Diese Arbeit untersucht, ob der Einsatz digitaler Medien im Unterricht eine höhere Qualität im Lernprozess mit sich bringt. Das Ziel ist die theoretische Betrachtung digitaler Medien, ihrer Chancen und Risiken für den Berufsschulunterricht sowie deren Bedeutung für den Lernerfolg von SchülerInnen im Unterricht. Daher werden Untersuchungen wie die Auswertung von Studien oder die Darlegung von Chancen und Problemen zum digitalen Lernen im Unterricht vorgenommen.
Im zweiten Kapitel werden die Entwicklungen der Digitalisierung, in der schulischen Bildung sowie der neuen Medien erläutert. Des Weiteren wird die mediale Ausstattung deutscher Schulen auch in Hinblick auf den "DigitalPakt Schule" der Bundesregierung dargelegt. Insgesamt liefert dieses Kapitel ein reales Bild an Möglichkeiten und Problemen hinsichtlich der Nutzung von digitalen Medien.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse liefern die Basis für den empirischen Teil in Kapitel vier. Im Anschluss wird auf die beim Umgang mit neuen Medien benötigte Medienkompetenz eingegangen und diese erläutert. In diesem Zusammenhang soll gezeigt werden, welche Rolle der Begriff 'Medienkompetenz' beim medialen Einsatz spielt. Außerdem wird dargelegt, was genau Kompetenzen sind und wie diese legitimiert werden.
Die Digitalisierung durchdringt alle Lebensbereiche und ist präsenter denn je. Durch die rapiden Entwicklungen innovativer Technologien, wie Informations- und Kommunikationstechnologien in der Gesellschaft und der Arbeitswelt nimmt auch die Bedeutung der digitalen Medien in der Schule zu. Im öffentlichen Diskurs existieren unterschiedliche Meinungen zur Umsetzung digitaler Medien im Unterricht.
Neben Artikelschlagzeilen wie "neue Medien als Chance für einen zeitgemäßen Unterricht" oder "Digitales Lernen - Revolution im Klassenzimmer" sind auch viele kritische Artikel zu finden, die die Umsetzung durch fehlende mediale Ausstattung von digitalen Medien im Unterricht anzweifeln. Beispiele sind hier "Revolution sieht anders aus" oder "Berufsschulen sind offline".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Digitalisierung
2.1 Allgemeine Begriffsdefinition des Mediums
2.2 Entwicklung der Digitalisierung in der schulischen Bildung
2.3 Mediale Ausstattung in den Schulen
2.4 Neue Medien
2.4.1 Chancen neuer Medien
2.4.2 Risiken und Probleme
2.5 Medienkompetenz
3. Berufliche Bildung innerhalb der Berufsschule
3.1 Heterogenität und Lernfelder
3.2 Problemorientierter Unterricht
3.3 Handlungsorientierter Unterricht
4. Mehrwert digitaler Medien und Materialien
4.1 „Visible Learning“ - Hattie Studie
4.2 Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht?
4.3 Didaktischer Mehrwert
4.4 Mehrwert für die Lehrkräfte
5. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die theoretische Betrachtung digitaler Medien hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken für den Berufsschulunterricht sowie die Untersuchung ihrer Bedeutung für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern. Hierbei wird analysiert, wie durch den Einsatz digitaler Medien ein didaktischer Mehrwert in Lehr-Lernprozessen generiert werden kann.
- Grundlagen der Digitalisierung und mediale Ausstattung an Schulen
- Chancen und Risiken beim Einsatz neuer Medien
- Didaktische Konzepte in der beruflichen Bildung (Lernfelder, handlungsorientierter Unterricht)
- Empirische Untersuchung der Lerneffektivität digitaler Medien (Hattie-Studie)
- Mehrwert digitaler Medien für den Unterricht und die Lehrkräfte
Auszug aus dem Buch
4.1 „Visible Learning“ - Hattie Studie
Die Studie „Visible Learning“, die der neuseeländische Bildungswissenschaftler John Hattie 2009 veröffentlichte, hat auch heute noch große Bedeutung in der Debatte um Voraussetzungen und Bedingungen erfolgreichen Lernens in der schulischen Bildung. Sie ermittelt, welche Merkmale das Lernen in der Schule beeinflussen. Im Jahr 2013 wurde die Studie unter dem Titel „Lernen sichtbar machen“ durch Beywl und Zierer in die deutsche Sprache übersetzt.
Bei der Studie „Visible Learning“ handelt es sich um eine Meta-Meta-Analyse. Das bedeutet, dass in der Studie nur die Ergebnisse verschiedener Meta-Analysen im Vergleich betrachtet werden (vgl. Schaumburg, 2018, S. 28; Lotz & Lipowsky, 2015, S. 98).
Auf der Basis der Meta-Analysen ermittelt Hattie die oben genannten Effektstärken. Diese dienen als Skalierung und geben Auskunft darüber, wie stark der Einfluss einzelner Merkmale auf die Zielvariable (z.B die digitalen Kompetenzen) ist. Je höher die Effektstärke, desto größer die Einflussnahme des Merkmals. Negative Effektstärken mit d < 0 zeigen, dass ein Merkmal zu einem Rückgang der Leistungen führen kann. Eine Effektstärke d = 0 deutet weder auf eine positive noch eine negative Veränderung der Leistungen durch ein Merkmal hin. Ab einer Effektstärke von d ≥ 0,40 kann von einer erfolgreichen pädagogischen Maßnahme genauer gesagt einem Mehrwert gesprochen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung digitaler Medien in der Gesellschaft ein und stellt die Forschungsfrage zur Qualität des Lernprozesses durch den Einsatz neuer Medien.
2. Digitalisierung: Das Kapitel erläutert den Digitalisierungsbegriff, die Entwicklung in der Schule, die Ausstattungssituation sowie die medienpädagogischen Chancen, Risiken und Kompetenzanforderungen.
3. Berufliche Bildung innerhalb der Berufsschule: Hier werden die spezifischen Herausforderungen wie Heterogenität sowie didaktische Konzepte wie problemorientierter und handlungsorientierter Unterricht für die Berufsschule dargelegt.
4. Mehrwert digitaler Medien und Materialien: Dieses Kapitel untersucht auf Basis von Meta-Analysen, wie Hattie, die Lerneffektivität digitaler Medien und definiert Bedingungen für einen didaktischen Mehrwert sowie den Nutzen für Lehrkräfte.
5. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, relativiert die Erwartungen an pauschale Effekte digitaler Medien und diskutiert die Auswirkungen der Corona-Krise auf das digitale Lernen.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Berufsschule, digitale Medien, Medienkompetenz, Handlungsorientierter Unterricht, Lerneffektivität, Visible Learning, Didaktischer Mehrwert, Heterogenität, Lernfelder, Unterrichtskonzept, Mediale Ausstattung, Corona-Krise, Kompetenzentwicklung, Lehr-Lernprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Überlegungen zum Mehrwert digitaler Medien im Berufsschulunterricht und untersucht theoretisch sowie anhand von Studien deren Chancen, Risiken und Einfluss auf den Lernerfolg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernbereichen zählen die Digitalisierung der schulischen Bildung, Medienkompetenz, berufsschulspezifische Unterrichtskonzepte sowie die Wirksamkeit digitaler Medien im Vergleich zu traditionellen Lehrmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu hinterfragen, ob und unter welchen Bedingungen der Einsatz neuer Medien im Unterricht tatsächlich zu einer höheren Qualität im Lernprozess führt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Betrachtung und wertet vorhandene Studien sowie Meta-Analysen zur Wirksamkeit digitalen Lernens aus, um daraus Schlussfolgerungen für die Berufsschulpraxis abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen der Digitalisierung, Unterrichtskonzepte in der beruflichen Bildung, die Ergebnisse der Hattie-Studie zur Lerneffektivität und die Kriterien für einen didaktischen Mehrwert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Digitalisierung, Medienkompetenz, handlungsorientierter Unterricht, Lerneffektivität, didaktischer Mehrwert und Berufsschule charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Hattie-Studie für die Schlussfolgerungen der Autorin?
Die Hattie-Studie dient als empirische Basis, um zu zeigen, dass digitale Medien alleine keine Wunder bewirken, sondern ihre Wirkung stark vom pädagogischen Kontext und der Einbindung durch die Lehrkraft abhängt.
Wie verändert die „Corona-Krise“ die Perspektive auf das digitale Lernen im Buch?
Die Krise wird als Beschleuniger und Beweis für die Notwendigkeit digitaler didaktischer Konzepte angeführt, deckt jedoch zugleich Schwachstellen in der technischen Infrastruktur und bei der digitalen Spaltung auf.
- Arbeit zitieren
- Stella Ost (Autor:in), 2019, Digitale Medien im Berufsschulunterricht. Digitalisierung in der schulischen Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1008431