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Sprachpolitik der Ukraine. Analyse der Sprache und Sprachpolitik unter dem Aspekt der politischen Instrumentalisierung seit 1991

Titel: Sprachpolitik der Ukraine. Analyse der Sprache und Sprachpolitik unter dem Aspekt der politischen Instrumentalisierung seit 1991

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexija Kraft (Autor:in)

Russistik / Slavistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit behandelt die Sprachpolitik der Ukraine seit dem Maidan 2014, insbesondere das Russische. Dabei wird ein historischer Überblick gegeben.

Während die ukrainophone Bevölkerung der Ukraine stets die Sprache als eine Frage der Staatssicherheit sah, so scheint es, sah die russischsprachige Bevölkerung stets eine Verbindung zu ihrer Kultur und Geschichte. Trotz eines Sprachanteils von 30-40% ist Russisch seit 1991, der Unabhängigkeit der Ukraine, keine Amtssprache mehr. Ab 2012 wurde die russische Sprache als Amtssprache in einigen Regionen der Ukraine etabliert, allerdings ist dies aktuell nicht mehr der Fall.

Aus diversen Zeitungsartikeln geht hervor, dass die Sprache und Sprachpolitik in der Ukrainer stets für Diskussionen sorgte, jedoch nie zu einer totalen Spaltung zweier Lager (ukrainisch und russisch) führen sollte, so die Prognosen Anfang des 21. Jahrhunderts. Nicht die Sprache allein, viel mehr politische Interessen und Identitäten, welche aufeinander prallten, sorgten für die orangene Revolution 2014, bei der es durchaus zu einer solchen Spaltung kam. Aktuell sieht man -aus Sicht der Soziologie- deutlich, dass die Ukraine in einer Identitätskrise zu sein scheint. Das Volk ist in sich uneinig, die Politik häufig nicht transparent und vollkommen unterschiedlich bewertbar. Radikal formuliert, stehen Russophoben Russophilen gegenüber. Dies ergibt sich, da in der Politik häufig Russland als Aggressor und Nachrichten polarisierend erscheinen, allerdings auch, da gerade Sprache ein identitätsbildendes Organ ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachpolitik - Politikum Sprache

2.1 Sprachpolitischer Mehrwert

2.2 Sprachpolitik in der Wirtschaft

3. Kultur und Identität im Sprachbezug

4. Sprache und Sprachpolitik in der Ukraine

4.1 Gesetze zur Amtssprache 1924-1991

4.2 Die Amtssprache Ukrainisch

5. Beurteilung der ukrainischen Sprachpolitik und ihre Kritik

5.1 Der Vorwurf der Diskriminierung

5.2 Die kollektive Identität der russophonen Ukrainer

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachpolitik in der Ukraine unter dem spezifischen Aspekt der politischen Instrumentalisierung seit 1991. Ziel ist es, zu analysieren, wie Sprache als identitätsbildendes und politisches Werkzeug eingesetzt wird und welche Konfliktpotenziale sich daraus zwischen ukrainophon und russophon geprägten Bevölkerungsteilen ergeben.

  • Sprachpolitik als Instrument der nationalen Identitätsbildung
  • Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Amtssprache seit 1991
  • Diskussion über Diskriminierungsvorwürfe gegenüber Minderheitensprachen
  • Die Rolle des Russischen im Kontext nationaler Sicherheit und politischer Krisen
  • Wirtschaftliche und soziale Implikationen der Sprachwahl

Auszug aus dem Buch

5.1 Der Vorwurf der Diskriminierung

Mit diesem Gesetz und der Sorge um die “russische fünfte Kolonne in der Ukraine” (Pastuchov 2019) ist es offensichtlich, dass sich die Unruhen im Land steigern könnten. Die Modifikationen seit 2019 sorgen auch bei einigen Politikern für Unmut, so auch bei Maksim Bužanskij, Parteimitglied Sluga naroda (Слуга Народа; Diener des Staates). Dieser erwähnt in diversen Interviews mehrfach, dass der Übergang zur Ukrainischen Sprache und vor allem die staatliche Vorgehensweise hierbei diskriminierend seien. Dabei bezieht er sich unter Anderem auch auf das Gesetz Über die Medien, welches am 29. Mai 2020 dem Parlament in seiner End- sowie aktuellen Fassung vorlag.

Zu dem Gesetz von 2019 Über die Amtssprache drückt Bužanskij bereit 2018 seine Hoffnung auf ein faires und nicht-diskriminierendes Gesetz aus. Er hofft, das Gesetz, welches den Beschluss von 2012 ablöst “balanciert” sein werde und die Rechte aller schütze, wie er im Interview mit dem Fernsehsender newsone in der Nachrichtensendung vom 01.07.2018 erklärt. Er sähe die Gefahr der Diskriminierung von allen Minderheitensprachen in der Ukraine. Diese seien laut ihm nebst dem Russischen ebenso das Polnische, Ungarische, Armenische und weitere. (Bužanskij 2018)

Если мы строим современное, европейское государство - у нас нет понятий украинская нация. У нас есть понятие многонациональный украинский народ, который представлен и украинским, венгерским, польским, греческим, армянским и всеми остальными, чьи права получать образование, госуслуги и так далее на любом языке защищенным в конституции. Государственным языком у нас является украинский. Хочешь быть представителем власти, учи украинский язык.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Rolle der Sprache als Identitätsmerkmal in der Ukraine und stellt die Forschungsfrage nach der politischen Instrumentalisierung des Ukrainischen und Russischen seit 1991.

2. Sprachpolitik - Politikum Sprache: Dieses Kapitel definiert den Begriff Sprachpolitik, untersucht den "sprachpolitischen Mehrwert" anhand historischer Beispiele und erläutert die Bedeutung von Sprache in der Wirtschaft.

3. Kultur und Identität im Sprachbezug: Hier wird die enge Verflechtung von Sprache, kollektiver Identität und sozialer Wirklichkeit theoretisch fundiert und als Kulturträger identifiziert.

4. Sprache und Sprachpolitik in der Ukraine: Dieses Kapitel analysiert die gesetzliche Entwicklung von den sowjetischen Konstitutionen bis hin zur Etablierung des Ukrainischen als einzige Amtssprache nach 1991.

5. Beurteilung der ukrainischen Sprachpolitik und ihre Kritik: Der Abschnitt diskutiert die Kritik an den Sprachgesetzen, insbesondere den Diskriminierungsvorwurf gegenüber russischsprachigen Bürgern und die Auswirkungen auf die kollektive Identität.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die aktuelle Situation als ein kompliziertes Konstrukt, in dem Sprache verstärkt als politisches Sinnbild genutzt wird, statt als integratives Element zu fungieren.

Schlüsselwörter

Sprachpolitik, Ukraine, Identität, Russisch, Ukrainisch, Diskriminierung, Minderheitensprachen, Sprachgesetz, Nationalstaat, Instrumentalisierung, Kultur, Sprachplanung, Amtsprache, Identitätskrise, Politik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die politische Nutzung der Sprache in der Ukraine seit der Unabhängigkeit 1991 bis zur Gegenwart.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören Sprachpolitik, Identitätsbildung, das Verhältnis zwischen ukrainophonem und russophonem Bevölkerungsteil sowie die rechtliche Entwicklung der Amtssprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die Sprache mit Hilfe der Sprachpolitik instrumentalisiert wurde und ob dies erfolgreich oder konfliktfördernd war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politik- und kulturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Identitätskonzepte mit der Untersuchung aktueller Gesetze und publizistischer Quellen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Definition von Sprachpolitik, den historischen Gesetzgebungen in der Ukraine sowie der kritischen Auseinandersetzung mit Diskriminierungsvorwürfen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sprachpolitik, Identität, Diskriminierung, nationale Sicherheit und ukrainische Sprachgesetzgebung charakterisieren.

Wie bewerten die zitierten Akteure, wie Bužanskij oder Pastuchov, die aktuelle Politik?

Sie kritisieren die Sprachgesetze oft scharf, da sie diese als politisches Instrument wahrnehmen, das eher zur Spaltung der Nation beiträgt und die Integration von Minderheiten erschwert.

Warum wird im Fazit ein Vergleich mit der Türkei oder Belgien gezogen?

Der Autor nutzt diese Länder als Beispiele, um aufzuzeigen, wie Sprachvielfalt auch als Bereicherung und nicht zwingend als Hürde für die nationale Identität gestaltet werden könnte.

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Details

Titel
Sprachpolitik der Ukraine. Analyse der Sprache und Sprachpolitik unter dem Aspekt der politischen Instrumentalisierung seit 1991
Hochschule
Universität Potsdam  (Slawistik)
Veranstaltung
Grenzregion Donbass
Note
1,3
Autor
Alexija Kraft (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V1008126
ISBN (eBook)
9783346395788
ISBN (Buch)
9783346395795
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachpolitik Ukraine
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexija Kraft (Autor:in), 2020, Sprachpolitik der Ukraine. Analyse der Sprache und Sprachpolitik unter dem Aspekt der politischen Instrumentalisierung seit 1991, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1008126
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Leseprobe aus  21  Seiten
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