensystems. https://bibliotheksportal.de/ressourcen/management/marketing-baukasten/marktanalyse/primaerforschung/quantitative-befragung/ zuletzt eingesehen am 23.01.20

1. Einleitung

Der Großteil der Gesellschaft besitzt heutzutage ein Smartphone und nutzt damit verschiedene Plattformen der sozialen Medien. Ob in der Bahn auf dem Weg nach Hause, im Restaurant beim Warten auf die Bestellung oder sogar während Gesprächen; Menschen nutzen ihr Smartphone in verschiedensten, alltäglichen Situationen. Dabei geht es um den Austausch von Informationen, Unterhaltung und die Aufrechterhaltung des zwischenmenschlichen Kontakts. Das klingt zunächst positiv, da es grundlegende, menschliche Bedürfnisse bedient. Doch die Frage, die sich daraus ergibt, lautet: Hat die dauerhafte Nutzung von Smartphones und sozialen Medien Auswirkungen auf die psychische Gesundheit?

Um dem Thema näher zu kommen, gilt es zunächst die Mood-Management Theorie nach Dolf Zillmann darzustellen. Diese dient als Grundlage der Forschung. Daraufhin wird der aktuelle Forschungsstand präsentiert. Danach wird die Methodik der quantitativen Forschung erläutert und besonders auf die Online-Befragung eingegangen. Als Nächstes wird die Methodik auf das Thema angewendet, wobei Forschungsfragen aufgestellt und weitere relevante Aspekte der Untersuchung aufgeführt werden. Im Anschluss werden die angenommenen Ergebnisse präsentiert und verschiedene Hypothesen abgeleitet. Den Schluss dieser wissenschaftlichen Arbeit bildet das Fazit.

Gleichzeitig mit der, in der in Anzahl und Dauer steigenden Nutzung von Smartphones und sozialen Medien, wächst die Relevanz, dass sich die Forschung mit diesem Thema auseinandersetzt. Untersuchungen auf diesem Gebiet zu betreiben ist für die Psychologie existenziell, da in Zukunft Smartphones und soziale Medien weiterhin stark genutzt werden.

Aus der aktuellen Relevanz der Thematik entspringt meine persönliche Motivation, mich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Es betrifft mich persönlich, ebenso mein soziales Umfeld, ob Familie, Freunde oder Kommilitonen. Deshalb ist es von großer Bedeutung genaueres über die Auswirkungen der intensiven Nutzung des Smartphones und der sozialen Medien herauszufinden.

2. Theoretische Grundlage

2.1 Die Mood-Management Theorie nach Dolf Zillmann

Im Jahr 1988 begründet der US-amerikanische Forscher Dolf Zillmann seine Stimmungsregulierungstheorie namens Mood Management Theory (vgl. Wirth und Schramm, 2006, S.61, zit. nach Maulhardt, 2013, S.4). Diese besagt, dass der Konsument der Medien seine Stimmung durch die spezifische Wahl der Inhalte reguliert (vgl. Zillmann, 1988a, S.327, zit. nach Maulhardt, 2013, S.4). Außerdem geht sie von der grundlegenden Annahme aus, dass der Mensch ein hedonistisches Wesen ist. Das bedeutet, dass das Individuum stets nach positiven Erfahrungen und Stimmungen strebt und gleichzeitig ungünstige Zustände und leidvolle Erfahrungen vermeiden will (vgl. Zillmann, 1988a, S.328, zit. nach Maulhardt, 2013, S.5).

Als Stimmung wird die körperlich-psychische Gesamtverfassung eines Individuums bezeichnet. Einflüsse aus der direkten Umwelt wirken unmittelbar auf diese Stimmung ein. Dies können Reize, wie die Jahreszeit und das Wetter, aber auch physische Faktoren, wie Ernährung, Sport oder Schlafmangel sein (Stangl, 2019).

Der Ausgangspunkt der Theorie ist das Individuum mit seiner jeweiligen Stimmung. Dieses wählt beliebig ein Medienangebot aus und registriert unbewusst, ob diese Wahl sich positiv oder negativ auf seine Stimmung auswirkt. Dient die Wahl dem hedonistisch motivierten Ziel, die Stimmung zu verbessern, so greift der Rezipient in Zukunft auf ähnliche Medieninhalte zurück (vgl. Zillmann, 1988b, S.149f, zit. nach Maulhardt, 2013, S.5).

Damit die Gemütslage weitestgehend positiv beeinflusst wird, kontrolliert das Individuum seine Umwelt und gestaltet diese nach seinen Ansprüchen und Präferenzen.

Das gesamte Medienangebot ist ein Teil dieser Umwelt. Aus dem Grund, dass der Mensch einen direkten Einfluss darauf hat, welche Angebote er wahrnimmt und konsumiert, gestaltet sich die Kontrolle und die Manipulation der besagten Umgebung leicht (vgl. Zillmann, 1988b, S.147f, zit. nach Maulhardt, 2013, S.4).

Ein weiterer wichtiger Aspekt, worauf sich die Mood-Management Theorie bezieht, ist das Erregungspotenzial von Medien. Demnach wählen Personen, deren Stimmung als gelangweilt beschrieben werden kann, Medieninhalte aus, die sie erregen und entgegen der Langeweile wirken. Im Gegensatz dazu wählen Menschen, die vergnügt oder gestresst sind (genügend stimuliert) Medieninhalte aus, die ein geringes Erregungspotenzial aufweisen (vgl. Zillmann 1988a, S.331; Oliver 2003, S.87, zit. nach Maulhardt, 2013, S.6).

2.2 Forschungsstand

Das Smartphone und die Nutzung sozialer Medien sind Teile der digitalen Revolution, die erst vor kurzem begann. Demnach sind die Forschung und die dazugehörigen Ergebnisse bei weitem nicht derartig umfangreich, wie bei anderen Themen in der Psychologie. Trotzdem gibt es diverse Studien und Bücher, die Teile der Antwort auf die Frage, ob die dauerhafte Nutzung von Smartphones und sozialen Medien Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat, bieten.

Im Jahr 2007 kam das erste Smartphone auf den Markt, jedoch hat sich das Gerät in Deutschland rasant verbreitet (Montag, 2018). Waren es im Jahr 2009 lediglich 6,31 Millionen Deutsche, die ein Smartphone besaßen, so sind es Anfang 2014 bereits 40,4 Millionen. Die Tendenz steigt über die Jahre dauerhaft und mit der letzten Erhebung im Jahr 2018 erreicht die Anzahl, mit 57 Millionen Besitzern in Deutschland, ihren Höhepunkt. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland in den Jahren 2009-2018 (in Millionen), Statista 2018

Gleichzeitig mit der ansteigenden Zahl der Smartphone Besitzer steigt auch die Zahl derer, die soziale Medien nutzen. Beispielsweise hat die Plattform Facebook inzwischen monatlich 32 Millionen aktive Nutzer und Instagram zählt 17 Millionen. Den Messenger-Dienst Whats-App verwenden sogar 40 Millionen Menschen wöchentlich, davon 34 Millionen täglich (Kontor4, 2018).

Das Wissen um die Höhe dieser Zahlen ist grundlegend relevant, da es die Anzahl der potenziell von Auswirkungen betroffenen Individuen darstellt.

Die Schlafstörung ist eine der bereits wissenschaftlich nachgewiesenen Auswirkungen der Nutzung von Smartphones und sozialen Medien (Spitzer, 2017).

Stimulierende Inhalte zu später Stunde, das Licht der Bildschirme und Muskelverspannungen, die durch die lange Nutzung der elektronischen Geräte entstehen, sind Ursachen für das Aufkommen dieses Problems (Spitzer, 2017). Manfred Spitzer erklärt, dass es hierbei „um verschiedene Mechanismen geht, die sich in ihrer Wirkung addieren können“ (Spitzer, 2017, S.275). Zum Begriff Schlafstörung zählen auch „späteres Einschlafen, eine kürzere Schlafdauer und ein öfter gestörter Schlaf“ (Spitzer, 2017, S.264).

Während des Schlafs regeneriert sich das Gehirn, verarbeitet Informationen die im Laufe des Tages gesammelt wurden, verknüpft diese mit bereits erlerntem Wissen und verfestigt noch instabile Gedächtnisspuren (Spitzer, 2017). Schläft der Mensch nicht ausreichend, kann das Gehirn die genannten Funktionen nicht in vollem Maße ausüben. Dies führt auf Dauer zur Beeinträchtigung der Konzentration und der Fähigkeit zu Lernen. Außerdem verringert Schlafmangel die „kognitive Leistungsfähigkeit in den Bildungseinrichtungen und am Arbeitsplatz“ (Spitzer, 2017, S. 283). Zudem beeinflusst ein Schlafdefizit die Stimmung negativ, was wiederum die Entstehung von Ängsten und Depressionen begünstigt (Poser, 2018).

Eine weitere Auswirkung der Nutzung des Smartphones und sozialer Medien nennt sich „FoMO“, „The Fear of Missing Out“, die Angst etwas zu verpassen. Bereits 1996 benennt Dr. Dan Herman dieses Phänomen. Diese Angst, die einer dauerhaften, innerlichen Unruhe gleicht, entsteht aufgrund des unendlichen Angebots an Möglichkeiten, welches die digitale Welt anbietet. Das Individuum ist gezwungen Entscheidungen zu treffen und empfindet Angst, dass es sich falsch entscheidet. Hinzu kommt der ständige Vergleich zum Leben, beziehungsweise zu den Fotos aus dem Leben der anderen Nutzer. Das führt dazu, dass das Individuum sein eigenes Leben als langweilig empfindet und sich gleichzeitig unter Druck gesetzt fühlt, sich möglichst interessant zu präsentieren (Poser, 2018). Passend hierzu stellt Alice G. Walton in ihrem Artikel „6 Ways Social Media Affects Our Mental Health“, dass die intensive Nutzung von sozialen Medien Eifersucht und Neid erzeuge „studies have certainly shown that social media use triggers feelings of jealousy“ (Walton, 2017). Auch Spitzer führt Eifersucht, Missgunst und Neidgefühle als Folgen auf (Spitzer, 2017).

Der Mensch ist ein soziales Wesen mit dem Grundbedürfnis in eine Gemeinschaft eingebunden zu sein. Zudem hat er das Verlangen nach Unterhaltung und einer Beschäftigung für die Freizeit. Soziale Plattformen, wie Facebook erzeugen die Illusion einer Zugehörigkeit und im Moment der Nutzung fühlt sich das Individuum dabei wohl und unterhalten. Jedoch wird das Bedürfnis nicht wirklich befriedigt, weshalb die Plattform stärker genutzt wird. Der langfristige Effekt der Bedürfnisbefriedigung bleibt aus. Daraus resultieren Ängste und emotionaler Stress. Um wiederum diese zu bekämpfen, nutzt der Mensch das Smartphone noch häufiger. Tritt dieser Fall ein, wird die Nutzung als problematisch eingestuft und man spricht von suchtartigen Symptomen (Spitzer, 2017). Von einer Sucht spricht man, „wenn ein signifikant krankhaftes Verhalten vorliegt und zudem der Betroffene und/oder dessen Umgebung darunter leidet“ (Spitzer, 2017, S.112). Die Smartphone-Sucht gehört in die Kategorie der nicht-stoffgebundenen Suchterkrankungen, wie zum Beispiel die Glücksspielsucht und die Internetsucht (Spitzer, 2017).

In Bezug auf den übermäßigen Gebrauch des Smartphones gibt es viele Studien mit einer geringen Anzahl von Teilnehmern. Vergleicht man jedoch die Ergebnisse, ist festzustellen, dass diese in verschiedenen Ländern deutliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Das Werk von Manfred Spitzer enthält zahlreiche dieser Studien, von denen im Folgenden drei aufgefasst werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Auszug aus der Übersicht zu den gesundheitsrelevanten Risiken und Nebenwirkungen des übermäßigen Smartphone-Gebrauchs (Spitzer, 2017, S.310-311)

Auffällig ist, dass depressive Symptome beziehungsweise Depressionen Teile jedes Ergebnisses der Untersuchungen sind. Diese Krankheit bringt diverse Symptome mit sich. Der Betroffene empfindet eine gedrückte Grundstimmung und eine stärkere Müdigkeit. Er verspürt Ängste, innere Unruhe und Verzweiflung. Zudem sind ein vermindertes Selbstwertgefühl und Hoffnungslosigkeit im Gedanken an die Zukunft, Zeichen einer Depression (Keck, 2017).

Alle aufgeführten Folgen der intensiven Nutzung von Smartphones und sozialen Medien bedürfen einer professionellen Behandlung, da sie die psychische Gesundheit des Betroffenen problematisch beeinträchtigen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Auswirkung von Smartphones und sozialen Medien auf die psychische Gesundheit nach der Mood-Management Theorie von Dolf Zillmann
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Köln
Note
2,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V1007870
ISBN (eBook)
9783346394903
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Smatphones, psychische Gesundheit, soziale Medien
Arbeit zitieren
Carolin Hahnen (Autor), 2019, Auswirkung von Smartphones und sozialen Medien auf die psychische Gesundheit nach der Mood-Management Theorie von Dolf Zillmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007870

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