Diese Arbeit untersucht, ob Crowdfunding die Zukunft der Fremdfinanzierung ist. Für ein besseres Verständnis zum Thema werden zunächst die Anfänge und die Entstehung des Crowdfundings beleuchtet, um anschließend auf seine verschiedenen Ausprägungsformen einzugehen. Besonderes Augenmerk liegt hier auf dem Crowdinvesting. Um dies zu überprüfen, wird im weiteren Verlauf die Finanzierung von Start-ups durch Crowdinvesting beleuchtet und die Anlageform des Crowdinvestings für Kleinanleger analysiert.
Die Suche nach einer geeigneten Finanzierungsform für ihr Start-up stellt junge Unternehmer in der heutigen Zeit vor große Probleme und Unsicherheiten. Das ist auch der Grund, weshalb die meisten Gründungen scheitern. Nicht aus Mangel an guten Ideen oder fehlendem Fachwissen, sondern am Kapitalbedarf und einem langfristigen Finanzierungsmodell. Eine klassische Finanzierung durch einen Bankkredit lässt sich spätestens seit der letzten Finanzkrise im Jahr 2008 nur noch schwer realisieren, da die Sicherheiten eines Start-ups in vielen Fällen, nicht zur Vergabe eines Kredits ausreichen.
Hinzu kommen zahlreiche andere Anforderungen und Regulationen, die erfüllt werden müssen, um das meist langwierige Verfahren zum Abschluss zu bringen und den Kredit zu erhalten. Eine Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Start-ups e.V. bestätigt das, und gibt an, dass eine Bankfinanzierung bei gerade einmal jeder fünften Unternehmensgründung infrage kommt. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich deshalb das Crowdfunding. Dabei beschafft sich ein Unternehmen, eine externe Finanzierung, indem es eine große Gruppe von Menschen als Hebel einsetzt, wobei jeder Einzelne einen relativ kleinen Geldbetrag zur Verfügung stellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Crowdfundings
2.1 Ursprung und Entwicklung
2.2 Begriffsbestimmung und Crowdfundingmodelle
2.2.1 Donation-based Crowdfunding
2.2.2 Reward-based Crowdfunding
2.2.3 Lending-based Crowdfunding / Crowdlending
2.2.4 Equity-based Crowdfunding / Crowdinvesting
2.3 Ablauf einer Crowdfunding Kampagne
3 Crowdinvesting als Anlagemöglichkeit für Kleinanleger
4 Crowdinvesting als Finanzierungsform für Startups
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Crowdfunding im Kontext eines anhaltend niedrigen Zinsniveaus und regulatorischer Veränderungen als zukunftsfähige Alternative zur klassischen Bankfinanzierung für Startups sowie als Anlagemöglichkeit für Privatanleger fungieren kann.
- Historische Entwicklung und Einordnung des Crowdfundings
- Systematisierung der verschiedenen Crowdfunding-Modelle
- Analyse des Crowdinvestings als Rendite- und Finanzierungsoption
- Prozessuale Darstellung einer Crowdfunding-Kampagne
- Evaluierung regulatorischer Rahmenbedingungen in Deutschland
Auszug aus dem Buch
2.1 Ursprung und Entwicklung
Die Geschichte des Crowdfunding, wie man es heute kennt, ist noch jung und als Finanzierungsform noch nicht so bekannt wie klassische Finanzierungsformen, wie beispielsweise der Bankkredit. Dennoch reicht es in seinen Grundzügen schon über 100 Jahre zurück. Der Aufbau der Freiheitsstatue in New York im Jahr 1885, gilt als das erste Crowdfunding Projekt der Welt. Im Zuge der Finanzkrise von 1873, konnte sich die Stadt New York, genauso wenig wie der Kongress der Vereinigten Staaten, auf eine Finanzierung einigen. Daraufhin startete Joseph Pulitzer, Herausgeber der Zeitung „The New York World“ und außerdem bekannt als Namensgeber des bekannten Journalisten Preises, einen Aufruf und forderte die New Yorker Bürger zum Spenden auf. Im Gegenzug sollten alle Namen der Finanzierenden in der Zeitung „New York World“ abgedruckt werden. Innerhalb von 6 Monaten kamen so insgesamt 102.000 US-Dollar zusammen und somit genug um den Aufbau der Statue of Liberty zu realisieren.6
Die Anfänge des Crowdfundings wie man es heute kennt, entstehen mit der Weiterentwicklung des Internets zum sogenannten Web 2.0. Zu Beginn des Internetzeitalters, ist dieses gekennzeichnet durch die einseitige Nutzung von Websites. Hier werden auf der einen Seite Inhalte erstellt und dann dem Nutzer auf der anderen Seite zur Verfügung gestellt, während zwischen den Beteiligten keinerlei Kommunikation besteht.7 Durch das neue Web 2.0 entwickelt sich das Internet jedoch weiter zu einer interaktiven Plattform, und auch die sozialen Netzwerke sind ein Teil davon. Charakteristisch für das Web 2.0 ist die Nutzerbeteiligung und die Kommunikation zwischen den Konsumenten, veränderliche Informationen und die Vernetzung von Intelligenz (Schwarmintelligenz). Das Web 2.0 wird deshalb auch weitläufig als Voraussetzung des Crowdfundings gesehen.8
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten von Startups bei der klassischen Bankfinanzierung und führt in das Thema Crowdfunding als alternative Finanzierungsmethode ein.
2 Grundlagen des Crowdfundings: Dieses Kapitel behandelt die historische Herkunft, die technologischen Voraussetzungen durch das Web 2.0 sowie die detaillierte Klassifizierung verschiedener Crowdfunding-Modelle und deren Ablauf.
3 Crowdinvesting als Anlagemöglichkeit für Kleinanleger: Hier werden die Chancen und Risiken für Privatanleger in Zeiten niedriger Zinsen sowie die Bedeutung der regulatorischen Rahmenbedingungen analysiert.
4 Crowdinvesting als Finanzierungsform für Startups: Das Kapitel erläutert, warum sich Crowdinvesting insbesondere für Unternehmen in fortgeschrittenen Phasen der Produktentwicklung als Finanzierungsinstrument eignet.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz des Crowdfundings als etabliertes Finanzierungskonzept zusammen und weist auf die Abhängigkeit von zukünftigen regulatorischen und wirtschaftlichen Entwicklungen hin.
Schlüsselwörter
Crowdfunding, Crowdinvesting, Crowdlending, Startups, Fremdfinanzierung, Niedrigzinspolitik, Finanzierung, Schwarmfinanzierung, Web 2.0, Kapitalmarkt, Kleinanleger, Regulierung, Investition, Risikokapital, Unternehmensfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Crowdfunding als Finanzierungsalternative für Startups und als Anlagemodell für private Investoren in einem Umfeld niedriger Zinsen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie, der Differenzierung verschiedener Crowdfunding-Modelle, der Analyse von Crowdinvesting für Kleinanleger sowie der Finanzierung von Startups.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Crowdfunding langfristig als Zukunft der Fremdfinanzierung angesehen werden kann.
Welche methodische Vorgehensweise liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung von Marktdaten basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?
Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Ausprägungen des Crowdfundings (Donation, Reward, Lending, Equity) sowie den typischen Prozess einer Kampagne und die regulatorischen Voraussetzungen in Deutschland.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Schlagworten zählen Crowdfunding, Crowdinvesting, Startups, Fremdfinanzierung und Niedrigzinspolitik.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Crowdlending und Crowdinvesting für Anleger wichtig?
Während beim Crowdlending ein verzinstes Darlehen im Vordergrund steht, partizipiert der Anleger beim Crowdinvesting durch ein Beteiligungsverhältnis am Erfolg oder an der Wertsteigerung des Unternehmens.
Welche Rolle spielen die regulatorischen Rahmenbedingungen wie das Kleinanlegerschutzgesetz?
Diese Gesetze definieren die Investitionsgrenzen für Privatanleger und beeinflussen damit maßgeblich die Attraktivität und Professionalisierung des Crowdinvesting-Marktes in Deutschland.
Wie hat das Internet (Web 2.0) das Crowdfunding ermöglicht?
Das Web 2.0 schuf durch Interaktivität und die Vernetzung von Akteuren die notwendige „Schwarmintelligenz“ und die Plattformen, die direkte Finanztransaktionen zwischen Crowd und Kapitalsuchenden erlauben.
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- Maximilian Huber (Author), 2021, Crowdfunding als Zukunft der Fremdfinanzierung? Niedrigzinspolitik und zunehmende Regulierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1008370