Im Rahmen dieser Arbeit werden die Finanzierungsarten Kredit und Leasing dargestellt, die Unternehmen in der ambulanten Pflege bei der Beschaffung eines Fuhrparks zur Verfügung stehen. Hierzu werden allgemeinrechtliche Grundzüge des Kaufs auf Kredit und des Leasings sowie deren Risiken und Vorteile beschrieben.
Die notwendigen Kreditsicherungsarten, die eine Bank als Darlehensgeber fordert, werden dargestellt. Anschließend werden die wichtigsten Aspekte erörtert, die bei der unternehmerischen Entscheidung helfen können, zwischen Leasing und Kauf auf Kredit zu wählen. Wegen des hohen Einstandspreises und der oft recht hohen Miete einer Batterie können Elektroautos heute noch nicht auf dem Markt für KFZ der Pflegeambulanzen mithalten, allerdings sind in deutschen Großstädten schon Elektrofahrräder in ambulanten Pflegediensten im Einsatz.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methode
3 Kauf auf Kredit des Fuhrparks für einen ambulanten Pflegedienst
3.1 Vertragsfreiheit
3.2 Personen im Rechtssinne
3.3 Das Trennungs- und Abstraktionsprinzip
3.4 Der Kaufvertrag
3.5 Kreditsicherungen beim Kauf auf Kredit
3.5.1 Kauf unter Eigentumsvorbehalt
3.5.2 Sicherungsübereignung
3.5.3 Bürgschaft
4 Leasing
4.1 Rechtliche Struktur des Leasings
4.2 Finanzierungs-Leasing
4.3 Praktischer Ablauf beim Leasing
5 Entscheidungsaspekte bei Kauf auf Kredit und Leasing
5.1 Auswirkungen auf die Unternehmensliquidität
5.2 Gewährleistungsansprüche
5.3 Hauptvorteil des Leasings
5.4 Gesamtkostenvergleich
5.5 Verkauf bzw. Rückgabe am Ende der Nutzungszeit
5.6 Kreditfinanzierung beim Kauf ohne Anzahlung und mit garantierter Rückgabe
5.7 Betriebs- und Ausfallrisiken in der Praxis
5.7.1 Gap-Deckung
5.7.2 Ausfall der vertraglich vereinbarten Rückgabe
6 Diskussion
7 Fazit und Ausblick
8 Anhang
8.1 Anhang 1: Sicherungsübereignung und Bürgschaftserklärung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es, ambulante Pflegedienste bei der fundierten Entscheidungsfindung zwischen den Finanzierungsformen Kauf auf Kredit und Leasing für ihren Fuhrpark zu unterstützen, indem rechtliche Grundlagen, Risiken und betriebswirtschaftliche Aspekte analysiert werden.
- Rechtliche Einordnung von Kaufverträgen und Leasingverhältnissen
- Kreditsicherungsarten (Eigentumsvorbehalt, Sicherungsübereignung, Bürgschaft)
- Vergleich der Auswirkungen auf Unternehmensliquidität und Kosten
- Betriebs- und Ausfallrisiken bei Fahrzeugbeschaffung und -rückgabe
Auszug aus dem Buch
3.3 Das Trennungs- und Abstraktionsprinzip
Bei der Veräußerung einer Sache werden zwei verschiedene Rechtsvorgänge, der Kaufvertrag als kausales Geschäft und die nachfolgende Übereignung als abstraktes Geschäft, voneinander getrennt. Der Inhalt des kausalen Geschäftes (z.B. Kauf oder Schenkung) ist eine Vermögensverschiebung. Der Kaufvertragsabschluss verpflichtet die Personen zum Austausch von Leistungen, der Verkäufer soll die Sache übereignen und der Käufer den Kaufpreis zahlen. Vom kausalen Geschäft unabhängig ist das abstrakte Geschäft, weil es losgelöst vom Kausalgeschäft ist. Dies entspricht dem „Trennungsprinzip“. Das deutsche Recht trennt also das Sachenrecht mit dem dinglichen Geschäft (der Übereignung) von dem der Übereignung zugrunde liegenden schuldrechtlichen Geschäft (dem Kaufvertrag). Die Erfüllung der Pflicht zur Übereignung der Kaufsache erfolgt nach den Vorschriften des Sachenrechts durch Einigung und Übergabe (§§ 929 ff. BGB). Warum die Eigentumsübertragung erfolgte (z.B. Kauf oder Schenkung) ist für dieses Rechtsgeschäft unerheblich. (vgl. Klunzinger 2011, S. 80 ff.)
Daraus ergibt sich die Frage, ob bei Nichtigkeit des schuldrechtlichen Geschäfts das dingliche Geschäft auch nichtig ist. Im deutschen Recht gilt das Abstraktionsprinzip, welches besagt, dass die Wirksamkeit des dinglichen von der Wirksamkeit des schuldrechtlichen Geschäfts unabhängig ist. Da dies jedoch zu einer unberechtigten Mehrung des Vermögens führt, wird über Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung nach §§ 812 ff. BGB ein Ausgleich herbeigeführt. (vgl. Klunzinger 2011, S. 525 f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz eines funktionierenden Fuhrparks für die ambulante Pflege sowie Einführung in die zentrale Fragestellung der Finanzierungswahl.
2 Methode: Erläuterung der durchgeführten Literaturrecherche sowie der Schwierigkeiten bei der Beschaffung konkreter Vertragsbeispiele.
3 Kauf auf Kredit des Fuhrparks für einen ambulanten Pflegedienst: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen des Kaufs, inklusive Vertragsfreiheit, Kaufvertrag sowie notwendiger Kreditsicherungen.
4 Leasing: Analyse der rechtlichen Struktur und der unterschiedlichen Ausprägungen des Leasings als Finanzierungsalternative.
5 Entscheidungsaspekte bei Kauf auf Kredit und Leasing: Detaillierter Vergleich der beiden Finanzierungsmodelle hinsichtlich Liquidität, Gewährleistung, Kosten und Risiken.
6 Diskussion: Kritische Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Kauf und Leasing abhängig von der Unternehmensphase und -situation.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Entscheidungskriterien sowie ein Ausblick auf die Rolle von E-Mobilität in der Pflege.
8 Anhang: Bereitstellung von Praxisbeispielen für Sicherungsübereignungen und Bürgschaftserklärungen.
Schlüsselwörter
Ambulante Pflegedienste, Fuhrparkmanagement, Finanzierung, Leasing, Kreditkauf, Kreditsicherung, Sicherungsübereignung, Eigentumsvorbehalt, Bürgschaft, Unternehmensliquidität, Gewährleistungsrisiko, Betriebskosten, Gap-Deckung, Fuhrparkbeschaffung, Rechtsgrundlagen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob ambulante Pflegedienste ihre Fahrzeuge für den Fuhrpark besser leasen oder per Kredit kaufen sollten.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen des Kaufvertrags und Leasings sowie die betriebswirtschaftlichen Vor- und Nachteile der jeweiligen Finanzierungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, Pflegediensten als Entscheidungshilfe eine strukturierte Übersicht über die finanziellen und rechtlichen Konsequenzen ihrer Fuhrparkentscheidungen zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in juristischen und fachspezifischen Datenbanken durchgeführt, um die rechtlichen Zusammenhänge zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine rechtliche Analyse des Kaufvertrags und der Sicherungsmittel, die Erläuterung von Leasingstrukturen sowie einen umfassenden Vergleich der Entscheidungsaspekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Leasing, Kreditfinanzierung, Kreditsicherung, ambulante Pflege und Fuhrparkbeschaffung beschreiben.
Welches spezifische Risiko wird bei der Sicherungsübereignung betont?
Die Arbeit hebt hervor, dass der Kreditnehmer trotz Sicherungsübereignung an die Bank das Fahrzeug wirtschaftlich nutzen kann, aber bei Zahlungsverzug das Risiko der schnellen Verwertung durch die Bank trägt.
Was ist die Besonderheit der "Gap-Deckung" im Kontext der Arbeit?
Die Gap-Deckung wird als spezielle Versicherungslösung beschrieben, die bei Totalschaden oder Diebstahl die finanzielle Lücke zwischen dem Zeitwert des Fahrzeugs und der noch offenen Leasing- oder Kreditschuld schließt.
- Quote paper
- Ana Rudolphi (Author), 2020, Kaufen oder Leasen von Kraftfahrzeugen in der ambulanten Pflege. Beschaffung und Finanzierung von KFZ, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1009363