Stressbewältigung bei Lehrern mit Hilfe des HAPA-Modells


Hausarbeit, 2018

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Zusammenfassung

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Stress
2.2 HAPA-Modell
2.3 Arbeitsplatz Schule

3 Konzepte zur Stressbewältigung

4 Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zusammenfassung

ln dieser Ausarbeitung werden verschiedene Stressbewältigungsstrategien für Lehrkräfte vorgestellt und die Umsetzbarkeit mittels dem Health Action Process Approach (HAPA- Modell) diskutiert. Eingangs werden hierzu die Begrifflichkeiten Stress und das HAPA-Modell kurz erläutert sowie das Arbeitsumfeld Schule beschrieben. Da der Lehrerberuf zu den stressbelas- tetsten Tätigkeiten gehören soll, ist eine Unterstützung bei der Gesunderhaltung von besonderer Bedeutung. Hierbei wurde festgestellt, dass sich dieses Prozessmodell aufgrund seiner Komplexität hervorragend eignet, die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen zur Stressbewältigung umzusetzen, aber ebenso für vielfältige Veränderungsprozesse und Präventionsmaßnahmen bestens geeignet ist. Auf die Selbstwirksamkeitserwartung wird in diesem Modell ein besonderes Augenmerk gelegt, da sie ausschlaggebend für eine erfolgreiche Umsetzung ist.

1 Einleitung

Laut verschiedener Untersuchungen zählt der Lehrerberuf mit zu den anstrengendsten Tätigkeiten unserer Gesellschaft. So hat die Krankenkasse DAK in ihrer „fit4future-Studie“ (Storm, 2017) festgestellt, dass viele Lehrkräfte unter enormen Stress an ihren Schulen leiden. Mittlerweile seien bereits vier von zehn Lehrern dauermüde und erschöpft. Annährend 33 Prozent der Beschäftigten klagen über die starke Lärmbelastung, etwa 30 Prozent leiden unter zu wenig Erholungspausen und den Disziplinproblemen mit schwierigen Schülern. Zum Beispiel 25 Prozent der Lehrkräfte empfinden den Zeitdruck in der Schule als sehr stressig und 20 Prozent der Befragten könnten nach dem Unterricht nicht mehr abschalten, so die Krankenkasse DAK. Nach Auffassung von Strom (2017) benötigen die Lehrer dringend Unterstützung, um gesund bleiben zu können, denn bereits viele Lehrer seien schon erkrankt oder würden Risikofaktoren für chronische Erkrankungen aufweisen. Anhand der Untersuchungen der DAK gaben ca. 20 Prozent der Lehrer an, übergewichtig zu sein. Circa 17 Prozent leiden eigenen Angaben zufolge unter Einschränkungen des Bewegungsapparates und 10 Prozent an Bluthochdruck oder Tinnitus.

Hardwig und Mußmann (2018) haben im Auftrag der Georg-August-Universität Göttingen Arbeitszeiten von Lehrkräften in Deutschland erfasst und festgestellt, dass diese bereits seit 60 Jahren zu viel arbeiten. Die meisten Bediensteten arbeiten mehr als 48 Stunden wöchentlich. Mit dem Anstieg der Unterrichtsstunden erreichen viele Lehrer noch schneller ihre individuelle physische und psychische Belastungsgrenze. Darunter leiden wiederum der Unterricht und die Gesundheit der Betroffenen, da sie ihren eigenen Ansprüchen und den Lehrvorgaben oft nicht gerecht werden können. Auch die Allianz-Gruppe hat 2016 eine Umfrage in Österreich in Auftrag gegeben. Schulz (2016) stellte in dieser Studie fest, dass sich bereits ca. 45 Prozent der Lehrer gestresst fühlen.

Aufgrund dieser prekären Situation erschien in den letzten Jahren immer mehr Fachliteratur zur Thematik der Lehrergesundheit, um Lehrkräfte zu unterstützen mit den scheinbar wachsenden Problemen und um Stresssituationen im Schulalltag besser umgehen zu können. In diesen Büchern werden verschiedenste Anregungen zur Stressbewältigung diskutiert, auf die nachfolgend auszugsweise eingegangen wird.

Pädagogen müssen in ihrer Arbeit viele Rahmenbedingungen vereinen. Sie sind das direkte Bindeglied zwischen den Elternhäusern und den Schulen. Sie haben einerseits einen Bildungsauftrag zu erfüllen, andererseits aber auch soziale und gesellschaftliche Werte zu vermitteln. Hinzu kommen die sozialen Spannungen in den meist überfüllten Klassen, sowie die individuellen Probleme der Schüler, mit denen die Lehrkräfte täglich konfrontiert werden und sich meist mit diesen Situationen alleine gelassen fühlen (Hagemann, 2009).

Die vielfältigen Studien und Untersuchungen thematisieren offen die Herausforderungen des Lehrerberufes, könnten jedoch ebenso den stetig steigenden Lehrermangel fördern. Verschiedene Medien, wie z.B. n-tv.de (2018) vertreten auf Grundlage ihrer Recherchen die Auffassung, dass wir auf einen Bildungsnotstand zusteuern. Daher scheint es umso wichtiger, eine generelle Gesundheitsförderung für Lehrkräfte voranzutreiben und diesen Beruf wieder attraktiver zu gestalten.

2 Theoretische Grundlagen

ln folgenden Abschnitten werden die Begrifflichkeiten Stress, das HAPA-Modell sowie die Rahmenbedingen in der Schule kurz erläutert, um die verschiedenen eruierten Maßnahmen zur Stressbewältigung für Lehrerinnen und Lehrer besser nachvollziehen und einordnen zu können.

2.1 Stress

Zimbardo (1995) beschreibt Stress als Muster spezifischer und unspezifischer Reaktionen auf Reizereignisse. Diese können das Gleichgewicht des Organismus stören und seine Fähigkeit zur Bewältigung dieser Situationen strapazieren oder überschreiten. Diese Reizereignisse umfassen vielfältige interne und externe Bedingungen, die Zimbardo (1995) als Stressoren bezeichnet. Sie werden als die Auslöserfür Stressreaktionen benannt.

Appel et al. (2014) unterteilen die Stressoren in körperliche, physikalische und chemische Reize. Sie entstehen im Informationsaustausch mit Umwelt oder in sozialen Interaktionen. Ursachen für Aktivierung von Stressreaktionen können psychosoziale Konflikte, die Unerreichbarkeit vorgestellter Ziele oder auch die Unerfüllbarkeit von als zwingend empfundenen Bedürfnissen und Wünschen sein. Aber auch ein Defizit oder ein Überschuss an Informationen kann Stress auslösen. Allgemeine Situationsmerkmale, die die Wahrscheinlichkeit von Stressreaktionen beeinflussen, sind z.B. Intensität und Dauer des Reizes. Der Grad der Bekanntheit bzw. Neuheit der Situation sowie deren Vorhersagbarkeit oder verhaltensmäßiger Kontrollierbarkeit. Die persönliche Valenz (Wertigkeit), kritische Lebensereignisse, Alltagsbelastungen oder bspw. Arbeitsbelastungen sind hierbei ebenfalls von besonderer Bedeutung laut Appel et al. (2014).

Nicht jede Situation muss jedoch negativen Stress auslösen. Positiver Stress wirkt gesundheitsfördernd und ist notwendig, um eine persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen sowie geplante Ziele erreichen zu können. Ausschlaggebend ist die kognitive Bewertung der Stressoren. Bewertet die Person u.a. die Stressoren negativ, so kann dies wiederum Ängste, Panik und unerwünschten Stress auslösen (Frey & Irle, 1985).

In ihrem Buch „der Mutmacher“ beschreibt Handke (2010), dass Lehrer häufig auf Grund innerer Konflikte in Stresssituationen geraten. Oftmals genügen sie ihren eigenen Ansprüchen nicht oder die Lehrer plagt ein schlechtes Gewissen, weil der Unterricht nicht optimal verlief. Aber auch Konflikte mit Schülern, die sich ständig verweigern, den Unterricht stören können stressauslösend sein. Der Rollenkonflikt der Lehrerpersönlichkeit kann oftmals problematisch werden, da der Pädagoge einerseits eine Vertrauensperson für die Schüler sein möchte, diese ermutigt ihre Aufgaben zu erledigen und andererseits im Rahmen des Erziehung- und Lehrauftrages die Benotung derArbeiten vornehmen muss.

Diese Beispiele verdeutlichen noch einmal die besondere Bedeutung der kognitiven Bewertung von Situationen. Von ihr ist abhängig, ob eine Stressreaktion einsetzt. So kann die Bewertung der Feststellung eines brennenden Hauses mit der auslösenden Stressreaktion, die zur Flucht oder zum Löschen des Brandes anregen und möglicherweise lebensrettend sein. Im Umkehrschluss könnte, wenn das eigene Handlungspotential überbewertet würde, dies zu Versagensängsten führen, da man das Ziel sowieso nicht erreichen könne. Das bedeutet, dass je nach Einschätzung der Situation, die eigenen Ressourcen aktiviert sowie Bewältigungsstrategien oder aber Stresssituationen ausgelöst werden können (Kretschmann, 2012).

Nach Beendigung einer Stresssituation tritt eine Erschöpfungsphase ein. In diesem Zeitraum benötigt der Körper Zeit, um sich wieder zu generieren. Bei zu häufiger oder anhaltender Stressbelastung ist es möglich, dass Fehlreaktionen des Körpers entstehen. Der Organismus verliert dann seine Fähigkeit zur Selbstregulierung. Er reagiert mit Stresssymptomen, obwohl kein momentaner Stress vorhanden ist und es kann sich ein gesundheitsgefährdender Dauerstress entwickeln (Gebauer, 2000).

Dieser wiederum kann sich zu einem Burn-out1 weiterentwickeln, der längere oder andauernde gesundheitliche Probleme hervorrufen kann. Problematisch ist die frühzeitige Erkennung der Symptome von Dauerstress, die einen Burn-Out, aber auch eine Depression auslösen können (Nelting, 2010).

Kretschmann (2012) unterteilt die Symptome für Dauerstress in drei Gruppen. Zum einen betrachtet er körperlich-physiologische Veränderungen (bspw. Schwächung des Immunsystems, Muskelverspannungen, Organerkrankungen), psychische Reaktionen (wie z.B. Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit, Gefühle von Hilfslosigkeit) und Verhaltensveränderungen (konfliktreicher Umgang mit anderen Menschen oder Zunahme des Betäubungsverhaltens durch die Einnahme von Beruhigungsmitteln, rauchen oder vermehrterAlkoholkonsum).

Depressive Episoden weisen teilweise ähnliche Symptome auf. Diese werden in der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD 10) der World Health Organization (WHO, 2010) u.a. mit gedrückter Stimmung, Interessensverlust, vermindertem Selbstwertgefühl beschrieben.

Zusammengefasst bedeutet dies für Personen mit häufigem Stress oder Menschen, die unter Dauerstress leiden, eine wachsende Gefahr psychische bzw. psychisch-somatische Krankheitsbilder zu entwickeln. Häufig führen diese Erkrankungen zu längeren Arbeitsunfähigkeiten, Erwerbsminderungen oder Frühverrentungen, stellt die Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft e.V. (vbw) in ihren Gutachten fest und weist auf den dringenden Handlungsbedarf zur Entwicklung von Präventionsprogrammen beim Bildungspersonal hin (vbw, 2014).

2.2 HAPA-Modell

Das HAPA-Modell von Schwarzer ist ein Prozessmodell des Gesundheitsverhaltens. Es wird in den präintentionalen Motivationsprozess und postintentionalen Volitionsprozess unterteilt. Des Weiteren bestehen die beiden Prozesse aus je drei verschiedenen Phasen, die auf einander aufbauen (Dorsch, 2014). Gutmann (2016) weist daraufhin, dass die Phasen des Modells nacheinander durchlaufen werden sollten und jede der Phasen einen gewissen Grad an Selbstwirksamkeit benötigt, um erfolgreich bewältigt werden zu können.

Im präintentionalen Motivationsprozess bildet die Risikowahrnehmung die Grundlage für Verhaltensänderungen, da sich die Personen zu Beginn über bestehende Gefahren bewusst werden müssen. Es ist wichtig zu erkennen, dass sich die gesundheitliche Situation möglicherweise deutlich verschlechtern wird, wenn z.B. das Rauchen nicht aufgegeben wird. Erst auf Basis dieser Erkenntnis kann die nächste Phase, die Handlungsergebniserwartung, erreicht werden (Bengel et al., 2014). Im Beispiel Rauchen, könnte die Person erwarten, dass wenn sie mit dem Rauchen aufhört, die Lungenkrebsgefahr sinkt. Diese notwendigen Erkenntnisse können jedoch nur dauerhaft umgesetzt werden, wenn die Betroffenen eine fundierte Selbstwirksamkeitserwartung entwickelt haben, so Gutmann (2016).

Die Selbstwirksamkeitserwartung ist in jeder der Phasen der beiden Prozesse von besonderer Bedeutung, da die Personen dann von sich überzeugt sind, dass sie das neue Verhalten auch in schwierigen Situationen umsetzen können (Gutmann, 2016).

Nach dem Durchlaufen des ersten Prozesses folgt die präaktionale Phase des postintentionalen Volitionsprozesses (Willensprozess). Jetzt wird die neue Handlungsweise genau geplant und vorbereitet. Auch hier spielt die Selbstwirksamkeit eine besondere Rolle, da bereits überlegt wird, wie regiert werden kann, wenn eine kritische Situation eintritt und wie das neue Verhalten aufrechterhalten werden kann. Die Selbstwirksamkeit bezieht sich hier auf die Überzeugung, dass die Person die Stärke besitzt, die geplanten Handlungen auch in kritischen Situationen umsetzen zu können. Im Beispiel des Rauchens hieße das, der Versuchung widerstehen zu können. Nun erst schließt sich die aktionale Phase an, in der die neuen Maßnahmen zum Tragen kommen. In dieser Phase soll das positive Verhalten ausgeführt und das Risikoverhalten unterlassen werden. Hier findet eine kontinuierliche Handlungsausführungskontrolle statt, um nicht vom Ziel abzukommen (Bengel et al., 2014).

Beendet wird der zweite Prozess mit der postaktionalen Phase, in der eine Handlungsbewertung vorgenommen wird. Misserfolge werden hinterfragt, ggf. Ziele oder Handlungen verändert, neue Strategien entwickelt, um weitere Rückschläge zu minimieren bzw. zu vermeiden. Laut Bengel et al. (2014) ist dieses heuristische Modell mit seinen komplexen Mechanismen sehr gut geeignet, motivierendes Verhalten zu entwickeln, psychologische Prozesse in Bewegung zu setzen und dauerhafte Verhaltensänderungen zu bewirken. Somit empfiehlt sich ein Einsatz dieses Modells in vielen Bereichen, in denen Verhaltensänderungen angestrebt werden. Inwieweit das HAPA-Modell für die Stressbewältigung von Lehrern dienlich sein kann, wird nachfolgend erörtert.

2.3 Arbeitsplatz Schule

DerArbeitsplatz Schule stellt viele verschiedene Anforderungen an die Lehrkräfte dar und erfährt immer weniger gesellschaftliche Anerkennung. Seit Gerhard Schröder 1995 noch als damaliger niedersächsischer Ministerpräsident die Lehrer in einem Interview als „faule Säcke“ diffamierte, um anscheinend den Gymnasiasten zu gefallen, schürte er die bereits offenbar latenten und weitverbreiteten Vorurteile über die Lehrer zusätzlich (vbw, 2014).

Bauer beschreibt bereits 2008 Schulen als Orte des Grauens, an denen viel Unerfreuliches erlebt wird. Es herrsche dort unentwegter Lärm, Hetzte, überzogener Leistungsdruck und auch die Gefahr körperliche Gewalt zu erfahren. Häufig werde selbst schon bei den Schülern in dieser Umgebung Dauerstress hervorgerufen, wobei die Lehrer bereits schon im „normalen“ Schulalltag aufgrund der täglichen Belastungen am Rande ihrer Leistungsfähigkeit agieren (Bauer, 2008). Einer der möglichen ausschlaggebenden Gründe hierfür ist, dass die Lehrkräfte die Defizite, die in den Herkunftsfamilien vorhanden sind, im Schulalltag der Schüler kompensieren sollen, da die Elternhäuser oftmals nicht mehr in der Lage sein, ihre Kinder in ausreichender Form zu unterstützen (Zierer ,2016).

Hinzu kommt die sehr hohe Klassenstärke, mit immer mehr Schülern, die schwierige Verhaltensweisen aufzeigen. Die hohe Stundenanzahl der Lehrkräfte, aber auch die außerunterrichtlichen Pflichten belasten die Lehrkräfte sehr. Besonders die Zusammenarbeit mit Eltern, Betreuern oder Psychologen, bei denen die Schüler in Behandlung sind, seien enorm zeitaufwendig. Zusätzlich gehört zum Schulalltag die Unterrichtsvorbereitung, das Ableisten von Vertretungsstunden sowie berufliche Fortbildungsveranstaltungen außerhalb der Dienstzeit (Hagemann, 2009).

Weiterhin beklagen laut Hagemann (2009) viele Lehrkräfte das Klima im Kollegium, da man sich zu wenig unterstütze und Supervisionen zur Aufarbeitung von problematischen Situationen fehlen. Auch die Unterrichtspausen stellen keine Entlastung bzw. Erholung dar, da in dieser Zeit häufig Organisatorisches oder Einzelfallhilfen für Schüler besprochen werden müssen. Vernachlässigt würde zudem, dass die Lehrer einer ständigen körperliche Belastung durch das überdurchschnittliche und laute Sprechen, dem ständigen Stehen sowie dem anhaltenden Lärm, ausgesetzt sind.

Auf die zunehmende Schieflage bei der Entlohnung der Lehrkräfte sowie den schlechten baulichen Zustand vieler Schulen wird an dieser Stelle nicht näher eingegangen, auch wenn diese für ein gesundes Arbeitsumfeld von erheblicher Bedeutung sind.

3 Konzepte zur Stressbewältigung

Unabhängig von den verschiedenen Konzepten zur Stressbewältigung, muss jede Lehrkraft für sich individuell das eigene Risiko einschätzen. Hierfür ist eine ehrliche und intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person eine wichtige Grundvoraussetzung, um die persönlichen Gefahren des Stresses erkennen und präventiv tätig werden zu können.

Eine optimale Auseinandersetzung mit dieser Thematik ist das Hinterfragen des privaten Wohlbefindens. Neben den o.g. Symptomen des Dauerstresses, die Auslöser für gesundheitsgefährdende Zustände sein können, ist es sinnvoll die persönliche Situation aus positiver Sicht zu betrachten. Beispiele sind u.a. die Grundeinstellung sich selbst gegenüber zu überprüfen, z.B. sich zu hinterfragen: wie zufrieden bin ich mit mir und dem was ich tue. Besitze ich noch Empathiefähigkeit nach einem langen Arbeitstag und bin ich in der Lage vertrauensvolle Beziehungen bzw. meine Partnerschaft zu pflegen? Bin ich zuversichtlich und noch gut gelaunt, wenn ich von der Arbeit nach Hause fahre? Bin ich mit meinem Leben zufrieden? Blickhahn (2015) bezeichnet diese regelmäßige Auseinandersetzung mit der eigenen Person als Grundlage für ein stabile Gesundheit, Selbstzufriedenheit und persönliches Wohlbefinden.

Haidt (2017) empfiehlt, sich zusätzlich zu fragen, ob man glücklich ist und die ggf. die persönliche Sicht auf die Dinge zu ändern. Seiner Auffassung nach, achten die Menschen zu sehr auf Negatives und übersehen die kleinen glücklich machenden Situationen. Nur wenn man sich grundsätzlich mit diesem Thema auseinandersetze, habe man eine gute Voraussetzung, schwierige und auch stressige Situationen immer wieder zufriedenstellend meistern zu können.

[...]


1 "übers. ausbrennen ist ein Oberbegriff für Typen persönlicher Krisen, die mit eher unauffälligen Frühsymptomen beginnen und mit völliger Arbeitsunfähigkeit oder sogar Suizid enden können" Wikipedia Verfügbar unter https://de.wikipedia.org/wiki/Burn-out [abgerufen am 16.11.2018]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Stressbewältigung bei Lehrern mit Hilfe des HAPA-Modells
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V1010713
ISBN (eBook)
9783346402691
ISBN (Buch)
9783346402707
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stress, HAPA-Modell, Burn-Out, Ausgebrannt, Lehrerkrankheit
Arbeit zitieren
Andrea Anders (Autor), 2018, Stressbewältigung bei Lehrern mit Hilfe des HAPA-Modells, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1010713

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